Das Leben in der Großstadt kann hart sein – als gebürtiger Berliner weiß Indie-Newcomer FLORENT das nur zu gut. Seine Debütsingle „Stadttauben“ ist ein Versuch, der Feindseligkeit seiner Geburtsstadt musikalisch zu trotzen.
Der 23-Jährige ist in Neukölln aufgewachsen, hat während der Schulzeit mit dem Gitarrespielen angefangen und sich selbst das Singen beigebracht. Bevor er sich das allererste Mal ins Studio getraut hat, ist er mit seinen eigenen Kompositionen und Coversongs bei allen Open Mics aufgetreten, die ihn ließen.
Die Inspiration zu FLORENTs erster Single kam zufällig: Eine auf dem Balkon seiner Kreuzberger Wohnung nistende Taube wurde für ihn zum Symbol für die Verletzlichkeit von Lebewesen in einer Umgebung wie Berlin. Den Song, der daraus entstand, widmete er in einem TikTok der halbzahmen Stadttaube „Oßkar“ des Tierschützers und Influencers Malte Zierden. Das Video ging viral und zog Zierdens Aufmerksamkeit auf sich. Der stellte schließlich Kontakt mit dem Verein Hamburger Stadttauben her, für die FLORENT eine Spendenaktion startete.
Statt mit Berliner Schnauze und grimmiger Miene reagiert FLORENT mit sanften, empathischen Tönen auf seine raue Umgebung. Seine Musik verzichtet auf überladene Produktionen, klingt roh und ist eine bewusste Rückbesinnung auf das Wesentliche. Er selbst sagt dazu: „Das Minimalistische war von Anfang an klar und der Song sollte ehrlich und nachhaltig klingen.” Das gelingt und „Stadttauben” wirkt wie eine kleine Auszeit im hektischen Alltag.
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