Musik-News: Debut-Album von Youth Okay!

Die Fakten:

Band: Youth Okay
Genre: Alternative Rock
Das steht an: Album Turns (04. Oktober); Deutschlandtour (Oktober/November)

Die Analyse:

Als „Alternative BrassFX“ bezeichnen Youth Okay ihren Stil. Das heißt im Klartext: Mit Karacho nach vorn. Neben der Standardrockbesetzung sind Trompete und Posaune mit an Bord. Das Album Turns ist nun die geballte Ladung Lautstärke, Drums und Alternative Rock. Für eine besondere Stimmung sorgen vor allem die Effektverfremdung der Brass-Instrumente, aber auch andere unkonventionelle Ideen wie der unvermittelte Einsatz eines Hintergrundchors („Get Up“) oder undurchsichtige Rhythmik („Static Air“). Auch die Texte sind alles andere als oberflächlich: Youth Okay-Sänger Daniel Fahrländer verarbeitet darin unter anderem ernste Themen wie Depression und Trauer, aber auch aktuelle Politik. Turns ist insgesamt ein mutiges Debut, man hört Emotion und viel musikalischen Elan, der darauf hoffen lässt, dass man auch in Zukunft noch einiges von der Band hören wird.

Vorbestellung Turns und Tourdates: https://youthokay.com/

Mischpoke: Klezmer High Life

Mal wieder innerer Drang nach Offbeat-Fingerschnipsen? Mischpoke aus Hamburg sorgt fürs Setting.

Mischpoke sind die vier Berufsmusikerinnen und -musiker Magdalena Abrams an Klarinette und Gesang, Cornelia Gottesleben an der Geige, Gitarrist Frank Naruga und Maria Rothfuchs am Kontrabass. Dazu kommen immer wieder auch Gäste an Klavier, Akkordeon oder Trompete. Die Band gibt es jetzt seit gut zwei Jahrzehnten, sie haben mehrere CDs aufgenommen und touren fleißig durch die Republik.
Ob mit Hochschul-Lehrauftrag, als Workshopleitung oder im Theater, die vier von Mischpoke verstehen ihr Handwerk – ihre Virtuosität kommt also nicht als Überraschung. Der Gesang wirkt trotz klassischer Klezmer-Melancholie leicht und beschwingt, Rhythmik und Drive kommt von der Gitarre, Cornelia Gottesleben ist beeindruckend präzise und schnell auf ihren vier Geigenseiten unterwegs, die verspielte Klarinette tänzelt geradezu über die musikalische Basis der anderen Instrumentalisten und seien wir mal ehrlich: Es geht doch nichts über einen warmen, gezupften Bass.

Fazit: Die Mitglieder von Mischpoke sind grandiose Musiker, bei denen sichtbar auch die Freude an der Musik nicht zu kurz kommt. Einen Heidenspaß macht es, den jüdischen Skalen zu lauschen und die flinken Finger der Musiker zu beobachten.

  • Meisterwerk: „Abi Gezunt“
  • Meilensteine:
    • 2007 Debut Klezmer High Life!
  • Umleitung:

June Cocó: Pop neu gedacht

Mit dem Titel „The Road“ für ihr Debutalbum hat June Cocó von Anfang an klargemacht, was ihr vorschwebt: los in die Welt mit Tatendrang.

June Cocó machte sich mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums gleich auf in verschiedene europäische Städte und konnte wohl sogar schon Schauspieler George Clooney auf ihre Musik aufmerksam machen. Ab Oktober ist die Sängerin und Pianistin auf ausgedehnter Deutschlandtour, aktuell läuft außerdem eine Crowdfunding-Kampagne für ihr zweites Album.
Mit aufgeweckter Art und sehr vielseitiger Stimme kombiniert June Cocó klassische Pop-Melodien mit elektronischen Effekten und aber auch konventioneller Instrumentation. Die Musikerin bringt so spannende Komponenten zusammen, geht mit der Zeit und liefert trotzdem eingängige Songideen. Ihre Lieder haben Schwung und selbst in den sanfteren Passagen hört man durchaus einiges an Kraft in ihrer Stimme.

Fazit: June Cocó ist eine vielversprechende neue Künstlerin in der deutschen Pop-Szene. Ihr Selbstbewusstsein, das man in den Songs spürt, ist ohne Frage gerechtfertigt.

June Cocó war ein Musiktipp von Thomas Wolff. Auf seiner Website Auf die Ohren stellt er mit großer Bandbreite seine Lieblingsmusik vor. Bekannte Künstler sind genauso vertreten wie absolute Geheimtipps, ein Besuch lohnt sich bestimmt.

Hannah Stienen: Deutschpop-Debut

Die Musik hat die junge Sängerin Hannah Stienen schon auf spannende Wege geleitet. Durch Fernsehauftritte kam sie früh an ein bundesweites Publikum, jetzt geht sie das Projekt von eigenen, größeren Veröffentlichungen an.

Den jüngeren Leserinnen und Lesern, die 2014 noch zu den KIKA-Guckern gehörten, könnte Hannah Stienen auch aus dem Fernsehen bekannt vorkommen. Zweimal nahm die zu dem Zeitpunkt jugendliche Musikerin an der Talentshow „Dein Song“ teil, fuhr mit nach Ibiza, um an ihren Songs zu werkeln, und schaffte es im zweiten Anlauf schließlich sogar ins Finale. Der Spaß am professionellen Musikmachen muss spätestens da geweckt worden sein – inzwischen hat es sie nämlich in logischer Konsequenz an die Folkwang Universität für Künste nach Essen verschlagen. Ihr erstes Album Loslassen ist seit Ende August erhältlich.
Hannah Stienen schreibt im positiven Sinne radiotaugliche Songs aus der Deutschpop-Ecke. Ihre Lieder sind nachdenklich und gefühlvoll getextet, die Melodien haben Ohrwurmcharakter. Die sanften Texte singt sie mit klarer, fokussierter Stimme und als Basis für ihren Gesang reicht ihr manchmal eine simple Gitarren- oder Klavierbegleitung, mal wartet sie mit komplettem Bandsound auf.

Fazit: Früh angefangen, ist Hannah Stienen mit ihrer musikalischen Leidenschaft bisher immer am Ball geblieben. Es dürfte spannend werden, wo man ihrer Musik in den nächsten Jahren alles über den Weg laufen wird.

  • Meilensteine:
    • 2011 „Dein Song“-Teilnahme
    • 2014 „Dein Song“-Finalistin
    • 2019 Debut Loslassen
  • Umleitung:

Musik-News: Neue Single von Robert Horace!

Die Fakten:

Künstler: Robert Horace
Genres: Singer/Songwriter, Pop
Das ist neu: Single „Why Not“

Die Analyse:

Nach seiner EP Take Off hat Robert Horace (hier geht’s zum Künstler-Portrait) mit seiner Single „Why Not“ einen neuen Song veröffentlicht. In dreieinhalb abwechslungsreichen Minuten bleibt Horace seinen poppigen Singer-Songwriter-Wurzeln treu und beweist gleichzeitig einiges an musikalischer Energie. Der charakteristische Gesang trifft auf eine energische Gitarre mit scharfen Pausen, kraftvoll baut der Musiker den Song bis zum letzten Refrain auf. Der Spagat zwischen dem Klang einer vollen Band durch die Ergänzung von Schlagzeug, Klavier und Trompete einerseits und dem Spannungsaufbau durch bewusst wenig Instrumentation und dafür starken Gesang andererseits, gelingt wunderbar.

Musik-News: Killerpilze bringen vorerst letztes Album heraus

Die Fakten:

Band: Die Killerpilze
Genres: Deutschrock, Punk
Das steht an: Vorerst letztes Album Nichts ist für immer… (VÖ 06.09.19)

Die Analyse:

Zugegeben, so ganz unter dem Radar spielen die Killerpilze nun nicht, eher im Gegenteil: Schon seit ihrer Teenagerzeit haben die drei Jungs bei den Großen mitgespielt, jetzt sind sie alle um die 30 und starten noch ein letztes großes Ding zusammen. Nichts ist für immer… kommt am Freitag auf den Markt und ist ein Album, wie man es von den Killerpilzen kennt: harte, treibende Schlagzeugrhythmen, Overdrive, spannungsgeladene Melodien, Powerchords, Refrains zum Mitgrölen. Das Trio spielt mit Stimmung – und ab und an hört man doch auch ein wenig Wehmut heraus, immerhin sind seit ihrer Gründung als Schülerband nicht weniger als 18 Jahre vergangen. Insgesamt ist Nichts ist für immer… ein abwechslungsreiches Punkrock-Album, wie gewohnt mit deutschen Texten und viel Energie. Kurz gesagt: Ein gelungener Abschluss.