Sinu: akustische Traumwelten

Das deutsch-türkische Indie-Pop-Duo Sinu erschafft mit klirrenden Gitarren und modernen Beats gesellschaftskritische Poesie.

Das neueste Produkt von Sinan Köylüs und Tim Zeimets vierjähriger Evolution als Duo ist die Single „Salzwasser“. Das Musikvideo landete direkt in den deutschen Youtube-Trends, Regie führte Content-Creatorin Annikazion. Auf Salzwasser könne man leichter schwimmen, wispert Köylü zur leisen Akustikgitarre und lässt das Bild einer unbeschwerten Sommerliebe entstehen. Dieses Bild kippt, als wir im Refrain mit türkischen Lyrics überrascht werden: Plötzlich ist von Tränen im Wasser die Rede – völlig glücklich scheint die Beziehung also nicht zu sein. Dieses ambivalente Spiel ist charakteristisch für das Duo. Hatte man gerade noch das Gefühl, einen Song zu kennen, muss man sich im nächsten Moment neu fallen lassen.
Der Stil ihrer Vorbilder Bon Iver, Milky Chance und Ry X schwingt klar mit in den Songs der Band. Doch Sinu entwickeln auch ihren eigenen Sound. Sie wollen aufrütteln, singen über Konsumkritik, Rassismus und auch ein bisschen über Liebe und Herzschmerz. Eine solch sensible Stimme mit derartig liebevoller Experimentierfreude hört man nicht oft in der deutschsprachigen Musikszene.

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Live-Report: Bardentreffen 2022

Hach, das war wieder schön beim Bardentreffen in der Nürnberger Altstadt. Drei Tage lang bebte die Stadt von der Musik der Straßenmusiker*innen an jeder Ecke und den etwa 70 Bands auf den neun Bühnen, von Größen wie Ton Steine Scherben & Gymmick oder Mal Élevé von Irie Revolte über lokale Newcomer bis zu von weit her Angereisten wie Huun-Huur-Tu aus Tuwa südlich von Sibirien.

Ein großes Highlight war das sympathische australische Duo Tim McMillan & Rachel Snow (wer die beiden nicht eh schon kennt – dringend nachholen!). Unsere liebsten Neuentdeckungen waren die Friedensaktivistin Yael Deckelbaum aus Israel, die kenianische Fernsehmoderatorin Nina Ogot mit ihrer starken Band und die fantastische Soul- und Hiphop-Sängerin Ki’Luanda, die auch schon mit Nürnberger Kolleg*innen wie Ferge X Fisherman und Nobutthefrog unterwegs war.

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