Die Manfreds live: Ich wollte doch bloß einen Zwiebelkuchen

Ein energiegeladener Auftritt einer Band auf der Bühne beim Bonn Open Air, mit einem Sänger in Glitzeroberteil und kurzen Hosen, umgeben von weiteren Bandmitgliedern in bunten Outfits.

Neulich radelte ich mit einem Freund den Berg hinauf in die eher ländlichen Teile unserer Stadt. Uns war nach Dorfidylle, und wir wurden nicht enttäuscht. Zwiebelkuchen, Kinderdisco, Kunsthandwerk und Büchsenwerfen.

Finaler Akt auf der Bühne vor der Kirche, die Manfreds, nach eigener Aussage die ärmste Band der Welt. Woran es ihnen mangelt, weiß ich nicht. Sicher nicht an Zuspruch, immerhin schafften sie es bereits bis zum Ruhrpott-Rodeo, das adelt. Zudem reisen sie mit eigenem Fanklub an. Aber Armut tritt ja in vielerlei Gestalt auf den Plan und ist nicht immer offensichtlich.

In meiner Lebensrealität sind die Manfreds seit geraumer Zeit allgegenwärtig. Uneingeladen. Kaum stehen drei Leute mit Bier vor einem Büdchen, schleichen sie mit Bollerwagen, Kazoo und Gitarren um die Ecke und machen Lärm wie unartige Kinder. Selbst auf Trauerfeiern hörte ich schon ihre Songs. Diese aufdringliche, gottgleiche Omnipräsenz weckte mein Misstrauen und ich entschied, sie scheiße zu finden. Don’t trust the hype. Das lief okay für alle Beteiligten. Bis zu jenem Moment auf dem Kirchplatz im Dorf auf dem Berg. Ich wollte gehen, ließ mich jedoch mit Bier bestechen und blieb, und das hatte seinen Preis. 

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