Schuss aus der Hüfte

Wer Lust hat, mal wieder authentische Rockmusik zu hören, nichts außer Gitarre, Drums, Bass, Gesang, der ist bei Nico Vega an der richtigen Adresse.

Gegründet 2005 in Los Angeles hat die Band inzwischen mehrere EPs und zwei Alben herausgebracht, tourte als Vorband von Imagine Dragons durch die Welt und veröffentlichte das Lied „Beast“, das für das Computerspiel BioShock Infinite verwendet wurde.
Aja Volkman, Sängerin von Nico Vega und inzwischen auch solistisch unterwegs, beschreibt die Musik der Band gegenüber b-sides on air in einem Interview 2013 als „Schuss aus der Hüfte“, sie würden immer die Musik machen, die ihnen gerade durch den Kopf geht.
So kommt es, dass sich neben den durch und durch rockigen Songs auf den Aufnahmen auch immer wieder Titel finden, die in eine ganz andere Richtung gehen. Das aktuelle Album Lead To Light ist zum Beispiel schon etwas näher am Pop als das erste. Mit „Bang Bang (My Baby Shot Me Down)“, im Original von Cher, wagt sich die Band auf schwieriges Gebiet, schließlich stammt die wohl bekannteste Cover-Version von Nancy Sinatra. Doch auch hier überrascht die Gruppe: die bedrohliche Stimmung wird immer mehr gesteigert, bis es den HörerInnen schließlich kalt den Rücken herunterläuft.

Fazit: Nico Vega haben ein großes Spektrum auf Lager: an erster Stelle steht unangefochten der Rock, aber die Band traut sich auch auf weniger ausgetretene Pfade, spielt alternative und auch mal schwer einzuordnende Musik.

Links: http://b-sides.tv/interviews/20130522-interview-nico-vega-talks-the-new-album-and-touring-with-imagine-dragons

Entspannen mit der versteinerten Gemeinschaft

Einen verregneten Nachmittag sollte man am besten auf einem bequemen Sofa mit einer Tasse Tee, einem guten Buch und dem Album Tell Where I Lie von Fossil Collective (= versteinerte bzw. fossile Gemeinschaft) verbringen.

Durch das gut abgestimmte Zusammspiel der Begleitinstrumente, das unaufdringliche Schlagzeug und den Verzicht auf allzu großen Spannungsaufbau entwickelt sich beim Hören schnell eine gewisse Tiefenentspanntheit. Die fließenden, oft noch lange ausklingenden Lieder mit ihren mehrstimmigen Passagen im Gesang nehmen spürbar die Hektik aus dem Alltag und sorgen für ein leichtes Zuhören.
Der Sänger überzeugt mit seiner sanften, klaren Stimme, die trotz eher hoch angesiedelten Melodien nicht zu sehr dominiert, sondern für einen angenehmen Klang sorgt. Die Akustikgitarre, die den wichtigsten Part der Instrumentation übernimmt, besticht währenddessen mit zur Melodie passender Einfachheit und beschränkt sich im Regelfall auf ein durchgehendes Schlag- oder Zupfmuster bei der Akkordbegleitung.
Auch andere Instrumente wie beispielsweise eine E-Gitarre treten ab und an auf und verleihen den ruhigen Melodien mit charakteristischen Intros oder Zwischeneinlagen einen besonderen Charme.

Fazit: Fossil Collective schaffen es jedes Mal aufs Neue, eine einzigartige Gelassenheit in ihrer Musik zu transportieren, indem die Musiker Instrumente wie Gesang gleichermaßen bescheiden wie pointiert einsetzen und den Fokus auf einen intensiven Gesamtklang statt auf Soloeinlagen oder einzelne Melodieführung legen.

Fossil Collective auf Soundcloud: https://soundcloud.com/fossilcollective