Die Musik von MYLLER bewegt sich im Spannungsfeld von Deutschpop, Singer-Songwriter und Indie. Die Songs sind geprägt von warmen Gitarren, dezenten Keys und klaren Vocals, die oft eher minimalistisch als groß produziert sind. Statt auf übertriebene Effekte setzt er auf eine intime Instrumentierung, die die Texte in den Vordergrund stellt und dabei sowohl ruhige Balladen als auch dynamischere Popsongs zulässt.
MYLLER heißt eigentlich Lukas Müller, ist Mitte 20 und stammt aus dem Raum Gießen. Schon als Teenager brachte er sich selbst das Gitarrespielen bei. Seit 2020 veröffentlicht er unter seinem Künstlernamen eigene Songs, zunächst inmitten der Corona-Zeit, die für ihn zur Initialzündung wurde.
Obwohl das queere FLINTA-Duo taal bisher erst drei Singles veröffentlicht hat, zeigen die beiden schon jetzt was für eine Vielseitigkeit in ihnen steckt.
Die allererste Single „alles/nichts“ deutet schon mit dem Titel auf ein eher trauriges Thema: Clara Kieser und Tari Hetzel schildern im Text die Gefühle einer Person direkt nach dem Ende einer Beziehung und erschaffen damit eine perfekte Heartbreak-Hymne. Der Sound erinnert an Lieder von Phoebe Bridgers oder Lucy Dacus.
FRACHILD machen Musik, die nah an den Gefühlen bleibt. Die vierköpfige Band aus Wien kombiniert melancholische Gitarren mit drei markanten Stimmen und bewegt sich zwischen Indie und Alternative. Was ihre Songs auszeichnet, ist vor allem eine spürbare Verletzlichkeit – aber ohne Kitsch. Vielmehr sind da vier Freund*innen, die ihre Unsicherheiten nicht verstecken, sondern gemeinsam in Musik übersetzen.
Der Song „Ages“ fängt dieses Gefühl besonders gut ein. Die Single erzählt von der Verbindung zwischen Geschwistern: eine Beziehung, die Halt geben kann, selbst wenn um einen herum alles ins Wanken gerät. In ruhigen Tönen erinnert „Ages“ daran, dass es okay ist, Lasten irgendwann loszulassen: „When your shoulders hurt, then always drop your backpack.“
Genre ist ein Konstrukt und kennt keine Grenzen – das beweist die Band Forth Wanderers wieder einmal mit ihrem neuen Album The Longer This Goes On. Nach ihrer Trennung im Jahr 2018 sind sie jetzt mit zehn Tracks zurück und zeigen, dass sie deutlich mehr draufhaben als nur einen einzigen Sound.
Die fünfköpfige Band aus New Jersey macht ursprünglich seit 2013 zusammen Musik, bis zum Debütalbum dauerte es damals aber noch stolze fünf Jahre. Schon damals waren die Songs von Shoegaze- und Rock-Elementen geprägt. Gitarren tragen die Tracks und insgesamt merkt man: Ava Trilling, Ben Guterl, Zach Lorelli, Noah Yu Schifrin und Duke Greene, die funktionieren instrumental richtig gut miteinander.
Mit mehr als acht Millionen Spotify-Streams zählt Carla Ahad jetzt schon zu den spannendsten jungen Stimmen der deutschen Musikszene. Seit 2021 hat sie über 20 Singles veröffentlicht und liefert konstant neue Musik.
Der Festival-Sommer 2025 hat für Carla Ahad längst begonnen – doch bevor es in die sommerliche Release-Pause geht, hat die Musikerin mit „Ich könnt ans Meer“ ihren ganz eigenen Sommerhit herausgebracht. Ein musikalisches Polaroid zwischen Stadtleben und Sehnsucht. Her mit den lauen Abenden, offenen Fenstern, und einfach mal die kleinen Dinge feiern! Mit einer Mischung aus urbaner Leichtigkeit und Melancholie singt Carla von Wetter, Wolkenbildern und Momenten, die wie Zitrusfrüchte prickeln.
FLEECE ist eine vierköpfige kanadische Indie-Rock-Band bestehend aus den besten Freund:innen Matthew Rogers (Gesang/Keyboard), Megan Ennenberg (Gesang/Gitarre), Jameson Daniel (Gitarre) und Ethan Soil (Schlagzeug). Der Sound und das Genre der Band liegt irgendwo zwischen Jazz, Rock und Indie. Dabei kombinieren sie die einzelnen Präferenzen jedes Bandmitglieds. „Jameson steht total auf Hip-Hop und R&B, Ethan eher auf Jazz, experimentelle und ambientartige Sachen. Megan liebt Folk – und ich interessiere mich irgendwie für alles, was dazwischen liegt“, erzählt der Sänger Matthew in einem Interview.
Ihre Lyrics thematisieren Identitätsfindung, Queerness, Selbstzweifel und gesellschaftlichen Druck. Während die Texte persönliche, tiefgründige Geschichten erzählen, sind die Melodien verspielt und haben einen jazzy Touch: “Ich liebe den Kontrast, in einem wirklich lustigen Song über düstere Dinge zu sprechen”, sagt Matthew.
Manchmal reicht ein einziger Satz, um all das zu sagen, was zu spät gesagt wurde. Bedroom June schafft das mit ihrer Single „How Much I Wanted You“ von ihrer Debüt-EP auf ganz besondere Weise. Der Song hat ein bisschen was von einem Tagebucheintrag, den man eigentlich nie veröffentlichen wollte.
„How Much I Wanted You“ ist ein Eingeständnis über den Schmerz, jemanden erst wirklich zu vermissen, wenn er nicht mehr da ist. Mit verletzlicher Stimme fängt Bedroom June eine Mischung aus Sehnsucht, Reue und dem Ringen um Selbstverständnis ein. Der Track beginnt sanft und zurückhaltend, bevor verzerrte Gitarren und treibende Drums die innere Zerrissenheit und Überforderung hörbar machen. Vokale Harmonien im Refrain schaffen einen Moment der Ruhe, ehe die Intensität des Songs in einem emotionalen Ausbruch endet.
Wer Musik sucht, die einen zurück in die Zeit nimmt und trotzdem nah am Jetzt bleibt, wird bei Bloomhausfündig. Die Band aus Barcelona spielt mit Elementen aus Funk und Soul der 70er und fügt einen eigenen, modernen Sound hinzu.
2023 haben sie ihre erste Single „Thoughtless Feeling“ heraus gebracht, ein Song, der Leichtigkeit und Optimismus ausstrahlt. Die funky Bassline und souligen Gitarren tragen diesen ersten Track – wie auch alle, die folgen. So kreieren Bloomhaus einen nostalgischen Sound, der gleichzeitig vertraut und neu wirkt.
nand ist Sänger, Architekt, Produzent, Trompeter und ein echtes Indiepop-Electro-Phänomen. In einem sehr persönlichen Gespräch hat er mit unserer Autorin über den frühen Tod seiner Mutter und die Mobbingerfahrungen in seiner Kindheit gesprochen und erzählt, wie er trotz aller Struggles schließlich zu seiner eigenen Stimme gefunden hat. Innerhalb von fünf Jahren hat nand bereits fünf Alben releast, ein weiteres ist in Arbeit. Auf der Tour zu seinem aktuellen Album Träume in Beton hat er sich vor seinem Konzert in der Grellen Forelle in Wien Zeit genommen für ein Käffchen und ein Interview unter blauem Himmel.
Musik unterm Radar: Dein neues Album heißt „Träume in Beton“. Das klingt erst einmal nach einem Widerspruch. Warum hast du das Album so genannt?
nand: Da müssen wir zum Ursprung zurück: Ich habe ja Architektur studiert. Beton war mal ein Baustoff, der in der Architekturbranche als sehr revolutionär galt. Auf der anderen Seite ist Beton ein sehr kühler Baustoff und viel weniger menschenfreundlich als Holz zum Beispiel. Holz ist ja theoretisch ein unendlicher Rohstoff, man kann immer wieder Bäume nachpflanzen. Beton und Sand sind aber endliche Baustoffe und langfristig gedacht beeinflusst unser Konsum die Flora und Fauna auf der Welt. Sand, der für den Bau benutzt wird, wird an Stränden abgetragen und verschifft.
Über mein Architekturstudium habe ich gemerkt, dass sehr viele Dinge in der Welt passieren, die wenig für den Menschen und unsere Umwelt gemacht sind. Wir sind mehr für den Kapitalismus gemacht und weniger für zukunftsträchtige Träume. Ich verspüre auch Wut, dass der Kapitalismus so viel kaputt macht und Subkulturen auffrisst, aus denen dann durch einen Trend auf TikTok irgendein Mainstream wird. Deshalb auch dieser bewusste Kontrast aus Träumen und Beton in dem neuen Album.
Hast du immer noch vor, Architekt zu werden? Ist das dein Plan B, falls es mit der Musik nichts wird?
Indie-Rock trifft auf tiefgründige Texte, Melancholie und eine kleine Prise Klassik – so oder so ähnlich würde ich die Musik von Mary Middlefield beschreiben. Die Eltern aus Deutschland und Österreich, aufgewachsen in Lausanne in der Schweiz – den DACH-Raum sollte sie also allein dadurch eigentlich schon in der Tasche haben. Mittlerweile lebt sie in England, wo sie 2024 am berühmt-berüchtigten Glastonbury Festival auf der „BBC Introducing“-Bühne für Newcomer auftreten durfte. Mit ihren Songs „Bite me“ und „Will you read my mind?“ läutet Mary inzwischen eine neue Ära ein und schafft gleichzeitig eine passende Erweiterung zu ihrem bisherigen Musikkatalog.