Bon Jour: weicher Alternative-Pop mit Grips

Vom DIY-Trio Bon Jour gibt’s bisher zwar erst drei Singles zu hören, dafür hat die Band gleich schon erste Erfolge gefeiert, unter anderem als Vorband für alt-J gespielt und schon so einige Klicks eingefahren. Neben der Musik haben die Österreicher vor allem auch Spaß an technischen Spielereien: Das Musikvideo zu ihrer zweiten Single haben sie von einer KI basteln lassen, auf ihren Pressefotos sind ihre eigenen Gesichter durch Avatare ausgetauscht und sie nennen sich konsequenterweise eine „3D-köpfige Band“.

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Jessie Monk: Australische Genre-Wandlerin

Geboren in Kanada und aufgewachsen in Australien fing Jessie Monk früh an, sich für die Musik und fürs Tanzen zu begeistern. In Melbourne hat sie unter anderem in David Bowies Musical „Lazarus“ mitgespielt, jetzt hat es sie mit Berlin dauerhaft in eine der Bowie-Städte gezogen. 2021 hat sie dort ihre Debüt-EP veröffentlicht.

Folk, Gypsy-Jazz und Indie mit einer Prise Dolly Parton – so beschreibt Jessie Monk ihre Musik und das passt tatsächlich sehr gut. Die Musikerin probiert sich aus mit komplexen Melodieeskapaden im Gesang, der ohnehin einiges an Stimmgewalt erahnen lässt. Dazu kommen derbe Geigenklänge und rhythmische Gitarre und Percussion. Der countryhafte Refrain in „Mistook You For A Man“ mit den mehrstimmigen Backings und der eher geradlinigen Rhythmik kommt da halb überraschend. Jessie traut sich außerdem auch an anspruchsvolle Cover wie „Kathy’s Song“ von Simon & Garfunkel, bei dem die Latte hoch hängt und man dementsprechend abliefern muss – auch das kein Problem für die Allrounderin.

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Mikk: Songwriter-Pop mit Tiefgang

Die Psyche des Menschen fasziniert Mikk besonders, ob in der Psychologie – ihrer ursprünglichen Schiene – oder in letzter Zeit vor allem als Songwriterin: Shadow Selves wird ihre erste EP heißen. Angelehnt ist der Titel an das psychologische Konzept des „Schattens“ von C. G. Jung.

Aufgewachsen ist die Britin in Österreich. Nach einer Londoner Phase zwischendurch lebt Mikk heute in Wien. Bisher gibt es von ihr drei erste Singles zu hören, bevor im Herbst ihre EP erscheinen soll. Im April und Mai ist sie auch live in Deutschland und Österreich unterwegs.

Mikks Wiedererkennungsmerkmal ist ihre glasklare Singstimme. Die wirkt in ihren Songs auf eine gewisse Weise jugendlich und gefestigt gleichzeitig. Mikk hat außerdem ein Händchen für minimalistische Begleitung. Eine gezupfte Akustikgitarre liefert den prägenden Unterbau zu ihrem Gesang, dazu kommen ab und an zurückhaltende Drums, Streicher, Klavier oder auch Elektronik.

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iluma: Indie-Pop mit Sound-Facetten

iluma aus Regensburg und Köln stehen für wohlaustarierten Indie-Pop mit einer jazzy Note. Im Kern der Band stehen die beiden Frontfrauen Lucca Linke und Corinna Böhm an Gitarre, Synthies und Gesang. Beide sind ausgebildete Musikerinnen und machen schon seit 2013 in verschiedenen Projekten gemeinsam Musik. Mit Luke Scheuermeyer an den Drums sind sie inzwischen als iluma unterwegs und haben Ende 2022 ihre erste EP veröffentlicht.

Die Songs leben vom zweistimmigen Gesang der beiden Sängerinnen, von origineller Rhythmik und interessant eingefärbten Gitarrenchords. Wie in einem Prisma brechen sich bei iluma die verschiedenen Klänge und Stimmen in ihre Facetten. Alles ist dabei eingebettet in einen weichen Sound ohne klare Lead-Stimme.

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Early James: Ausnahmekünstler aus Alabama

Der 29-jährige Early James ist ein Musiker, den man im Blick behalten sollte. Auf das Talent des Folk-Rockers ist immerhin kein anderer als Dan Auerbach von den Black Keys aufmerksam geworden. Der nahm ihn daraufhin auf seinem Label Easy Eye unter Vertrag und nahm ihn als Vorband auf Tour mit. In Auerbachs Studio in Nashville sind außerdem sowohl Early James` Debüt als auch sein zweites Album Strange Time To Be Alive aus dem letzten Jahr entstanden.

Early James macht Folk – aber nicht von der weichgespülten Variante, sondern rotzig und voller Ecken und Kanten. Dabei hat er nicht den einen Sound, sondern trägt seine eigenwillige Art in verschiedene Genres. In „Harder To Blame“ ist die E-Gitarre rough und das Schlagzeug massig, „Racing To A Red Light“ ist ein sanfter Bluessong und der Titeltrack „Strange Time To Be Alive“ hat einen Countryeinschlag und bleibt vorwiegend akustisch, hin und wieder setzt eine wohlabgeschmeckte Jazz-Orgel ein. Bindeglied zwischen den verschiedenen Stilen ist die außergewöhnliche Stimme von Early James: Rau, trotzig und durchdringend zeigt sie den Weg auf.

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Kicker Dibs: urbaner Indie-Rock

Die Berliner Kicker Dibs stehen für Rock mit Drive und deutschen Texten. 2021 kam das Debüt-Album der Jungs raus, Musik machen sie aber schon viel länger – und das hört man auch. Die drei sind ein eingespieltes Team und basteln mit Bass, Gitarre, Drums und Gesang tanzbare Indie-Rock-Songs. Für ihre Single „So’n Gefühl“ bekamen die drei auch noch Unterstützung von Madsen-Frontmann Sebastian Madsen.

Auf scharfkantigen Instrumentals baut sich bei der Berliner Band zügig Energie auf, die nach vorn zieht. Im Mittelpunkt stehen die deutschen Texte im Songwriter-Stil. Wir hören die innere Zerrissenheit einer Generation, die irgendwo zwischen existentiellen Krisen, emotionaler Überforderung und Scheiß-drauf-Mentalität ihren Weg finden muss.

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Teeya Lamée: Leipziger Neo-Soul-Newcomerin

Teeya Lamée ist ganz frisch in der Musiklandschaft aufgetaucht. Im Mai hat die Neo-Soul-Künstlerin mit den orangenen Haaren ihre erste Single veröffentlicht, danach standen erste Konzerte mit Band an. Erst kürzlich hat sie ihren zweiten Song „Pretty Face“ herausgebracht.

Teeya Lamées Geheimrezept ist eine Kombi aus fragilen Gitarren-Arpeggios mit bluesigem Einschlag und ihrer vollen Soul-Stimme. Beim Hören können wir nur erahnen, wie viel Power noch in ihrer Stimme steckt, denn Teeya bändigt ihre Stimmgewalt und bleibt bei dezentem Groove ohne große Ausbrüche, dafür mit viel Wärme und natürlicher Coolness.

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Sunday Morning Orchestra: Soundtrack für Langschläfer

Dass sie sich als Orchester verstehen, meinen die Mitglieder des Sunday Morning Orchestra wohl mehr mit einem Augenzwinkern. Sängerin Maleen Schulz-Kallenbach und Bassist Oliver Zoglauer sind nämlich nur zu zweit. Nach ersten Singles will das Nürnberger Duo zeitnah auch ein erstes Album vorstellen.

Die Kombination aus Gesang und Kontrabass ist ganz klar eine unterschätzte. Das Sunday Morning Orchestra zeigt, wie relaxt und melodisch der minimalistische Ansatz doch klingen kann. Trotzdem holen sie für mehr Bandsound zeitweise auch andere Musiker*innen an Bord – im rhythmischen „Red Roses or Fallen Leaves“ etwa steuert Mitbewohner und bester Kumpel Vinzent Kusche sein Schlagzeug bei und Maleens Vater Jimmi Lafayette spielt Gitarre. Jazzige und bluesige Vibes prägen den Klang, dazu ziehen die Songs nach vorn, ohne hektisch zu sein. Das Sunday Morning Orchestra selbst nennt seine Genres Garage Jazz, Smooth Blues und Pop Noir.

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Seed To Tree: Indie-Pop aus Luxemburg

Vor zehn Jahren gegründet, sind Seed To Tree in ihrer Heimat Luxemburg längst keine unbekannten Gesichter mehr. Die vier Musiker rund um den Sänger und Gitarristen Georges Goerens kommen ab dem Wochenende auch mal wieder für fünf Konzerte nach Deutschland.

​Seed To Tree leben von Gitarren- und Synthie-Sounds. Ihr dreamy Indie-Pop ist durchsetzt von folkigen Einflüssen und Retro-Feeling. Die Texte drehen sich um Themen wie Selbstzweifel, Leistungsdruck oder Konsumkritik: „I can’t see the colors | Of our souls | Underneath of all of our layered, layered clothes„, singen sie in ihrer Single „Rip-Off Game“. Besonderen Wiedererkennungswert hat die kantige Stimme von Sänger Georges.

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