Dorfterror: Drei Akkorde gegen den Faschismus

Das Dorf Oberbillig an der deutsch-luxemburgischen Grenze, irgendwo hinter Trier, klingt auf den ersten Blick nicht nach einem Ort, an dem die subkulturelle Szene groß vertreten ist. Es klingt nach Kirchplatz, Sitzbänken unter Bäumen, älteren Herrschaften und einer günstigen Dorfkneipe. Fakt ist aber: Hier sind vier junge Musiker*innen zusammengekommen, die aus der besonnenen Stille des Ortes volle Punk-Kreativität schöpfen. Seit 2018 pflügen sie mit klarer Haltung und ihrer Drei-Akkorde-Vollgas-Punk-Musik durch die Szene. Dorfterror nennen sie sich und repräsentieren die junge Generation Z, die viel zu sagen hat.

Powerchords, punkige Melodien, schnelle Drums mit peitschendem Bass – Dorfterror spiegeln in ihrem Sound den klassischen Deutsch-Punk wider. Dazu laute, teilweise grölende und rotzige Vocals, damit auch bloß keine Missverständnisse entstehen, was die Botschaften angeht.

Ihre Texte handeln von der ignorierten jungen Generation, von den privilegierten Eliten, die die Zukunft verbrennen, und von der anhaltenden Umweltzerstörung, die kommende Generationen ungebremst treffen wird – während die heutigen Entscheidungsträger sich weigern, Verantwortung für deren Zukunft zu übernehmen. Und klar, als Punkband verstecken sich Dorfterror nicht davor, den Rechtsextremismus anzuklagen. Hier treffen sie eine Art Krankheit, die sich im Land immer weiter verbreitet und bei der Menschenhass mittlerweile in sogenannten Volksparteien salonfähig gemacht wird.

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Ho99o9: Dieses Hiphop-Punk-Gewitter lässt Trommelfell und Hirn wackeln

Punk, Metal, Hiphop und Dubstep in einem? Da klingelt doch was?! Ein amerikanisches Duo lässt an revolutionäre The-Prodigy-Zeiten erinnern: Ho99o9 ist da! Und das lauter denn je.

Seit 2012 vermischen sie alles, was ihnen an Musik in die Finger gerät: theOGM und Eaddy nennen sich die beiden, die ihre Gedanken musikalisch in die Welt schreien. Gegründet in New Jersey erobern sie die Herzen der Liebhaber*innen lauter Musik im Sturm. Mit dem Auftritt beim Afropunk-Festival 2014 bekamen Ho99o9 (gesprochen: Horror) einen Platz in der Newcomer-Liste „10 New Artists you need to know“ des Rolling Stone und sind seitdem weder in ihrer Kreativität noch auf der Bühne zu stoppen.

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Die Live-Band der Stunde: Panic Shack reißt Berlin ab

Als die Scheinwerfer angehen, wird der ganze Raum in ein helles Lila getaucht. Die Stimmung im Lark in der Berliner Holzmarktstraße ist heiter, locker, und wie man es von Punkkonzerten kennt, ist die Mischung an Menschen besonders bunt. Erwartet werden Panic Shack, deren Name Programm ist.

Als die vier schließlich auftreten, und dabei locker mit dem Publikum ins Gespräch kommen, knallt einem ihre Bühnenpräsenz bereits entgegen. Es wird das erste Lied angestimmt: „Gok Wan“ vom im Juli erschienenen Debütalbum, das ebenfalls Panic Shack heißt.

Sängerin Sarah Harvey setzt ein „I squat for two hours a day / Not enough to keep the red ring of shame away” während ihre Bandkolleginnen Meg Fretwell, Emily Smith und Romi Lawrence mit dem Rücken zum Publikum stehend Kniebeugen machen. Drummer Nick Boherty-Williams bringt das Tempo. Der Song rechnet auf ironische Art mit Erwartungen an weibliche Körperbilder ab und entfaltet seine Message durch die energiegeladene Performance der Interpretinnen, die vieles zu sagen haben, und alles auf den Punkt bringen.

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Anda Morts: Klartext aus Linz

Im September hat der Linzer Indie-Punk-Vordenker Anda Morts sein Debütalbum ANS veröffentlicht. Ein wuchtiger Schlag mitten in eine Zeit, in der Themen wie Faschismus, Alltagsfrust, Autobahnen und Nikotin mehr als nur Schlagworte sind. Auf ANS greift er die typische Energie und Direktheit des Punk auf und setzt sie mit viel Gefühl, klarer Haltung und Dringlichkeit in die heutige Zeit um. Seine Musik erzählt vom Gefühl, gefangen zu sein, von Rebellion gegen den Alltag und vom Versuch, sich zwischen Anpassung und Aufbruch selbst treu zu bleiben.

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Panic Shack: Girlband-Starter-Pack in laut!

Sexy, stunnin‘, talented and gorgeous. There’s nothing we can‘t do“ – so die Beschreibung der Band Panic Shack auf ihrem Spotify-Profil. Und das stimmt: Die vier Frauen aus Cardiff in Wales bringen eine starke Mischung aus Punk, Rock und Pop mit und nehmen dazu kein Blatt vor den Mund. All das macht ihre Songs einfach relatable.

Gegründet haben sich Panic Shack 2018. Nach gemeinsamen Konzertbesuchen entschieden sich Sängerin Sarah Harvey, Bassistin Emily Smith und die beiden Gitarristinnen Meg Fretwell und Romi Lawrence dazu, selbst Musik zu machen und eine Band zu gründen. Seit ihren ersten Singleveröffentlichungen im Jahr 2020 ging es für Panic Shack relativ steil nach oben: 2022 veröffentlichten sie ihre erste EP, wurden 2023 vom New Musical Express zu den 100 aufstrebenden Künstler*innen 2023 gezählt und veröffentlichten im Juli 2025 schließlich ihr Debütalbum Panic Shack, das mit viel Begeisterung aufgenommen wurde.

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SUCK: Punk’s not dead

Rau, unzensiert, laut und gaga – SUCK sind zurück. Die Band aus Hamburg und Kassel reizt die musikalischen Grenzen gnadenlos aus und katapultiert einen direkt und ohne Vorwarnung in die ungefilterte und provokante Welt der Punks.

Die schnellen, kraftvollen Drums von Schlagzeuger Patrick und die wild-spielerischen Bass- und Gitarrenelemente von Jakob und Nils, sind hemmungslos und emotionsgeladen – direkt in your face.

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The Skanks: Lautstärkepegel in den roten Bereich

Stell dir vor, du befindest dich in der Mitte eines Raumes. Um dich herum eine Band: Gitarre, Bass, Schlagzeug. Mit dem ersten Ton baut sich ein Energiefeld um dich herum auf. Näher kannst du dem Sound und Vibe einer Band nicht sein. Die reine Kraft, ungefiltert. Genau dieses Power-Gefühl überträgt die Band The Skanks – eine Punk-Band, die auf jeglichen großartigen Effekt-Hype verzichtet und genau das aufs Aufnahmeband bringt, was direkt aus ihren Instrumenten kommt.

Der Sound ist oft schnell, leicht kratzig und authentisch – Garage-Punk-Rock eben, direkt auf den Punkt. Mit ihrer letzten Single „Take It Back” lassen The Skanks den Lautstärkepegel wieder in den roten Bereich steigen. Der Track geht mit einer gewissen Ungezügeltheit nach vorne, zeigt sich leicht aggressiv und hat den richtigen Rhythmus.

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KOSMO: Den Mund voller Noise!

Die innere Mitte finden oder dem chaotischen Alltag entfliehen? KOSMO helfen dabei mit ihren Sounds – so zumindest das Angebot der Nürnberger Punk-Band an alle lieben Menschen. Fest steht: KOSMO halten ihr Wohlfühlversprechen mehr als ein und treffen mit ihrem fulminanten Sound direkt ins Chakra.

Ebenso klar ist: Die vier Musiker*innen entfalten eine beeindruckende Energie, wenn sie zusammen spielen. Nach der KOSMO-Therapie fühlt man sich mehr als nur erfrischt. Kaum zu glauben, dass sich die Band erst 2024 in dieser Formation gefunden hat.

Klassische Drei-Akkorde-Punkmuster verschmelzen bei KOSMO mit modernen Elementen des Post-Punk, ergänzt durch geschmackvolle Effekte – das sogenannte Noise kommt dabei keinesfalls zu kurz.

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Kind Kaputt: Indie-Punkrock zum Ängste Rausschreien

Kind Kaputt sind ein Ventil. Für alle, die sich manchmal überwältigt und machtlos fühlen, für alle, die dem politischen Wandel die Stirn bieten wollen. Das Trio besteht aus dem Sänger und Gitarristen Johannes Prautzsch, dem Gitarristen Konstantin Cajkin und dem Schlagzeuger Mathis Kerscher und etabliert sich seit 2016 als deutsche Indie-Punkrock-Band.

Ihre Themen sind vielfältig. Mal beziehen sie sich auf die Gesellschaft als Ganzes, wie in der Single „Anfang und Ende“ aus dem Album Morgen ist auch noch kein Tag (2022), die mit dem Kapitalismus abrechnet. Andere Songs wie „Es geht“ aus dem Jahr 2021 handeln stattdessen von dem Kampf mit sich selbst und geben einen Einblick ins eigene Innenleben. In dem Feature mit Sperling (hier geht’s zum Band-Portrait) teilen die Künstler ihre Gefühle von psychischer Abgestumpftheit, emotionaler Taubheit, sozialem Rückzug und dem ständigen Auf-der-Stelle-Tappen aus Angst vor Veränderung.

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