Nordir: mystischer Indietronic-Sound

E-Drums, Looper, E-Gitarren und Synthesizer kommen zum Einsatz, wenn Viktor Nordir und Lars Maier ihr modernes Klanggeflecht ausklamüsern. Das Ergebnis ihres Duos Nordir ist ein verträumter Mix aus Indiepop, psychedelischen Retro-Einflüssen und einer hypnotischen Stimme.

Die beiden Mitte-dreißig-Jährigen engagieren sich mit ihrer Musik außerdem durch Auftritte auf Festivals gegen Fremdenfeindlichkeit – was ihnen vielleicht auch wegen ihrer eigenen Geschichte am Herzen liegt (Viktor wurde in Sibirien geboren, Lars in Malaysia). Heute werkeln die beiden in Ulm an ihrer Musik und haben dafür nicht nur den Deutschen Rock und Pop Preis abgesahnt, sondern auch schon mit Größen wie Get Well Soon auf einer Bühne gestanden.

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Alva: softe Pop-Jazz-Mischung

Verträumt und halb wie in Trance spielen sich Alva an Klavier, Gitarre und Schlagzeug durch eine Welt aus Folk, Pop und Jazz.

Jannike (Gesang, Piano, Percussion) und Jan (Gesang, Gitarre, Drums, Percussion) kommen ursprünglich aus Freiburg und Kassel und haben ihr Duo Alva 2020 in Dublin gegründet, bevor es sie inzwischen wieder in den heimischen Schwarzwald zurück gezogen hat.
Mit ihrem recht minimalistischen Stil und einem jazzigen Einschlag strahlen Alva Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Jannikes voluminöse Stimme trägt die Songs. Mit den Backings ihres Bandkollegen entsteht phasenweise eine dezente Zweistimmigkeit.

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Tropica: Zwischen Pop und Psychedelic

Sie bezeichnen sich selbst als „Musiknerds“ mit einem Faible für Beatles-Songs und Vintage-Sound: Tropica nehmen uns mit in ihre bunte Retro-Welt.

Das Fünfergespann Tropica aus Köln und Wuppertal hat sich 2018 gegründet. Ein Jahr später stand mit On A Rainbow die erste Platte in den Startlöchern. Für dieses Jahr hat die Band zwei weitere EPs geplant.
Je nach Song klingen bei Tropica andere Einflüsse durch. Ganz grob bewegen wir uns auf der Indie-Pop-Schiene. Songs wie „You Can’t Escape The Future“ haben eine psychedelische Schlagseite und erinnern etwas an die frühen Songs von Pink Floyd, in anderen überwiegt melodische Mehrstimmigkeit.

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PANTHA: rebellischer Deutschpop aus Mannheim

Wer hätte gedacht, dass deutsche Popmusik so empowernd und edgy sein kann! PANTHA überzeugt mit bissigen Lyrics und energiegeladenen Beats, die tagelang im Ohr bleiben.

Die 23-jährige Musikerin PANTHA sagt in ihren Songs, was sie denkt, und streckt dabei gern mal den Mittelfinger aus. In direkten und self-empowernden Songtexten singt sie über innere und äußere Zwänge wie toxische Beziehungen, Suchtmittel oder gesellschaftliche Erwartungen. In ihrem Song „Richtig scheiße“ verabschiedet sich PANTHA begleitet durch starke Schlagzeugrhythmik und kantige E-Gitarrensounds von einer Beziehung und rechnet erbarmungslos mit dem Ex-Partner ab. Dabei haben die Melodien der Songs von PANTHA absolutes Ohrwurm-Potenzial und laden zum Mitgrooven ein. Festgelegt auf einen bestimmten Sound ist die Multiinstrumentalistin dabei nicht. Die Hörer*innen werden von gerappten Sequenzen überrascht, die auf poppige Refrains aber auch zart gehauchte Songzeilen im Billie-Eilish-Style treffen.
Auch in ihren aufwendigen Musikvideos lässt sich PANTHA nichts vorschreiben: Im Video zu „Was ich will“ erteilt sie einem Boss im Anzug eine Absage und macht sich die Büroräumlichkeiten zu eigen, statt sich den Vorschriften anderer zu fügen. Von zwei Background-Tänzerinnen begleitet spielt PANTHA selbstbewusst mit der Kamera und gibt die Rebellin.

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Jacob Fortyhands: Soundtrack für Sommernächte

Ursprünglich war Jacob Fortyhands nur als Projekt-Band geplant – das Ganze scheint dann allerdings doch mehr Spaß gemacht zu haben, sodass die Band nun schon seit mehreren Jahren feinsten Indie-Pop fabriziert.

Jacob Fortyhands besteht aus Sänger Lukas, Schlagzeuger Carsten, Gitarrist Hendrik und Bassist Jakob aus dem beschaulichen Lohne in Niedersachsen. Ihre Debüt-EP A Life On The Chase For Gold erschien 2020.
Jacob Fortyhands klingen nachdenklich und träumerisch. Dabei verlieren sie sich nicht in einer melancholischen Schwere, sondern strahlen auch eine gewisse Grundgelassenheit aus. Die einzelnen Instrumente bekommen viel Raum und die Songs wirken angenehm entschleunigt und doch tanzbar.

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Dandelion: Salzburger Indie-Pop

Ihren Stil verorten Dandelion aus Österreich irgendwo „zwischen Tatendrang und Überforderung“, was den übermütigen, jungen Sound der Truppe wunderbar einfängt.

Frontmann Benedikt Uitz, Gitarrist Vincent Ostertag, Bassist Benedikt Wolfsberger und Drummer Robert Winkler verstehen ihre Band Dandelion als kleines DIY-Kollektiv. Im eigenen Homestudio wird aufgenommen und gemischt, ihr Artwork machen sie selbst und die Musik natürlich sowieso. Die Band hat bisher zwei EPs in petto und plant, im Laufe der nächsten Monate die ein oder andere neue Single aus dem Hut zu zaubern.
Dandelion fühlen sich in ihrer Indie-Pop-Schiene pudelwohl. Sänger Benedikts hohe Stimme trifft auf markante Basslines, verspielte Gitarrenmotive und forderndes Schlagzeug. Die erste der für dieses Jahr geplanten Singles „Pompidou“ zieht nach vorn und ist ein waschechter Gute-Laune-Song.

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Aniqo: mystischer Dark Pop

Aniqo hat etwas Geheimnisvolles an sich. Ruhig und entschleunigt, aber auch ein wenig weltenentrückt klingen die Songs der Musikerin.

Aufgewachsen im beschaulichen Wismar an der Ostsee hat es Anita Goß alias Aniqo vor zweieinhalb Jahren nach Berlin verschlagen. Ihr Debüt-Album BIRTH ist im März erschienen. Als ihre Einflüsse nennt die Musikerin einige der ganz Großen – darunter etwa Nick Cave, David Bowie und PJ Harvey.
Aniqo verleiht ihren Songs eine melancholisch-düstere Grundstimmung, gleichzeitig hat ihre Stimme Strahlkraft und Tiefe. Inzwischen hat die Musikerin auch eine starke Band aus Gitarrist, Keyboarder und Schlagzeuger im Rücken, die den sphärischen Stil einzufangen wissen und weiterentwickeln.

Fazit: Aniqos Melodien setzen sich schnell im Ohr fest. Die Lyrics sind dafür nicht immer leicht zu entschlüsseln, es geht um Ängste, Gefühlswelten und das Vermächtnis früherer Generationen, lassen aber auch Spielraum für eigene Interpretation.

Musik-News: neues Album von Ferge X Fisherman

Die Fakten:

Band: Ferge X Fisherman
Genre: Rap, Hip Hop, Jazz
Das ist neu: Album Duality (VÖ 01.04.22)
Das steht an: Deutschlandtour im Mai

Die Analyse:

Das neue Album von Ferge X Fisherman, passt perfekt zur Jahreszeit – greift euch ’ne Musikbox oder Kopfhörer, sucht euch einen Platz in der Sonne und lasst die Gedanken zu den Sounds von Duality treiben. Die alternativen Hip-Hop-Beats gespickt mit lässigen Jazz-Elementen erzeugen Entspannung wie ein Mobile über einem Kinderbett – und dabei ist das Album alles andere als einschläfernd. Die Vocals und Lyrics lassen einen in Trance sinken und leiten durch lebendige Geschichten, voller taffer Realitäten, Liebe und Sommer. Ferge X Fisherman haben auf ihrem Album außerdem starke Gäste am Start. Zusammen mit dem japanischen Jazz-Trompeter Akuya Kuroda, dem US-amerikanischen Rapper Black Milk, dem neuseeländischen Soulsänger Noah Slee und Sängerin Hunter Rose aus Südafrika gelingt ihnen ein einzigartiges Gesamtwerk voller bunter Überraschungen.

Autorin:

Hutham Hussein

Verlosung: 2×2 Tickets für Und wieder Oktober + Jante

Zusammen mit ihren Musiker-Kollegen von Jante gehen Und wieder Oktober auf eine gemeinsame Deutschlandtour mit lauter Doppelkonzerten. Die Freude ist groß: Nach coronabedingter Zwangspause kann die ursprünglich für 2020 geplante Tour endlich stattfinden.

Wir verlosen insgesamt 2×2 Tickets für die folgenden Konzerte:

  • 25 März 2022 Düsseldorf: The Tube  
  • 26 März 2022 Köln: Artheater
  • 27 März 2022 Wermelskirchen: Kattwinkel’sche Fabrik
  • 12 April 2022 Hamburg: Astra Stube 
  • 13 April 2022 Berlin: Art Stalker
  • 14 April 2022  Leipzig: Moritzbastei
  • 16 April 2022  Chemnitz: Club Krone

Um teilzunehmen, geht auf unser Instagram-Profil und kommentiert bis 10 Uhr am Donnerstag, den 24. März unter dem Post zur Verlosung, zu welchem der Konzerte ihr gern kommen möchtet. Ganz wichtig: Wir benachrichtigen die Gewinnerinnen und Gewinner nach Ablauf der Frist mit einer PM. Wenn ihr benachrichtigt wurdet, habt ihr bis 17 Uhr am Donnerstag Zeit, uns zu antworten und zwei Namen zu nennen, die wir für euch auf die Gästeliste setzen sollen. Meldet ihr euch nicht rechtzeitig zurück, rückt jemand anders als Gewinner*in nach.

Wer keinen Instagram-Account hat, kann trotzdem teilnehmen: Einfach eine E-Mail mit zwei Namen für die Gästeliste und Wunschtermin an redaktion@musik-unterm-radar.com schicken. Die Frist bleibt die gleiche.

Hier könnt ihr schon mal reinhören:

Avielle im Interview: „Kunst eröffnet Dialoge dort, wo sie schwierig erscheinen.“

Auf der ganzen Welt fühlt sich Singer und Songwriterin Avielle zu Hause. Soundtechnisch entführt sie mit ihren Balladen auf eine musikalische Zeitreise – und mit ihren Lyrics in verträumte Mystik. Avielle schreibt über Natur, Liebe und gesellschaftliche Herausforderungen. Ihre Begeisterung, neue Räume zu erschließen, ihre Begegnungslust und das feinsinnige Lauschen in die Natur erschaffen ein einzigartiges musikalisches Gesamtwerk mit Sounds, die die Knie weich werden lassen. Avielles Debütalbum Oread erscheint am 18.03.

© Avielle

Musik unterm Radar: Du hast schon jung angefangen Musik zu machen, zuerst Klavier und Gitarre gespielt, bis du darüber auch zum Songwriting gefunden hast. Dann hast du ein Politikwissenschaftsstudium zwischengeschoben und bringst jetzt dein Debütalbum raus. Wie stoßen diese zwei sehr unterschiedlich geladenen Pole – Musik und Politik – in deiner Kunst aufeinander?

Avielle: Ich war schon immer sehr fasziniert davon, wie man Menschen zusammenbringen, Konflikte auf alternativere Arten betrachten und transformieren kann. Das ist ein Thema, das mich immer wieder begleitet. Auf einer Meta-Ebene geht es darum, Dialoge zu führen – allgemein mit meiner Kunst, aber auch als Politikwissenschaftlerin. Dialoge dort zu eröffnen, wo sie vielleicht schwierig erscheinen. Bei der Kunst, die ich mache, ob Musik, Videokunst, oder sonstige Kunstprojekte, geht es immer darum, Leute zusammenzubringen und Dialoge zu ermöglichen. Es ist sehr stark in mir verankert, dass ich wirklich glaube, dass wir das schaffen können, egal wie unterschiedlich wir sind.

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