Hippies mit Charisma

Mit einem Instrumentenpool aus Flügelhorn, Gitarre, Saxophon, Schlagzeug, Klarinette, Cello, Klavier, Sousaphon, Bass und Gesang lässt sich so einiges anstellen. Erst recht wenn jeder Musiker neben einem herausragenden Talent auch noch eine unglaubliche Freude am Leben, Lachen und Musizieren mitbringt.

2013 hat sich in den Niederlanden um Sänger und Flügelhornist Paul Istance das internationale Musikerkollektiv The Magic Mumble Jumble gebildet und wächst seitdem stetig weiter. Verschrieben haben sich die Künstler dem Hippiedasein. Ihre Botschaften wie „Home is where my heart is, and my heart is among my friends“, „Please take off your shoes before you step into my mind“ oder „Please, Mr Scientist, don’t take the magic away“ tragen sie durch ihre Lieder auf Touren und Festivals in die Welt und sorgen auf ihren Konzerten für eine ganz besondere Verbindung zum Publikum.
Mit einer Mischung aus Folk, Pop und Jazz, markantem Gesang und immer wieder auch Instrumentalsoli bieten die jungen Frauen und Männer ein sehr abwechslungsreiches Programm.

Fazit: The Magic Mumble Jumble stehen für gute Laune und Lebensfreude pur. Das Zuhören macht Spaß, die Texte werden durch eingeworfene „Heys“ und andere Silben noch überschwänglicher und die sympathischen Musiker beherrschen ihre Instrumente.

  • Meisterwerk: „Brightest Colour Blue“
  • So klingt’s: bunte Mischung! Elemente aus dem New Orleans Jazz, Mehrstimmigkeit, Takt- und Tempowechsel, ausgelassene Stimmung
  • Getextet: „Please, Mr Scientist, don’t take the magic away“ (Mr Scientist)
    „Please take off your shoes before you step into my mind“ (Change)
  • Umleitung: http://themagicmumblejumble.com/
    http://www.milla-club.de/the-magic-mumble-jumble/

Waschechter Blues aus München

Würde man Jesper Munk beim Singen nicht sehen, man würde meinen, diese Stimme gehöre einem über fünfzig jährigen Amerikaner, der sein Leben vornehmlich mit Rauchen und dem Trinken von Whisky verbracht haben. Stattdessen rockt und bluest dort auf der Bühne ein blonder, blauäugiger, deutsch-dänischer Mitte-zwanzig-Jähriger aus München.

Unterstützt von Schlagzeug und Bass spielt Munk virtuose Gitarrensoli und zarte Klavierakkorde. Gleichzeitig singt er mit solch einer kratzigen, von Gefühlen strotzenden Stimme, dass einem die Haare zu Berge stehen.
Schon zu Schulzeiten entdeckte Munk seine Liebe zum Blues, das erste Album For In My Way It Lies entstand nach dem Abi, damals noch mit väterlicher Unterstützung am Bass. Inzwischen ist mit Claim ein großartiges Nachfolgewerk entstanden. Aufgenommen wurde dieses Mal unter anderem mit renommierten Größen aus dem Business in den USA.
Lieder wie „Guilty“, „I Love You“ oder „Morning Coffee“ bestechen mit ihrem ruhigen Klangteppich, der den Gesang unangefochten im Vordergrund stehen lässt. „Hungry For Love“ oder „Smalltalk Gentlemen“ gehen dafür mit einprägsamen Gitarrenriffs und mehr Schlagzeug eher in Richtung Rock. Beides liegt Munk und Band hörbar.

Fazit: Jesper Munk verfügt über großes musikalisches Talent und eine einzigartige Stimme. Herausgekommen sind dabei zwei ausgezeichnete Alben mit einer hohen musikalischen und textlichen Variabilität.

Links: http://www.br.de/puls/musik/bands/jesper-munk-band-der-woche-100.html

HipHop zum Grübeln

Talk Show-Interessierten sind The Roots vielleicht als Hausband von Late Night-Ikone Jimmy Fallon aus den Staaten ein Begriff. Ihre Arbeit außerhalb der Show kennen vor allem hierzulande eher wenige.

Über markanten Riffs und soften Beats rappen die HipHoper in ihrem Album Undun, das als eines der wenigen Konzeptalben der heutigen Zeit gelten dürfte, über den Weg eines Jugendlichen in die Kriminalität. Der Clou an der Sache: die Geschichte läuft rückwärts. Begonnen wird mit mit dem frühen Tod der Hauptperson, die Hintergründe ergeben sich erst im Laufe des Albums.
Trotz der vulgären Sprache der amerikanischen Rapper finden sich gleich mehrere Instrumentalstücke unter den Titeln. Die sorgen dafür, dass einem die Atmosphäre und die einzelnen Gefühlswogen, die durch die Texte hervorgerufen werden, noch einmal deutlich näher gehen. Mithilfe von teils recht bizarren Klängen, Streicherpassagen, weichen und melancholisch anmutenden Akkorden im Klavier und dem Wechsel von einer ungekannten Einfachheit zu komplexen Rhythmen gelingt es der Band, einen das Gefühlschaos und die Dunkelheit spüren zu lassen, in die der Protagonist gestürzt ist.

Fazit: Die ursprünglichen Einflüsse aus Soul und Jazz sind in der typisch coolen „laid-back“-Stimmung der Musik und den erstaunlich spannungsgeladenen Akkorden immer noch spürbar. Die Musik wirkt authentisch und obwohl sich am Rap nicht selten die Geister scheiden: dass die Mitglieder der Truppe, allen voran Drummer „Questlove“, musikalisch einiges auf dem Kasten haben, wird wohl kaum einer bestreiten können.

Links: http://www.bbc.co.uk/music/reviews/5n9p/