Konzerte sind immer Orte kollektiven musikalischen Erlebens, aber selten sind sie so mitreißend wie bei Femi Kuti. Die Bühnenenergie, das Zusammenspiel der Band, und auch die politischen Inhalte seiner Tracks schaffen in der Kombination eine unvergleichbare Stimmung.

© Felicitas Richter
An diesem Mittwochabend ist es noch hell, als der Heimathafen in Berlin-Neukölln seine Türen öffnet: Femi Kuti und seine Band The Positive Force werden hier heute Abend zum Konzert im Rahmen von Kutis “Journey Through Life”-Tour erwartet. Vor der Venue mischen sich Menschen allen Alters und man hört unzählige unterschiedliche Sprachschnipsel im Eingangsbereich.
Als es im Raum dunkler wird, treten erst die Band und die Tänzerinnen (eine davon Kutis Ehefrau) auf die Bühne, bevor der 63-jährige schließlich gut gelaunt und mit erstaunlicher Ausstrahlung erscheint. Nachdem die Band zu spielen beginnt, überträgt sich Femi Kutis Energie innerhalb von Sekunden auf das Publikum. Der gemeinsame Groove der Menge bleibt das knapp zweistündige Set über durchweg bestehen.
Die enorme Kraft und energetische Atmosphäre, die Kutis Auftritt mit sich bringen, mögen auch am Genre liegen: Afrobeat ist eine Musik des Rhythmus, des Funk und des Grooves, die ihre Kraft auch aus den Inhalten zieht und zugleich politisches Zeitgeschehen und soziale Missstände kommentiert. Treffender könnte nicht sein, dass der Vater des Afrobeat, die nigerianische Musiklegende Fela Kuti, Femi Kutis Vater ist. Fela Kuti begründete durch seinen Musikstil, der Jazz und Funk mit westafrikanischen Rhythmen und Highlife-Elementen verbindet, und dabei sehr politisch ist, einen wesentlichen Teil des Afrobeat: Musik als Antreiber für sozialen Wandel.
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