Aniqo: mystischer Dark Pop

Aniqo hat etwas Geheimnisvolles an sich. Ruhig und entschleunigt, aber auch ein wenig weltenentrückt klingen die Songs der Musikerin.

Aufgewachsen im beschaulichen Wismar an der Ostsee hat es Anita Goß alias Aniqo vor zweieinhalb Jahren nach Berlin verschlagen. Ihr Debüt-Album BIRTH ist im März erschienen. Als ihre Einflüsse nennt die Musikerin einige der ganz Großen – darunter etwa Nick Cave, David Bowie und PJ Harvey.
Aniqo verleiht ihren Songs eine melancholisch-düstere Grundstimmung, gleichzeitig hat ihre Stimme Strahlkraft und Tiefe. Inzwischen hat die Musikerin auch eine starke Band aus Gitarrist, Keyboarder und Schlagzeuger im Rücken, die den sphärischen Stil einzufangen wissen und weiterentwickeln.

Fazit: Aniqos Melodien setzen sich schnell im Ohr fest. Die Lyrics sind dafür nicht immer leicht zu entschlüsseln, es geht um Ängste, Gefühlswelten und das Vermächtnis früherer Generationen, lassen aber auch Spielraum für eigene Interpretation.

Verlosung: 2×2 Tickets für Und wieder Oktober + Jante

Zusammen mit ihren Musiker-Kollegen von Jante gehen Und wieder Oktober auf eine gemeinsame Deutschlandtour mit lauter Doppelkonzerten. Die Freude ist groß: Nach coronabedingter Zwangspause kann die ursprünglich für 2020 geplante Tour endlich stattfinden.

Wir verlosen insgesamt 2×2 Tickets für die folgenden Konzerte:

  • 25 März 2022 Düsseldorf: The Tube  
  • 26 März 2022 Köln: Artheater
  • 27 März 2022 Wermelskirchen: Kattwinkel’sche Fabrik
  • 12 April 2022 Hamburg: Astra Stube 
  • 13 April 2022 Berlin: Art Stalker
  • 14 April 2022  Leipzig: Moritzbastei
  • 16 April 2022  Chemnitz: Club Krone

Um teilzunehmen, geht auf unser Instagram-Profil und kommentiert bis 10 Uhr am Donnerstag, den 24. März unter dem Post zur Verlosung, zu welchem der Konzerte ihr gern kommen möchtet. Ganz wichtig: Wir benachrichtigen die Gewinnerinnen und Gewinner nach Ablauf der Frist mit einer PM. Wenn ihr benachrichtigt wurdet, habt ihr bis 17 Uhr am Donnerstag Zeit, uns zu antworten und zwei Namen zu nennen, die wir für euch auf die Gästeliste setzen sollen. Meldet ihr euch nicht rechtzeitig zurück, rückt jemand anders als Gewinner*in nach.

Wer keinen Instagram-Account hat, kann trotzdem teilnehmen: Einfach eine E-Mail mit zwei Namen für die Gästeliste und Wunschtermin an redaktion@musik-unterm-radar.com schicken. Die Frist bleibt die gleiche.

Hier könnt ihr schon mal reinhören:

Avielle im Interview: „Kunst eröffnet Dialoge dort, wo sie schwierig erscheinen.“

Auf der ganzen Welt fühlt sich Singer und Songwriterin Avielle zu Hause. Soundtechnisch entführt sie mit ihren Balladen auf eine musikalische Zeitreise – und mit ihren Lyrics in verträumte Mystik. Avielle schreibt über Natur, Liebe und gesellschaftliche Herausforderungen. Ihre Begeisterung, neue Räume zu erschließen, ihre Begegnungslust und das feinsinnige Lauschen in die Natur erschaffen ein einzigartiges musikalisches Gesamtwerk mit Sounds, die die Knie weich werden lassen. Avielles Debütalbum Oread erscheint am 18.03.

© Avielle

Musik unterm Radar: Du hast schon jung angefangen Musik zu machen, zuerst Klavier und Gitarre gespielt, bis du darüber auch zum Songwriting gefunden hast. Dann hast du ein Politikwissenschaftsstudium zwischengeschoben und bringst jetzt dein Debütalbum raus. Wie stoßen diese zwei sehr unterschiedlich geladenen Pole – Musik und Politik – in deiner Kunst aufeinander?

Avielle: Ich war schon immer sehr fasziniert davon, wie man Menschen zusammenbringen, Konflikte auf alternativere Arten betrachten und transformieren kann. Das ist ein Thema, das mich immer wieder begleitet. Auf einer Meta-Ebene geht es darum, Dialoge zu führen – allgemein mit meiner Kunst, aber auch als Politikwissenschaftlerin. Dialoge dort zu eröffnen, wo sie vielleicht schwierig erscheinen. Bei der Kunst, die ich mache, ob Musik, Videokunst, oder sonstige Kunstprojekte, geht es immer darum, Leute zusammenzubringen und Dialoge zu ermöglichen. Es ist sehr stark in mir verankert, dass ich wirklich glaube, dass wir das schaffen können, egal wie unterschiedlich wir sind.

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Dr. Umwuchts Tanzpalast: bunte Truppe aus Bamberg

Sie sind zu sechst und versprühen ein musikalisches Konfetti aus Witz, Lebensfreude und satter Instrumentation: Dr. Umwuchts Tanzpalast aus Bamberg geben Gas.

Seit der Gründung 2010 musste sich besetzungstechnisch erst noch einiges zurechtruckeln, außerdem sind zwei EPs und ein Album entstanden und verschiedenste Konzerte und Festivals gespielt worden. Seit 2020 gibt es Dr. Umwuchts Tanzpalast nun in der aktuellen Besetzung und ein neues Album steht für Mai bereit. Zu hauseigenen Gitarren, Bass, Schlagzeug, Piano, Banjo, Ukulele, Saxophon, Percussion, Synthies, Glockenspiel und Gesang kommen dabei ab und an auch noch Gastmusiker*innen dazu.
Dr. Umwuchts Tanzpalast haben je nach Anlass ein Feeling für breiten Klangteppich, vollen Sound, wohleingesetzte Pausen und fetzige Rhythmik. In ein Genre wollen sie zwar nicht so recht passen, ein Versprechen gibt aber immerhin der Bandname selbst schon ab – denn tanzbar ist die Mucke allemal.

Fazit: Dank geballter musikalischer Manpower gibt es von Dr. Umwuchts Tanzpalast eine wilde Mischung aus Folk, Pop, Liedermacher, Off-Beat-Swing und Disko zu hören.

  • Meilensteine:
    • 2012 EP Bügelhits für Mutti
    • 2015 EP Innovativ, Authentisch, Nah am Menschen
    • 2018 Debüt Freizeit als Beruf
  • Links:

August August im Interview: „Auf der Bühne quatscht uns keiner rein.“

Platte Reime und inhaltslose Songtexte sucht man bei August August vergebens. Stattdessen beobachtet und kommentiert das Duo das Zeitgeschehen und seine Widersprüche durchdacht und pointiert und lässt immer auch Raum für Interpretation. Ihren Bandnamen haben sich Kathrin Ost (Gesang, Bass) und David Hirst (Gitarre) übrigens von einer Nebenfigur aus einem Drei-???-Hörspiel ausgeliehen. Ihr neues Album gibt es seit dem 25. Februar zu hören.

Kathrin Ost und David Hirst – © August August

Musik unterm Radar: Euer neues Album heißt Liebe in Zeiten des Neoliberalismus. Was bedeutet dieser Titel für euch?

Kathrin: Das war erst nur ein Arbeitstitel. Der Kernsong ist „Man kann sich nicht lieben, wenn man kein Geld hat“, in dem ich mir einen der Glaubenssätze unserer Gesellschaft vorgenommen habe. Es geht darum, dass man in viel mehr Bereichen von dem System um einen herum beeinflusst wird, als einem vielleicht bewusst ist. Als Band schreiben wir ja nicht nur unsere eigenen Geschichten, sondern auch, was uns erzählt wird, was wir beobachten oder was zwischen den Zeilen durchscheint. Da merkt man, dass viel Schmerz dadurch ausgelöst wird, wie die Verhältnisse sind. Liebe in Zeiten des Neoliberalismus ist natürlich auch als Provokation gemeint. Eigentlich würden alle sagen: Die Liebe kann nichts zerstören, sie schwebt über allem. Dabei können einem viele Menschen bestimmt andere Geschichten erzählen, wie existenzielle Sorgen daran doch etwas verändern.

Was sind für euch die Themen unserer Zeit?

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The Ella: Pop-Punk-Duo

The Ella aus Chemnitz verarbeiten in ihren Songs Themen wie mentale Gesundheit, die Klimakrise oder toxische Beziehungen. Das Ganze verpacken sie in einer mitreißenden Indie-Britpop-Punk-Mischung.

Obwohl Gideon Liebmann und Filip Bayer schon gemeinsam im Kindergarten waren, brauchte es noch eine ganze Weile, bis die beiden so richtig einen Draht zueinander fanden. Geklappt hat es dann über die Musik. Als Jugendliche spielten sie gemeinsam in einer Band, ihr Duo The Ella gründeten die beiden 2019 während der Abizeit. Ihre erste EP steht gerade in den Startlöchern: Am 25. Februar erscheint Stereo Smoking.
Auf der EP zu hören sind fünf abwechslungsreiche Songs plus Intro. Sänger Filip singt die englischen Lyrics mit passiver Coolness. Darunter legt er mit der E-Gitarre rhythmische Akkorde, deren britischer Sound fasst ein bisschen trotzig wirkt. Drummer Gideon treibt mit seinen durchschlagenden Schlagzeugbeats die Songs voran.

Fazit: Drums, Gitarre, Vocals: Bei The Ella legt jede Komponente der Musik eine packende Rhythmik an den Tag.

Henriette: mystischer Folk-Pop

Henriette ist Weltenbummlerin, Filmmusik-Fan und Songwriterin. Ihre Tracks schreibt sie gern mal in der Badewanne und auch von der Pandemie ließ sich die Musikerin bisher nicht groß beeindrucken, zog sich stattdessen zurück und schrieb in den zwei Jahren an die 70 Songs.

Aufgewachsen ist Henriette im Saarland nahe der französischen Grenze. Später begann sie Musik und Theater zu studieren – allerdings zog es sie dann doch erst einmal in die weite Welt. So lebte und arbeitete sie eine Zeitlang in der Music City Nashville, bevor es sie zurück nach Deutschland verschlug. Heute lebt die Musikerin in Berlin.
Henriette baut mit einfachen Tools Atmosphäre auf. Vor allem Klavier und Gitarre sind recht präsent, halten sich aber immer auch zurück und lassen Raum. Einzelne, stimmungsvolle Töne haben bei Henriette Vorrang gegenüber massigen Akkorden. Verfeinert werden die Arrangements schließlich mit Cello oder Bassharmonika und über allem schwebt Henriettes Stimme mit graziler Mühelosigkeit.

Fazit: Durch ihre glasklare Stimme und eine mit Maß eingesetzter Begleitung gelingt Henriette ein bildhafter, sphärischer Sound.

Total Hip Replacement: Off-Beat-Vibe aus Dänemark und Ghana

Seit sie 14 Jahre alt sind, spielen die Gründungsmitglieder von Total Hip Replacement schon zusammen. Über die Zeit haben sich mehrere andere Musiker*innen angeschlossen – die frischsten Neuzugänge kommen dabei auch geografisch aus einer ganz anderen Ecke.

Total Hip Replacement sind nämlich eigentlich absolute Nordlichter und haben ihre Basis im dänischen Aarhus. Für ihr neues Album, das im Frühling erscheinen wird, haben sich die Dänen aber mit Musikern aus Ghana zusammengetan. Entstanden ist dabei eine mitreißende Mischung aus Pop, Afrobeat, Reggae und dem ghanaischen Genre Highlife. Eine erste Single ist schon zu hören.
Der Stil der neunköpfigen Truppe ist geprägt von schneller Rhythmik, sattem Bläser-Sound und der hohen Stimme von Sänger Victor. Präzision und Feingefühl treffen auf eine jazzige laid-back-Stimmung, gleichzeitig scheint die gemeinsame Leidenschaft für Musik jederzeit im Mittelpunkt zu stehen.

Fazit: Total Hip Replacement und ihre ghanaischen Kollegen gelingen mit ihrer Genre-Fusion ein Experiment, das wohl die meisten von den Sitzen holen dürfte.

Amelie Tobien: Indie-Pop mit Aufbruchsstimmung

Ursprünglich kommt Amelie Tobien aus Salzburg. Zwischendurch hat es sie nach Bordeaux und Dublin verschlagen. 2020 fasste die Singer/Songwriterin neun erste Songs zu ihrem Debüt We Aimed For The Stars zusammen.
Amelie Tobiens Sound kommt mit der leicht rauchigen Stimme und einem wohldosierten Hall etwas dreamy daher. Die Gitarre bringt Singer/Songwriter-Flair mit und Schlagzeug und Backing-Vocals bleiben, wo vorhanden, dezent im Hintergrund. Die ruhigen Songs brauchen nicht viel, um tief einzuwirken und sind schlicht schön anzuhören.

Fazit: Amelie Tobien singt zur gleichen Zeit mit Kraft und Leichtfüßigkeit und wärmt einen mit ihrer angenehmen Stimmlage und Tonfärbung wie ein Lagerfeuer, wenn es abends langsam kalt wird.

Lisa Akuah: introvertierter Folk-Pop

Ruhige Folk-Melodien, gezupfte Akustikgitarre und viel Gefühl machen Lisa Akuahs Lieder aus.

2017 veröffentlichte Lisa Akuah eine erste EP. Seitdem sind eine Handvoll weitere Singles erschienen und für Februar ist jetzt auch ein Debüt-Album geplant. Die Künstlerin lebt in Berlin.
Ihren Stil nennt sie ganz bescheiden Intro-Folk: Musik für Introvertierte von Introvertierten. Tatsächlich wirkt Lisa Akuah ganz bei sich, wenn sie singt, und zeigt dabei eine natürliche Bühnenpräsenz. Ihre Art zu singen ist zurückhaltend und einfühlsam, lässt aber auch stimmliche Kraft durchblicken. Die folkig-akustische Gitarrenuntermalung und die melancholische Stimmung der Songs tun ihr Übriges.

Fazit: Lisa Akuahs Musik steht für sich. Die Musikerin braucht keine großen Gesten, keine Band im Hintergrund und kein Rampenlicht, damit ihre Songs wirken und berühren.