taal: brandneue Stimmen im deutschen Indie-Pop

Obwohl das queere FLINTA-Duo taal bisher erst drei Singles veröffentlicht hat, zeigen die beiden schon jetzt was für eine Vielseitigkeit in ihnen steckt.

Die allererste Single „alles/nichts“ deutet schon mit dem Titel auf ein eher trauriges Thema: Clara Kieser und Tari Hetzel schildern im Text die Gefühle einer Person direkt nach dem Ende einer Beziehung und erschaffen damit eine perfekte Heartbreak-Hymne. Der Sound erinnert an Lieder von Phoebe Bridgers oder Lucy Dacus.

Die melancholische Stimmung bleibt auch in der zweiten Single „weiße lilien“ bestehen, obwohl man bei diesem Song im Hintergrund auch einen rhythmischen Beat hört, der den Liebeskummer vielleicht etwas abfedert. Der Text ist bildhafter als beim ersten Release: Die Lilien kehren als Metapher immer wieder zurück und verbildlichen das Auseinanderfallen einer Liebesbeziehung.

Ein Wandel in der Stimmung zeigt sich mit dem neuesten Song von taal, „schwerelos“, der thematisch passend zum Pride Month Anfang Juni erschienen ist. Der Sound unterscheidet sich so stark von den ersten beiden Singles, dass man fast meinen könnte, er stamme von anderen Künstler*innen. „schwerelos“ klingt wie ein Sommerhit aus den 2000er-Jahren, thematisiert die Honeymoon-Phase einer Beziehung und das Gefühl, frisch verliebt zu sein.

Fazit: taal haben sich bereits einem größeren Publikum präsentiert – etwa als Support für Neeve oder beim Rock-It-Festival. Das Duo holt einen ab – egal, ob man gerade mitten in einer Trennung steckt oder nur einen entspannten Sommer-Soundtrack sucht.

Autorin:

Veronika Petrušková


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