NerdbyNature: Handmade-Rap mit Indie-Energie

NerdbyNature aus Duisburg machen kraftvollen, handgemachten Rap mit Indie-Elementen. Gegründet um Rapper und Sänger Robin, fanden sich nach dessen ersten Solo-Erfahrungen Musiker aus der lokalen Szene zusammen. Heute besteht die Band aus fünf Mitgliedern. Neben Robin sind das Gitarrist Manuel, Bassist Florian, Backing-Vocalist Seppel und DJ Exot, der auch die Drums übernimmt. Gemeinsam haben sie einen eigenen Sound entwickelt, der persönliche Geschichten mit eingängigen Melodien verbindet.

Seit ihrem ersten eigenen Song im Jahr 2019 haben NerdbyNature kontinuierlich an ihrem Stil gefeilt und eine treue Fangemeinde aufgebaut. Regelmäßig treten sie in Clubs und auf Festivals auf. In ihren Songs erzählt die Band von persönlichen Erfahrungen, von Verlust, Liebeskomplikationen und Selbstreflexion. Dabei verbinden sie eingängige Hooks mit tiefgründigen Texten, die hängenbleiben.

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David Nevory und die Gilmore Girls im Herbst

Ach, der Herbst. Bis Halloween schaue ich gern, wie ein Eishockeymaske tragender Irrer Teenager mit seiner Machete zerhackt. Danach schalte ich auf „cozy“. 

Nichts wie raus zu goldener Sonne und Herbstlaub. 

Doch wohin ich gehe – Paare im Jack-Wolfskin-Partnerlook. Gefrorene Hundescheiße und apokalyptische Wetterkapriolen stören meinen verdienten Frieden dort draußen. Ergo: Rückwärtsgang, raus aus dem Wintermantel, rein in die Jogginghose, ab auf die Couch und auf nach Stars Hollow. Die Gilmore Girls.


Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.


Es ist mir ein liebgewonnenes Ritual, diese Serie in den kalten Jahreszeiten zu schauen. Ein Idyll aus Lichterketten, hochfrequentem Geplapper und Insel-Charme. Dieses Jahr jedoch schleicht sich Unbehagen ein. Etwas stimmt nicht. Es dämmerte mir kürzlich: Die romantischen Beziehungen der Gilmore Girls sind ein komplexes Netz aus Bindungsangst, Selbstsabotage und emotionaler Unentschlossenheit, das die vermeintliche Idylle der Serie bei genauem Hinsehen konterkariert. Was ist da los?

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Die Live-Band der Stunde: Panic Shack reißt Berlin ab

Als die Scheinwerfer angehen, wird der ganze Raum in ein helles Lila getaucht. Die Stimmung im Lark in der Berliner Holzmarktstraße ist heiter, locker, und wie man es von Punkkonzerten kennt, ist die Mischung an Menschen besonders bunt. Erwartet werden Panic Shack, deren Name Programm ist.

Als die vier schließlich auftreten, und dabei locker mit dem Publikum ins Gespräch kommen, knallt einem ihre Bühnenpräsenz bereits entgegen. Es wird das erste Lied angestimmt: „Gok Wan“ vom im Juli erschienenen Debütalbum, das ebenfalls Panic Shack heißt.

Sängerin Sarah Harvey setzt ein „I squat for two hours a day / Not enough to keep the red ring of shame away” während ihre Bandkolleginnen Meg Fretwell, Emily Smith und Romi Lawrence mit dem Rücken zum Publikum stehend Kniebeugen machen. Drummer Nick Boherty-Williams bringt das Tempo. Der Song rechnet auf ironische Art mit Erwartungen an weibliche Körperbilder ab und entfaltet seine Message durch die energiegeladene Performance der Interpretinnen, die vieles zu sagen haben, und alles auf den Punkt bringen.

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Rome Is Not A Town: verträumte Post-Punk-Melodien kompromisslos nach vorn

„We have a history of great tension in the band! And maybe if we were completely sane we would have ended it by now.“

Mit diesem Satz bringen Rome Is Not A Town beinahe beiläufig die Schwierigkeiten, Herausforderungen und Spannungen der letzten Jahre auf den Punkt. Aufgeben? Wäre verständlich gewesen. Doch stattdessen kommt das Post-Punk-Quartett aus dem schwedischen Göteborg kraftvoller und authentischer zurück, als man es je von ihnen gehört hat. Eine Band, in der aus Reibung neue kreative Energie entsteht – und schwierige Zeiten am Ende enger zusammenschweißen. „But going through all this together, good and bad, has made us tighter than ever“, sagen sie heute.

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Van Adam: Bloß kein Mainstream

Die Musik von Van Adam ist definitiv keine Hintergrundmusik, sondern verdient die volle Aufmerksamkeit. Treibendes Klavier, eine markante Stimme und aufwühlende Texte charakterisieren die Songs der Münchner Band rund um Singer/Songwriter Adrian Marwitz und Pianist Murat Parlak.

Songs wie „Die Unendlichkeit“ passen mit der bewegten, fast schon hektischen Melodie perfekt in den Stil von Van Adam. Den hat die BR-Abendschau bei einem Auftritt der Band mal „Chanson-Indie-Liedermacher-Punk“ genannt, und das trifft es ziemlich gut.

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FLORENT: sanfter Indie, harte Großstadt 

Das Leben in der Großstadt kann hart sein – als gebürtiger Berliner weiß Indie-Newcomer FLORENT das nur zu gut. Seine Debütsingle „Stadttauben“ ist ein Versuch, der Feindseligkeit seiner Geburtsstadt musikalisch zu trotzen. 

Der 23-Jährige ist in Neukölln aufgewachsen, hat während der Schulzeit mit dem Gitarrespielen angefangen und sich selbst das Singen beigebracht. Bevor er sich das allererste Mal ins Studio getraut hat, ist er mit seinen eigenen Kompositionen und Coversongs bei allen Open Mics aufgetreten, die ihn ließen. 

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Lila Sovia: Deutschrap in besser

Lila Sovia (they/them) aus Hamburg, ist Teil der deutschen Rap-Szene und gleichzeitig eine ihrer lautesten Kritiker*innen wenn es um Sexismus, Queerfeindlichkeit und Heuchelei geht.  

„Ich fühl mich nicht nur besser / ich bin besser, sing besser / mach mich nicht nur besser / hab die besseren Ideen“, rappt Lila Sovia in „Besser“, der auf Spotify aktuell beliebtesten Single, die dieses Jahr veröffentlicht wurde, und grenzt sich damit auch von anderen Rapper*innen ab. 

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Hotel Rimini: Deutsch-Indie in seiner ursprünglichsten Form

Hotel Rimini aus Leipzig erzählen gern, dass sie ihr erstes Album in einer Hotellobby und ihr zweites an einer verlassenen Tankstelle geschrieben haben. Ob das wirklich so passiert ist, bleibt ihr Geheimnis – aber der Vibe stimmt. Szenisch gedacht, ergibt das alles Sinn. Ihre Alben sind wie kleine Welten, in denen man sich verlieren darf.

Die Musiker:innen rund um Frontmann Julius Forster fanden sich zu Anfang der Coronazeit zusammen. Forster, der ursprünglich aus dem Theater und Schauspiel kommt, schreibt Texte und singt. Seit 2022 veröffentlichen sie regelmäßig Songs. Die Besetzung hat sich dabei zwar verändert, der Kern der Band ist aber geblieben. Ihre Klänge bewegen sich zwischen Klassik und Indie, die Stimme und Lyrik von Forster erinnern hier an eine Mischung aus AnnenMayKantereit und Von Wegen Lisbeth.

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