Void Queen: Düster-erfrischende Achterbahnfahrt


Die Magie der Nacht, das Dunkle, diese andere Seite, die das Tageslicht nie zeigt, diese andere Ruhe und das Unerwartbare. Es ist doch immer wieder anziehend, sich dort hin zu bewegen und aufzunehmen, wie schön auch das Mysteriöse sein kann, und dann den Sprung ins schwarze Licht zu wagen. Lässt man sich in die Parallelwelt von Void Queen hinfallen, wird diese Sehnsucht nach dem Düsteren aufgeweckt. Es verschmelzen dabei Wärme und Energie, die einen in Sekundenschnelle in die Void Queen-Stimmung ziehen.

Im August 2026 hat die vierköpfige Band aus Berlin ihre erste EP mit dem Titel I WANNA KNOW rausgebracht. Mehr als ein guter Grund, einen genaueren Blick auf die Newcomer zu werfen und in die Songs zu tauchen.

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Filiah: Indie-Folk fürs Loslassen, Neuanfangen und alles dazwischen

Manchmal braucht es einen Schritt zurück, bevor es vorwärtsgehen kann. Für die österreichische Sängerin Filiah bedeutete das, ihre Musik und sich selbst nach einer Krise wieder neu zu entdecken. „Ich möchte, dass sich meine Lieder wie ein kleines Zuhause anfühlen. Ein Ort, an dem man sich sicher, verstanden und geborgen fühlt, und sei es nur für einen Moment“, sagt sie selbst über ihre Musik. Ihren Stil beschreibt sie als „Indie-Folk mit einem glitzernden Funkeln von Pop“.

Von einer musikbegeisterten, alleinerziehenden Mutter großgezogen, bringt die Künstlerin, die bürgerlich Nina Schwarott heißt, sich selbst das Gitarrespielen bei und beginnt früh erste Songs zu schreiben. Heute verbindet sie akustische Folk-Elemente mit dezenten Pop-Einflüssen, ohne dabei die Intimität ihrer Songs zu verlieren. Warme Gitarren, atmosphärische Arrangements und einfühlsame Texte bilden das Fundament ihrer Musik.

2022 veröffentlichte sie in Eigenregie ihr erstes Debütalbum For Someone. Rückblickend sagt sie, sie habe damals gar nicht gewusst, wen sie um Hilfe hätte bitten können – und gleichzeitig wollte sie sich selbst beweisen, dass sie alles allein schaffen kann. Also schrieb sie die Songs allein, produzierte das Album selbst und managte nebenbei ihre Karriere.

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Vianne: Zwischen Tagebuchseiten und Großstadtlärm

Wer aus einem kleinen Ort wie Eitelsbach am Rand von Trier nach Berlin zieht, kann schnell auch mal mitten im Chaos landen. Bei Vianne klingt es aber so, als spaziere sie mitten in diesem Chaos gemütlich im Morgengrauen. Die 20-jährige Singer-Songwriterin schreibt Indie-Folk mit sanften Gitarrenklängen, ruhiger Atmosphäre und einer bemerkenswerten Stimme.

Schon früh wurde Musik für Vianne zu einer Möglichkeit, Gedanken und Situationen festzuhalten, die sich nicht so leicht aussprechen lassen. Mit gerade einmal elf Jahren fing sie an, eigene Songs zu schreiben, später brachte sie sich auch das Produzieren selbst bei.

Inhaltlich geht es bei ihr oft um die kleinen Momente im Dazwischen: Unsicherheiten, Veränderungen und das Gefühl, trotz Aufbruchstimmung auch noch irgendwo festzustecken.

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Lyyla: Selbstgespräche werden zu Popsongs

Wer Lyyla hört, landet schnell bei den Fragen, die man sonst oft mit sich allein ausmacht. Die Hamburger Musikerin schreibt Indie-Pop über die Suche nach Nähe und den Umgang mit den eigenen Gedanken. Ihre Texte bewegen sich nah an persönlichen Erfahrungen und geben Emotionen Raum.

Diese Offenheit prägt auch ihr Debütalbum closer kommt nichts ran, das sie größtenteils selbst produziert hat. Auf zwölf Songs beschäftigt sich Lyyla mit Nähe und den Erwartungen, die Menschen an Beziehungen stellen – zu anderen und zu sich selbst.

Musikalisch bewegt sie sich zwischen elektronischem Indie-Pop und reduzierten Arrangements am Klavier. Dadurch entsteht ein Sound, der den Perspektivwechseln ihrer Texte folgt und sowohl große Emotionen als auch kleine Alltagsbeobachtungen tragen kann.

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Ydegirl: Pop, Barock und deepe Texte

Nordischer Barock trifft auf R&B, Pop, Folk – und eine Moorleiche. Die Musikerin Ydegirl verbindet historische Klänge mit modernen Einflüssen und erschafft so eine verträumte, fast mystische Klangwelt.

Die dänische Sängerin, Songwriterin und Produzentin, die mit bürgerlichem Namen Andrea Novel heißt, hat ihren Künstlernamen von dem sogenannten „Mädchen von Yde“ übernommen – ein junges Mädchen, dessen Körper 1897 in einem Moor in den Niederlanden gefunden wurde. Vom Moor konserviert blieb ihr Körper über Jahrtausende erhalten.

In einem Interview sagte sie, dass sie sich mit dem Mädchen von Yde identifizieren kann, weil sie das Gefühl habe, ihr Körper sei in der Vergangenheit gefangen. Die Symbolik des Moors, ein Ort, an dem Vergangenes konserviert wird, spiegelt sich auch in den zentralen Themen ihrer Musik wider.

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diggidaniel: Melancholie in tanzbar

„90bpm. Hip Hop. Beat.“ So hat diggidaniel noch seinen ersten Song beschrieben. Heute klingt seine Musik ein bisschen anders. Mit melancholischem Sound und den Zügen der 80er Synth-Pop und Wave-Sounds reiht sich diggidaniel neben Edwin Rosen, Nils Keppel, Temmis oder Streichelt unter den NNDW-Artists ein.

Seine Musik bleibt dabei zeitlos. diggidaniel lässt gerne die Genregrenzen verschwimmen und macht seine Musik tanzbar – die melancholische Grundstimmung bleibt aber bestehen. 

diggidaniel heißt eigentlich Daniel Pham und kommt aus Hannover. Seit Ende 2021 ist seine Musik auf den üblichen Plattformen zu hören. Mittlerweile hat er eine Reihe von Singles und eine EP veröffentlicht, darunter auch ein Feature mit Steintor Herrenchor im gemeinsamen Track „wollte nie“. 

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Dosenstolz: Alles schon erreicht

Eigentlich haben Dosenstolz schon alles erreicht, was eine Punkband erreichen kann: Sie wurden von der AfD im Bundestag zitiert. Doch neben diesem Meilenstein, dem viele internationale Musikgrößen noch nicht nahekamen, hat die Gruppe aus Dresden auch musikalisch einiges zu bieten.

Luki (E-Bass), Till (Schlagzeug) und Fleuri (E-Gitarre, Gesang) heißen die Drei aus der sächsischen Landeshauptstadt. Eine Gegend, die etwas Punk gut vertragen kann. Neben vielen lokalen Spielstätten, Festivals oder bei Radio Fritz, schrie die Band auch auf dem CSD in Luckenwalde musikalisch ihren Unmut in die Welt.

Ein Verein, der diesen CSD mitveranstaltete, bezog Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Grund genug für die rechtsextreme AfD-Politikerin Birgit Bessin bei einer Rede im Bundestag, unter anderem auf Grundlage von Dosenstolz‚ Texten, gegen solche Förderungen zu wettern. Und damit ordentlich Werbung zu machen – für Dosenstolz und für den CSD in Luckenwalde und überall. In diesem Sinne: Danke, Birgit! 🙂

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Das Beat: Drama, Baby, Drama! 


Nostalgische Italo-Disco-Sounds und harte Technobässe: Was auf den ersten Blick nach starkem Kontrast klingt, verschmilzt bei Das Beat zu einem düsteren wie tanzbaren Sound. Die Berliner Band um Sängerin Eddie Rabenberger und Produzent Alexander Cowan (besser bekannt als DJ Kirby) verbindet in ihrer Musik Einflüsse aus New Wave, EDM, Punk und Electronic.

Ihre erste EP Identität (2021), zeichnet sich durch Einflüsse des Space Age der 70er aus. Die gleichnamige Single trägt den typischen Italo-Disco-Klang und erinnert an „I Feel Love“ von Donna Summer. Anstelle des eingängigen, leichten Sommersounds kreieren Das Beat aber eine kühlere Atmosphäre. Durch die Verwendung von Synthesizern entstehen kosmische Klänge, die von Piano und Flöte unterstützt werden. Die Stimme zeichnet sich durch eine harte, überspitzte Aussprache aus. Hall und Verzerrungen legen einen robotischen und futuristischen Klang auf die Musik. 

In ihren Texten scheut die Band sich nicht, vermeintliche Tabuthemen anzusprechen. Sie thematisieren weibliche Lust und Masturbation, toxische Beziehungen und Herzschmerz, Selbstzweifel und Depressionen.

Die Songs aus ihrem ersten Album Frau Fatal (2025) enthalten im Vergleich zur EP poppigere Beats und härtere Technoelemente. Inhaltlich spielen sie mit dem männlich geprägten Blick („male gaze“) und übersexualisierten Stereotyp der Femme fatale.

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USERS: Wilkommen in feinster Post-Punk-Gesellschaft

Moderne, frische und energiegeladene Punkbands tummeln sich schon lang nicht mehr nicht nur auf der royalen Insel. Schließlich rollte die Post-Punk-Bewegung über den europäischen Kontinent wie ein Interrail-Zug. Die Musik und die Energie stecken an, die Szene ist in Bewegung und macht alles, nur nicht die Klappe halten – es geht um gesellschaftliche Missstände, moralverlorene Geldhaie, versteckte Armut oder die Ignoranz gegenüber Menschenrechten. Auch Kopenhagen bündelt eine aktive und brodelnde Post-Punk-Szene. Und mittendrin: USERS.

Ein Quartett, das seit 2023 mit einer Energie aus seinem Proberaum platzt, die einem die Haare nach hinten fliegen lässt. Sie spielten ihre ersten Gigs bei Protesten, tourten durch den Untergrund der dänischen Hauptstadt und sind jetzt bereit, mit ihrem Debütalbum Welcome to Civilisation ein Statement festzunageln. Veröffentlicht haben sie selbiges am 1. Mai 2026, dem internationalen Tag der Arbeit – ein bewusstes Signal, denn dieses Album ist nicht für die Mainstream-Masse gemacht. Hier wird gearbeitet, gekämpft und sich für die Gesellschaft eingebracht.

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To Athena: Ihre Magie war nie weg

„Have I Lost My Magic?”, fragt sich To Athena in ihrem letzten Album. Die Antwort darauf ist einfach, denn beim Hören der Tracks wird man tatsächlich auf magische Weise in den Bann gezogen.

Hinter To Athena stecken die 30-jährige Tiffany Limacher aus der Schweiz und ihr neunköpfiges Poporchester aus Streichern und Harfe. Ihre Kammerpopsongs singt sie auf Schweizerdeutsch und Englisch.

Ihr bekanntester Song, „Angscht“, berührt durch einen ergreifenden Text, den Tiffany Limacher mit ihrer klaren Stimme singt. Während sich Künstler*innen mit österreichischem Dialekt in Deutschland schon etabliert haben, transportiert die Schweizerin mit ihrer Musik einen neuen Vibe.

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