Musik-News: Neue Single von Robert Horace!

Die Fakten:

Künstler: Robert Horace
Genres: Singer/Songwriter, Pop
Das ist neu: Single „Why Not“

Die Analyse:

Nach seiner EP Take Off hat Robert Horace (hier geht’s zum Künstler-Portrait) mit seiner Single „Why Not“ einen neuen Song veröffentlicht. In dreieinhalb abwechslungsreichen Minuten bleibt Horace seinen poppigen Singer-Songwriter-Wurzeln treu und beweist gleichzeitig einiges an musikalischer Energie. Der charakteristische Gesang trifft auf eine energische Gitarre mit scharfen Pausen, kraftvoll baut der Musiker den Song bis zum letzten Refrain auf. Der Spagat zwischen dem Klang einer vollen Band durch die Ergänzung von Schlagzeug, Klavier und Trompete einerseits und dem Spannungsaufbau durch bewusst wenig Instrumentation und dafür starken Gesang andererseits, gelingt wunderbar.

Musik-News: Killerpilze bringen vorerst letztes Album heraus

Die Fakten:

Band: Die Killerpilze
Genres: Deutschrock, Punk
Das steht an: Vorerst letztes Album Nichts ist für immer… (VÖ 06.09.19)

Die Analyse:

Zugegeben, so ganz unter dem Radar spielen die Killerpilze nun nicht, eher im Gegenteil: Schon seit ihrer Teenagerzeit haben die drei Jungs bei den Großen mitgespielt, jetzt sind sie alle um die 30 und starten noch ein letztes großes Ding zusammen. Nichts ist für immer… kommt am Freitag auf den Markt und ist ein Album, wie man es von den Killerpilzen kennt: harte, treibende Schlagzeugrhythmen, Overdrive, spannungsgeladene Melodien, Powerchords, Refrains zum Mitgrölen. Das Trio spielt mit Stimmung – und ab und an hört man doch auch ein wenig Wehmut heraus, immerhin sind seit ihrer Gründung als Schülerband nicht weniger als 18 Jahre vergangen. Insgesamt ist Nichts ist für immer… ein abwechslungsreiches Punkrock-Album, wie gewohnt mit deutschen Texten und viel Energie. Kurz gesagt: Ein gelungener Abschluss.

Lui Peng: Electro zum Relaxen

„Chillig“ ist ein Wort, das hier vermutlich noch nie zum Einsatz kam. Aber nicht um sonst wird die Musik von Lui Peng des öfteren so beschrieben, denn man muss zu geben: Das trifft es ziemlich genau.

Der chinesisch-britische Künstler Lui Peng lebt in London und hat vergangenes Jahr neben mehreren Tracks bereits eine EP herausgebracht. Noch recht neu ist seine Single „Just A Phone Call Away“. Für diesen Herbst ist die Veröffentlichung seiner EP Unavailable geplant.
Typisch für Peng ist sein sehr unaufgeregter Sound und die samtweiche Stimme. In seinen Aufnahmen setzt der Musiker viel auf elektronische Effekte, aber auch ganz akustisch mit Gitarre funktioniert seine Musik. Lui Peng verbreitet mit seinen Songs eine schwebende Stimmung und bietet einen Gegenpol zu lautaufzudrehender Rockmusik.

Fazit: Lui Peng liefert den Soundtrack für einen entspannten Nachmittag. Ganz ohne Hektik macht der Sänger Songs, die einen abschalten lassen.

Nina Reddig im Interview: „Ein Festival ist ein Gesamtkunstwerk, kein poliertes Hochglanzobjekt“

Selbst Musik zu machen ist eine Sache. Etwas völlig Anderes ist es dagegen, eine Musikveranstaltung zu organisieren. Dieses Mal soll der Fokus ausnahmsweise einmal nicht auf den Musikern liegen, sondern auf den Geschehnissen hinter den Kulissen. Nina Reddig ist professionelle Geigerin und organisiert dieses Jahr zum fünften Mal das Langenberg-Festival für klassische Musik in Langenberg, Nordrhein-Westfalen. Welcher Aufwand dahinter steckt, was das Geheimnis eines erfolgreichen Festivals ist und warum gerade die Nachwuchsförderung und der Austausch zwischen Musikern und Publikum wichtig ist, das hat Reddig Musik unterm Radar verraten.

Musik unterm Radar: Frau Reddig, Sie haben schon in verschiedenen Konstellationen Musik gemacht, unter anderem solistisch und als Konzertmeisterin, bis vor kurzem waren Sie außerdem Dozentin für Geige an den Hochschulen in Essen und Bremen. Als Musikerin sind Sie nun eigentlich keine professionelle Eventmanagerin. Was hat Sie dennoch vor fünf Jahren das erste Mal dazu gebracht, ein Festival zu organisieren – mit all der Arbeit, die damit einhergeht?

Nina Reddig: Ich weiß noch, dass ich irgendwann im Eiscafé saß und es einfach „klick“ gemacht hat. Ich wohne schon seit Ende meines Studiums in Langenberg und habe immer wieder festgestellt, wie viele wunderschöne Konzertsäle es hier im Ort gibt. Ich dachte mir: Wenn ein Festival, dann hier. Dann habe ich überlegt was ich brauche – Künstler, Spielstätten und zwei, drei Leute, die mir helfen. Im Grunde habe ich dann einfach losgelegt und Stück für Stück dabei gelernt, was man können muss, vom Veranstalter bis zur Haftpflichtversicherung.

Langenberg hat knappe 16.000 Einwohner und wirkt nicht unbedingt wie der Nabel der Welt. Trotzdem spielen namenhafte Musiker wie Nils Mönkemeyer bei Ihnen. Was schätzen solche Musiker an Ihrer Veranstaltung?

Nils hat einmal zu mir über das Festival gesagt: „Es geht darum, warum man das Ganze eigentlich macht.“ Das hat mich gefreut und lässt sehr tief blicken. Man hat ja doch oft mit Dingen zu tun, die sehr weit weg von dem liegen, warum man eigentlich Musiker geworden ist. Und manchmal muss man sich die Zeit nehmen, sich auf diese Gründe zurückzubesinnen. Deshalb ist es mir auch wichtig, dass es kein stressiges Festival ist, sondern dass es einem diese Gemütlichkeit, Ruhe und irgendwie Luft zum Atmen gibt.

Das Festival findet nun schon zum fünften Mal statt. Was hat sich im Vergleich zum ersten Jahr verändert?

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Xul Zolar: Band im Schwebemodus

Auch wenn Xul Zolar nicht unbedingt die klassischen Mitsing-Hymnen schreiben, bleiben ihre Songs doch erstaunlich schnell im Kopf und entwickeln einen ganz eigenen Vibe.

Seit ihrer Gründung sind Xul Zolar alles andere als untätig gewesen. Verschiedene Veröffentlichungen sind in den vergangenen Jahren entstanden, ihren Proberaum hat die Band längst zum Studio ausgebaut. Am Freitag, 23. August erscheint die neue EP Nightfalls, als Vorgeschmack darauf ist bereits die Single „Perfume“ erschienen. Ab Ende September geht es für die Band dann wieder auf Tour durch verschiedene große deutsche Städte.
Musikalisch gehen Xul Zolar in die Richtung New Wave-Pop. Mit dynamischen Schlagzeugbeats, einem fließenden Keyboard-Unterbau und leicht psychedelischen Gitarrenchords und -riffs entstehen athmosphärische Songs. Die Stimme des Sängers klingt dazu manchmal wie aus höheren Sphären zurück auf die Erde geschickt. Insgesamt wirken die Bandmitglieder gut aufeinander eingespielt, die Songs sind weder minimalistisch, noch überladen, sondern kommen mit einem angenehm gefühlvollen Maß aus.

Fazit: Xul Zolar passen musikalisch schön zusammen und bauen gekonnt schwebende Stimmungen auf.

  • Meisterwerk: „Perfume“
  • Umleitung:

He Told Me To: Grooviger Indie-Pop

He Told Me To aus Coburg ist vielleicht ein Paradebeispiel für den Indie-Musiker: Mit Elan und unabhängig macht er auf eigene Faust die Musik, die ihm gefällt.

Hinter dem Pseudonym He Told Me To steht der Solo-Künstler und Singer-Songwriter Sandro Weich. Zwei Alben hat der Musiker schon herausgebracht, Mitte Oktober soll das dritte folgen. Verschrieben hat er sich seinem Dasein als Indie-Musiker – und zwar so indie, dass er das erste Album noch in seinem Kleiderschrank aufgenommen hat.
Obwohl er sich selbst gern als „Schmusesänger“ bezeichnet und meist ein melancholisches Feeling im Vordergrund steht, sind die Songs von He Told Me To bei weitem nicht nur Softpop, sondern warten genauso mit härteren Rhythmen und rockigem Drive auf. Die Gitarrenriffs sind catchy, schön ist auch der deutlich zu hörende E-Bass. Zwischendurch gibt es leicht experimentelle Passagen, insgesamt gehen die Songs aber leicht ins Ohr und lassen sich mitsingen. Mit seiner Stimme weiß He Told Me To zu spielen: Je nach Song gibt es nachdrückliche und weichere Phasen, Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme und Schwung durch starke Melodien.

Fazit: Mit He Told Me To ist Musiker Sandro Weich ausgesprochen vielseitig unterwegs. Ob akustische oder elektrische Gitarre, allein oder mit Band, zum lauten Aufdrehen oder als Hintergrundmusik: Seine Songs machen Spaß, sind clever gemacht und eine echte Leidenschaft klingt durch.

  • Meilensteine:
    • 2015 Debut While Elephants Sleep
    • 2017 Hurricane Roleplay
  • Umleitung:

Die Sauna: Rock-Reise auf deutsch

Wer auf der Suche nach kernigen Bandnamen ist, der wird schnell feststellen, dass ein zufriedenstellendes Ergebnis nicht unbedingt einfach zu finden ist. Eine Band aus dem Süden der Republik hatte eine eher ungewöhnliche, wenn auch sicherlich einprägsame Idee: Gemeinsam sind die sechs jungen Männer nämlich als Die Sauna unterwegs.

Nach einer ersten EP 2017 spielte Die Sauna unter anderem als Vorband für Tocotronic. In Vorbereitung auf ihr Debut-Album, das am 30. August erscheinen wird, hat die Band vor kurzem mit „Das Ende“ bereits eine erste Single herausgebracht, die Tour durch den deutschsprachigen Raum ist für Oktober geplant.
Musikalisch bewegen sich Die Sauna zwischen Deutschpop, Punk und Shoegaze-Rock. Das Musikvideo wirkt auch optisch, als hätten sich die sechs via Zeitmaschine das ein oder andere Jahrzehnt zurückgebeamt. Statt auf klassische Bandhierarchien zu setzen, legen Die Sauna in ihrer Musik Wert darauf, dass die Stimme von Sänger Matthias Berg gleichwertig neben den Instrumenten der Bandkollegen an Drums, Gitarren, Bass und Keyboard steht, ohne die Songs allzu sehr zu dominieren. Der Klang wird dadurch dicht und stimmungsreich, der Fokus liegt gleichmäßig verteilt.

Fazit: Die Sauna sind nicht nur vom Namen her unkonventionell. Mit So schön wie jetzt war es noch nie darf man sich auf ein energiegeladenes Konzeptalbum freuen.

Ultraschall im Interview: „Unser Ascheregen ist die Post vom Finanzamt“

Tim Eulenspiegel ist Lead-Gitarrist und zweiter Sänger der Koblenzer Band Ultraschall (hier geht’s zum originalen Beitrag). Ein Gespräch über Schaffensdrang, die neue Single und ein Bandleben trotz Alltagshürden.

Musik unterm Radar: Alternative Rock und deutscher Sprechgesang klingt erst einmal nach einer untypischen Kombination. Wie hat sich euer Stil entwickelt? Gibt es musikalische Vorbilder, auf die ihr euch alle einigen könnt?

Tim Eulenspiegel: Wir fühlen uns ein bisschen als das deutsche Baby von den Red Hot Chili Peppers und Rage Against The Machine. Die Koblenzer Musikszene ist eher klein, so haben wir uns schnell gefunden und der Stil stand dann auch recht bald fest. Überhaupt sind wir eine totale Jam-Band und basteln mit Melodie- und Textschnipseln im Proberaum so lange bis uns ein Thema gefällt.

Eure neue Single „Ascheregen“ ist ein ziemlich lauter, wütender Song. Ich höre junge Menschen, die um ihren Platz im Leben kämpfen. Trifft das zu?

Ja, schon. Der Ascheregen ist im Grunde all das, was im Leben so auf einen einprasselt. Im Hinterkopf hatten wir natürlich die junge Generation, aber eigentlich haben Menschen jeden Alters ihren Ascheregen. Es geht um dieses Gefühl, dass da ein „Ich“ auf der Suche ist und dass man nicht der einzige ist, dem das so geht. Das war eigentlich auch der Grundkonsens für die ganze EP.

Ihr vier seid mit Anfang 20 auch Teil dieser Generation. Was ist euer persönlicher Ascheregen als Band?

Zum Beispiel die Post vom Finanzamt. Dann muss man Steuern zahlen, hat kein Geld fürs Studio und auf dem Weg zum Konzert hat auch noch der Sprinter einen Platten.

Du hast schon angesprochen, dass man „Ascheregen“ auch auf eurer aktuellen EP Odyssee findet, die jetzt schon ein paar Monate draußen ist. Wie ist die Resonanz bisher?

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In eigener Sache: Zwei Jahre Musik unterm Radar!

Es ist kaum zu glauben, dass Musik unterm Radar heute schon in die dritte Runde geht. Seit dem 22. Juli 2017 ist auf dieser Seite viel passiert: Über 100 Bands wurden vorgestellt, neue Rubriken sind entstanden und andere wurden wieder eingestampft. Die Seite wächst und wächst und wird mit viel Freude und Herzblut betrieben. Möglich ist all das nur mit den Menschen, die für einen Blog am wichtigsten sind: Den Leserinnen und Lesern.

Hiermit also endlich offiziell, und ganz wie es sich gehört: DANKE! Fürs Lesen, fürs Stöbern, für die Tipps, die nette Rückmeldung. Fürs Liken, fürs Teilen, fürs Weiterempfehlen. Und weil der Kontakt zu LeserInnen, Bands und BloggerkollegInnen so herzlich und schön ist, zu diesem Anlass noch einmal ein besonderer Aufruf: Über das Kontaktformular oder die Adresse musik-unterm-radar@gmx.de erreicht jede Nachricht die Redaktion. Jegliche Art von Feedback ist willkommen, wird gelesen und geschätzt. Von einem „Weiter so!“ über ein paar Zeilen bis zu ausführlicher Kritik wird sich über jede Nachricht aufrichtig gefreut.

Ein Jubiläum sollte immer auch ein Anlass sein, in die Zukunft zu blicken und Pläne zu schmieden. Musik unterm Radar soll Lust machen auf gute Musik, soll eine Fundgrube sein für jeden Geschmack. Dafür wäre es schön zu hören, was euch als Leserschaft interessiert und was ihr euch wünscht.

Auch Rückmeldung zum Angebot der Website ist deshalb mehr als gern gesehen. Denn an Klickzahlen lässt sich zwar ungefähr ablesen, was Menschen spannend finden und was nicht, ohne direkten Kontakt bleibt aber sehr viel offen. Deshalb teilt gern eure persönlichen Ideen mit, damit Musik unterm Radar sich weiterentwickeln kann. Welche Genres gefallen euch am besten und welche sind hier unterrepräsentiert? Wie gut ergänzen Rubriken wie Interviews, Live-Reports und Musik-News die klassischen Bandportraits? Wie seid ihr auf den Blog gestoßen? Was läuft gut an der Website und – noch wichtiger – was kann hier verbessert werden?

Vielen Dank im Voraus für den Input und für die nächsten Jahre Musik unterm Radar! Schickt die Grooves in die Welt!

Obere drei Fotos: © Katharina Köhler 2019
Alle Rechte vorbehalten

Unteres Foto: © Kaique Rocha
zur kostenlosen Verwendung

Julian Leucht & The Night Bus Strangers: Hamburger Blues

Mal verträumt, mal auf dem Boden der Tatsachen: Der Blues funktioniert in jeder Lebenslage – solang die Melancholie nicht zu kurz kommt. Julian Leucht & The Night Bus Strangers spielen sich durch seine Facetten.

Namensgeber und Frontmann Julian Leucht steuert neben seiner Stimme Gitarre und Mundharmonika bei. Bei den Night Bus Strangers handelt es sich um Bastian Grätz am Bass und Johannes Finter am Schlagzeug. Dieses Jahr hat das Hamburger Trio mit III sein neues Album herausgebracht, aufgenommen in drei Tagen und drei Nächten.
Zusammen stellen Julian Leucht & The Night Bus Strangers authentischen Folk- und Blues-Rock auf die Beine. Die raue Stimme von Frontmann Leucht klingt trotz seines jungen Alters wie vom Leben gezeichnet – oder wie er selbst sagt: nach „billigem Whiskey von der Tankstelle“. Und auch sonst machen die drei dem Genre alle Ehre: Bluesige Gitarrenakkorde legen sich in ihren Songs auf präsenten Bass, der Schlagzeuger fängt Feeling ein und setzt Akzente, dazu kommt natürlich die stilechte Blues Harp.

Fazit: Mit lässiger Art setzen Julian Leucht & The Night Bus Strangers den Blues in modernes Licht.

  • Meilensteine:
    • 2014 Debut Blue Motel
    • 2016 Depraved & Wonderful
    • 2019 III
  • Umleitung: