Anna Buchegger zeigt, wie man vermeintlich Verstaubtes abputzen und in neues Gewand packen kann. In ihrer Musik kombiniert sie Salzburger Dialekt, Heimatgefühle, Jodeln und volkstümliche Klänge mit modernem Pop – und bevor ihr jetzt wegklickt: Ja, das geht! Und ihr solltet es euch anhören.
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FLEECE: Die Band, bei der du du selbst sein kannst
FLEECE ist eine vierköpfige kanadische Indie-Rock-Band bestehend aus den besten Freund:innen Matthew Rogers (Gesang/Keyboard), Megan Ennenberg (Gesang/Gitarre), Jameson Daniel (Gitarre) und Ethan Soil (Schlagzeug). Der Sound und das Genre der Band liegt irgendwo zwischen Jazz, Rock und Indie. Dabei kombinieren sie die einzelnen Präferenzen jedes Bandmitglieds. „Jameson steht total auf Hip-Hop und R&B, Ethan eher auf Jazz, experimentelle und ambientartige Sachen. Megan liebt Folk – und ich interessiere mich irgendwie für alles, was dazwischen liegt“, erzählt der Sänger Matthew in einem Interview.
Ihre Lyrics thematisieren Identitätsfindung, Queerness, Selbstzweifel und gesellschaftlichen Druck. Während die Texte persönliche, tiefgründige Geschichten erzählen, sind die Melodien verspielt und haben einen jazzy Touch: “Ich liebe den Kontrast, in einem wirklich lustigen Song über düstere Dinge zu sprechen”, sagt Matthew.
WeiterlesenMarlene Nadina: Debüt mit melancholischer Eleganz
Marlene Nadina ist eine besondere Entdeckung. Talent und Tiefgang bringt sie beides mit und obwohl sie mit ihrer eindrücklichen Stimme und den jazzy Chanson-Vibes klingt wie eine frühere Ikone, haben sie bisher nur die allerwenigsten auf dem Schirm.
Ihre erste Single „Ganz Sachte“ brachte die deutsche Künstlerin mit bosnischen Wurzeln vor drei Jahren heraus. Nachdem Marlene Nadina danach längere Zeit nur Songs „für die Schublade“ produziert hatte, erschien diesen April ihr Debütalbum Bitter.
Die Musik von Marlene Nadina erinnert an die Atmosphäre eines kleinen Jazzclubs während einer Sommernacht – der erste Track ihres Debüts könnte sich auch gut als Soundtrack zur BBC-Serie Peaky Blinders eignen.
WeiterlesenDarlin: romance is alive
Darlin lässt sich nicht so einfach in eine Genre-Schublade stecken. Ihre Songs wechseln immer wieder zwischen Indie-Pop, Rock, Jazz und chilligen LoFi-Beats oder sind auch manchmal alles in einem. Besonders Darlins Leadgesang und ihr selbst eingesungener Background-Chor ziehen sich als ein Markenzeichen durch ihre Songs und erinnern neben ihrem Pop-Charakter an den ursprünglichen Sound von Rock und Jazz.
Dieser Stil lässt ihre Lieder nicht etwa veraltet wirken. Trotzdem bring Darlin mit diesem Sound ein Stückweit die Entspannung und Romantik von vergangenen Ikonen zurück. Immerhin galt Romantik in der Öffentlichkeit lange genug als out; der Satz „romance is dead“ hat immer wieder die Musik und Literatur der letzten Jahrzehnte geprägt. Dass es auch anders geht, zeigt Darlin mit ihren Songs, die sich wie ein romantischer Korridor durch die Musikszene ziehen.
WeiterlesenLive-Report: Hauptstadtdebüt für The Magic Mumble Jumble
The Magic Mumble Jumble sind eine bunt zusammengewürfelte Truppe und das Paradebeispiel für gut gemachte, peacige Feel-Good-Musik. Die Band liefert fette Sounds, Pop-Melodien, sanfte Balladen, New-Orleans-Jazz-hafte Soli und sehr viel Optimismus und Lebensfreude. Gerade ist die Band auf Tour unterwegs und gab am Mittwochabend im Badehaus ihr allererstes Konzert in Berlin.

Der Start kommt plötzlich: Das leise Einstimmungsgedudel aus den Boxen ist noch gar nicht restlos verklungen, da schießt auf einmal der massive Drumbeat von der Bühne, und zwar so laut und überraschend, dass das Publikum ganz kurz kollektiv zusammenzuckt. Wachgerüttelt löst sich sofort die Stimmung und The Magic Mumble Jumble halten ihr Versprechen, den grauen Großstadtfebruar mit ein bisschen Farbe und Liebe aufzulockern.
WeiterlesenAfra Kane: ein Phänomen
So eine spannende und faszinierende Musikerin wie Afra Kane offenbart sich einem nicht dauernd. Die Musik der Pianistin und Sängerin oszilliert durch verschiedene Klang- und Genresphären, sie zeigt beim Singen Wucht genauso wie Feinsinnigkeit und hat einen mit ihren Charaktersongs direkt an der Angel. Ursprünglich hat Afra Kane klassisches Klavier gelernt, erweiterte dann aber bald ihren Genre-Orbit um Elemente aus Soul, R&B, Jazz und Funk. 2019 bekam sie den renommierten Montreux Jazz Talent Award, es folgten erste Veröffentlichungen, eine ausgedehnte Tour, ein Vertrag bei Warner Music und Bastelei am Album Could We Be Whole, dass Anfang März erscheint.
Weiterleseniluma: Indie-Pop mit Sound-Facetten
iluma aus Regensburg und Köln stehen für wohlaustarierten Indie-Pop mit einer jazzy Note. Im Kern der Band stehen die beiden Frontfrauen Lucca Linke und Corinna Böhm an Gitarre, Synthies und Gesang. Beide sind ausgebildete Musikerinnen und machen schon seit 2013 in verschiedenen Projekten gemeinsam Musik. Mit Luke Scheuermeyer an den Drums sind sie inzwischen als iluma unterwegs und haben Ende 2022 ihre erste EP veröffentlicht.
Die Songs leben vom zweistimmigen Gesang der beiden Sängerinnen, von origineller Rhythmik und interessant eingefärbten Gitarrenchords. Wie in einem Prisma brechen sich bei iluma die verschiedenen Klänge und Stimmen in ihre Facetten. Alles ist dabei eingebettet in einen weichen Sound ohne klare Lead-Stimme.
WeiterlesenSunday Morning Orchestra: Soundtrack für Langschläfer
Dass sie sich als Orchester verstehen, meinen die Mitglieder des Sunday Morning Orchestra wohl mehr mit einem Augenzwinkern. Sängerin Maleen Schulz-Kallenbach und Bassist Oliver Zoglauer sind nämlich nur zu zweit. Nach ersten Singles will das Nürnberger Duo zeitnah auch ein erstes Album vorstellen.
Die Kombination aus Gesang und Kontrabass ist ganz klar eine unterschätzte. Das Sunday Morning Orchestra zeigt, wie relaxt und melodisch der minimalistische Ansatz doch klingen kann. Trotzdem holen sie für mehr Bandsound zeitweise auch andere Musiker*innen an Bord – im rhythmischen „Red Roses or Fallen Leaves“ etwa steuert Mitbewohner und bester Kumpel Vinzent Kusche sein Schlagzeug bei und Maleens Vater Jimmi Lafayette spielt Gitarre. Jazzige und bluesige Vibes prägen den Klang, dazu ziehen die Songs nach vorn, ohne hektisch zu sein. Das Sunday Morning Orchestra selbst nennt seine Genres Garage Jazz, Smooth Blues und Pop Noir.
WeiterlesenAlva: softe Pop-Jazz-Mischung
Verträumt und halb wie in Trance spielen sich Alva an Klavier, Gitarre und Schlagzeug durch eine Welt aus Folk, Pop und Jazz.
Jannike (Gesang, Piano, Percussion) und Jan (Gesang, Gitarre, Drums, Percussion) kommen ursprünglich aus Freiburg und Kassel und haben ihr Duo Alva 2020 in Dublin gegründet, bevor es sie inzwischen wieder in den heimischen Schwarzwald zurück gezogen hat.
Mit ihrem recht minimalistischen Stil und einem jazzigen Einschlag strahlen Alva Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Jannikes voluminöse Stimme trägt die Songs. Mit den Backings ihres Bandkollegen entsteht phasenweise eine dezente Zweistimmigkeit.
Musik-News: neues Album von Ferge X Fisherman
Die Fakten:
Band: Ferge X Fisherman
Genre: Rap, Hip Hop, Jazz
Das ist neu: Album Duality (VÖ 01.04.22)
Das steht an: Deutschlandtour im Mai
Die Analyse:
Das neue Album von Ferge X Fisherman, passt perfekt zur Jahreszeit – greift euch ’ne Musikbox oder Kopfhörer, sucht euch einen Platz in der Sonne und lasst die Gedanken zu den Sounds von Duality treiben. Die alternativen Hip-Hop-Beats gespickt mit lässigen Jazz-Elementen erzeugen Entspannung wie ein Mobile über einem Kinderbett – und dabei ist das Album alles andere als einschläfernd. Die Vocals und Lyrics lassen einen in Trance sinken und leiten durch lebendige Geschichten, voller taffer Realitäten, Liebe und Sommer. Ferge X Fisherman haben auf ihrem Album außerdem starke Gäste am Start. Zusammen mit dem japanischen Jazz-Trompeter Akuya Kuroda, dem US-amerikanischen Rapper Black Milk, dem neuseeländischen Soulsänger Noah Slee und Sängerin Hunter Rose aus Südafrika gelingt ihnen ein einzigartiges Gesamtwerk voller bunter Überraschungen.
Autorin:
Khitam Hussein