Samuel Bach, besser bekannt als bac, hat sich in den letzten Jahren als musikalisches Chamäleon gezeigt – immer in Bewegung und niemals langweilig. Sein wilder Mix aus Pop und Rap klingt mal wie eine emotionale Achterbahnfahrt, mal wie ein fröhlicher Spaziergang im Park. Seine zweite EP „Manchmal so, Manchmal so“ beschreibt bac wie folgt: „Der rote Faden ist, dass es keinen roten Faden gibt.“ Und wer braucht schon einen?
Seine musikalische Entwicklung wird in jedem neuen Release deutlich. Auf seiner ersten EP experimentierte bac schon mit verschiedenen Stilrichtungen, doch auf „Manchmal so, Manchmal so“ tauscht er den Trap-Vibe mit fluffigen Piano- oder Gitarrensounds. Nicht selten erinnert er in seiner Tonlage und dem Flow an Cro oder gar Max Herre. Zu seinen bisherigen Erfolgen zählt auch der Hit „Rosaroter Tee“, der es in die deutschen Singlecharts schaffte.
Zum Zeitpunkt, an dem ich diesen Text schreibe, hat Levka knapp 20.000 monatliche Hörer*innen auf Spotify, 1.600 Follower auf Instagram und nur eine veröffentlichte Single – ach ja, und einen Plattenvertrag bei Sony. Der Neunzehnjährige behauptet selbst von seiner Musik, dass man sie nicht klar irgendwo einordnen könne; wohl irgendwo zwischen Indie und Pop. Aber Indiepop-Künstler gibt es in rauen Mengen, warum also prophezeit man ausgerechnet Levka so eine erfolgreiche Zukunft?
Wer hätte gedacht, dass deutsche Popmusik so empowernd und edgy sein kann! PANTHA überzeugt mit bissigen Lyrics und energiegeladenen Beats, die tagelang im Ohr bleiben.
Die 23-jährige Musikerin PANTHA sagt in ihren Songs, was sie denkt, und streckt dabei gern mal den Mittelfinger aus. In direkten und self-empowernden Songtexten singt sie über innere und äußere Zwänge wie toxische Beziehungen, Suchtmittel oder gesellschaftliche Erwartungen.
Von Frau Lehmann kommen luftige deutsche Indie-Songs. Die Musik trägt etwas Umherstreifendes, Suchendes in sich und hat doch ihre Bodenhaftung nicht verloren.
Frau Lehmann nennt sich eine Leipziger Band rund um Frontfrau und Texterin Fiona Lehmann. Die Konstellation ist noch frisch – erst zwei Singles hat die Band bisher veröffentlicht. Eine erste EP lässt aktuell also noch auf sich warten, sie ist aber in der Mache.
Die etwas verträumte Lyrik der Songs von Frau Lehmann spinnt sich um Alltägliches herum und transportiert gemeinsam mit den ohrwurmtauglichen Melodien einen fast kindlich-leichtfüßigen Blick auf die Welt. Die Texte lassen sich tragen von der klaren Singstimme von Fiona Lehmann. Dazu gibt’s E-Gitarre mit Retro-Sound, minimalistisches Schlagzeug und klangliches Feingefühl.
Fazit: Mit deutschen Texten, musikalischer Zwanglosigkeit und trotzdem einer Prise unbestimmter Sehnsucht entwickeln Frau Lehmann eine besondere Mischung aus Indie-Pop und Singer-Songwriter-Stil.
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Aus dem Aachener Sommer ist das Kimiko inzwischen gar nicht mehr wegzudenken: Seit 2018 verwandelt die Festival-Crew den RWTH-Campus in eine Feierzone samt wissenschaftlichem Rahmenprogramm. Wir waren am Start und haben euch paar Highlights rausgepickt.
„Have I Lost My Magic?”, fragt sich To Athena in ihrem letzten Album. Die Antwort darauf ist einfach, denn beim Hören ihrer Kammerpopsongs samt neunköpfigem Oorchester wird man auf magische Weise in den Bann gezogen.
Während viele Deutschrap-Künstler:innen ihre Geschichten aus Großstädten erzählen, bleibt BoykottOne bewusst in Friesland. Der Rapper beschreibt das Leben außerhalb urbaner Räume. In den Texten geht es um Isolation, politische Spannungen und die Frage, wie man in einem Umfeld bleibt, das sich spürbar verändert
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Berufsmusiker*in zu sein und bei dem heutigen musikalischen Überangebot herauszustechen, ist gewiss eine Herausforderung. YUNUS schafft es, mit Kopf und Witz neuen Schwung in den deutschen Rap zu bringen.
Bürgerlich heißt der Musiker Johannes Berger, in Sachen Künstlername fiel die Wahl schließlich auf seinen Zweitnamen Yunus. Die Faszination für Rap und Hip Hop hat der Künstler nach eigener Aussage schon früh entwickelt. Nebenbei spielt er außerdem Bratsche und hat sein Faible für gute Texte auch immer wieder erfolgreich als Poetry Slammer unter Beweis gestellt. 2019 veröffentlichte YUNUS seine erste EP Es ist nicht das, wonach es aussieht, Mutter. Im Juni dieses Jahres folgte jetzt die zweite EP Fun Fun Fun. Darauf finden sich fünf Tracks, die unterschiedlicher nicht sein könnten. „Seh kein Himmel mehr, willkommen in meinem Hong Kong“, heißt es in „Scusi, aber nö“. Der letzte Song der EP „Am Schluss“ ist eine Zeitreise durch Vergangenheit und Zukunft. Die Vocals und der disco-trap-artige Beat wecken Nachdenklichkeit und machen dennoch Laune, während YUNUS in „Bleibst du“ todernst und mit krasser Souveränität tiefe Gefühle auf einem Beat on point von Produzent beatmensch5000 serviert.
Fazit: Durch originelle Lyrics und ein gesundes Maß daran, sich selbst nicht allzu ernst nehmen, catcht YUNUS seine Zuhörer*innen, versorgt sie mit coolem Sprechgesang jenseits des Ego-Trippin’ und glänzt zudem nicht nur wegen seiner weiß-blonden Haare durch absolute Realness.
Meilensteine:
2019 EP Es ist nicht das, wonach es aussieht, Mutter
Meist reicht Lennart Schilgen eine Liedzeile, um ein altbekanntes Wort so umzudeuten, dass man plötzlich vor ganz neue Tatsachen gestellt wird. Simple Kalauer kommen hier allerdings nicht heraus, stattdessen clever umgedrehte Wirklichkeiten und elegante Wortwitze. Ob solo oder bis 2018 noch in Bandformation hat Lennart Schilgen zahlreiche Preise abgestaubt und reihenweise Konzerte und abendfüllende Kleinkunstprogramme hinter sich gebracht. Mit seiner EP Populärmusik, die am 9. April erscheinen wird, zieht es den Berliner Liedermacher jetzt zu neuen Ufern: Mehr Richtung Pop soll es gehen, dafür etwas weniger Comedy-Charakter. Auf die ein oder andere textliche Wendung und ein musikalisches Augenzwinkern kann man sich zwischen Kapitalismuskritik, Stalker-Figuren und einem Paar, das sich nur mit geschlossenen Augen blind versteht, natürlich trotzdem verlassen.
Musik unterm Radar: Lieber Lennart, bevor wir über deine EP reden, muss ich dir gestehen, dass ich dich schon einmal auf einer Bühne gesehen habe. Ich war 2017 mal auf einem Konzert deiner damaligen Band Tonträger in der Bar jeder Vernunft hier in Berlin. Und ein Highlight des Abends war für mich, wie du eine Art Chanson auf Französisch gesungen hast und im Laufe des Liedes plötzlich von der Bühne aus über die wackligen Tische der recht gut betuchten Gäste spaziert bist. Dabei hast du dann unter anderem das Glas Weißwein einer Zuschauerin ausgetrunken.
Lennart Schilgen: Oh Gott, da warst du dabei? (lacht) Es ist so absurd, dass dieser Moment mich jetzt wieder einholt. Das war das zweite Programm von Tonträger, ziemlich bald danach haben wir uns nach 15 Jahren aufgelöst. Aber das war tatsächlich einer der Momente, wo ich am meisten aus meiner Komfortzone rausmusste. Die anderen haben gesagt: „Komm, mach das! Das ist cool, das ist witzig.“ Als Zugabe war das dann auch in Ordnung und diese Art davon, sich mal etwas zu trauen, das kann man in der Bar auf jeden Fall machen.
Bisher gab es von dir ja nur Live-Aufnahmen zu hören, unter anderem auch aus der Bar jeder Vernunft. Populärmusik wird jetzt deine erste Solo-Studioveröffentlichung. Wie ist die EP entstanden und wie hast du die fünf Lieder ausgewählt?