Emersound: musikalische Reise um die Welt

Die Musiker von Emersound verbinden die musikalische Energie aus ihrer brasilianischen Heimat mit anderen Stilen aus der ganzen Welt. Was dabei entsteht, ist etwas ganz Besonderes.

Die Truppe um Frontmann Emerson Araújo hat sich inzwischen in Berlin angesiedelt und versprüht ihre Vibes von dort aus in ganz Europa. Zwei Studioalben und ein Liverecording haben sie schon gemeinsam in Umlauf gebracht, die Konzerte der energiegeladenen Band lohnen sich erst recht.
Die unschlagbare Mischung aus lateinamerikanischen Rhythmen, Funk, Afro-Beat, HipHop und Reggea zieht bei ihrem Publikum ohne Frage. Schlagzeug und Percussion geben das südamerikanische Grundfeeling vor, die Gitarre sorgt je nachdem für eine Prise Funk oder Reggea. Emerson Araújo ist mit seinem Sprechgesang und dem charismatischen Auftreten das Gesicht von Emersound. In Brasilien und Chile ist der Name Araújo wohl längst nicht mehr unbekannt, um die Leute hierzulande von ihrer gut gelaunten, urbanen und etwas exotischen Art zu überzeugen, haben sie sich mit Berlin wahrscheinlich schon einmal das beste Terrain ausgesucht.

Fazit: Für alle, die bei Musik grundsätzlich den Drang haben, sich zu bewegen, und mal Lust auf etwas anderes haben, ist Emersound die richtige Wahl. Sie haben ein Gefühl für verschiedenste Genres, texten in verschiedenen Sprachen und wirken unglaublich offen – man hat fast das Gefühl, dass Emersound überall auf der Welt zuhause sind.

  • Meilensteine:
    2011 Mi Raza
    2015 Live In Santiago De Chile
    2016 Música Propria
  • Umleitung: http://emersound.net/

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Ryan McMullan: Pop-Star von Morgen

Ryan McMullan, Singer-Songwriter aus dem nordirischen Belfast, ist gerade dabei, die Pop-Szene zu erobern.

Der erste Vorbote für ein Debut-Album ist gerade am 14.9. auf den Markt gekommen: Die Single „Bowie On The Radio“ ist ein Tribut an David Bowies „Heroes“ und erzählt eine Geschichte aus dem nächtlichen Manhattan.
Mit seiner Art zu singen, reiht McMullan sich ein in die Tradition gehypter Sänger wie James Blunt oder Ed Sheeran, deren Markenzeichen ebenfalls eine besonders sanfte und gleichzeitig voluminöse Stimme ist. Bei letzterem war McMullan passenderweise auch schon als Vorband dabei, weitere Konzerttermine für die nächste Zeit – unter anderem auch in Deutschland – sollen demnächst bekannt gegeben werden. Stimmlich deckt Ryan McMullan ganz klar ein weites Spektrum ab, von zarten Tönen in der Höhe über ausladende melodische Verzierungen bis zu fast souliger Power.

Fazit: Ryan McMullan hat mit „Bowie On The Radio“ soeben den Anfangsstein für eine vielleicht steile Karriere gelegt. Man sollte also abwägen, ob man sich die kommenden Veröffentlichungen und die Auftritte in Deutschland entgehen lassen möchte, denn wer weiß, wie lange der Mann noch „bloß“ ein Geheimtipp bleiben wird.


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Luc Stargazer: epischer Shoegaze

Das Rock-Quartett Luc Stargazer legt einen fetten Sound an den Tag.

Obwohl die Band sich bereits 2010 gegründet hatte, war sie bis vor kurzem abgesehen von einer EP recht zurückhaltend, was Studioaufnahmen angeht. Ende August kam dafür endlich ein komplettes Album auf den Markt. Und das Warten hat sich gelohnt: Lunascape ist eine starke Platte geworden.
Dass Luc Stargazer seit ihrer Gründung vor fast einem Jahrzehnt einiges an Banderfahrung sammeln konnten, spiegelt sich nämlich auch in Lunascape wieder. Das Album ist angenehm ausgereift, die Band wirkt selbstsicher und routiniert. Die Tracks klingen im Allgemeinen sphärisch, aber dennoch bodenständig und nicht überzogen. Wirklich Spaß machen die saftigen Rock-Riffs der Gitarre und das wuchtige Schlagzeug. Zusammen mit der intensiven Stimme des Sängers und dem gut dosierten Hall werden die Songs richtig episch. Sehr schön auch, wie diese aufgeladene Atmosphäre immer wieder von ruhigen, rein instrumentalen Interludes durchbrochen wird. Tracks wie „4 A.M.“ oder „Saturn“ holen die Hörerschaft wieder auf den Boden zurück, verbreiten Melancholie und scheinen eine ganz eigene geheime Geschichte zu erzählen.

Fazit: Zwei Pole in der Musik zu verbinden, ist keine leichte Sache. Luc Stargazer bringen es fertig, auf einen Song voller Power einen zweiten mit fast zerbrechlichen Tönen folgen zu lassen, ohne dass es unpassend klingt.


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Laura Heller: Weltenbummlerin mit Musik im Gepäck

Abenteuerlust und Fernweh: Wer ab und an solche Gefühle hat, der sollte schleunigst einmal in die Musik der jungen Folk-Musikerin Laura Heller reinhören.

Der Titel ihres Debuts Travelling Further erklärt schon, auf wie ihre Lieder entstanden sind: fernab ihrer Heimat Eichstätt auf Backpacking-Tour in Asien und Australien. Und diese Lebensweise scheint es ihr angetan zu haben, schließlich ist sowohl der klassische Weltenbummler wie auch der Prototyp des Folk-Musikers zwar gesellig, aber vornehmlich allein unterwegs. So wundert es nicht, dass Laura Heller vor allem auf Gesang und Gitarre setzt, zur Unterstützung kommt höchstens mal ein Banjo oder eine Blues Harp dazu.
Laura Heller singt leichtfüßig und unbekümmert, die Songs sind trotz minimalistischer Instrumentation voller Leben. Ihre Titel klingen trotz allem nicht zu seicht, man merkt der Musikerin an, dass die Texte Bedeutung für sie haben, und ihre Stimme ist zwar zart, jedoch keinesfalls zerbrechlich.

Fazit: Mit Laura Heller ist die Welt des Folk um eine besondere junge Musikerin reicher.


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Go!Zilla: vielversprechender Rock aus Florenz

Vier Italiener haben sich 2011 zusammengetan, um als Go!Zilla gemeinsam ihrer Leidenschaft für psychedelischen Garage-Rock nachzugehen.

Die beiden Sänger und Gitarristen von Go!Zilla Luca Landi und Mattia Biagiotti werden ergänzt durch Fabio Ricciolo am Schlagzeug und Niccolò Odori, der den Synthesizer und die Perkussion übernimmt. Seit ihrer Gründung 2011 haben die vier praktisch jede Chance zum Auftreten genutzt, waren auf Tour in Europa und den Vereinigten Staaten und haben den ein oder anderen Record herausgebracht.
Für Ende September ist nun ein neues Album angekündigt. Hört man dessen Titel Modern Jungle’s Prisoners zum ersten Mal, hofft man schon heimlich auf eine eine gesellschaftskritische Richtung und tatsächlich soll die neue Platte ein Konzeptalbum mit klarem Thema werden: psychische Struggles in Großstadtdschungel und Betonwüste. Da hat man schnell expressionistische Gemälde im Kopf. Die vorabveröffentlichte Single „Demons Are Closer“ ist zum überwiegenden Teil instrumental gehalten. Die Band startet mit mächtigen Gitarrenriffs und Schlagzeug, wechselt dann aber in einen weniger beladenen, mysteriösen Part – die perfekte Basis für spärliche Liedzeilen wie „demons are rising in my head all the time“. Immer wieder springt die Band zwischen aufgewühlten Riffs und leisen, sich anpirschenden Tönen hin und her. Diese teils recht abrupten Wechsel passen klar in die bedrohliche Grundstimmung des Songs und sorgen trotz wenig Vocals für Abwechslung.

Fazit: Die Welt braucht gute Konzeptalben und Go!Zilla können sich hören lassen. Mal sehen, wohin die Reise noch geht.

  • So klingt’s: sehr unterschiedlich. Mal gruselig-düster mal peppig und schlagfertig
  • Meilensteine:
    2013 Debut Grabbing A Crocodile
    2015 Sinking In Your Sea
    September 2018 Modern Jungle’s Prisoners
  • Getextet: „Demons are rising in my head all the time“ (Demons Are Closer)
  • Umleitung: https://tideselekta.com/de/promo/24/gozilla

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Verlosung: 2×2 Tickets für The Sherlocks

| Die Teilnahmefrist für diese Verlosung ist bereits abgelaufen. |

Sie sind jung, energiegeladen und machen einfach super Indie-Rock. In ihrer britischen Heimat sind The Sherlocks längst eine der angesagtesten neuen Bands. Nach ersten EPs, BBC-Features und einem Auftritt beim berühmten Reading & Leeds Festival gibt es seit letztem Jahr mit Live For The Moment endlich ein vollständiges Album von den Jungs.


Zum ursprünglichen Beitrag über The Sherlocks mit Video zum Reinhören geht es hier.


Platten sind ja schön und gut – live ist trotzdem immer besser! Aus diesem Grund verlost Musik unterm Radar 2×2 Tickets für die beiden einzigen Deutschlandkonzerte der Briten:

29.09.2018        Osnabrück         Kleine Freiheit

01.10.2018        Köln                        Blue Shell

Die Teilnahme ist ganz einfach: Schickt eine Mail mit der Betreffzeile Verlosung „The Sherlocks 2018“ an musik-unterm-radar@gmx.de und gebt darin bitte euren vollständigen Namen an und zu welchem der beiden oben genannten Konzerte ihr kommen möchtet. Die beiden Gewinner bekommen Plätze für sich selbst plus eine weitere Person für das ausgewählte Konzert.
Teilnahmeschluss ist der 26. September 2018!

#zweiraumsilke: HipHop-Kollektiv mit Wumms

Jung, voller Energie und mutig genug, sich an neue Ideen heranzutrauen: #zweiraumsilke beweisen, dass man mit einer gehörigen Portion HipHop-Coolness, sympathischem Auftreten und nicht zuletzt einer tollen Band eine ganze Menge anstellen kann.

Für so einen starken Sound, wie ihn #zweiraumsilke fabrizieren, braucht es eine große Band. Hinter dem Frontduo aus Rapper und Sängerin stehen also auch noch eine Bläserfraktion, Schlagzeug und Saiteninstrumente von der E-Gitarre bis zum Cello. In ihrer fränkischen Heimat haben sie sich längst einen Namen gemacht, mit Crowdfunding-Unterstützung wurde sogar der Traum von der ersten eigenen Platte (sie trägt den schönen Titel Zielstrebig Planlos) wahr.
#zweiraumsilke toben sich quer durch die Stile – neben Rap und HipHop wagen sie sich zum Beispiel an Jazz und lateinamerikanische Musik – und wenn es darum geht, trotz einer großen Gruppe ein ausgereiftes musikalisches Zusammenspiel zu beweisen, legen sie ein ähnlich gutes Gespür an den Tag wie die Brass-HipHop-Profis von Moop Mama. In spannenden Fills zeigen die Musiker, dass sie es verstehen, das richtige Maß an Lautstärke und Akzenten zu finden und dass sie mit ihrer vielseitigen Besetzung und vor allem durch gut abgestimmtes Spiel tolle Atmosphären erzeugen können.

Fazit: Mit der Musik von #zweiraumsilke kann man ruhig mal die Leistung der Boxen ausreizen. Noch besser ist nur noch der Besuch beim Konzert. Man kann der Truppe nur wünschen, dass sie bald so richtig durch die Decke gehen.

Hannah & Falco: Musikalisches Dreamteam

Ein Würzburger Pärchen ist drauf und dran, die deutsche Folk-Szene zu verzaubern. Hannah Weidlich und Falco Eckhof, seit anderthalb Jahren gemeinsam als Duo Hannah & Falco zu hören, zeigen mit viel Gefühl und warmem Gesang, wie schön Zweistimmigkeit klingen kann.

Mit gerade einmal 19 und 22 Jahren sind Hannah & Falco noch sehr jung in der Welt des Folk. Ihre erste EP Blind For The Moment haben die beiden noch im Musikraum einer Schule aufgenommen, herausgekommen ist nach Basteleien im eigenen Studio und Mastering von Profis in den USA allerdings eine wunderschöne, ausgereifte Zusammenstellung.
Die Songs aus der Feder von Falco Eckhof strahlen allesamt eine angenehme Gelassenheit aus. Das Duo singt die harmonischen zweistimmigen Passagen mit sanften Stimmen, sie setzen Nachdruck nur da ein, wo er gebraucht wird und bleiben ansonsten bei ruhigen Klängen. Als Unterstützung zu Falcos Gitarre und Hannahs Mundharmonika hat sich das Duo mit der Gruppe Familiar Faces weitere junge Musiker dazu geholt, die die Stimmung der Titel schön aufgreifen und fortentwickeln, ohne die gefühlsbetonten Titel unter zu viel Instrumentalsound zu begraben.

Fazit: Hannah & Falco sind eine besondere Entdeckung, die trotz ihrer noch verhältnismäßig kurzen gemeinsamen Zeit als Duo bereits bemerkenswert eingespielt sind. Mit Blick auf die Zukunft kann man also gespannt sein, was man in den nächsten Jahren noch von ihnen hören darf.

  • Meisterwerk: auf diesem Blog natürlich Under The Radar
  • Getextet: „We are too young to give up yet“ (Blind For The Moment)
  • Umleitung: https://www.hannahandfalco.com/

Live-Report: Bardentreffen 2018 – Musik verbindet

Mit dem Titel "Musik-News" erscheinen an dieser Stelle von nun an mehr 
oder weniger regelmäßig Neuigkeiten über Bands, Alben, Tours und
andere Hintergrundgeschichten. Welche Musik-News sollten hier noch
unbedingt auftauchen? Schick gern eine Nachricht durch!

Zum 43. Mal hat das Bardentreffen in der schönen Nürnberger Altstadt dieses Jahr MusikerInnen und Musikbegeisterte aus aller Herren Länder angezogen. Nach dem Startschuss am 27. Juli war die Stadt wieder einmal für drei Tage voller Musik.

Neben den offiziellen Bühnen sind die zahlreichen Straßenmusiker jedes Jahr ein Highlight des Weltmusik-Festivals: Überall bilden sich Zuschauertrauben, wenn die Musik der einen Band im Vorbeigehen langsam leiser wird, hört man schon den nächsten Trommelrhythmus von der Gruppe zehn Meter weiter. Kinder mit Blockflöte finden genauso ihre Bühne wie professionelle Bands, lokale Gruppen wechseln sich in den besonders frequentierten Ecken der Altstadt kamaradschaftlich mit weitangereisten Musikerkollegen ab. Folk, Indie, Rock, Klezmer, Dudelsack, Klassik – alles ist dabei, man sieht exotische Instrumente, hört fremde Sprachen und Skalen. Thema des Festivals ist dieses Mal „RAP – Rhythm And Poetry“. Deutsche Nachwuchsrapper wie Goldroger und #zweiraumsilke sind dabei, aber auch Gruppen wie N3rdistan aus dem arabischen Raum, Lo & Leduc aus der Schweiz, Dàimh aus Groß-Britannien oder Suistamon Sähkö aus Finnland. Sie alle zeigen, dass Sprechgesang vielfältig ist, komplex, poetisch und politisch sein kann und sich bei weitem nicht auf den viel diskutierten Gangsta-Rap mit vulgären und zum Teil diskriminierenden Texten beschränkt.

Wie immer gab es auf dem Bardentreffen viel zu entdecken. Die ein oder andere Gruppe wird hier früher oder später sicher auch einen eigenen Beitrag bekommen. Bis dahin hier schon einmal ein kleiner Eindruck vom bunten Treiben:

Fotos: © 2018 Katharina Köhler – alle Rechte vorbehalten

Hier geht’s zum Bericht über das Bardentreffen 2017.

Lutopia Orchestra: Blues-Rock zu zweit

Am Lutopia Orchestra ist vieles faszinierend. Dass sie als verheiratetes Paar gemeinsam Straßenmusik machen. Dass sie zu zweit sieben verschiedene Instrumente spielen. Dass sie Antonia und Toni heißen. Und dass sie als Duo einen so starken Blues-Rock hinlegen, wie es so manche voll besetzte Band nicht hinkriegt.

Obwohl sie aus Sibirien kommt und er aus Thüringen, haben sich die beiden im Schleswig-Holsteinischen Lübeck kennengelernt. Antonia ist im Dienste des Blues von Klavier auf E- und Kontrabass umgestiegen, er spielt Gitarre, Akkodeon, Banjo und für die Soli Ventilposaune, parallel dazu bearbeitet er ein Fußschlagzeug.
Die Musik des Duos ist nichts für Softies: Der Sound ist hart, die Stimmen der beiden rau und frech. Neben Basslines und Gitarrenakkorden im Bluesschema sind auch einige Polka-Stücke wie „Blumen für die Damen, Schnaps für die Herrn“ mit dabei und so verbreiten die beiden ordentlich Stimmung.

Fazit: So etwas wie das Lutopia Orchestra gibt es wohl nicht oft auf der Welt. Auf den ersten Blick vielleicht etwas skurril, freundet man sich doch schnell an mit dem Duo und ihrer abgedrehte Musik und lässt sich mitreißen.