Long Way Home: Selfmade-Streber-Band

Nach einer Pause melden sich die drei süddeutschen Jungs von Long Way Home jetzt mit einem frischen Album zurück.

Mit Gesang, Gitarre, Bass und Drums ist die Punkband komplett: Jannik, Simon und Flo aus Göppingen bei Stuttgart bilden zusammen die Band Long Way Home. Zwei Jahre nach dem Debut-Album steht am 23. November das Releasekonzert für ihr zweites Studioalbum Stalker auf der Agenda. Den Titel „Selfmade-Streber-Band“ haben sie sich übrigens selbst auferlegt. Neben dem Songschreiben hat das Trio nämlich auch den Rest der Arbeit am Album selbst übernommen – von der Produktion bis zu Artwork und Videodreh.
Long Way Home zeichnt sich grundsätzlich durch Vorwärtsdrängen und punkige Intensität aus. Auf dem neuen Album erwartet einen ein recht cleaner, gefestigter Sound. Zwischendurch probieren sich die Jungs mit Effekten aus. Dann wieder bremsen sie sich und ihre treibenden Rhythmen etwas ab, um sich im nächsten Moment wieder aufzubauen und weiter voranzupreschen.

Fazit: Punkige Powerchords, Pop-Melodien, durchdringende Singstimme und rhythmische Backings: Auch wenn sie nur zu dritt sind lässt der Klang von Long Way Home nichts vermissen.

Henny Herz: besonderes Stimmtalent

Power in der Stimme und Feeling fürs Detail: Henny Herz fesselt einen mit ihren Songs.

Henny Herz ist eine junge Sängerin aus München. Vergangene Woche hat sie nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne ihr erstes Album Back Into Space veröffentlicht.
Die Musikerin ist in mehrfacher Hinsicht eine Entdeckung. Ihre faszinierende Stimme macht den Anfang, dazu lässt sie sich entweder simpel von Gitarre oder Klavier begleiten, oder hat eine ganze Band hinter sich. Man kann sich gar nicht entscheiden: Ist ihre Stimme nun jazzig, soulig, rockig? Henny Herz singt auf Deutsch, Englisch und Französisch, hat eine bemerkenswerte Treffsicherheit und singt auch komplexe Melodieverläufe scheinbar mühelos.

Fazit: Bei Henny Herz handelt es sich um eine spannende aufstrebende Künstlerin, bei der es sich lohnen dürfte, sie in der nächsten Zeit weiter im Auge zu behalten.

  • Meisterwerk: „Walls Of Glass“
  • Meilensteine:
    • 2019 Debut Back Into Space
  • Umleitung:

Elfmorgen: Punk-Rocker legen nach

Deutschrock-Fans aufgepasst: Elfmorgen machen Feuer im Kessel und auch ein neues Album ist in Sicht.

Die Band ist schon lange ein eingespieltes Team. Seit 17 Jahren sind die drei jetzt zusammen am Start, nach acht Jahren ohne Platte lassen Elfmorgen in diesem Jahr wieder von sich hören: Kommenden Monat kommt Zuhause auf den Markt. Für Ende diesen Jahres und Anfang 2020 ist außerdem noch eine Deutschlandtour der Band angekündigt.
Die Erwartungen an ihr Album haben Elfmorgen bereits hoch gesteckt: Schon in der ersten Single „Bei aller Liebe“ wird man mitgezogen vom Enthusiasmus der Band. Punkige Sounds treffen auf Pop-Melodien und -Texte, es gibt fetzige Passagen zum Mitsingen und tanzgeeignet ist der Song auch. Elfmorgen setzen auf deutsche Texte, vorwärtsdrängendes Schlagzeug, „oh-eh-oh“-Backing Vocals und eine gepfefferte Portion Overdrive.

Fazit: Wer trotz der langen Bandgeschichte der selbsternannten ältesten Newcomer-Band der Welt noch nie über Elfmorgen gestolpert ist, kann das jetzt pünktlich zur neuen Platte noch nachholen.

Papiertiger: Pop-Punk-Vierbeiner

Papierflieger bauen kann jeder, der irgendwann mal einen Fuß in ein Schulgebäude gesetzt hat – Papiertiger sind da wohl das nächste Level.

Seit 2018 spielen die Münchner Jungs Attila (Gesang, Gitarre), Bruno (Gitarre), Julius (Schlagzeug) und Moritz (Bass, Gesang) zusammen als Papiertiger. Ihr Anspruch: Lyrics, die über Junge-erobert-Mädchen und „München seid ihr heute Abend gut drauf?“ hinaus gehen. Die erste EP Papiertiger gibt’s seit dem 11. Oktober, für den 24. und 31. stehen Konzerte in München und Berlin auf der Agenda.
Die EP gibt einen schönen ersten Eindruck, in welche Richtung sich die Band orientiert. Die Raubkatzen warten mit deutschem Pop-Gesang, treibenden Drums, catchy Gitarremotiven und Rockakkorden auf. Nicht nur von der Gitarre, auch vom Bass gibt es immer wieder Fills mit Drive, die Titel klingen insgesamt jugendlich-übermütig, aber doch auch recht geerdet.

Fazit: Musikalisch sind die vier Papiertiger schön austariert, die Songs gehen leicht ins Ohr, die Texte sind authentisch. Mit der EP hat die Band außerdem einen hörenswerten Start hingelegt.

  • Meilensteine:
    • 2019 EP Papiertiger
  • Umleitung:

Musik-News: Neues Album von He Told Me To!

Die Fakten:

Künstler: He Told Me To aka. Sandro Weich (hier geht’s zum Künstlerportrait)
Genre: Indie-Pop
Das steht an: Album Fourth Place (ab 11. Oktober)

Die Analyse:

Die erste Single zum Aufwärmen kam schon vor ein paar Wochen raus. Nächste Woche kriegt He Told Me To’s „Year of Exhaustion“ dann endlich Gesellschaft von zwölf anderen Songs – dann nämlich geht das Album Fourth Place an den Start.
Sandro Weichs Stilpalette ist bunt auf der neuen Platte. Zu hören gibt’s rhythmischen Gesang wie in „Mann über Bord“ ohrwurmträchtige Gitarre bei „Vulture Man“ und funkigen Bass in „Popcorn in a Playhouse“. Auch fühlt sich der Sänger zwischendurch anscheinend recht wohl in ein wenig mysteriöser Düsterkeit. Es gibt etwas Reibung in den Melodien, er kann coole Sau genauso wie behutsame Sounds. Gute-Laune-Songs sind einem auch garantiert – so zum Beispiel „Gold Star“, ein Song mit feiner Rhythmik, Drive und variantenreichem Gesang, der absulut Spaß macht.
Fourth Place ist ganz klar zu empfehlen, eine Warnung sei allerdings ausgesprochen: Stillsitzen ohne wenigstens ein bisschen rhythmisches Fußwippen ist beim Hören kaum möglich.

June Cocó: Pop neu gedacht

Mit dem Titel „The Road“ für ihr Debutalbum hat June Cocó von Anfang an klargemacht, was ihr vorschwebt: los in die Welt mit Tatendrang.

June Cocó machte sich mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums gleich auf in verschiedene europäische Städte und konnte wohl sogar schon Schauspieler George Clooney auf ihre Musik aufmerksam machen. Ab Oktober ist die Sängerin und Pianistin auf ausgedehnter Deutschlandtour, aktuell läuft außerdem eine Crowdfunding-Kampagne für ihr zweites Album.
Mit aufgeweckter Art und sehr vielseitiger Stimme kombiniert June Cocó klassische Pop-Melodien mit elektronischen Effekten und aber auch konventioneller Instrumentation. Die Musikerin bringt so spannende Komponenten zusammen, geht mit der Zeit und liefert trotzdem eingängige Songideen. Ihre Lieder haben Schwung und selbst in den sanfteren Passagen hört man durchaus einiges an Kraft in ihrer Stimme.

Fazit: June Cocó ist eine vielversprechende neue Künstlerin in der deutschen Pop-Szene. Ihr Selbstbewusstsein, das man in den Songs spürt, ist ohne Frage gerechtfertigt.

June Cocó war ein Musiktipp von Thomas Wolff. Auf seiner Website Auf die Ohren stellt er mit großer Bandbreite seine Lieblingsmusik vor. Bekannte Künstler sind genauso vertreten wie absolute Geheimtipps, ein Besuch lohnt sich bestimmt.

Hannah Stienen: Deutschpop-Debut

Die Musik hat die junge Sängerin Hannah Stienen schon auf spannende Wege geleitet. Durch Fernsehauftritte kam sie früh an ein bundesweites Publikum, jetzt geht sie das Projekt von eigenen, größeren Veröffentlichungen an.

Den jüngeren Leserinnen und Lesern, die 2014 noch zu den KIKA-Guckern gehörten, könnte Hannah Stienen auch aus dem Fernsehen bekannt vorkommen. Zweimal nahm die zu dem Zeitpunkt jugendliche Musikerin an der Talentshow „Dein Song“ teil, fuhr mit nach Ibiza, um an ihren Songs zu werkeln, und schaffte es im zweiten Anlauf schließlich sogar ins Finale. Der Spaß am professionellen Musikmachen muss spätestens da geweckt worden sein – inzwischen hat es sie nämlich in logischer Konsequenz an die Folkwang Universität für Künste nach Essen verschlagen. Ihr erstes Album Loslassen ist seit Ende August erhältlich.
Hannah Stienen schreibt im positiven Sinne radiotaugliche Songs aus der Deutschpop-Ecke. Ihre Lieder sind nachdenklich und gefühlvoll getextet, die Melodien haben Ohrwurmcharakter. Die sanften Texte singt sie mit klarer, fokussierter Stimme und als Basis für ihren Gesang reicht ihr manchmal eine simple Gitarren- oder Klavierbegleitung, mal wartet sie mit komplettem Bandsound auf.

Fazit: Früh angefangen, ist Hannah Stienen mit ihrer musikalischen Leidenschaft bisher immer am Ball geblieben. Es dürfte spannend werden, wo man ihrer Musik in den nächsten Jahren alles über den Weg laufen wird.

  • Meilensteine:
    • 2011 „Dein Song“-Teilnahme
    • 2014 „Dein Song“-Finalistin
    • 2019 Debut Loslassen
  • Umleitung:

Musik-News: Neue Single von Robert Horace!

Die Fakten:

Künstler: Robert Horace
Genres: Singer/Songwriter, Pop
Das ist neu: Single „Why Not“

Die Analyse:

Nach seiner EP Take Off hat Robert Horace (hier geht’s zum Künstler-Portrait) mit seiner Single „Why Not“ einen neuen Song veröffentlicht. In dreieinhalb abwechslungsreichen Minuten bleibt Horace seinen poppigen Singer-Songwriter-Wurzeln treu und beweist gleichzeitig einiges an musikalischer Energie. Der charakteristische Gesang trifft auf eine energische Gitarre mit scharfen Pausen, kraftvoll baut der Musiker den Song bis zum letzten Refrain auf. Der Spagat zwischen dem Klang einer vollen Band durch die Ergänzung von Schlagzeug, Klavier und Trompete einerseits und dem Spannungsaufbau durch bewusst wenig Instrumentation und dafür starken Gesang andererseits, gelingt wunderbar.

Musik-News: Killerpilze bringen vorerst letztes Album heraus

Die Fakten:

Band: Die Killerpilze
Genres: Deutschrock, Punk
Das steht an: Vorerst letztes Album Nichts ist für immer… (VÖ 06.09.19)

Die Analyse:

Zugegeben, so ganz unter dem Radar spielen die Killerpilze nun nicht, eher im Gegenteil: Schon seit ihrer Teenagerzeit haben die drei Jungs bei den Großen mitgespielt, jetzt sind sie alle um die 30 und starten noch ein letztes großes Ding zusammen. Nichts ist für immer… kommt am Freitag auf den Markt und ist ein Album, wie man es von den Killerpilzen kennt: harte, treibende Schlagzeugrhythmen, Overdrive, spannungsgeladene Melodien, Powerchords, Refrains zum Mitgrölen. Das Trio spielt mit Stimmung – und ab und an hört man doch auch ein wenig Wehmut heraus, immerhin sind seit ihrer Gründung als Schülerband nicht weniger als 18 Jahre vergangen. Insgesamt ist Nichts ist für immer… ein abwechslungsreiches Punkrock-Album, wie gewohnt mit deutschen Texten und viel Energie. Kurz gesagt: Ein gelungener Abschluss.

Lui Peng: Electro zum Relaxen

„Chillig“ ist ein Wort, das hier vermutlich noch nie zum Einsatz kam. Aber nicht um sonst wird die Musik von Lui Peng des öfteren so beschrieben, denn man muss zu geben: Das trifft es ziemlich genau.

Der chinesisch-britische Künstler Lui Peng lebt in London und hat vergangenes Jahr neben mehreren Tracks bereits eine EP herausgebracht. Noch recht neu ist seine Single „Just A Phone Call Away“. Für diesen Herbst ist die Veröffentlichung seiner EP Unavailable geplant.
Typisch für Peng ist sein sehr unaufgeregter Sound und die samtweiche Stimme. In seinen Aufnahmen setzt der Musiker viel auf elektronische Effekte, aber auch ganz akustisch mit Gitarre funktioniert seine Musik. Lui Peng verbreitet mit seinen Songs eine schwebende Stimmung und bietet einen Gegenpol zu lautaufzudrehender Rockmusik.

Fazit: Lui Peng liefert den Soundtrack für einen entspannten Nachmittag. Ganz ohne Hektik macht der Sänger Songs, die einen abschalten lassen.