treibgut machen aus ihrer Release-Show eine dicke Party

Shoegaze, Punk – und treibgut! Das Berliner DIY-Punk-Duo präsentiert im OGH Berlin ihr Debüt-Album „reinigungsmittel“ und macht gemeinsam mit den Vorbands aus der Release-Show ihres ersten Albums eine Party, die sich gewaschen hat.

„Sorry, geht ihr ganz zufällig heute hier auch auf das treibgut-Konzert?“ Mit der Frage fängt der Abend am Freitag an, der für mich schon zu scheitern droht, bevor er überhaupt angefangen hat. Denn der Weg zum Berliner OGH ist alles andere als einfach zu finden. Glücklicherweise treffe ich am S-Bahnhof direkt auf zwei hilfsbereite treibgut-Kenner, von denen ich mich durch Neuköllner Hinterhöfe und Treppenhäuser leiten lasse. Uns erwartet ein subversiv anmutender Ort, der, einmal gefunden, gleich ein sympathisches Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt. Der Ton für den Abend ist gesetzt.

Während die Menschen sich noch bei Flaschenbier und Gesprächen vergnügen, widmet sich die erste Vorband dem letzten Feinschliff am Sound. Dann eröffnet Lovegaze die Show mit einem vielseitigen Shoegaze-Set. Sie liefern dabei sowohl die traurigen Songs, die sich treibgut von ihnen gewünscht habe, als auch ein energetisches Set-Ende, an das Das Aus der Jugend als zweite Vorband gut anknüpfen kann.

Die Punkband aus Freiburg und Hamburg heizt dem sich zuvor noch wohlig wogenden Publikum mit einem tighten Set und wütenden Texten ein. Lohnarbeit und Friedrich Merz kommen dabei nicht gut weg, die Crowd tanzt und pogt schon jetzt ausgelassen und der Abend braucht keinen langen Anlauf, um in Fahrt zu kommen.

Ein Herzensprojekt mit Tiefgang

Ohne große Pause betritt treibgut die Bühne und greift die Energie im Raum gut auf. Sänger*in und Gitarrist*in Nils Svenja fordert die Crowd auf, genau da weiterzumachen und verspricht zu Beginn der Show „das ganze Album, von A bis Z“ – und die Band liefert.

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Das war das Kimiko-Festival 2026: Tausende Fans in Feierstimmung treffen auf neue Ohrwürmer und alte Bekannte

Aus dem Aachener Sommer ist das Kimiko inzwischen gar nicht mehr wegzudenken: Seit 2018 verwandelt die Festival-Crew den RWTH-Campus in eine Feierzone samt wissenschaftlichem Rahmenprogramm. „Celebrating the culture of tomorrow“ hat man sich als ambitioniertes Motto ausgesucht – wir waren am Start und haben euch paar Highlights rausgepickt.

Mit großen Namen wird beim Kimiko – Isle of Campus Festival natürlich nicht gespart: Mit dabei waren Acts wie OG Keemo, PA69, Raum27 und die Sportfreunde Stiller. Vor allem brachte das Festival aber auch zahlreiche spannende Newcomer auf den Campus. Drei Tage lang konnten täglich bis zu 6000 Besucher:innen unterschiedlichste Musikrichtungen entdecken und gemeinsam tanzen und feiern. Zwischen Konzerten, Streuselbrötchen und Getränken boten zudem zahlreiche Stände aus Wissenschaft, Politik und sozialen Projekten Raum für Austausch und neue Eindrücke.

Gerade abseits der größten Namen zeigte sich, wie viel musikalische Vielfalt das Kimiko zu bieten hat. Einige dieser Auftritte sind uns besonders im Gedächtnis geblieben.

Yara

Die Indie-Rock-Band Yara bringt gefühlvolle, deutschsprachige Musik aus dem Raum Heidelberg-Mannheim auf die Bühne. Sänger Jakob Halamoda steht dabei gemeinsam mit Lisa, Jacque und Gio für einen Sound, der zwischen Melancholie und mitreißender Energie pendelt.

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Grunge bis ans Limit – The Jins zelebrieren Tourabschluss in Berlin

„We decided to destroy our voices tonight!” Das Grunge-Trio The Jins aus Vancouver findet in der Neuen Zukunft in Berlin einen schweißtreibenden, kompromisslosen Tourabschluss. Dabei muss auch das ein oder andere Kleidungsstück dran glauben.

Das Publikum ist geteilt in zwei Altersgruppen: Einerseits sind es solche, die vermutlich über den leichtgängigen und authentischen TikTok-Auftritt der Band auf das Konzert aufmerksam geworden sind. Andererseits sind da diejenigen, die nostalgisch das Revival des 90er-Jahre-Grunge zu erleben hoffen.

Beide Gruppen (und auch alle anderen in der Crowd) werden an diesem Abend auf ihre Kosten kommen. The Jins nehmen die Spannung, die die Vorband Ganser durch ihre, verzerrten, stellenweise ambienthaft-flächigen Sounds und die verheißungsvollen Töne erzeugt hat, direkt mit und starten energiegeladen und lässig zugleich in den letzten Gig ihrer Europa-Tour.

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Mundane: Rockröhre auf 250 Grad, bitte!

Göteborg ist ein absoluter Garant für musikalischen Einfallsreichtum und Genialität. Und die Indie-Rocker von Mundane beweisen es uns allen mit ihrem grandiosen Debütalbum Ultra Sound. Göteborg kann zu Recht noch ein bisschen stolzer auf seine Rockszene sein.

Wer weiß, welche musikalischen Schätze über den Hafen von Göteborg zu den vier Musikern gelangten und in ihnen den Wunsch weckten, daraus einen ganz eigenen, neuen Sound zu kreieren. Die weltoffene Atmosphäre der Hafenstadt findet ihren Weg in die Musik von Mundane und sorgt für beeindruckende Vielfalt: Indie, Hardcore, Punk, 90er-Grunge und Blues treffen aufeinander und verschmelzen. Das Debütalbum ist ein echtes Feuerwerk an Facetten und vereint wunderbare Elemente der verschiedenen Rockgenres. Rau und roh, aber genauso präzise und klar.

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