Nachdem er seine erste Gitarre als Kind von seinem Großvater geschenkt bekam, brachte sich Marc Amacher selbst das Spielen auf dem Instrument bei. Seine Leidenschaft für die Musik – und ganz besonders für die bluesigeren Töne – hat seitdem nicht abgelassen.
Mit seinem Album Roadhouse sackte Marc Amacher 2019 den Preis der deutschen Schallplattenkritik ein. Ende Januar kommt das neue Album Grandhotel heraus. Eine besondere Ehre wurde Marc Amacher ebenfalls 2019 zuteil, als er bei drei Konzerten von Gitarren-Großmeister Eric Clapton als Vorband auftreten durfte. In seinen Songs lässt einen die rauchige Stimme von Anfang an in den Sphären des Blues versinken. Amacher lässt sich Zeit mit seiner Musik, der Schlagzeug-Beat weist stampfend den Weg, eine verzerrte E-Gitarre dröhnt von weither und der Gesamtklang ist kantig und ungeschönt.
Fazit: Wie auf einer Zeitreise fühlt man sich beim Hören von Marc Amachers rauen, unverfälschten Songs.
Mit zwölf entdeckt Sorah Hip-Hop für sich und fühlt sich plötzlich verstanden. Heute rappt die Wahlberlinerin mit englischen und algerischen Wurzeln selbst. Furchtlos und kritisch setzt sie sich mit unserem gesellschaftlichen System auseinander, positioniert sich klar gegen Sexismus und jede Form von Gewalt und macht Mut, für sich selbst einzustehen.
Multikulturell sozialisiert durch ihr Aufwachsen in Großbritannien und Frankreich beschäftigt sie sich früh mit gesellschaftlich relevanten Themen. Mit dem Hip-Hop findet sie einen Weg, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken und ihre Botschaften mit der Welt zu teilen. Ihre Texte über das Leben, Feminismus, Selbstbestimmung und gegen Gewalt schreibt sie auf Englisch, Französisch und Deutsch. Sorah flowt selbstbewusst und bestimmt auf düstere, starke Beats. Oft mixt sie in ihren Songs Rap und Gesang und kreiert einen vielfältigen und internationalen Sound mit oldschool Hip-Hop-Vibes und Grime-Einschlägen.
Sorah will mit ihrer Musik aber nicht nur wachrütteln und Kritik üben, sie will vor allem auch eins: Menschen Mut machen und Hoffnung schenken. Ihnen Kraft geben, sich aus Unterdrückung und Unbestimmtheit zu befreien und einen eigenen Weg zu gehen – darum geht es auch in ihrer neuesten Single „Fighters“, die in Kollaboration mit Spoke entstanden und produziert worden ist. 2020 veröffentlichte Sorah ihr erstes Album Frontlines in Zusammenarbeit mit dem Berliner Rapper Intare. Dieses Jahr soll eine neue EP mit noch mehr Solo-Stücken erscheinen.
Fazit: Sorah erschafft mit ihren starken Texten und düsteren Beats einzigartige Hip-Hop-Songs, die herauszufordern, anstecken und ermutigen.
Wir sind wie alle im Musikbusiness außer Taylor Swift: chronisch broke…
Wir schalten bei Musik unterm Radar weder Werbung noch gibt es Bezahlschranken oder gekaufte Produktempfehlungen. Das ganze Team arbeitet ehrenamtlich, weil uns etwas daran liegt, Newcomern eine Plattform zu bieten und euch gute Mucke zu zeigen. Weil bei jeder Website aber Kosten anfallen, machen wir Miese. Wenn dir gefällt, was wir schreiben, würden wir uns sehr über ein paar Euro Unterstützung freuen!
Punk, Metal, Hip-Hop und Dubstep in einem? Ein amerikanisches Duo lässt an revolutionäre The-Prodigy-Zeiten erinnern: Ho99o9 ist da! Und das lauter denn je.
SATARII produziert, schreibt und performt alles selbst. Im Interview erzählt das Mannheimer Multitalent über ihr mehrsprachiges Debütalbum, DIY-Ethos, Erwartungen an weibliche Artists – und warum Rumänisch für sie die meiste attitude hat.
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Ruhige Folk-Melodien, gezupfte Akustikgitarre und viel Gefühl machen Lisa Akuahs Lieder aus.
2017 veröffentlichte Lisa Akuah eine erste EP. Seitdem sind eine Handvoll weitere Singles erschienen und für Februar ist jetzt auch ein Debüt-Album geplant. Die Künstlerin lebt in Berlin. Ihren Stil nennt sie ganz bescheiden Intro-Folk: Musik für Introvertierte von Introvertierten. Tatsächlich wirkt Lisa Akuah ganz bei sich, wenn sie singt, und zeigt dabei eine natürliche Bühnenpräsenz. Ihre Art zu singen ist zurückhaltend und einfühlsam, lässt aber auch stimmliche Kraft durchblicken. Die folkig-akustische Gitarrenuntermalung und die melancholische Stimmung der Songs tun ihr Übriges.
Fazit: Lisa Akuahs Musik steht für sich. Die Musikerin braucht keine großen Gesten, keine Band im Hintergrund und kein Rampenlicht, damit ihre Songs wirken und berühren.
Zum Jahreswechsel haben wir für euch noch einmal zehn besondere musikalische Entdeckungen aus dem letzten Jahr zusammengestellt. Wen mehr interessiert: Mit Klick auf den Namen kommt ihr zum jeweiligen Band-Portrait.
Anna Leone
Viel braucht Anna Leone nicht für ihre Musik: ein paar melancholische Akkorde, beständiges Gitarren-Fingerpicking und ihre nachdenkliche Stimme. Auf unverfälschte, rohe Art singt die Musikerin und lässt dabei trotz oft zarter Melodien auch das Volumen ihrer Stimme durchblitzen.
Eugenia Post Meridiem
Durch ihren wilden Mix an Einflüssen wird es schwierig, Eugenia Post Meridiem eine Richtung, geschweige denn ein Genre zuzuschieben. Ihr Sound klingt eigenwillig und voller Freiheitsgefühl. Damit wird die Truppe zu einer Band, die man im Blick behalten sollte.
FORWARD
Ganz wie es der Bandname verspricht, zieht es FORWARD mit Präzision, einer Prise Melancholie und etwas Draufgängertum nach vorn. Mal sorgen sie für sommerliche Vibes, mal klingen sie nachdenklich und versonnen.
Marla & David Celia
Bei Marla und David Celiatreffen zwei charakterstarke Stimmen aufeinander. Trotzdem stehlen sie einander nicht die Show, sondern verschmelzen zu berührender Zweistimmigkeit und tollen Harmonien mit Tiefgang.
Noam Bar
Noam Bar machen ordentlich Dampf. Die Songs sind dynamisch und reißen mit, R&B und Soul treffen hier auf Hip-Hop und jazzigen Flair.
Oska
Oska macht ganz wunderbar glasklaren Indie-Pop. Die Sängerin hat das besondere Talent, mit ihrer Musik hin und wieder so ein subtiles Gefühl unbestimmbarer Schwere hervorzurufen und im gleichen Moment doch irgendwie eine fast tänzelnde Unbekümmertheit zu verbreiten.
purplegreen.
Bei purplegreen. aus Münster trifft eine soulige Stimme auf Cello-Sounds, Schlagzeugrhythmen und Gitarren- und Klaviermelodien. Heraus kommt im weitesten Sinne eine Indie-Pop-Mixtur, die sich ansonsten aber kaum in Genregrenzen zwingen lässt.
Red Music
Red Music kombiniert Old-School-Hip-Hop mit modernen Elementen. Zunächst vor allem durch alternativen Rock beeinflusst, entdeckte er als Jugendlicher Hip Hop, Rap und Trap und formte über die Jahre seinen einzigartigen Sound.
Shame
Bei Shame geht es auch mal drunter und drüber, das macht dann oft ganz besonders Spaß. Die Band aus London beliefern die Musikwelt mit viel Gitarre und eigener Coolness.
Yunus
Die Faszination für Hip Hop hat der Rapper und Bratschist Yunus nach eigener Aussage schon früh entwickelt. Seine Zuhörer*innen catcht er durch originelle Lyrics und markanten Sound.
Die Schauspielerin, Songwriterin und Sängerin Flora Fishbach aus Nordfrankreich lässt Genre-Grenzen zerfließen wie warme Butter.
Seit ihrem Debütalbum A Ta Merci (2017) und einem Auftritt bei der Preisverleihung der Victoires de la Musique Awards ist Fishbach daheim in Frankreich längst keine Unbekannte mehr. Auf einigen ihrer um die 150 Konzerte europaweit war sie auch im deutschen Raum schon zu hören. Nun war es eine Weile recht still um die Musikerin, für Februar hat sie aber jetzt ein neues Album in der Pipeline. Einen vielversprechenden Vorgeschmack darauf liefern die Singles „Téléportation“ und „Masque d’Or“. Alles bewegt sich hier irgendwo zwischen französischem Chanson, modernem Pop und Retro-Sound. Die Entdeckung ihrer eigenen inneren Frauen-Figuren (unter anderem eine allwissende, alterslose Ikone und eine retro-futuristische Priesterin) sollen die Vorlage für den Klang abgegeben haben. Neben französischen Vocals und Synthie-Vibes gibt es erdig-funkige Basslines und stampfende Rhythmik zu hören.
Fazit: Fishbach vereint tanzbare Songs im Disco-Pop-Gewand mit einer rauchigen Chanson-Stimme.
Angefangen hat bei Theresa Zanon alles mit dem Trompetenunterricht als Kind. Wenig später lernte die Berliner Musikerin auch andere Instrumente, sang im Chor, entdeckte mit 13 das Gitarrespielen für sich und begann schließlich, eigene Lieder zu schreiben. Inzwischen studiert sie Musik auf Lehramt, ist Sängerin einer Big Band und vor allem in der Berliner Region auch als Solokünstlerin live unterwegs. Theresa Zanon macht ruhige Popmusik, ohne dabei eindimensional zu klingen. Die Musik kommt ohne viel Schnickschnack aus und zieht einen schnell in ihren Bann. Theresa Zanons glasklare Stimme bringt außerdem die Kraft und Energie mit, die man braucht, wenn man sich neben den eigenen Kompositionen auch an Cover von Songs wie Adeles „Rolling in the Deep“ heranwagt.
Fazit: Theresa Zanons sympathische Ausstrahlung und ihr feinfühliger Sinn für Atmosphäre und Harmonien prägen ihren Singer/Songwriter-Pop und sorgen für einen besonderen Zauber.
Angefangen haben Matija mal als Schülerband. Inzwischen haben sich die Münchner mit ihrer Mischung aus ganz eigenem Sound und Retroanklängen einen Namen gemacht.
Frontmann und Sänger von Matija ist Matt Kovac, Jan Salgovic liefert Gitarre, Piano und Synthesizer dazu und Sami Salman sorgt für die Beats. Bei Bedarf werden auch mal Flöte oder Orgel rausgeholt. Die drei machen schon seit der Schulzeit zusammen Musik. 2017 erschien das erste Album byebyeskiesofyesterday, außerdem spielten sie auf diversen Festivals und traten als Vorband von Bands wie The 1975, Wanda und Catfish & The Bottlemen auf. Ihre Musik verortet die Band selbst auf dem Indie-Spektrum irgendwo zwischen Extase und Melancholie. Auf jeden Fall gehen die Melodien leicht ins Ohr und Matija haben merklich Spaß daran, sich auszuprobieren und mit verschiedenen Sounds zu spielen. So kommen ganz unterschiedliche Ergebnisse heraus – auf der einen Seite etwa das temporeiche, tanzbare „Ultrasuede“, auf der anderen Seite ruhige und träumerische Songs wie „byebyeskiesofyesterday“ oder „absolutelynothing(today)“.
Fazit: Der Sound Matija lässt sich nicht so einfach festnageln. Auf Sänger Matt und seine charakteristische Stimme ist Verlass, ansonsten toben sich die drei in verschiedene Richtungen aus – langweilig wird’s dabei also auf jeden Fall nicht.
Ihren Stil nennen Dafululu bescheiden „Komfort-Musik“. Tatsächlich verbreiten die Songs des Duos eine gemütlich-behagliche Stimmung voll Harmonie und weichem Sound – und doch steckt eine ganze Menge mehr dahinter.
Kennengelernt haben sich die beiden Freunde David und Fuli als junge Sänger bei den Wiener Sängerknaben. Inzwischen studieren sie beide an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Ihr erstes Album Altbausession ist die Aufnahme eines Wohnzimmerkonzerts, das Dafululu 2020 gegeben haben, und seit kurzem über die Streamingplattformen zu hören. David und Fuli haben zwei melodische Stimmen, die ganz wunderbar ineinander greifen und verschmelzen. In den zweistimmigen Passagen wie auch während der Solo-Parts sitzt jeder Ton, hier klingt die klassische Ausbildung durch. Dazu begleitet das Duo sich selbst an Piano und Akustikgitarre. Die Klavierläufe und Gitarrenakkorde haben dabei einen sanft jazzigen Einschlag. Einen Großteil ihrer Lieder schreiben sie selbst, ab und an ist auch mal ein Cover dabei.
Fazit: Dass sie ihr feines Gehör für Harmonien und früh trainiert haben, hört man beiden Dafululu-Kollegen auf Anhieb an. Aus ihrer klassischen Prägung im Knabenchor haben sie als Duo einen erwachseneren Sound entwickelt.
Als Siebenjähriger entdeckte Florian Ehrmann die Gitarre für sich. Es hat nicht lang gedauert, bis er sich auch an ersten Liedtexten ausprobierte. Inzwischen scheint der Stuttgarter Künstler musikalisch angekommen zu sein.
Florian Ehrmann hat als Solokünstler eine kleinere EP und zwei Singles veröffentlicht, die nächste EP folgt im Dezember auf Bandcamp. Außerdem schreibt er Musik für Film und Werbung und hat ein Faible für Fotografie und Dokumentarfilme, was auch in seinen Musikvideos durchblitzt. Bei Auftritten ist der Singer/Songwriter bisher meist solo unterwegs. Florian Ehrmanns Musik strahlt Lebendigkeit ab und dabei ist es ganz egal, ob der ganze Song rhythmischen Schwung mitbringt wie „Beautiful Woman“ oder ob der Sound etwas düsterer daherkommt wie in „Beautiful Day“. Hin und wieder baut Florian Ehrmann auch für einen Singer/Songwriter etwas untypischere Ideen ein – je nach Song sind das etwa eine Flöte, elektronische Elemente oder aufgedrehte perkussive Rhythmen.
Fazit: Eingängige Melodien, eine angenehm gelassene Stimme und das ein oder andere unerwartete Detail gibt es bei Florian Ehrmanns Songs zu entdecken. Man darf gespannt sein, was noch kommt.
Mal ruhig, mal aufgewühlt singt Kalina Pop-Songs mit Einschlägen aus verschiedensten Genres und Stimmungen. Ihre Texte drehen sich um persönliche Themen wie Freiheit, Abschiednehmen und Empowerment.
Kalina wurde in Madrid geboren und wuchs in Österreich auf. Das Studium führte sie zeitweise nach London, inzwischen hat sie aber Wien als ihre Basis auserkoren. Konzerte haben die Songwriterin in verschiedenste europäische Ecken geführt. 2017 veröffentlichte die Songwriterin eine erste EP, seitdem gibt es ab und an eine neue Single zu hören. Gespickt mit R&B und jazzigen Einflüssen kommen von Kalina wohl durchdachte Singer/Songwriter-Songs. In ihrer Stimme liegt Kraft und Beharrlichkeit, gleichzeitig ist sie nicht angewiesen auf überbordende Dramatik und füllt einen Raum auch mal nur mit Gesang und leisen Jazzakkorden von der Gitarre wie bei „Thousand Rivers“.
Fazit: Kalina singt mal eindringlich, mal zurückhaltend. Ihre Songs sind zeitlos schön und mit feinsinnigen Details gespickt.