Eine ungebremste Punk-Walze namens EDDIE schiebt sich gerade durch die Underground-Szene, die wir nicht mehr aus den Augen und Ohren lassen sollten. Mit einem ungeschliffenen, klassischen Punksound schlägt das Herz von Fans dieses Genres doppelt so schnell. Und das Besondere an EDDIE ist, dass Punk nicht nur als Musik, sondern auch als eine Lebenseinstellung verstanden wird.
Gitarrenkabel in den Verstärker gestöpselt, Bass aufgedreht und mit weit ausgeholten Drumsticks in den ersten Takt reingeknallt. Ohne Schnickschnack, ohne großartige Effekte – einfach minimalistisch den puren Sound zusammenbringen. EDDIE lässt sich dabei von den Punk-Idealen der 70er und 80er Jahre in Großbritannien inspirieren, verleiht ihnen aber eine ganz neue, frische Note. Sie hebeln konservative, längst überholte Weltanschauungen auf und provozieren, um uns dazu anzuregen, über uns selbst und unser Zusammenleben nachzudenken. Sie sind immer offen für Neues und haben ein offenes Herz. Vielseitig mit klarer Haltung – das ist EDDIE.
Die drei Musiker*innen Nylar (Bass), London (Gitarre) und Ascánio (Drums) haben sich im Jahr 2024 zusammengetan und seitdem gemeinsam an ihrer Musik gearbeitet. So wurde nach nur drei Monaten das Debütalbum Ambivalence veröffentlicht. Das Album präsentiert sich energiegeladen, rotzig und abwechslungsreich. Es ist kaum zu glauben, dass in so kurzer Zeit ein so kurzweiliges Album mit zehn starken Tracks erschaffen wurde.
„There are just 1000 of birds which don´t know what it feels like to be free“ – mit diesen Worten eröffnet das Debütalbum. Nicht zu wissen, dass man frei ist, obwohl man fliegen kann. Fakt ist: EDDIE lassen auf Ambivalence auch ihrer Wut freien Lauf. Frust über Machtmissbrauch, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit werden in den Texten ungeschönt auf den Punkt gebracht. Das Ganze natürlich schnell, laut und warm verzerrt wie z.B. bei „I Killed The President“. Aber EDDIE mögen es auch ab und an sanfter, sprechen über Beziehungen und lassen dies nur mit einer Akustikgitarre wirken, wie beispielsweise in „Name of my Love“.
Da die Band die Vielseitigkeit inneträgt, gibt es keine klassische Festlegung für die Lead-Vocals, sondern ist auf alle drei Bandmitglieder in den Tracks unterschiedlich aufgeteilt. Schon vor der Veröffentlichung des Debütalbums konnten EDDIE bei diversen Gigs ihre Live-Power unter Beweis stellen. 2025 folgen logischerweise weitere Gigs (Tourdaten hier).
Fazit: Punk-Rock in vollen Facetten mit schnellen Gitarrenriffs und tanzeinladenden Bassläufen gedeckelt von zerschmetternden Drums. Geradeaus, stürmisch, rebellisch sowie vielschichtig und teilweise sanft. Wir dürfen gespannt sein, was Eddie in den kommenden Monaten von sich hören lässt.
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