Die Lieferanten: frischer Wind aus Münster

Jazz-Riffs im Klavier, kabarettistische Texte, bisschen Rock’n’Roll-Feeling, funkige Gitarre, lässiger Gesang, smartes Schlagzeug. Für diese Fülle an Stilmitteln reichen die klassischen Genres gar nicht aus. Deshalb haben sich Die Lieferanten kurzerhand selbst eins überlegt: Schabernacksoul.

Zwei Jahre nach ihrer Gründung merkt man den Jungs an, dass sie ihren Stil gefunden haben und darin aufgehen. Einen besonderen Elan scheinen die vier Lehramtsstudenten aus Münster von Anfang an mitgebracht zu haben: Einen Monat nach der Gründung im Herbst 2016 standen sie schon gemeinsam im Studio, um die erste EP aufzunehmen – der Titel passenderweise Eine Frage der Begeisterung. Neben dem Unibetrieb wurde dann ordentlich Bühnen-Erfahrung gesammelt, Festivals gespielt, eine Nominierung zum Pop NRW Preis darf auch nicht fehlen. Und das wichtigste: Ganz bald gibt’s eine neue EP. Alles, was du hast kommt am 16. November raus, die Tour dazu steht Anfang 2019 an.
Wie die Bezeichnung Schabernacksoul verspricht, bringt auch diese Platte wieder eine schöne Bandbreite an musikalischen Kniffen mit. Sänger Moritz lässt seine coole, kratzige Stimme raushängen, die Mitglieder sind einwandfrei aufeinander abgestimmt. Überhaupt findet man in den Songs der Lieferanten alles, was man sich als MusikliebhaberIn so wünschen kann: Spannungsbögen, tanzbare Rhythmen, Melodien, die man mitsingen kann, ruhige und mitreißende Passagen und unverhoffte Wechsel, die von allen Mitgliedern super umgesetzt werden.

Fazit: Die Lieferanten machen ihrem Namen alle Ehre und liefern einfach klasse Musik ab. Besonders schön ist, dass von Klavier bis Drums jedes Instrument seinen Raum bekommt. Gerade der Bass, der bei vielen Indie-Bands etwas unter den Tisch gekehrt wird, gibt dem starken Sound der Lieferanten mit seiner starken Präsenz noch einmal einiges.

Lutopia Orchestra: Blues-Rock zu zweit

Am Lutopia Orchestra ist vieles faszinierend. Dass sie als verheiratetes Paar gemeinsam Straßenmusik machen. Dass sie zu zweit sieben verschiedene Instrumente spielen. Dass sie Antonia und Toni heißen. Und dass sie als Duo einen so starken Blues-Rock hinlegen, wie es so manche voll besetzte Band nicht hinkriegt.

Obwohl sie aus Sibirien kommt und er aus Thüringen, haben sich die beiden im Schleswig-Holsteinischen Lübeck kennengelernt. Antonia ist im Dienste des Blues von Klavier auf E- und Kontrabass umgestiegen, er spielt Gitarre, Akkodeon, Banjo und für die Soli Ventilposaune, parallel dazu bearbeitet er ein Fußschlagzeug.
Die Musik des Duos ist nichts für Softies: Der Sound ist hart, die Stimmen der beiden rau und frech. Neben Basslines und Gitarrenakkorden im Bluesschema sind auch einige Polka-Stücke wie „Blumen für die Damen, Schnaps für die Herrn“ mit dabei und so verbreiten die beiden ordentlich Stimmung.

Fazit: So etwas wie das Lutopia Orchestra gibt es wohl nicht oft auf der Welt. Auf den ersten Blick vielleicht etwas skurril, freundet man sich doch schnell an mit dem Duo und ihrer abgedrehte Musik und lässt sich mitreißen.

Ohrenfeindt: rockende Fussballfans aus Hamburg

Die Mitglieder von Ohrenfeindt verbindet zwei Sachen: die Liebe zum FC St. Pauli und richtig Bock auf Hardrock.

Nach verschiedensten Wechseln innerhalb der Band, stehen die Kerle aus der Hansestadt inzwischen zu dritt auf der Bühne: Pierre Blesse spielt Gitarre, Andi Rohde sitzt an den Drums und Sänger Chris Laut steuert den Bass dazu. Gemeinsam huldigen sie mit ihren Songs schnelle Motoren, Rock ’n’ Roll und natürlich den auserkorenen Verein.
Auch auf dem aktuellen Album Zwei Fäuste für Rock ’n’ Roll findet sich neben Titeln wie „König und Rebell“ und „Koks und Noten“ mit dem nach der Postleitzahl benannten „20359“ eine St.-Pauli-Hymne. Klar gitarrenlastig und mit der Reibeisenstimme von Chris Laut ein typischer Song, der zwar vor allem, aber eben nicht nur die Fussballfanatiker begeistert.

Fazit: Den meisten Hamburgern ist die Band sicher nicht unbekannt und auch einigen anderen dürften Ohrenfeindt mit ihrer stetig wachsenden Fangemeinde schon einmal über den Weg gelaufen sein. Mit ihrer Hingabe zu St. Pauli haben die drei zwar ein recht klares Zielpublikum, aber die Laune, die sie verbreiten, überträgt sich auch auf Nicht-Fussballer sofort.

Mein herzlicher Dank geht wieder an Geri von Geris Filmkritik für den Tipp!
Auch eine Musikempfehlung? Schreib mir gerne über das Kontaktformular.

Links: http://www.ohrenfeindt.de/aktuell.html
http://www.laut.de/Ohrenfeindt

The New Roses: Laut, rockig, draufgängerisch

Wie stellt man sich das Erscheinungsbild einer echten Hard-Rock-Band vor? Richtig: Lange Haare und tiefhängende Gitarren. Selbst wenn es nur danach geht, überzeugen The New Roses schon, zum Glück ist die Musik genauso vielversprechend.

Zugegeben, Wiesbaden klingt eigentlich nicht gerade nach einer Rockerhochburg. Dass das zweite und dritte Album der Band beim Metal-Label Napalm Records erschienen ist, rückt das Bild dann aber wieder gerade. Mit dieser prominenten Rückendeckung, massenhaft Live-Shows und Featurings in Sendungen wie Sons of Anarchy, haben The New Roses schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht und man kann gespannt sein, was noch kommen mag. Die musikalische Fachwelt ist sich jedenfalls einig: Diese Jungs werden noch richtig groß.
Musikalische Vorbilder sind, man ahnt es schon, Guns n‘ Roses aber auch Größen wie AC/DC oder Aerosmith. Wie ihre Idole verstehen es auch die New Roses mithilfe von kratzigen Stimmen, schnellen Soli und keiner falschen Sparsamkeit in Sachen Overdrive, jene aufregende Art Rockmusik zu machen, bei der selbst ein Glatzkopf Lust auf Headbanging bekommt.

Fazit: Bei The New Roses dauert es vermutlich nicht mehr lange, bis sie in aller Munde sind. Laut Aufdrehen ist angesagt!

Ein herzliches Dankeschön geht an Geri von Geris Filmkritik für den Tipp!
Auch eine Musikempfehlung? Schreib mir gerne über das Kontaktformular.

Links: http://www.thenewroses.com/band.html

William’s Orbit: Gitarrenrock mit Ohrwurmpotential

2012 kamen vier eingeschworene Rockfans in Weiden zusammen und gründeten eine Band mit dem spannenden Namen William’s Orbit. Im Eiltempo ging es über hunderte Konzerte, Tour mit Bluesman Jesper Munk, den ersten Platz beim Newcomer Contest Bayern und eine Crowdfunding-Kampagne fürs erste Album, deren Ziel innerhalb von sagenhaften zwei Tagen erreicht wurde, immer weiter nach oben – bis im März diesen Jahres leider, leider eine Bandpause auf unbestimmte Zeit bekanntgegeben wurde. Ihre Musik lässt sich aber natürlich trotzdem weiter aufdrehen.

Die Songs von William’s Orbit sind gitarrenlastig und gewinnen vor allem durch die raue Stimme des Sängers. Hört man bei der Debüt-EP Eurydice noch eine deutlichere Experimentierfreudigkeit mit hin und wieder sanften Klängen und Akustikgitarren, so merkt man bei Platte Nummer zwei ein selbstbewusstes Angekommensein in der alternativen Rockmusik. Once ist voll von Gitarrenriffs und lauten Akkorden.

Fazit: Dass in nächster Zeit eher keine neuen Aufnahmen von William’s Orbit zu erwarten sind, ist auf alle Fälle schade, schließlich ist die Musik vollgeladen mit griffigen Melodien, tollen Instrumentalparts und einer Stimme mit Wiedererkennungswert.

Links: https://www.br.de/puls/musik/bands/williams-orbit-vorgestellt-102.html
https://www.backstagepro.de/williamsorbit