Behind The Scenes: Die junge Musikszene der Berliner Festspiele

„Hier hat man einen Stellenwert, den man sonst nicht genießt. Hier wird man wertgeschätzt.“

Kira (19) und Leander (18)
© Katharina Köhler

Kiras Duo-Partner Leander und sie haben gerade einen Workshop zum Thema Songwriting hinter sich und sind gerade in der Mittagspause. „Es war spannend zu hören, was jemand anders für Methoden beim Songwriting hat, weil es einem ganz neue Möglichkeiten zeigt. Die werde ich auf jeden Fall anwenden“, berichtet Kira von der Workshop-Session. Für den Rest des Tages haben sie sich für einen Workshop zur Strukturierung von Bandproben und ein Einzelcoaching in Studioproduktion entschieden, erzählt Leander. „Wir haben Arrangements, die aufs Livespielen ausgelegt sind und nicht unbedingt aufs Studio. Da ist dann die Frage, wie man das am besten produziert und da gibt es unglaublich viel zu lernen.“

Er habe oft das Gefühl, dass der Beruf des Musikers in der Gesellschaft nicht besonders hoch angesehen sei, sagt Leander. „Hier hat man einen Stellenwert, den man sonst nicht genießt. Man wird wertgeschätzt.“ Kira und Leander haben inzwischen ihre Base in Köln, sind aber ursprünglich vom Dorf, wo die Kulturlandschaft überschaubar war. So viele Gleichgesinnte auf einem Haufen zu treffen und sich austauschen zu können, ist für sie eine neue Erfahrung. „Wir haben mit einer Band darüber gesprochen, wie wir unser Booking machen. Die waren richtig begeistert davon und schauen sich das jetzt ab. Dafür haben sie uns erzählt, wo sie professionelle Bandfotos herbekommen haben“, erzählt Kira.

Dieses Phänomen beobachtet Juror Marco Trochelmann auf den Treffen immer wieder. „Wer Kunst macht, muss viel Zeit investieren. Man übt, produziert, nerdet bisschen rum.“ Junge Talente würden sich nicht selten auch allein oder jedenfalls anders fühlen. Bei Festivals wie dem Treffen junge Musik-Szene kann daraus ein Aha-Moment werden: „Ey, die sind ja so wie ich, wie cool ist das denn!“

Der Zauber des Treffens liegt auch für Volkan Türeli genau in diesem Knüpfen von Kontakten: „Unabhängig von Herkunft oder Klasse kommen hier alle als Team zusammen, um zu jammen und sich auszutauschen. Über die Jahre entstehen hier auch Freundschaften.“ Von einem elitären Kunstverständnis hält er dagegen nichts: „Was wir den jungen Leuten vermitteln wollen, ist: Du kannst alles machen, was du willst.“

Die Preisträger*innen des Treffens junge Musik-Szene:
Caecilia | chaoswithlegs | Eilika Händel | Estate | Flacker | Kira | Kiraundleander | Lucas Dippold | Palko | patron75 & 147unique | Prestine Vergine | Rockytrio | Smilla und Mathilde

Für einen kleinen Eindruck guckt auch auf unserer Newcomer-Playlist auf Spotify vorbei. Die nächste Bewerbungsphase für das Treffen junge Musik-Szene 2023 startet im Frühjahr.

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