Shoegaze, Punk – und treibgut! Das Berliner DIY-Punk-Duo präsentiert im OGH Berlin ihr Debüt-Album „reinigungsmittel“ und macht gemeinsam mit den Vorbands aus der Release-Show ihres ersten Albums eine Party, die sich gewaschen hat.

© Paul Schlichting
„Sorry, geht ihr ganz zufällig heute hier auch auf das treibgut-Konzert?“ Mit der Frage fängt der Abend am Freitag an, der für mich schon zu scheitern droht, bevor er überhaupt angefangen hat. Denn der Weg zum Berliner OGH ist alles andere als einfach zu finden. Glücklicherweise treffe ich am S-Bahnhof direkt auf zwei hilfsbereite treibgut-Kenner, von denen ich mich durch Neuköllner Hinterhöfe und Treppenhäuser leiten lasse. Uns erwartet ein subversiv anmutender Ort, der, einmal gefunden, gleich ein sympathisches Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt. Der Ton für den Abend ist gesetzt.
Während die Menschen sich noch bei Flaschenbier und Gesprächen vergnügen, widmet sich die erste Vorband dem letzten Feinschliff am Sound. Dann eröffnet Lovegaze die Show mit einem vielseitigen Shoegaze-Set. Sie liefern dabei sowohl die traurigen Songs, die sich treibgut von ihnen gewünscht habe, als auch ein energetisches Set-Ende, an das Das Aus der Jugend als zweite Vorband gut anknüpfen kann.
Die Punkband aus Freiburg und Hamburg heizt dem sich zuvor noch wohlig wogenden Publikum mit einem tighten Set und wütenden Texten ein. Lohnarbeit und Friedrich Merz kommen dabei nicht gut weg, die Crowd tanzt und pogt schon jetzt ausgelassen und der Abend braucht keinen langen Anlauf, um in Fahrt zu kommen.
Ein Herzensprojekt mit Tiefgang
Ohne große Pause betritt treibgut die Bühne und greift die Energie im Raum gut auf. Sänger*in und Gitarrist*in Nils Svenja fordert die Crowd auf, genau da weiterzumachen und verspricht zu Beginn der Show „das ganze Album, von A bis Z“ – und die Band liefert.
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