Musik-News: Neues Album von ESKALATION

Die Fakten:

Band: ESKALATION
Genre: Deutschrock
Das ist neu: Album Hunger (Release 17.5.2019)
Das steht an: Hunger Deutschland-Tour (18.5.-30.8.)

Die Analyse:

ESKALATION (hier geht’s zum Beitrag über die Band) haben mit ihrem neuen Album ein ausgereiftes Werk hingelegt. Wie man es von ESKALATION gewohnt ist, gibt es auch dieses Mal wieder deutsche Texte und ordentliche Bläser-Power. Und auch der Rest der Truppe hat bei den neuen Songs gut zu tun: Die Motive in Keyboard und Klavier haben Wiedererkennungswert, der Bass ist markant und liefert einen stabilen Unterbau, der Schlagzeuger haut ordentlich rein, zwischendurch experimentieren die Musikerinnen und Musiker mit etwas Elektronik.
Was die Themen angeht, hat die Band ebenfalls einiges im Repertoire, von Gesellschaftskritik und „Problemen für die guten Zeiten“ in ihrem Titel „Iss auf!“, über Partysongs wie „Kinder vom Zaun“ bis hin zu Katzencafés und Champagner im Whirlpool. Die sieben Mitglieder haben außerdem ein Händchen dafür, auch in schnellen Songs zwischendurch mal zu entschleunigen. Insgesamt ist Hunger eine starke Veröffentlichung und trifft sicherlich den Nerv des ein oder anderen Indie-Punk-Rock-Fans.

Vorbestellen kann man das Album hier.

Dodie Clark: mehr als nur Youtube-Sternchen

Aus der Masse der täglichen Uploads auf Plattformen wie Youtube hervorzustechen, ist ein Meisterwerk. Wenn es aber gelingt, kann das World Wide Web zum unvergleichlichen Sprungbrett werden. So passiert bei Dodie Clark aus Großbritannien.

Als Youtuberin angefangen ist Dodie mittlerweile weltweit einem Millionenpublikum bekannt. Auf ihren Tours ist die junge Musikerin längst nicht mehr nur in ihrer englischen Heimat unterwegs: Anfang 2019 wird sie in ganz Europa auftreten, auch zwei Konzerte in Deutschland sind geplant.
Auf ihren Youtube-Kanälen präsentiert Dodie Clark neben anderen Inhalten regelmäßig ihre neue Musik. Schön interpretierte Cover finden sich dort genauso wie Selbstgeschriebenes, mal singt sie solo, mal im Duett mit anderen Musikern wie Jon Cozart – ebenfalls britischer Youtuber. Unter ihren Songs sind sowohl nachdenklich-emotionale wie humorvolle, so zum Beispiel das „Akward Duet“. Dodie Clark zeigt, dass es manchmal gar nicht viel braucht, um tolle Musik zu machen: auf Youtube reicht ihr oft eine Ukulele und die eigene Stimme. Die Titel auf den EPs sind etwas aufwendiger aufgenommen, ihr sympathisches Auftreten strahlt dabei aber immer noch durch.

Fazit: Dodie Clarks Musik ist variantenreich, stimmungsvoll und absolut hörenswert.

Diese Frau hat den Groove gefunden

Ester Rada macht Musik, die man buchstäblich fühlen kann. Ohne großen Aufwand schafft es die Musikerin, mit ihrer Band dafür zu sorgen, dass ein jeder den Rhythmus in sich aufnimmt und sich unwillkürlich im Takt wiegt.

Die Israelin mit äthiopischen Wurzeln ist in ihrem Heimatland vor allem als Schauspielerin bekannt. Obwohl sie in ihrer Jugend bereits Zugang zur Musik gefunden hatte, dauerte es nach eigenen Angaben ein Zeit, bis sie sich nun wieder auf ihre Liebe zur Musik zurückbesinnt. Zum großen Glück für die Menschheit. Denn Rada hat eine fantastische Soul-Stimme, voll und weich, in angenehmer Lage ohne störende Höhen und mit einer einzigartigen Färbung.
Besonders bei ihrem Titel „Out“ klingt der Ethno-Jazz in ihrer Soul-Funk-Mischung mit ein: das triolische Swing-Feeling im Schlagzeug, die Einwürfe von Saxophon, Trompete und Posaune, die jazzigen Akkorde in E-Gitarre und Piano verhelfen dem Lied zu einer fantastischen Klangfülle.

Fazit: Ester Rada ist ohne Zweifel eine besondere Musikerin. Wer ihr zuhört, wird vom Groove gepackt und von der Stimme begeistert sein und noch dazu einen Ohrwurm für die nächsten zwei Tage haben.

Links: http://www.deutschlandfunkkultur.de/saengerin-ester-rada-eigener-glaube-eigener-sound.2177.de.html?dram:article_id=330712

Sarah Lesch: Dem System den Kampf ansagen

Sie ist gegen Konformität, Lehrpläne, RTL 2, Gefühllosigkeit und blinden Konsum – und sie sagt es frei heraus. Sarah Lesch ist in ihrer unverblümten Art mit ungehobelter Wortwahl und gesundem Selbstbewusstsein so authentisch wie nur irgend möglich.

Bewaffnet mit Gitarre oder Ukulele singt die bereits mehrfach ausgezeichnete Liedermacherin, wonach ihr der Sinn steht. Ab und an lässt sie sich auch von Männern begleiten, zum Beispiel am Schlagzeug, die Hauptperson bleibt sie aber auch bei solchen Gelegenheiten unangefochten.
Bei ihren oft Chanson-ähnlichen Liedern lässt Lesch eine angenehme, klare Singstimme hören, meistens schwingt jedoch auch ein frecher Unterton mit oder man bemerkt einen despektierlichen Blick mit spöttisch zuckender Augenbraue, wenn es wieder um unsere allzu angepasste Gesellschaft geht.
Was der Musikerin ebefalls liegt, ist, die Stimmung einzufangen. Allein mit der Gitarre und einer Gesangsmelodie erreicht Lesch die Zuhörerschaft auf einer emotionalen Ebene, selbst wenn nicht auf den Text geachtet wird.

Fazit: Ausgemacht wird die Musik von Sarah Lesch von sehr pointierten Texten, mutigen Themen und passenden Melodien sowie Gitarrenbegleitungen. Auf ihre direkte Art werden die Einen mit Bewunderung reagieren, die Anderen mit Ablehnung, was der Künstlerin selbst aber vermutlich egal sein dürfte…

  • Meisterwerk: „Testament“
  • So klingt’s: Singer/Songwriter
  • Getextet: „Und denkt dran bevor ihr antwortet: Ihr seid auch nur verletzte Kinder | Am Ende gibt’s wieder ganz neue Symptome, und ihr wart die Erfinder | Und dann sagt ihnen wieder, wie es richtig geht: ‚Werd erwachsen‘ und ‚bist du naiv‘ | Predigt Formeln, lasst alles in Hefte schreiben | Die Götter lachen sich schief“ (Testament)
  • Umleitung: https://www.sarahlesch.de/

The coolest and youngest band you need to know…

So betitelte die Website nylon.com 2014 ihren Artikel über das Duo Charlie Belle. Und das nicht zu Unrecht: Die auch inzwischen noch nicht einmal zwanzig Jahre alten Musiker klingen zum einen deutlich älter als sie sind, zum anderen geben sie – obwohl nur zu zweit – eine vollständige Indie-Pop-Band ab.

Nach einem Start als Trio mit Bassistin sind die beiden Geschwister Jendayi und Gyasi Bonds aus Texas seit ihrer zweiten EP allein musikalisch unterwegs. Erstere spielt E-Gitarre, ihr Bruder steuert das Schlagzeug bei. Zusammen ergibt das eine harmonierende runde Sache. Dazu kommt Jendayis angenehme Stimme, die zugleich voluminös und zurückhaltend ist und die sorglose Stimmung der selbstgeschriebenen Lieder.

Fazit: Charlie Belles Musik ist leicht zusammenzufassen: Der Fuß wippt mit, die Melodie bleibt im Kopf, das Herz geht auf. 

Links: https://www.theguardian.com/music/2015/jan/23/new-band-of-the-week-charlie-belle-no-39

Autofahrmusik vom Feinsten

Mitsingen, auf dem Lenkrad trommeln, Rhythmus spüren. Das Album Lunatic von den KONGOS ist genau der richtige Soundtrack für eine Fahrt auf einer freien Autobahn.

Die Band spielt alternativen Rock voller Energie. Die Melodien sind zwar eingängig, aber alles andere als banal, und jedes einzelne Lied ist anders. Dazu kommt noch: Die KONGOS haben neben Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug auch ein Akkordeon als gleichwertiges Instrument in ihre Rockband integriert. Erstaunlicherweise funktioniert das so gut, dass einem dieser Umstand nach kurzer Zeit gar nicht weiter auffält, der Klang der Band dadurch aber umso mehr Wiedererkennungswert erlangt.
Gegründet wurde die Band 2007 von den Brüdern Daniel, Dylan, Jesse und Johnny Kongos in Südafrika. Die Einflüsse des dort populären Kwaito – eines afrikanischen Genres in der Nähe des House – sind bei manchen Liedern zu erahnen. Inzwischen spielen die KONGOS vor allem in den USA, sind aber hin und wieder auch in anderen Teilen der Welt unterwegs.

Fazit: Die KONGOS machen mit ihren Titeln eine gute Mischung und haben einen unverwechselbaren Sound.

Links: http://www.kongos.com/about/

Das Erfolgsrezept von drei Jahrzehnten

Die größte Zusammenkunft von Blues-Bands der Welt trägt den Titel International Blues Challenge und findet einmal jährlich in Memphis, Tennessee statt. Seit 1984 trägt die Blues Foundation den Wettbewerb aus und zeichnet hochkarätige Musik von Bands oder Solo- bzw. Duettkünstlern aus. Dass die meisten Gewinner US-Amerikaner sind, leuchtet ein, schließlich ist der Blues dort eng an die Tradition gekoppelt. Umso überraschender war es, als 2011 erstmals zwei Europäer den Wettbewerb gewannen. Und das völlig zu Recht.

Wenn Marc Breitfelder seine Mundharmonika spielt, dann hört man kein Instrument. Man hört eine Stimme. So viel Ausdrucksstärke liegt in seinen Soli und so beneidenswert perfekt beherrscht er die Technik auf der Mundharmonika, für die man – entgegen der weitverbreiteten Annahme – weit mehr können muss, als nur durch den Holzkörper ein- und auszuatmen. Er entlockt dem kleinen diatonischen Instrument Töne, die man nicht für möglich gehalten hätte, laut Website durch Verwendung einer eigens von ihm entwickelten Überblastechnik.
Sein Musikerkollege Georg Schroeter liefert dazu Klavier und Gesang. Technisch und solistisch ebenfalls einwandfrei ergänzt er mit seinem Talent, das Publikum zum Mitwippen mit dem Fuß oder gar Tanzen zu bringen, dass man doch staunen kann, zu wie viel eine so kleine Besetzung im Stande ist.
Ihr herausragendes Können zeigen die Norddeutschen Schroeter und Breitfelder nun schon seit ganzen dreißig Jahren zum Beispiel mit ihrem Song „Talk To Me“, bei dem sie mit ihren Instrumenten die Auseinandersetztung eines Paares imitieren. Schroeters Klavier ist der Mann, Breitfelders Bluesharp die Frau, und schon entwickelt sich eine witzige Situation, bei der man die Streitenden beinahe vor sich sieht.

Fazit: Die Musiker ergänzen sich unheimlich gut. Beide kennen sich aus mit ihren Instrumenten, beide haben sie den Blues in ihren Adern. Noch unterstützt von einem Schlagzeuger geben sie eine hervorragende Konstellation ab, die auf Konzerten wie auf CDs gleichermaßen für Stimmung sorgt.

Links: https://www.tripsavvy.com/memphis-international-blues-challenge-2321731
http://www.gs-mb.com/

Moop Mama: Marching Band mal anders

Fast schon kein Geheimtipp mehr sind Moop Mama aus München. Der Grund dafür: Sie sind in verschiedensten Szenen vertreten. Eingeschworene Rap-Fans kennen sie, denn Frontmann Keno beherrscht Technik wie Freestyle und schreibt fantastische Texte. Musiker, die selbst ein Blasinstrument spielen, sind fasziniert von den Fähigkeiten der Band und den Soloeinlagen, denn von Sousaphon und Posaune über Saxophon bis hin zur Trompete ist alles dabei. Und zu guter Letzt sind da die Partygänger, die Moop Mama augenblicklich in ihren Bann zieht. Den Jungs gelingt es, einen riesigen Platz zum Springen zu bringen, dabei sind sie witzig und alles andere als abgehoben.

Unterstützt wurden sie dabei schon von Größen wie Jan Delay, den Sportfreunden Stiller und Blumentopf, sie spielen jede Menge Konzerte und arbeiten bereits am vierten Album. Die Texte sind mutig und machen weder vor Konsum- und Gesellschaftskritik noch vor einem bewegenden Lied über den Weg von Flüchtlingen über das Mittelmeer halt.
Auf ihren Live-Konzerten, die sie anfangs noch auf öffentlichen Plätzen gespielt haben und sich dabei das ein oder andere Mal mit der Polizei konfrontiert sahen, haben Moop Mama eine enorme Wirkung auf ihr Publikum, die Stimmung ist ausgelassen, es wird mitgesungen und früher oder später hat jeder einzelne die Hände in der Luft.

Fazit: Die Musik von Moop Mama eignet sich prima zum laut Aufdrehen. Das musikalische Niveau der Band ist sehr hoch, außerdem ist Rapper Keno ein geborener Entertainer und die Songtexte sind mindestens hochkarätig.

  • Meisterwerk: „Die Erfindung des Rades“
  • Getextet: „Denen, die so viel erzählen, steht das Wasser selten bis zum Hals“ (Meermenschen)
  • Umleitung: http://www.laut.de/Moop-Mama

Hippies mit Charisma

Mit einem Instrumentenpool aus Flügelhorn, Gitarre, Saxophon, Schlagzeug, Klarinette, Cello, Klavier, Sousaphon, Bass und Gesang lässt sich so einiges anstellen. Erst recht wenn jeder Musiker neben einem herausragenden Talent auch noch eine unglaubliche Freude am Leben, Lachen und Musizieren mitbringt.

2013 hat sich in den Niederlanden um Sänger und Flügelhornist Paul Istance das internationale Musikerkollektiv The Magic Mumble Jumble gebildet und wächst seitdem stetig weiter. Verschrieben haben sich die Künstler dem Hippiedasein. Ihre Botschaften wie „Home is where my heart is, and my heart is among my friends“, „Please take off your shoes before you step into my mind“ oder „Please, Mr Scientist, don’t take the magic away“ tragen sie durch ihre Lieder auf Touren und Festivals in die Welt und sorgen auf ihren Konzerten für eine ganz besondere Verbindung zum Publikum.
Mit einer Mischung aus Folk, Pop und Jazz, markantem Gesang und immer wieder auch Instrumentalsoli bieten die jungen Frauen und Männer ein sehr abwechslungsreiches Programm.

Fazit: The Magic Mumble Jumble stehen für gute Laune und Lebensfreude pur. Das Zuhören macht Spaß, die Texte werden durch eingeworfene „Heys“ und andere Silben noch überschwänglicher und die sympathischen Musiker beherrschen ihre Instrumente.

  • Meisterwerk: „Brightest Colour Blue“
  • So klingt’s: bunte Mischung! Elemente aus dem New Orleans Jazz, Mehrstimmigkeit, Takt- und Tempowechsel, ausgelassene Stimmung
  • Getextet: „Please, Mr Scientist, don’t take the magic away“ (Mr Scientist)
    „Please take off your shoes before you step into my mind“ (Change)
  • Umleitung: http://themagicmumblejumble.com/
    http://www.milla-club.de/the-magic-mumble-jumble/

Live-Report: Bardentreffen 2017

Mit dem Titel "Musik-News" erscheinen an dieser Stelle von nun an mehr 
oder weniger regelmäßig Neuigkeiten über Bands, Alben, Tours und
andere Hintergrundgeschichten. Welche Musik-News sollten hier noch
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Auf dem Bardentreffen in Nürnberg spielen jedes Jahr Musiker aus aller Welt über die Stadt verteilt auf neun offiziellen Bühnen oder als Straßenmusikanten. Das diesjährige Festival fand vom 28.-30. Juli statt, der Eintritt war wie immer frei. Der Schwerpunkt lag auf internationaler Blasmusik und die neunzig Konzerte liefen deshalb unter dem Motto „Gegenwind“.

 

Fotos: © 2017 Katharina Köhler – alle Rechte vorbehalten

Links: https://bardentreffen.nuernberg.de/bardentreffen/das-festival/