Die unerträgliche Seichtigkeit des Scheins

Stefanie B., 37, Journalistin, sitzt um 10:15 Uhr im Café. Es ist ihr dritter Chai Latte (mit Hafermilch, natürlich, wegen der Achtsamkeit). Vor ihr leuchtet das MacBook Pro – ein Geschenk aus besseren Tagen, als der Ex noch Hardware und Seelenheil finanzierte. Der Cursor auf dem weißen Bildschirm blinkt im Takt ihres Herzschlags: nichts, nichts, wieder nichts. 

Sie seufzt und verbirgt die Hände in den Ärmeln ihres Kuschelpullis. 


Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.


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Tötet Steve Harrington

Das habe ich mir anders vorgestellt. Ein riesiges Ensemble über die Jahre liebgewonnener Protagonisten zieht in die finale Schlacht gegen einen übermächtigen Feind, siegt und – geht heim. Das war’s?

Was stand das Internet Kopf. Die Sorge um Fanliebling Steve Harrington aka Joe Keery trieb wilde Blüten. So auch bei mir. Die in Staffel eins als Vollidiot mit Scheißfrisur eingeführte Figur „King Steve“ wandelt sich im Folgenden zum Hüter der Verlorenen, Babysitter mit Herz und Baseballschläger.


Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.


Die Szene, in der Steve die Leiter hinaufsteigt und die Schmierereien über Nancy an der Kinoreklame wegputzt, die er dort in einem Moment der Kränkung hinterließ, ist auch die, in der er Verantwortung übernimmt und damit gleichzeitig zu einer neuen, aufrichtigen Version seiner selbst emporsteigt. 

Das ist Erzählkunst. 

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Ho99o9: Dieses Hiphop-Punk-Gewitter lässt Trommelfell und Hirn wackeln

Punk, Metal, Hiphop und Dubstep in einem? Da klingelt doch was?! Ein amerikanisches Duo lässt an revolutionäre The-Prodigy-Zeiten erinnern: Ho99o9 ist da! Und das lauter denn je.

Seit 2012 vermischen sie alles, was ihnen an Musik in die Finger gerät: theOGM und Eaddy nennen sich die beiden, die ihre Gedanken musikalisch in die Welt schreien. Gegründet in New Jersey erobern sie die Herzen der Liebhaber*innen lauter Musik im Sturm. Mit dem Auftritt beim Afropunk-Festival 2014 bekamen Ho99o9 (gesprochen: Horror) einen Platz in der Newcomer-Liste „10 New Artists you need to know“ des Rolling Stone und sind seitdem weder in ihrer Kreativität noch auf der Bühne zu stoppen.

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10 Newcomer, die ihr 2026 im Blick behalten solltet

Bedroom June

Bedroom June aus Hamburg kann dreamy und verletzlich, bisschen Tagebuch-like, harmonisch, atmosphärisch – aber dazu dann distorted Gitarrensounds und treibende Beats mit Club-Vibes. Im August ist ihre selbstbetitelte Debüt-EP erschienen, die schon richtig Bock macht. Hier brodelt was unter der Oberfläche.


Hotel Rimini

Poetische Texte meets handgemachte Instrumentation bei Hotel Rimini mit ihrem arty von Klassik angehauchten, aber sympathisch unverkopften Stilmix. Zwei Alben könnt ihr schon streamen und auch für den Überaschungseffekt sind Hotel Rimini dabei gut: Macht doch Spaß, wenn ein Song nach dem Intro von Streichern und Fingerpicking-Gitarre mit den chansonmäßig angehauchten Worten „Mein Granola ist verbrannt“ einsteigt oder den Titel „Unterholz d’Amour“ trägt. Direkt von Januar bis Anfang März könnt ihr die sechsköpfige Truppe auch live sehen.

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