Void Queen: Düster-erfrischende Achterbahnfahrt


Die Magie der Nacht, das Dunkle, diese andere Seite, die das Tageslicht nie zeigt, diese andere Ruhe und das Unerwartbare. Es ist doch immer wieder anziehend, sich dort hin zu bewegen und aufzunehmen, wie schön auch das Mysteriöse sein kann, und dann den Sprung ins schwarze Licht zu wagen. Lässt man sich in die Parallelwelt von Void Queen hinfallen, wird diese Sehnsucht nach dem Düsteren aufgeweckt. Es verschmelzen dabei Wärme und Energie, die einen in Sekundenschnelle in die Void Queen-Stimmung ziehen.

Im August 2026 hat die vierköpfige Band aus Berlin ihre erste EP mit dem Titel I WANNA KNOW rausgebracht. Mehr als ein guter Grund, einen genaueren Blick auf die Newcomer zu werfen und in die Songs zu tauchen.

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Die Manfreds live: Ich wollte doch bloß einen Zwiebelkuchen

Ein energiegeladener Auftritt einer Band auf der Bühne beim Bonn Open Air, mit einem Sänger in Glitzeroberteil und kurzen Hosen, umgeben von weiteren Bandmitgliedern in bunten Outfits.

Neulich radelte ich mit einem Freund den Berg hinauf in die eher ländlichen Teile unserer Stadt. Uns war nach Dorfidylle, und wir wurden nicht enttäuscht. Zwiebelkuchen, Kinderdisco, Kunsthandwerk und Büchsenwerfen.

Finaler Akt auf der Bühne vor der Kirche, die Manfreds, nach eigener Aussage die ärmste Band der Welt. Woran es ihnen mangelt, weiß ich nicht. Sicher nicht an Zuspruch, immerhin schafften sie es bereits bis zum Ruhrpott-Rodeo, das adelt. Zudem reisen sie mit eigenem Fanklub an. Aber Armut tritt ja in vielerlei Gestalt auf den Plan und ist nicht immer offensichtlich.

In meiner Lebensrealität sind die Manfreds seit geraumer Zeit allgegenwärtig. Uneingeladen. Kaum stehen drei Leute mit Bier vor einem Büdchen, schleichen sie mit Bollerwagen, Kazoo und Gitarren um die Ecke und machen Lärm wie unartige Kinder. Selbst auf Trauerfeiern hörte ich schon ihre Songs. Diese aufdringliche, gottgleiche Omnipräsenz weckte mein Misstrauen und ich entschied, sie scheiße zu finden. Don’t trust the hype. Das lief okay für alle Beteiligten. Bis zu jenem Moment auf dem Kirchplatz im Dorf auf dem Berg. Ich wollte gehen, ließ mich jedoch mit Bier bestechen und blieb, und das hatte seinen Preis. 

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Frauen an der Front – die neue Ära des Pop 


Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.


Ich komme nicht mehr hinterher. Bevor ich von Olivia Deans Existenz erfahre, füllt sie längst weltweit Arenen. Bin ich noch dabei, die Faszination Sabrina Carpenter zumindest zu verstehen, spielt Olivia Rodrigo Konzerte mit meinen Jungs, Robert Smith und David Byrne. Die Bleachers sind toll, unterstützt durch Hayley Williams werden sie zum Orkan. Die Rückkehr von Phoebe Bridgers gleicht einer Epiphanie.

Punktum: Die Popwelt gehört den Frauen. Und auch jenseits der riesigen Bühnen tut sich einiges.

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Filiah: Indie-Folk fürs Loslassen, Neuanfangen und alles dazwischen

Manchmal braucht es einen Schritt zurück, bevor es vorwärtsgehen kann. Für die österreichische Sängerin Filiah bedeutete das, ihre Musik und sich selbst nach einer Krise wieder neu zu entdecken. „Ich möchte, dass sich meine Lieder wie ein kleines Zuhause anfühlen. Ein Ort, an dem man sich sicher, verstanden und geborgen fühlt, und sei es nur für einen Moment“, sagt sie selbst über ihre Musik. Ihren Stil beschreibt sie als „Indie-Folk mit einem glitzernden Funkeln von Pop“.

Von einer musikbegeisterten, alleinerziehenden Mutter großgezogen, bringt die Künstlerin, die bürgerlich Nina Schwarott heißt, sich selbst das Gitarrespielen bei und beginnt früh erste Songs zu schreiben. Heute verbindet sie akustische Folk-Elemente mit dezenten Pop-Einflüssen, ohne dabei die Intimität ihrer Songs zu verlieren. Warme Gitarren, atmosphärische Arrangements und einfühlsame Texte bilden das Fundament ihrer Musik.

2022 veröffentlichte sie in Eigenregie ihr erstes Debütalbum For Someone. Rückblickend sagt sie, sie habe damals gar nicht gewusst, wen sie um Hilfe hätte bitten können – und gleichzeitig wollte sie sich selbst beweisen, dass sie alles allein schaffen kann. Also schrieb sie die Songs allein, produzierte das Album selbst und managte nebenbei ihre Karriere.

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Vianne: Zwischen Tagebuchseiten und Großstadtlärm

Wer aus einem kleinen Ort wie Eitelsbach am Rand von Trier nach Berlin zieht, kann schnell auch mal mitten im Chaos landen. Bei Vianne klingt es aber so, als spaziere sie mitten in diesem Chaos gemütlich im Morgengrauen. Die 20-jährige Singer-Songwriterin schreibt Indie-Folk mit sanften Gitarrenklängen, ruhiger Atmosphäre und einer bemerkenswerten Stimme.

Schon früh wurde Musik für Vianne zu einer Möglichkeit, Gedanken und Situationen festzuhalten, die sich nicht so leicht aussprechen lassen. Mit gerade einmal elf Jahren fing sie an, eigene Songs zu schreiben, später brachte sie sich auch das Produzieren selbst bei.

Inhaltlich geht es bei ihr oft um die kleinen Momente im Dazwischen: Unsicherheiten, Veränderungen und das Gefühl, trotz Aufbruchstimmung auch noch irgendwo festzustecken.

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Lyyla: Selbstgespräche werden zu Popsongs

Wer Lyyla hört, landet schnell bei den Fragen, die man sonst oft mit sich allein ausmacht. Die Hamburger Musikerin schreibt Indie-Pop über die Suche nach Nähe und den Umgang mit den eigenen Gedanken. Ihre Texte bewegen sich nah an persönlichen Erfahrungen und geben Emotionen Raum.

Diese Offenheit prägt auch ihr Debütalbum closer kommt nichts ran, das sie größtenteils selbst produziert hat. Auf zwölf Songs beschäftigt sich Lyyla mit Nähe und den Erwartungen, die Menschen an Beziehungen stellen – zu anderen und zu sich selbst.

Musikalisch bewegt sie sich zwischen elektronischem Indie-Pop und reduzierten Arrangements am Klavier. Dadurch entsteht ein Sound, der den Perspektivwechseln ihrer Texte folgt und sowohl große Emotionen als auch kleine Alltagsbeobachtungen tragen kann.

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Ydegirl: Pop, Barock und deepe Texte

Nordischer Barock trifft auf R&B, Pop, Folk – und eine Moorleiche. Die Musikerin Ydegirl verbindet historische Klänge mit modernen Einflüssen und erschafft so eine verträumte, fast mystische Klangwelt.

Die dänische Sängerin, Songwriterin und Produzentin, die mit bürgerlichem Namen Andrea Novel heißt, hat ihren Künstlernamen von dem sogenannten „Mädchen von Yde“ übernommen – ein junges Mädchen, dessen Körper 1897 in einem Moor in den Niederlanden gefunden wurde. Vom Moor konserviert blieb ihr Körper über Jahrtausende erhalten.

In einem Interview sagte sie, dass sie sich mit dem Mädchen von Yde identifizieren kann, weil sie das Gefühl habe, ihr Körper sei in der Vergangenheit gefangen. Die Symbolik des Moors, ein Ort, an dem Vergangenes konserviert wird, spiegelt sich auch in den zentralen Themen ihrer Musik wider.

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diggidaniel: Melancholie in tanzbar

„90bpm. Hip Hop. Beat.“ So hat diggidaniel noch seinen ersten Song beschrieben. Heute klingt seine Musik ein bisschen anders. Mit melancholischem Sound und den Zügen der 80er Synth-Pop und Wave-Sounds reiht sich diggidaniel neben Edwin Rosen, Nils Keppel, Temmis oder Streichelt unter den NNDW-Artists ein.

Seine Musik bleibt dabei zeitlos. diggidaniel lässt gerne die Genregrenzen verschwimmen und macht seine Musik tanzbar – die melancholische Grundstimmung bleibt aber bestehen. 

diggidaniel heißt eigentlich Daniel Pham und kommt aus Hannover. Seit Ende 2021 ist seine Musik auf den üblichen Plattformen zu hören. Mittlerweile hat er eine Reihe von Singles und eine EP veröffentlicht, darunter auch ein Feature mit Steintor Herrenchor im gemeinsamen Track „wollte nie“. 

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Dosenstolz: Alles schon erreicht

Eigentlich haben Dosenstolz schon alles erreicht, was eine Punkband erreichen kann: Sie wurden von der AfD im Bundestag zitiert. Doch neben diesem Meilenstein, dem viele internationale Musikgrößen noch nicht nahekamen, hat die Gruppe aus Dresden auch musikalisch einiges zu bieten.

Luki (E-Bass), Till (Schlagzeug) und Fleuri (E-Gitarre, Gesang) heißen die Drei aus der sächsischen Landeshauptstadt. Eine Gegend, die etwas Punk gut vertragen kann. Neben vielen lokalen Spielstätten, Festivals oder bei Radio Fritz, schrie die Band auch auf dem CSD in Luckenwalde musikalisch ihren Unmut in die Welt.

Ein Verein, der diesen CSD mitveranstaltete, bezog Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Grund genug für die rechtsextreme AfD-Politikerin Birgit Bessin bei einer Rede im Bundestag, unter anderem auf Grundlage von Dosenstolz‚ Texten, gegen solche Förderungen zu wettern. Und damit ordentlich Werbung zu machen – für Dosenstolz und für den CSD in Luckenwalde und überall. In diesem Sinne: Danke, Birgit! 🙂

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Was ist deine „Flugangst“, Leo Kaminski?

Leo Kaminski gehört zu den aufstrebenden Musikern im Deutschrap-Spektrum. Der gebürtige Aachener, der aktuell in Köln wohnt, veröffentlichte Songs mit $ONO$ CLIQ und 9inebro, war „Upcoming Act oft the Month“ bei HipHop.de und etablierte sich unter anderem durch einen Auftritt auf dem splash!-Festival 2025 als Teil der neuen Generation melodischer Rap-Artists. Der nächste Schritt für ihn ist seine EP „Flugangst“. Unser Autor hat mit Leo über seine eigene Interpretation von Flugangst gesprochen und über den allerersten Beat, auf den er stolz war.

© BMG

Musik unterm Radar: Deine EP „Flugangst“ erscheint am 10. Juli. Vier Singles und Musikvideos hast du schon veröffentlicht. Wie fühlst du dich?

Leo Kaminski: Gerade fühle ich mich ein bisschen unter Druck, weil die Zeit kurz vor Release natürlich die heißeste Phase ist. Wenn ich aber tief fühle, freue ich mich auf jeden Fall sehr, dass die EP endlich bald bei den Leuten ist. Es ist ein Mix aus Stress und viel Vorfreude.



Und warum „Flugangst“?

Bei Flugangst geht es für mich um das Rauskommen aus alten Mustern, aus einer kleineren Heimatstadt und alten Freundeskreisen. Aktuell passiert bei mir gerade mit Hinblick auf die Musik ziemlich viel und wenn Dinge sich verändern, stellt sich manchmal die Frage: Mag ich das überhaupt oder ist das nur die Angst, die ich spüre? Solche Gefühle fassen für mich das Wort „Flugangst“ zusammen, die auch im Titeltrack der EP thematisiert werden.

Du hast schon mit 14 Jahren eigene Musik mit Beats gemacht. Welches Programm hast du dafür benutzt?

Ich habe damals auf dem Laptop meines Vaters mit GarageBand angefangen und mich damit ein wenig ausgetobt. Später bin ich dann zu Ableton gewechselt und habe damit auch nie aufgehört.

Kannst du dich an den ersten Beat erinnern, auf den du stolz warst?

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