Son of The Hound: Energiegeladene Mitsinghymnen

Alternativer E-Gitarrenpop – dafür steht Son of The Hound aus Irland. Dazu Melodien, die man so schnell nicht mehr loswird.

Michael McCullagh, der Mastermind hinter Son of The Hound, scheint ein experimenteller Kopf zu sein: Als Countdown zu seiner Single „The Also Ran“ entwarf er eine mehrteilige Mini-Web-Serie, er hat einen eigenen Podcast über Musik-Mythen und schließlich bringt er am 2. April sein von seinen Fans sicher schon lang ersehntes Debut-Album heraus.
Cheers, Sound, Good Luck soll das Album heißen und bringt in 10 Tracks die konzentrierte Energie des Musikers auf den Punkt. Nicht nur die Gesangsmelodien, auch die Riffs an Gitarre oder Piano bleiben hängen. McCullaghs authentische Stimme macht einen sympathischen und energiegeladenen Eindruck und eine gewisse Portion Epik ist in den Hymnen des Iren auch dabei. Songtitel wie „You Are Alive“, „I Wanna Live“ oder „Tonight, Tomorrow“ geben schon einen recht guten Eindruck, wohin sich die LP verorten lässt. Trotzdem gibt es bei Son of The Hound nicht ausnahmslos Hochstimmung – ein bisschen Melancholie muss schließlich auch manchmal sein.

Fazit: Son of The Hound ist Musik zum Mitschmettern, Mitgehen, Mitfühlen.

  • Meisterwerk: „You Are Alive“
  • Umleitung:
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Elda: Träumen am Lagerfeuer

Elda sind vier Musikerinnen aus Frankfurt, die sich mit reifem Gesang und viel Gitarre dem Indie-Dream-Pop verschrieben haben.

Gegründet wurde Elda nach eigener Aussage von den Freundinnen Leila Antary und Alessa Stupka am Lagerfeuer auf einer Gartenparty. Zu den beiden an Bass und Gitarre sind inzwischen außerdem Annelie Schwarz (Drums) und Sunny Hoffman (Gitarre) als Verstärkung gestoßen. Nach ihrer Debut-EP Trees & Birds darf man sich nun auf die zweite Veröffentlichung von Elda freuen: Die Release der EP Hideout ist für den 26. April geplant. Einen Vorgeschmack gibt es bereits seit heute mit dem Musikvideo zur Single „Intro/Brain“.
Eldas Musik zeichnet sich besonders durch einen melodischen, aber kräftigen Gesang aus. Ergänzt wird der außerdem durch schöne mehrstimmige Passagen und markant gezupften E-Gitarren-Unterbau. Auch die neue EP bleibt diesem verträumten Stil treu, die Melodien sind ähnlich schwebend und es kommt zusätzlich zum abwechslungsreichen Schlagzeug mehr rhythmische Percussion dazu. Die Songs der Band bauen sich auf, entwickeln sich aus ihrem Klangteppich zu schärferen Konturen, bleiben aber trotzdem in den etwas verschwommenen Sphären des Dream-Pop.

Fazit: Schönes Zusammenspiel, fließende Melodien und eine gewisse Portion mysteriöse Undurchsichtigkeit – die Musikerinnen von Elda gehen ganz in ihrem Genre auf.

  • Meileinsteine:
    • 2018 Debut-EP Trees & Birds
  • Umleitung:
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ESKALATION: Rockmusik ohne Morgen

ESKALATION gehen auf den ersten Blick recht mutig an das Genre Rock. Deutsche Texte, dazu eine Mischung aus Melodie- und Sprechgesang und Blasinstrumente in der festen Besetzung. Aber: Das funktioniert. Und zwar wirklich gut.

Die Nürnberger ESKALATION haben sich in den vergangen zwei Jahren mit um die 70 Gigs schon eine Fanbase erspielt. Mitte Mai soll es dann mit einem neuen Album weitergehen. Hinter dem Bandnamen verbergen sich gleich sieben Menschen: Frontmann und Gitarrist, Basist, Keyboarderin, Drummer, Posaunist, Trompeter und Saxophonistin. Dass der Sound massig wird, ist also keine Überraschung.
Energiegeladen und mit Karacho nach vorn – so funktionieren die Songs der Truppe. Die Fills und Akzente der Bläser passen erstaunlich gut in das Indie-Punk-Rock-Konzept, während die klassische Rockband-Besetzung für den stabilen Unterbau und ordentlich Drive sorgt. Auch die deutschen Texte sind eine erfrischende Abwechslung zu den im Rock meist englischen Lyrics. Mit ihrer Musik sorgen Eskalation für Partystimmung und den Kram laut aufzudrehen, ist das mindeste, was man tun kann.

Fazit: ESKALATION sind eine Rockband wie sie sein sollte: unkonventionell, mit Spaß an der Sache und einem Sound ohne Rücksicht auf Verluste.

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Musik-News: „Letters to Bach“ von Noa!

Die Fakten:

  • Musikerin: Noa (Achinoam Nini)
    Genres: Klassik, Weltmusik
  • Das ist neu: Album Letters to Bach (Release 15.3.2019)
  • Das steht an: Deutschlandtour durch fünf große Städe vom 1.5. bis 6.5. (Musik unterm Radar-Live-Report: Noa in Berlin)

Die Analyse:

Letters to Bach ist ein moderner Liebesbrief an das Lebenswerk des großen Komponisten. Die israelisch-amerikanische Musikerin Achinoam Nini, in Europa unter dem Künstlernamen Noa bekannt, ist längst eine international gefragte Künstlerin und stand in der Vergangenheit schon mit Sting, Stevie Wonder, Sheryl Crow und einer Vielzahl anderer Musiker auf der Bühne. In ihrem neuen Album setzt sie sich mit Bachs berühmten Melodien auseinander. Mit beeindruckender Treffsicherheit singt sich Noa durch Bachs komplexe Inventionen und lässt ihre Stimme zwischen den Tonhöhen springen. Die schnellen Läufe, die selbstverständlich für Klavier statt Gesang gedacht sind, singt sie mit solch einer Leichtigkeit und gleichzeitig mit so viel Gewitztheit und Ausdruck, dass man nur staunen kann. Mit einer Mischung aus klassischer Singstimme und leicht jazzigen Einflüssen gelingt der Sprung zwischen Barockzeitalter und Moderne. Unterstützt wird sie dabei von Gitarrist Gil Dor, der Noas Singmelodie mit Bachs komponierten Gegenstimmen sehr passend instrumental erzänzt. Dazu kommen die voller Hingabe an Bach und doch mit einem Augenzwinkern formulierten Texte – von der Sängerin selbst verfasst.
Tatsächlich wünscht man sich nach dem Hören mehr denn je, man könnte in der Zeit zurückreisen und dem alten Meister diese feine CD vorspielen.

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Meerkatzenblau im Interview: „Die Welt ist so abstrus, da braucht man gar keine Satire“

Sind heutige Musiker zu unpolitisch? Welche Rolle sollten Kunst und Musik in einer Gesellschaft übernehmen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hat Musik unterm Radar mit jemandem vom Fach gesprochen: Marie-Christin Sommer alias „Miss Blue“ ist Frontfrau des gesellschaftskiritischen Musik- und Performance-Kollektivs Meerkatzenblau. Ihre Shows tragen das Motto „Freiheit für alle, der Letzte zahlt“ mit spitzen Texten und einer gepflegten Portion Sarkasmus.

Musik unterm Radar: Liebe Marie, wir wollen uns heute über Gesellschaftskritik und die Rolle der Musik unterhalten. Vielleicht können wir ganz allgemein anfangen: Wie würdest du die Aufgabe von Kunst in einer Gesellschaft beurteilen?

Marie-Christin Sommer: Das ist eine Frage, die mich schon seit meinen Anfängen in der Musik begleitet. Ich würde sagen, ein Künstler ist idealerweise ein Sprachrohr, mit dem aktuelles Geschehen für einzelne Personengruppen übersetzt wird, ähnlich wie ihr Journalisten es tut. Natürlich gibt es Musik, die nur dem Selbstzweck dient und in allen Medien findet man auch totale Unterforderung, aber ich finde, dass man sein Publikum nicht unterschätzen sollte. Man kann den Leuten durchaus etwas zumuten, wichtig ist aber, dass das Ganze ohne erhobenen Zeigefinger passiert.

Musik hat in der Vergangenheit schon oft eine große Auswirkung auf die politischen und gesellschaftlichen Debatten gehabt. Sei es Bob Dylan, James Brown, Sting – sie alle haben sich mit ihrer Musik schon in die Diskussionen eingemischt und sind damit bekannt geworden. Fehlt den heutigen Künstlern die politische Message?

Das ist eine zweischneidige Sache: Zum Teil gibt es ja durchaus noch Musiker, die eine Message mitbringen, andererseits sind auch nicht alle Musiker politisch interessiert. Außerdem gibt es in unserem Labelsystem nur wenige einzelne Entscheidungsträger – und die wollen möglichst risikofrei Musik machen. So wird immer wieder auf die gleichen Formeln gesetzt und sich wenig getraut. Das kann entmutigend sein. Die Liedermacher früher waren ja auch nicht immer politisch, aber die haben 90 Prozent ihrer Zeit damit zugebracht, einfach zu beobachten. Das fehlt unserer Musik heute manchmal. Dabei ist unsere Welt so abstrus, dass man oft nicht einmal Satire braucht. Sie zu beschreiben kann für den Effekt völlig ausreichen. In meinem Lied „Aussteigergirl“ habe ich einfach eine Zeit lang das Instagram-Profil einer Bekannten verfolgt, die gerade in Kambodscha unterwegs ist. 30 Flüge in 50 Tagen, dazwischen Einhornmeditation mit irgendwelchen Mönchen am Fluss. Da muss man gar nicht viel mehr dazu sagen.

„Es ist genug für alle da, nur eben nicht für jeden“: Eure neue Single „Die oberen Zehntausend“ thematisiert Luxus und Reichtum. Ist die Schere zwischen Arm und Reich unser aktuell größtes Problem?

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In eigener Sache: Musik unterm Radar bei Facebook!

Liebe Freundinnen und Freunde von guter Musik abseits der Charts, ihr ahnt es schon: Auch dieses hübsche, kleine Musikmagazin ist unter die Facebooker gegangen. Gerade erst online gegangen, ist die Seite noch recht bescheiden, über jedes Like wird sich also tierisch gefreut.

Geteilt werden dort von jetzt an alle neuen Rezensionen, Portraits, Interviews, Musik-News und vieles mehr. Up to date zu bleiben und neue Bands zu entdecken, wird also noch etwas unkomplizierter und noch dazu entsteht eine schöne Plattform zum Austausch zwischen musikinteressierten Menschen.
Schaut gern vorbei!

Marc Roca: Gitarre und Stimme

Ein bisschen zurücklehnen und schönem Gitarrenpop lauschen, das wirkt wahre Wunder. Mit einer CD von Marc Roca kein Problem.

Marc Roca erschließt sich von Magdeburg aus die Bühnen des Landes. Seine Debut-CD als Solomusiker ist 2018 erschienen. Odyssey ist ein angenehmes Singer-Songwriter-Pop-Album geworden, das sich für laue Sommernächte genauso eignet wie für einen Tee vorm Kamin.
Marc Roca singt ausdrucksstark und leidenschaftlich, sein Gitarrenspiel ist die musikalische und rhythmische Basis. Die Musik des Singer/Songwriters strahlt mal Lebensfreude und Selbstbewusstsein aus, mal wagt er sich an Melancholie. Für große Musik braucht Marc Roca keine große Band. Eine Gitarre, seine Stimme und die gelegentliche Unterstützung von anderen deutschen Musikern reichen aus für vielfältige Songs – kein Wunder, hat er sich doch mit Bob Dylan und Sting auch große Vorbilder ausgesucht.

Fazit: Die gefühlvolle Popballade ist die Königsdisziplin von Marc Roca. Texte, Melodien, Gesang: Der Musiker weiß, wie er Emotionen und Stimmungen durch seine Musik vermittelt.

  • Meisterwerk: „Day by Day“
  • Meilensteine:
    • 2018 Odyssey
  • Umleitung:

Stray Colors im Interview: „Ein guter Song muss den Moment einfangen“

Erst die Süddeutsche Zeitung, dann PULS vom Bayerischen Rundfunk: Im Süden des Landes werden die Münchner Stray Colors schon in höchsten Tönen gelobt. Musik unterm Radar hat mit Zlatko Pasalic, dem Sänger und Gitarristen der Band, gesprochen. Im Sommer 2018 hat Pasalic gemeinsam mit Rüdiger Sinn (ebenfalls Vocals, Gitarre), Christian Buchberger (E-Bass), Nathan Carruthers (Drums) und Sebastian „Schoko“ Kölbl (Trompete) die zweite Stray Colors-CD Atomic Bombs & Pirouetts veröffentlicht. Noch ganz taufrisch ist das Musikvideo zu ihrer Single „Whiskey Sour“.

Musik unterm Radar: Wie viel Whiskey Sour wird denn so getrunken bei euch?

Zlatko Pasalic: (lacht) Seit das Video draußen ist, mehr als normal. Wir haben natürlich zur Release mit Whiskey Sour angestoßen. Sonst sind wir aber eher die Bierfraktion, da wissen wir unser süddeutsches Zuhause zu schätzen. 

Das Musikvideo zu „Whiskey Sour“ ist am 22. Februar veröffentlicht worden. Beim Zuhören klingt die Suche nach der großen Liebe durch. Worum geht es genau?

Die Geschichte fängt damit an, dass jemand etwas Neues, Unbekanntes sucht – was genau, bleibt erst mal offen. Im Chorus wird dann klar, dass das gar nicht so einfach ist, und am Ende landet man metaphorisch im Whiskey-Glas. Wir singen auf dem Album aber auch über ganz andere Themen. „Spaceman Cemetery“ zum Beispiel ist über einen Astronauten, „The Things We Love“ ist über die Freude, Musik mit anderen zu teilen, und wie schön es ist, dass wir als Band zusammengefunden haben.

Wie läuft denn so ein Musikvideo-Dreh ab?

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Whitehall: Indie durch und durch

Menschen, die Spaß an der Musik haben, hört man immer gern zu. Wenn das Ganze dann noch Hand und Fuß hat, mit guten Musikern und spannenden musikalischen Ideen, braucht man sich überhaupt nicht mehr zu beschweren.

Whitehall ist eine junge Band aus Charleston, South Carolina. Die Jungs sind zu fünft unterwegs, ein erstes Album mit dem Titel Ocean Fiction gibt es schon und getourt wird ebenfalls – momentan allerdings nur zu Hause in den Staaten.
Der Sound von Whitehall ist durch viele Faktoren einigermaßen unverwechselbar. So setzt die Band zusätzlich zu der tyischen Rockband-Besetzung aus zwei Gitarren, Bass, Drums und Gesang noch ein Saxophon ein. Dadurch entstehen unter anderem ausgesprochen eindrückliche Solopassagen und starke Wechsel zwischen Sax und Leadgitarre. Charakteristisch sind außerdem besonders die Kopfstimme des Sängers und die starke Rhythmik in den Songs. Zuweilen geht die Musik dann schon eher in die funkige Richtung.

Fazit: Es gibt Dinge, von denen weiß man erst, dass sie einem gefehlt haben, wenn man sie dann hört. Ein Saxophonist in einer festen Indie-Rock-Besetzung gehört sicherlich dazu. Whitehall sind mit diesem besonderen Stil eine Band, in der sicher noch einiges an Potential steckt.

  • Meilensteine:
    • 2018 Debut Ocean Friction
  • Meisterwerk: „Vacation Home“
  • Umleitung:

Magnus: lässiger Blues

Merkmal des jungen Sängers Magnus sind seine fließenden Melodien, die raue Stimme und nachdenkliche Texte.

Der Singer/Songwriter heißt vollständig Magnus Ernst, kommt zwar aus Hessen, lebt in seiner Musik aber lieber in klassisch amerikanischen Breiten. Blues, Jazz, Soul, das sind seine Stärken – erst als Gitarrist, inzwischen auch als Solokünstler. In seinem Debut-Album Leaving, das Anfang Februar erschienen ist, tobt sich der junge Musiker nun richtig aus.
Wie zu erwarten, gibt es viel Gitarre zu hören mit interessanten Akkorden, mal rhythmisch, mal gezupft und melodieführend. Seine Stimme weiß Magnus ebenfalls einzusetzen. Die schöne Mischung aus Nachdruck und etwas sympathischer Verschlafenheit bleibt hängen, kratzig, soulig und ganz sicher mit Leidenschaft.

Fazit: Magnus‘ Musik liefert zeitgleich die richtige Portion Drive und Gelassenheit und ist nach dem Hören garantiert schwer wieder aus dem Kopf zu kriegen.