Levin Liam: Pop-Träumer aus Hamburg

Der norddeutsche Musiker Levin Liam zeigt in facettenreichem Gesang und zurückhaltender Begleitung wie Pop auch funktionieren kann.

Seit seiner Kindheit macht Levin Liam Musik, inzwischen ist er 21 Jahre alt und Schauspielstudent in Hamburg. Als Schauspieler dürfte sein Gesicht dem ein oder anderen auch schon einmal aufgefallen sein – etwa in seiner Rolle als Sohn des Hamburger Tatort-Ermittlers Falke. Dagegen steht seine Karriere als Musiker noch recht am Anfang: Erste Singles hat Levin Liam erst dieses Jahr veröffentlicht und selbst produziert.
Beim Hören fällt schnell auf: Der junge Künstler hat eine gleichzeitig zarte und bemerkenswert reife Stimme. Zum Teil errinnert seine recht rhythmische Art zu singen sogar etwas an Hip-Hop. Abgesehen davon ist Levin Liam aber vor allem in der poppigen Richtung unterwegs. Seine ersten Songs hält er was die Instrumentation angeht recht minimalistisch, indem er ein paar vorsichtige Klavierklänge schlicht durch Beats und verschiedene Effekte ergänzt.

Fazit: Mit einer verträumten Art entwirft Levin Liam schöne Melodien und einen gefühlvollen musikalischen Rahmen.

Apollo Apes: Pop-Rock aus Franken

Der Name Apollo Apes klingt etwas nach Affen auf Weltraummission – der Sound der Band ist zwar nicht ganz so spacig wie man jetzt vermuten könnte, allerdings sind die vier Rock- und Funk-Fans aus der Gegend um Coburg durchaus experimentierfreudig.

Ihr erstes Album haben Apollo Apes vor zwei Jahren veröffentlicht. Nach einiger Zeit der Funkstille wagen sich die vier jetzt in neue Gefilde: Poppiger soll es klingen und vom Aufnahmeprozess bis zum Musikvideo in Eigenregie entstehen. Zwei neue Singles hat die Band so jetzt schon auf Lager.
Funkig, rockig aber auch etwas psychedelisch-sphärisch sind Apollo Apes unterwegs. Ob mit lässigen Tiefen, Kopfstimme oder dezenten Backings probiert die Band auch gesanglich herum und überhaupt experimentieren die vier augenscheinlich gern mit musikalischen Überraschungen. Apollo Apes stellen vollem Instrumentensound plötzlich minimalistische Passagen gegenüber und neben charakteristischen, funkigen Basslines und Gitarrenakkorden kommen auch mal Drumcomputer oder Synthies zum Einsatz.

Fazit: Apollo Apes probieren sich aus und sehen Genrekategorien als Inspirationsquelle statt als Einschränkung.

Faratuben: moderner Afrobeat

Faratuben aus Mali haben Spaß am Experimentieren. Ihr selbstgestecktes Ziel: Afrikanischen Groove mit moderner Clubmusik zu verbinden.

Die eine Hälfte der Bandmitglieder um Sänger Sory Dao kommt aus Mali, die andere Hälfte aus Dänemark. Ihre Musik machen Faratuben von Bamako, der Hauptstadt Malis, aus. Die zum Teil preisgekrönten Musiker haben neben ihrem Fokus auf der Musikkultur des Landes Hintergründe in verschiedensten Genres wie Reggae, Gospel oder Jazz.
Faratuben bringen so mit ihrer packenden rhyhmischen Art eine Reihe von musikalischen Elementen unter einen Hut und lassen die reiche Musiktradition Malis auf Synthesizer und Effekte treffen. Neben dem spannenden Genremix wird vor allem der weiche Sound des Balafons, einem westafrikanischen Xylophon, zum Merkmal der Band.

Fazit: Faratuben schlagen eine musikalische Brücke über Kontinente hinweg. Der Klang ist bestechend, fesselt und wirkt gleichzeitig sympathisch erfrischend.

Busty and the Bass: bunte Klangfarben aus Kanada

Busty and the Bass fühlen sich im Jazz, Funk und Soul zuhause. Mit einem Gefühl für Stimmung bringen sie ihre Genres sanft auf einen gemeinsamen Nenner.

Nach ihrem Start als Campus-Party-Band aus Montreal haben sich die acht Mitglieder von Busty and the Bass auf größere Bühnen und Festivals getraut. Auch mehrere Studio-Aufnahmen sind seitdem entstanden – das aktuelle Album Eddie ist im Sommer herausgekommen.
Softer Bass, funkige Gitarre, Soul-Gesang und jazzige Drums und Percussion sorgen bei Busty and the Bass für eine Mischung aus Gute-Laune-Sound und cleverer Musik. Das Sahnehäubchen ist die gefühlvolle Bläsersection, die die Songs mit ihren Fills unterstreicht.

Fazit: Busty and the Bass haben ein gutes Händchen was ihren Stil angeht. Schnell wippt der Fuß im Takt und die Musiker schwingen musikalisch wunderbar auf einer Wellenlänge.

The Zangwills: britische Rockhoffnung

Indie-Rock im ganz klassischen Sinne bringen The Zangwills mit. Zugegeben: Bei musikalischen Vorbildern wie den Arctic Monkeys, The Cure oder The Strokes führt an diesem Stil wohl auch kein Weg vorbei…

Passend dazu warten The Zangwills mit typischer Rockformation auf. Jake Vickers (Vocals, Gitarre, Keyboard), Sam Davies (Gitarre) und Bassist Ed Dowling kennen sich schon aus der Schulzeit, Schlagzeuger Adam Spence ergänzt die Band seit 2017. In den vergangenen drei Jahren sind in dieser Konstellation auch mehrere Singles und zwei EPs entstanden.
Laut, massig und aufgedreht klingen The Zangwills in ihren Songs. Charakteristisch ist vor allem die Stimme von Sänger Jake Vickers. Insgesamt donnert die Band recht gnadenlos nach vorn, dennoch sind die Songs nicht allzu überladen. Zuhause in Großbritannien legen die vier auch in Sachen Fanbase zu, spielen auch mal ausverkaufte Konzerte und wurden nicht zuletzt von dem ein oder anderen BBC-Journalisten ins Auge gefasst.

Fazit: Was ihren Sound angeht sind die Zangwills mehr als zuverlässig. Auch als junge Band haben die vier schließlich schon eine ganz klare musikalische Vorstellung im Kopf.

Seasoul: softer Hauptstadt-Pop

Klassischer Singer/Songwriter-Charakter und Ausflüge in Richtung Pop – die Sängerin Seasoul probiert sich in verschiedenen musikalischen Ecken aus. Bestes Beispiel dafür ist die kommende EP.

In Berlin landet die Baden-Württembergerin Vanessa Sonnenfroh alias Seasoul ursprünglich für ihr Studium im Bereich der Musikproduktion. Ein erstes Album und weitere einzelne Veröffentlichungen folgen bald. Die nächste EP Moth soll Ende Dezember auf den Markt kommen.
Besonders auf früheren Aufnahmen hält Musikerin Seasoul die Begleitung oft noch recht minimalistisch, nur einzelne Klaviertöne oder Gitarrenakkorde stützen den Gesang. In der neuen EP wird der Klang etwas experimenteller. Von Produzent DRMMKR unterstützt, finden neue Ideen und Genres Einzug in Seasouls Musik. Wechselweise ist ihre Stimme dabei sanft-fragil oder kräftig und ausdrucksstark. Etwas mysteriöse Stimmung oder eine hin und wieder eingestreute vorsichtige Zweistimmigkeit verleihen den Songs Tiefe.

Fazit: Ob klare Kopftimme oder ein Sound, der mutig in die Vollen geht: Seasouls Stimme zündet mit Vielseitigkeit.

Sperling: spannende DIY-Band

Eine markante Stimme, viel Atmosphäre und ein eigenwilliger Sound: Wer Sperling das erste Mal hört, kriegt die Band möglicherweise so schnell nicht aus dem Kopf.

Die fünf Jungs von Sperling verstehen sich als Do-It-Yourself-Projekt. Nach ersten kleineren Veröffentlichungen in den letzten Jahren plant die Band nun für Anfang nächsten Jahres ein Album.
Ob melodisch oder mit rhythmischem Sprechgesang: Die raue Stimme des Sängers klingt, wie vom Leben gezeichnet und fügt sich wunderbar ein in die recht düstere Stimmung der Songs. Getragen wird der Stil der Band auch von einem warmen Cello-Sound – ein passender Gegenpol zur sonst typischen Rock-Besetzung. Auch textlich lassen sich die Songs eher in den dunkleren Spären verorten: Es geht um Depression, Ängste, Einsamkeit. Dennoch hört man gern zu und bleibt fasziniert vom musikalischen Stil der Band zurück.

Fazit: Sperling passen sicherlich eher in die nahende dunkle Jahreshälfte als in die Sommermonate. Die Musik ist mal aufgewühlt, mal sanft und meist liegt über allem ein spannendes Knistern in der Luft.

Maura & Fred Red: musikalischer Herbsteinbruch

Seit einem Jahr haben sie sich zurückgehalten, nun wollen sie wieder starten: Das Duo aus Maura und Fred Red meldet sich mit einer neuen Single und einem besonderen Gast zurück.

Nachdem das gemeinsame Projekt zwischenzeitlich auf Eis lag, da Sängerin Maura mit ihrer Band in Israel auf Tour war und Fred Red mal eben einen Produzenten-Wettbewerb gewinnen musste, lassen die beiden nun wieder von sich hören. Auf die erste neue Single „Lovelottery“ soll wohl in absehbarer Zeit auch ein Album folgen. Mit von der Partie ist außerdem der junge Multiinstrumentalist und Jazzförderpreisträger Malik Diao.
Mauras und Fred Reds Ideen zeigen sich in einem stimmungsvollen Gesamtpaket. Mauras voluminöse, tiefgängige Stimme leitet gefühlvoll durch die jazzige Musik. In „Lovelottery“ steuert Malik Diao neben Klavier und Kontrabass auch etwas Querflöte bei, was dem Song noch einmal eine besondere, sphärische Ebene verleiht.

Fazit: Die Kompositionen von Maura und Fred Red haben eine spannend schwebende Tiefe. Statt allzu verkomplizierter Jazz-Gedanken kommt die Musik trotz Melancholie mit einer gewissen Leichtigkeit um die Ecke.

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Kamee Kazee: brandneues Rock-Projekt

Kamee Kazee sind noch ganz frisch im Geschäft: Erst vor kurzem wurde die Band gegründet, die erste Single „Anima Sola“ ist gerade mal wenige Tage alt.

Mit einem Spiel aus Licht und Dunkelheit im Video zu „Anima Sola“ warten Kamee Kazee aus Leipzig mit einer interessanten Idee auf und geben so schon einmal einen Eindruck vor, wo es künstlerisch noch hingehen könnte. Schließlich sollen in den kommenden vier Monaten noch vier weitere Singles plus jeweils ein zugehöriges Musikvideos folgen.
Schon die Gitarrenmotive in „Anima Sola“ gehen schnell ins Ohr. Der Gesang hat eine gewisse Schärfe und prägt den Charakter der Musik. Mit einer etwas düster-mysteriösen Stimmung machen Kamee Kazee so insgesamt spannenden Alternative-Rock.

Fazit: Bei Kamee Kazee bietet sich die Möglichkeit, den Werdegang einer vielversprechenden Band ganz von Anfang an zu verfolgen.