MAIIJA: Gefühlvoller Widerstand

Gefühle zeigen – geht das überhaupt noch in 2026? MAIIJA antwortet auf diese Frage mit einem ganz klaren Ja! In ihren Songs dürfen Wehmut und Schwere genauso sein wie Geborgenheit und Leichtigkeit. Und anders als andere driftet sie dabei nicht in Kitsch ab.

Marilies Jagsch ist schon seit über zehn Jahren musikalisch in Wien unterwegs; bereits in ihren ersten Songs sticht vor allem ihr gefühlvoller Gesang hervor. Wenn man ihre Stimme hört, hat man das Gefühl, etwas ganz Empfindlichem, vielleicht sogar Zerbrechlichem zuzuhören. Dabei sind ihre Songs genauso wie ihre Ausstrahlung alles andere als schwach.

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ORA BLU: Blaue Stunde in Songform

Manche Bands klingen, als hätten sie einen ganz eigenen Ort geschaffen, irgendwo zwischen dem letzten Licht des Tages und dem ersten Dunkel der Nacht. Einen Ort, an dem man kurz innehalten kann, bevor alles weiterläuft. ORA BLU aus Berlin sind so eine Band.

Seit ihrer Gründung 2016 haben Henrik (Schlagzeug/Produktion), Marlene (Gesang/Bass) und Kai (Gesang/Gitarre) einen Sound entwickelt, der sich nur schwer in eine Schublade stecken lässt, und das ist eindeutig Absicht. Funky Basslines, sphärische Gitarren, Vocals, die sich ineinander verschlingen: Wer ORA BLU hört, denkt vielleicht an Khruangbin oder Men I Trust, spürt aber schnell, dass da noch etwas anderes mitschwingt. Etwas Eigenes. Ihr Name ist Programm: Die „blaue Stunde“ ist dieser flüchtige Moment bei Sonnenauf- oder -untergang, in dem die Welt kurz so wirkt, als würde sie den Atem anhalten.

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Mega City Four rettete mein Teenager-Ich

1989 steckte mein Teenager-Ich in der Klemme. Gefangen in der dörflichen Provinz, mit Erziehungsberechtigten, die sich nicht die Mühe machten, mich zu verstehen, ahnte ich bereits, dass jenseits von Schützenfest und Fußballverein mehr als das existierte. Aber wo hielt sie sich versteckt, die Subkultur?

Wirst du für das, was du bist, nicht akzeptiert, bleibt dir Resignation oder Rebellion. Ich entschied mich für Letzteres. Meine Freunde hörten Metal. Ich schaute mir gern die Plattencover an, aber die Musik?

The Cure und Bauhaus waren toll, aber von gestern. Bowie und Prince hörte jeder. Ich suchte nach meinem Soundtrack, der sich anfühlte wie ein Geheimnis. Ich suchte Musik, die nur mir gehörte – und fand sie in Mega City Four.


Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.


Im Tele-5-Musikformat Offbeat berichtete die bezaubernde Susanne Reimann von vier jungen Briten, die ihr Debüt Tranzophobia betitelten, weil sie auf unendlicher Tour in der Enge ihres Ford Transit durchgedreht waren. Ein kurzes Interview, ein Einspieler des Songs “Occupation”, schon war alles klar. Ich war nicht mehr allein.

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NerdbyNature: Handmade-Rap mit Indie-Energie

NerdbyNature aus Duisburg machen kraftvollen, handgemachten Rap mit Indie-Elementen. Gegründet um Rapper und Sänger Robin, fanden sich nach dessen ersten Solo-Erfahrungen Musiker aus der lokalen Szene zusammen. Heute besteht die Band aus fünf Mitgliedern. Neben Robin sind das Gitarrist Manuel, Bassist Florian, Backing-Vocalist Seppel und DJ Exot, der auch die Drums übernimmt. Gemeinsam haben sie einen eigenen Sound entwickelt, der persönliche Geschichten mit eingängigen Melodien verbindet.

Seit ihrem ersten eigenen Song im Jahr 2019 haben NerdbyNature kontinuierlich an ihrem Stil gefeilt und eine treue Fangemeinde aufgebaut. Regelmäßig treten sie in Clubs und auf Festivals auf. In ihren Songs erzählt die Band von persönlichen Erfahrungen, von Verlust, Liebeskomplikationen und Selbstreflexion. Dabei verbinden sie eingängige Hooks mit tiefgründigen Texten, die hängenbleiben.

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Van Adam: Bloß kein Mainstream

Die Musik von Van Adam ist definitiv keine Hintergrundmusik, sondern verdient die volle Aufmerksamkeit. Treibendes Klavier, eine markante Stimme und aufwühlende Texte charakterisieren die Songs der Münchner Band rund um Singer/Songwriter Adrian Marwitz und Pianist Murat Parlak.

Songs wie „Die Unendlichkeit“ passen mit der bewegten, fast schon hektischen Melodie perfekt in den Stil von Van Adam. Den hat die BR-Abendschau bei einem Auftritt der Band mal „Chanson-Indie-Liedermacher-Punk“ genannt, und das trifft es ziemlich gut.

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FLORENT: sanfter Indie, harte Großstadt 

Das Leben in der Großstadt kann hart sein – als gebürtiger Berliner weiß Indie-Newcomer FLORENT das nur zu gut. Seine Debütsingle „Stadttauben“ ist ein Versuch, der Feindseligkeit seiner Geburtsstadt musikalisch zu trotzen. 

Der 23-Jährige ist in Neukölln aufgewachsen, hat während der Schulzeit mit dem Gitarrespielen angefangen und sich selbst das Singen beigebracht. Bevor er sich das allererste Mal ins Studio getraut hat, ist er mit seinen eigenen Kompositionen und Coversongs bei allen Open Mics aufgetreten, die ihn ließen. 

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Hotel Rimini: Deutsch-Indie in seiner ursprünglichsten Form

Hotel Rimini aus Leipzig erzählen gern, dass sie ihr erstes Album in einer Hotellobby und ihr zweites an einer verlassenen Tankstelle geschrieben haben. Ob das wirklich so passiert ist, bleibt ihr Geheimnis – aber der Vibe stimmt. Szenisch gedacht, ergibt das alles Sinn. Ihre Alben sind wie kleine Welten, in denen man sich verlieren darf.

Die Musiker:innen rund um Frontmann Julius Forster fanden sich zu Anfang der Coronazeit zusammen. Forster, der ursprünglich aus dem Theater und Schauspiel kommt, schreibt Texte und singt. Seit 2022 veröffentlichen sie regelmäßig Songs. Die Besetzung hat sich dabei zwar verändert, der Kern der Band ist aber geblieben. Ihre Klänge bewegen sich zwischen Klassik und Indie, die Stimme und Lyrik von Forster erinnern hier an eine Mischung aus AnnenMayKantereit und Von Wegen Lisbeth.

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Anda Morts: Klartext aus Linz

Im September hat der Linzer Indie-Punk-Vordenker Anda Morts sein Debütalbum ANS veröffentlicht. Ein wuchtiger Schlag mitten in eine Zeit, in der Themen wie Faschismus, Alltagsfrust, Autobahnen und Nikotin mehr als nur Schlagworte sind. Auf ANS greift er die typische Energie und Direktheit des Punk auf und setzt sie mit viel Gefühl, klarer Haltung und Dringlichkeit in die heutige Zeit um. Seine Musik erzählt vom Gefühl, gefangen zu sein, von Rebellion gegen den Alltag und vom Versuch, sich zwischen Anpassung und Aufbruch selbst treu zu bleiben.

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Anna Katarina: Musik von Menschen für Menschen

Es gibt da diese neue Art von „Kunst“, an der man bald vielleicht kaum mehr vorbei kommt. Die Künstliche Intelligenz ist drauf und dran die Musikszene ganz schön umzukrempeln. Täglich werden tausende neue KI-Songs auf den Streamingplattformen hochgeladen. Auswirkungen sind bereits jetzt zu spüren und die Sorge ist: Jeder neue künstliche Song könnte die wirtschaftliche Grundlage realer Künstler bedrohen, die angesichts der Masse an generierten Tracks schlichtweg im Algorithmus untergehen.

Wem das alles gar kein gutes Gefühl bereitet und wer sich für das echte musikalische Handwerk begeistert, der ist bei Anna Katarina bestens aufgehoben, die sich mit Akustik-Indie und menschlicher Wärme dem Trend entgegenstellt.

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