Adventsspezial: JD McPherson

Dass sich die Jazzer und Bluesmen in den USA auch von der besinnlichen Zeit einnehmen lassen, ist nichts Neues: Frank Sinatra, Ella Fitzgerald, Nat King Cole — sie alle haben mindestens ein Weihnachtsalbum veröffentlicht. In diese Tradition reiht sich nun auch JD McPherson mit ein, wenn auch mit einer gewissen Portion Komik.

„Ugly Sweater Blues“ heißt seine Interpretation der Vorweihnachtszeit innerhalb der Familie und stammt aus seinem Weihnachtsalbum Socks. Wie der Titel schon vermuten lässt, dreht sich hier alles um die typisch amerikanischen Weihnachtspullover. Protagonist ist anscheinend ein Kind, das mit der Vorgabe seiner Mutter hadert, den hässlichen Pullover tragen zu müssen. In schöner Weihnachtsmanier wartet das Lied neben der vollen Stimme McPersons und angenehmem Drive mit Glöckchen im Hintergrund auf und erzeugt so ein schönes Kaminfeeling.

Etwas Ruhiges für die Weihnachtszeit (Pt. 3, Carol Jarvis)

Nur noch eine Woche bis Heiligabend und trotz allgegenwärtiger Glühweinstände und kitschiger Beleuchtung keimt noch immer nicht genug Weihnachtsstimmung auf? Um nicht gezwungenermaßen doch zu „All I Want for Christams Is You“ oder gar zu Justin Biebers Weihnachtsalbum greifen zu müssen, werde ich im Dezember verschiedene Alben mit eher ruhigen Titeln vorstellen, die sich anbieten, um in Weihnachtsgefühlen zu schwelgen und dabei den typischen Dauerbrennern wenigstens teilweise zu entgehen. Weiter geht’s mit Teil Drei: Smile von Carol Jarvis

Die Posaunistin Carol Jarvis ist 40 Jahre alt, Absolventin eines Studiums am britischen Royal Northern College of Music und inzwischen Dozentin am Trinity Laban Conservatoire of Music in London. Neben ihrem herausragenden Spiel auf der Posaune, spielt sie außerdem Keyboard, singt Backings, arrangiert und ist in verschiedenen anderen musikalischen Bereichen aktiv. Zusammengearbeitet hat Jarvis im Laufe ihrer Karriere unter anderem mit dem London Symphony Orchestra, Seal und Sting.
Auf ihrem Studioalbum Smile finden sich Interpretationen von Jazz-Klassikern wie „Night and Day“, „How High the Moon“ und „Caravan“, in denen Jarvis in beeindruckenden Höhen spielt und das jazzige Feeling besonders gut mit ihren weichen Tönen einzufangen vermag.
Der Erlös des Albums geht an die Organisation Macmillan Cancer Support. Bei Jarvis selbst wurde im Jahr 2004 Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert und sie hat sich seitdem diversen Behandlungen unterzogen.

Fazit: Carol Jarvis spielt wunderschöne Töne auf ihrem Instrument und stellt im Jazz ebenso wie in der Klassik ihr Können unter Beweis.

Ich wünsche allen LeserInnen eine besinnliche Adventszeit!

Links: http://www.caroljarvis.com/

Etwas Ruhiges für die Weihnachtszeit (Pt. 2, Lee Fields)

Nach elf Tagen Türchenöffnen mal wieder Lust auf etwas anderes als Händels Messias? Wenn schöne, melodiöse Musik als Untermalung für Plätzchenbackaktionen und Wohnungschmücken gebraucht wird, findet man stattdessen oft viel Kitsch. Aus diesem Grund werde ich im Dezember verschiedene Alben mit eher ruhigen Titeln vorstellen, die sich anbieten, um den weihnachtlichen Dauerbrennern wenigstens teilweise zu entgehen. Hier kommt Teil Zwei: Special Night von Lee Fields & The Expressions

Seit über vierzig Jahren ist Lee Fields aus North Carolina auf amerikanischen Soul- und R&B-Bühnen zu sehen. Die ersten seiner vielen Alben hat Fields in den 60er und 70er Jahren mangels eines Plattenvertrags über ein selbstgegründetes Label herausgebracht. 2016 erschienen ist sein neuestes Album, Special Night. Es ist voller klassischem Soul aus tollen Musikern von seiner Band The Expressions, wehmütigen Texten und einer herzergreifenden Art zu singen. Oft verglichen wird Fields mit Soul-Legende James Brown, sein Spitzname Little JB ist also selbsterklärend.

Fazit: Lee Fields und seine Band machen so authentische Soul-Musik, dass sie einen in der Zeit zurückversetzen.

Ich wünsche allen LeserInnen eine besinnliche Adventszeit!

Links: http://www.laut.de/Lee-Fields
https://www1.wdr.de/fernsehen/rockpalast/bands/ueber-lee-fields-102.html

Etwas Ruhiges für die Weihnachtszeit (Pt. 1, Villagers)

Pünktlich zum ersten Advent schon die Nase voll von Last Christmas? Wenn schöne, melodiöse Musik als Untermalung für Plätzchenbackaktionen und Wohnungschmücken gebraucht wird, findet man stattdessen oft viel Kitsch. Aus diesem Grund werde ich im Dezember verschiedene Alben mit eher ruhigen Titeln vorstellen, die sich anbieten, um den weihnachtlichen Dauerbrennern wenigstens teilweise zu entgehen. Los geht’s mit Teil Eins: {Awayland} von Villagers.

Singer-Songwriter Conor O’Brien gründete Villagers 2008 in Irland nachdem sich seine vorherige Band trotz der sie hochlobenden Medien aufgelöst hatte. Unterstützt wird Sänger und Gitarrist O’Brien aktuell von einem Bassisten, einem Keyboarder, einem Schlagzeuger und Flügelhornisten sowie einer Harfinistin. Merkmale von Villagers Musik sind vor allem die etwas melancholischen aber reibungslosen Harmonien, die sehr präsente Akustikgitarre und die unbeschwert anmutende hohe Stimme O’Briens, obwohl die Lyrics meist eher das Gegenteil einer heilen Welt suggerieren. In den Tracks kommt jeder Musiker zum Zug, und doch ist die Musik eher zurückhaltend ruhig.
Insgesamt vier Alben hat die Indie-Folk-Gruppe bis heute veröffentlicht, {Awayland} entstand 2013 und wurde prompt zum Irish Album of the Year gekürt. Auch die anderen Alben wurden mit Auszeichnungen versehen und erhielten mehrheitlich positive Kritiken.

Fazit: {Awayland} von Villagers ist eine Zusammenstellung milder, harmonierender Klänge, die sich sehr schön als Hintergrundmusik eignen.

Ich wünsche allen LeserInnen eine besinnliche Adventszeit!

Links: http://www.wearevillagers.com/