SALÒ beschreibt die Welt so, wie sie ist: Hardcore.


In ihrer Kolumne „Conci’s Deep Dive“ nimmt sich unsere Autorin Conci starke Alben und EPs vor und taucht richtig tief ein. Es geht um die Storys und Details hinter der Tracklist, um Klang-Basteleien und eine neue Perspektive auf elektronische Musik. Dies ist die vierte Folge.


Wer bei „Hardcore“ an verzerrte Gitarren, harte Drums und rebellische Texte denkt, liegt zwar genau richtig, aber da steckt noch mehr dahinter. SALÒ nutzt den Begriff auf dem neuen Album auch als Zustandsbeschreibung. Für mich klingt darin aber auch ein Impuls mit: wieder Haltung zeigen, unbequemer sein und den rebellischen Geist von Hardcore neu aufleben zu lassen.

Hinter SALÒ steckt der österreichische Musiker Andreas Binder. Musikalisch bewegt er sich zwischen Punk und Neuer Deutscher Welle. Gesellschaftskritische und politische Themen standen dabei schon immer im Vordergrund. Auf seinem neuesten Album Hardcore aus dem April führt SALÒ genau das weiter und zieht die Zuhörenden noch tiefer in die Krisen unserer Zeit hinein: in Überforderung, Ungerechtigkeit und Ohnmacht.

Diese Wut trägt man jeden Tag mit sich herum. Ständig wird man auf Social Media mit den schlimmsten Nachrichten bombardiert. Ich merke schnell, wie mich das überfordert: Mir geht es schlecht, weil ich all diese Dinge konsumiere. Gleichzeitig weiß ich, dass das die Realität ist. Die Menschen, die man in Kriegsreportagen oder Berichten über Armut sieht, gibt es wirklich.

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