Bei Lena Schütten und Simon Schiller und ihrem Duo Frame The Moon sollten insbesondere Fans von catchy Synthies und luftigem Indie-Pop hellhörig werden. Die taufrische Debüt-EP der Kölner*innen heißt !Who We Are?. Unterstützung erhielten sie dafür von Produzent Peter „Jem“ Seifert (Udo Lindenberg, Andreas Bourani).
WeiterlesenThe Pinpricks: Punk-Dröhnung von der Ostsee
The Pinpricks machen mit ihrer Mischung aus Punk, Garage Rock und Achtziger-Vibes ordentlich Dampf im Kessel. Filigranes Fingerpicking darf man bei diesen Songs nicht erwarten, das liegt in der Natur der Sache. Stattdessen stricken sich ein Bassfundament und roughe Akkorde von der E-Gitarre um den ungebändigten Gesang von Frontfrau Ronja, und nebenher wird auf ein Drumkit eingedroschen.
WeiterlesenMänner, die auf Gitarren starren
Ein Mensch ist prima, zwei Mensch ist Ärger. Mein Nähkästchen quillt über, ich plaudere mal etwas raus:
- Neulich habe ich mich einer Gruppe von Podcaster*innen angeschlossen. Nach der ersten Aufzeichnung gab es Stunk, Diskussion, keine große Sache, es ging lediglich um ein Geräusch, und schon war ich kommentarlos vom Telestammtisch-Server gelöscht.
- Als ich einen Moment nicht aufpasste, war meine letzte Band nicht mehr die meine und ich sah mich gezwungen, zu gehen.
- Eine Paarbeziehung scheiterte an meiner Weigerung, mein Hab und Gut zu versetzen und in einem umgebauten VW-Bus um die Welt zu fahren.
- Die Jungs aus meiner ersten Band, lange her, waren für ungezählte Jahre meine besten Freunde und Gefährten. Die Band zerbrach am Erfolgsdruck, die Freundschaften gleich mit.
Mensch und Mensch, so scheint mir, geht nicht. Egos kollidieren, Vorstellungen decken sich nicht, Pläne führen in verschiedene Richtungen. Ich persönlich habe kaum Bezug zu den Fantastischen Vier (zu der Band, die Superhelden mag ich sehr), aber der Band verdanken wir einen schönen Ausspruch, der mir oft in den Sinn kommt, wenn ich was auch immer mit anderen Menschen auf die Beine stellen will: Kein Applaus für Scheiße.
Klar, des einen Scheiße ist des anderen Schokolade. Sein Plan, ihre Idee, die mich angeht, mich involviert, sind gut gemeint, mit Leidenschaft befeuert, aber deshalb auch gut?
Hör mal, ich habe eine großartige Idee für einen Song. Schau mal, meine Arbeitskollegin sagt, dass man dort wunderschön Urlaub machen kann. Probier mal, ich habe ein neues Rezept getestet. Wir sollten uns öfter mit Thomas und Tanja zum Brettspielabend treffen, die beiden sind voll nett. Nein, sollten wir nicht.

Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.
Live-Report: Hauptstadtdebüt für The Magic Mumble Jumble
The Magic Mumble Jumble sind eine bunt zusammengewürfelte Truppe und das Paradebeispiel für gut gemachte, peacige Feel-Good-Musik. Die Band liefert fette Sounds, Pop-Melodien, sanfte Balladen, New-Orleans-Jazz-hafte Soli und sehr viel Optimismus und Lebensfreude. Gerade ist die Band auf Tour unterwegs und gab am Mittwochabend im Badehaus ihr allererstes Konzert in Berlin.

Der Start kommt plötzlich: Das leise Einstimmungsgedudel aus den Boxen ist noch gar nicht restlos verklungen, da schießt auf einmal der massive Drumbeat von der Bühne, und zwar so laut und überraschend, dass das Publikum ganz kurz kollektiv zusammenzuckt. Wachgerüttelt löst sich sofort die Stimmung und The Magic Mumble Jumble halten ihr Versprechen, den grauen Großstadtfebruar mit ein bisschen Farbe und Liebe aufzulockern.
WeiterlesenDrei Nächte ausverkaufte Hütte für Beirut
Bastlergenie Zach Condon hat mit seinem Bandprojekt Beirut am Donnerstag und Freitag im Berliner Tempodrom seine ersten Konzerte seit Jahren gespielt. Ein Konzert steht für heute Abend noch aus – und irgendwie freut man sich doch für die 4000 Leute, auf die der ganze Spaß noch zukommt…

Verloren wie Tränen im Regen – Cyberpunk Ambient Music
Cyberpunk, ich möchte das ihr das wisst, war nicht immer das Videogame des polnischen Entwicklerstudios CD Projekt Red, das erst als großer Fail released wurde, sich aber jetzt gesund patchen konnte. Cyberpunk ist vielmehr ein Subgenre der Science Fiction.
High Tech, Low Life.
Als sein literarischer Vater gilt William Gibson, der für die Kurzgeschichte Burning Chrome (1982) Begriff und Konzept des Cyberspace erdachte. In seinem Debütroman Neuromancer (1984) komplettierte er seine Vision einer nicht fernen Zukunft. Mega-Cities, Neonlicht, mieses Wetter, Kybernetik und Computernetzwerke. Alles etwas schmierig, alles kriminell. Gibson warf der etablierten Science Fiction mit ihren kleinen grünen Männchen und den Prinzessinnen von fernen Planeten eine Hand voll Dreck ins Gesicht und holte sie aus der Ferne des Weltalls zurück auf die Erde. Seine Antihelden sind Hacker, Underdogs, Outsider, die sich gezwungen sehen, gegen die Gesellschaft in Armut zwingende Großkonzerne in die digitale Schlacht zu ziehen. Das verleiht dem Ganzen eine unübersehbare politische wie soziologische Komponente und macht den Cyberpunk damit auch für Leser und Leserinnen interessant, die hinter dem Begriff Science Fiction nur Star Wars erwarten. (Und der Vollständigkeit halber, Star Wars ist nicht Sci-Fi, sondern Fantasy.)

Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.
Sector 5: Berliner Band will was reißen
Das Jahr 2023 war für das junge Vierergespann Sector 5 ein recht erfolgreiches: Erst gewannen die Berliner den „Welcome to Europe“ Songcontest und staubten dann noch beim „Deutschen Rock & Pop Preis“ Preise ab. Für diesen Frühling haben sich die Brüder Mika (Gesang, Gitarre) und Sami (Drums) gemeinsam mit Bassistin Jules und Gitarrist Johann die Veröffentlichung einer neuen EP vorgenommen. Neben zwei kleinen EPs hat Sector 5 ihren Pop-Rock-Mix bisher nämlich vor allem in einzelnen Singles vorgestellt.
WeiterlesenSchmeiß das Frettchen in die Wanne
Jeff Bridges ist mir in seiner Rolle als der Dude im großartigen The Big Lebowski ein echtes Vorbild. Ohne Schnickschnack lebt er einen entspannten Alltag jenseits überzogener Erwartungshaltungen, überkandidelter Ziele oder nervenaufreibendem Ehrgeiz. Mit den Kumpels zum Bowling, was kiffen, ein gut gemixter White Russian und ein Plausch an der Bar, was will man mehr. Was braucht man mehr? Nahezu buddhistisch, sicherlich stoisch, mag ich nicht nur die Figur – auch Jeff Bridges, tatsächlich Buddhist, ist im Alter smart as fuck. Das strebe ich an, aber erst im Alter, also stay tuned.
Die Ereignisse in The Big Lebowski nehmen ihren Lauf, als deutsche Nihilisten dem Dude die Tür eintreten, ihm ein Frettchen in den Schritt werfen und auf seinen Teppich pissen. Jenen Teppich, der das Zimmer erst richtig gemütlich macht. Alles wegen einer Verwechslung. Was lernen wir daraus? Egal wie friedlich, bescheiden und unter dem Radar du dein Leben führst, es kann sein, dass plötzlich wer deine Tür eintritt und auf deinen Teppich pisst.
Renés Kolumne weiterlesenTräume in Neon
Mal angenommen, du bist 1974 geboren. Dann hast du wahrscheinlich so um 1980 aufgehört, die Hitparade der Schlümpfe zu hören und Popmusik im Radio für dich entdeckt. Dort begegneten dir unweigerlich Visage mit ihrem zeitlosen Masterpiece „Fade To Grey“, aber auch die Beatles, denn deren letztes Album Let It Be war 1980 gerade mal zehn Jahre alt – und klang dennoch neben Visage wie Musik aus längst vergangenen Zeiten.
Wenn du 2024 Musik für dich entdeckst und dein großer Bruder dir was zehn Jahre Altes vorspielt, ist das Daft Punk (wenn dein Bruder cool ist) oder Avicii, und du bist fein damit, weil es klingt, wie das, was du kennst.

Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.
Afra Kane: ein Phänomen
So eine spannende und faszinierende Musikerin wie Afra Kane offenbart sich einem nicht dauernd. Die Musik der Pianistin und Sängerin oszilliert durch verschiedene Klang- und Genresphären, sie zeigt beim Singen Wucht genauso wie Feinsinnigkeit und hat einen mit ihren Charaktersongs direkt an der Angel. Ursprünglich hat Afra Kane klassisches Klavier gelernt, erweiterte dann aber bald ihren Genre-Orbit um Elemente aus Soul, R&B, Jazz und Funk. 2019 bekam sie den renommierten Montreux Jazz Talent Award, es folgten erste Veröffentlichungen, eine ausgedehnte Tour, ein Vertrag bei Warner Music und Bastelei am Album Could We Be Whole, dass Anfang März erscheint.
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