Schwefelgelb: Vocals aus einer anderen Welt

Schon wieder Techno aus Berlin – wie könnte es anders sein. Und doch klingt dieser hier anders: unnatürlich, verfremdet, fast schon mystisch. Eine Art Techno, die mit ihren Vocals heraussticht. Schwefelgelb nennt sich das Duo mit den außergewöhnlichen Klängen.

Hinter dem Namen stecken Sid und Eddy, zwei Freunde aus Schulzeiten. Sid spielte in seiner Freizeit klassisches Klavier und experimentierte früh mit Home-Recording. Irgendwann stieg Eddy ein und so fand sich nach einiger Zeit ein gemeinsamer Musikgeschmack. Aus anfänglichem „angetrunken, um nicht zu sagen total besoffen, was ins Mikro labern“, wie Sid in einem Interview sagte, wurden immer ausgefeiltere Produktionen und ein stetig wachsendes Publikum.

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Komfortrauschen: So habt ihr Techno selten gehört

Wie macht man eigentlich Techno? Mit Gitarre, Bass und Schlagzeug? Ja! Das sagt sich zumindest eine Berliner Band und sticht damit heraus aus der gefühlt endlosen Zahl an Producer*innen aus der Hauptstadt. Komfortrauschen kreieren Techno mit echten Instrumenten und sorgt für eine ganz eigene Interpretation des Genres.

Laurenz (E-Gitarre), Phillip (E-Bass) und Tim (Drums) heißen die Musiker, die zusammen Jazz/Rock/Pop studiert haben. Vor zwölf Jahren kam die Idee, Techno auf Instrumenten zu spielen – und brachte kurz darauf die ersten Meilensteine mit sich.

Was mit Live-Jam-Sessions begann, ging mit Konzerten und ersten Festivals weiter. Es folgten Auftritte und Touren auf internationaler Ebene, unter anderem an der Seite der Vorreiter von MEUTE. Während einer pandemiebedingten Zwangspause nutzte das Trio die Zeit, sich der Weiterentwicklung ihres Sounds zu widmen. Es entstand eine neue Art Techno, die durch ihre Natürlichkeit hervorsticht. Sie ist neben der Live-Bühne und in den sozialen Netzwerken auch auf zahlreichen Singles, EPs und dem 2026 erscheinenden zweiten Album zu hören.

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Behind The Scenes: a-Musik ist einer der besten Plattenläden in Deutschland

Schon mal überlegt ’ne Vinyl zu kaufen? Der Kölner Plattenladen a-Musik ist eine Möglichkeit dafür. Sogar eine ausgezeichnete. Der Laden gewann 2025 den EMIL_ – den deutschen Preis für Schallplattenfachgeschäfte – und profitiert vom Hype um das Kultmedium. 

© Ratfink1973

Wir treffen Georg vor Ladenöffnung im a-Musik. Mit seinem langjährigen Freund Frank betreibt er das Schallplattengeschäft im Kölner Cäcilien-Viertel unweit vom Neumarkt. Viel Holz, viele Platten, viel Gemütlichkeit. Der Laden lädt zum Verweilen und Stöbern ein. Neben den vielen Vinyls stehen auch CDs und Kassetten zum Verkauf. Bei a-Musik geht es um mehr als das Medium: „Es geht um die Musik“, sagen die beiden Freunde aus Schulzeiten.

Und davon haben sie eine große Vielfalt zur Auswahl. Neben Jazz, Klassik, Avantgarde-Rock und Pop gibt es Töne aus verschiedensten Ecken Welt im Angebot. Ihre Spezialisierung liegt jedoch woanders: „Experimentell-elektronische Musik ist unser Background“, erzählen uns die Ladenbetreiber, die auch selbst gerne mal an den Turntables stehen. Zum Beispiel bei regelmäßig veranstalteten DJ-Abenden. Vor allem eingeladene Musiker*innen laden dann themengebunden zum Zuhören ein. Denn genau darum soll es hier gehen: ums Hören ohne Ablenkung.

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Ho99o9: Dieses Hiphop-Punk-Gewitter lässt Trommelfell und Hirn wackeln

Punk, Metal, Hiphop und Dubstep in einem? Da klingelt doch was?! Ein amerikanisches Duo lässt an revolutionäre The-Prodigy-Zeiten erinnern: Ho99o9 ist da! Und das lauter denn je.

Seit 2012 vermischen sie alles, was ihnen an Musik in die Finger gerät: theOGM und Eaddy nennen sich die beiden, die ihre Gedanken musikalisch in die Welt schreien. Gegründet in New Jersey erobern sie die Herzen der Liebhaber*innen lauter Musik im Sturm. Mit dem Auftritt beim Afropunk-Festival 2014 bekamen Ho99o9 (gesprochen: Horror) einen Platz in der Newcomer-Liste „10 New Artists you need to know“ des Rolling Stone und sind seitdem weder in ihrer Kreativität noch auf der Bühne zu stoppen.

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Konrad Kuechenmeister: Multitasker an der Loopstation

Alles beginnt mit einem Loop: Der Dresdner Musiker Konrad Kuechenmeister nimmt alle Töne auf, die ihm in die Finger kommen, sei es aus seinen Instrumenten, aus der Umgebung oder einfach aus seinem Mund. Mit seinem feinen Ohr für ungewohnte Sounds und einer Loopstation baut er sie zu treibenden Tracks zusammen. Gitarre spielen, singen, rappen, beatboxen – Konrad Kuechenmeister kann irgendwie alles.

2005 zog er das erste Mal mit seiner Loopstation auf die Straße, um Musik zu machen. Es folgten erste Konzertanfragen unter anderem von der BRN in Dresden – und sogar eine Touranfrage aus Brasilien. So stand er auch schon mit dem durch YouTube bekannt gewordenen Musiker DubFX auf der Bühne. 2009 erschien sein erstes Album Battery Street mit legendären Tracks wie „Tingele Tangele Bob“. Nachdem 2014 das Album Potpourri erschienen war, veröffentlichte der in Dresden lebende Musiker 2024 sein drittes Album RECORD.

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Live-Report: Der Worringer Weekender macht Subkultur sichtbar

© Worringer Weekender

Mit Ausstellungen, Konzerten, DJ-Sets, Comedy-Shows und weiteren Specials hat der Worringer Weekender in Düsseldorf am Wochenende gezeigt, wie viel Kultur in einem vermeintlich unscheinbaren Ort steckt. Das 2023 gestartete Festival rund um den Worringer Platz ging in seine zweite Runde und brachte dabei ein vielfältiges Kulturprogramm an einen Ort, der sich vom Stadtbild abhebt.

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Sextile: Elektronische Nostalgie mit Punk-Attitüde

Ein Duo aus Los Angeles lässt nostalgische Sounds neu aufleben. Sextile vereint ehrlich-lebensnahe Texte mit neuinterpretierten elektronischen Tönen zu einem Genre, das seinesgleichen sucht. Die Dynamik zeigt sich nicht nur in den ständigen Neuerfindungen des Duos, sondern auch in den Tracks an sich.

Brady Keehn und Melissa Scaduto gründeten Sextile 2015 in Los Angeles. Damals noch zu viert unterwegs, entwickelte sich ihr postpunkiger Stil. Nach einer etwa dreijährigen Pause setzten die beiden Musiker*innen 2022 ihre musikalische Reise fort und veröffentlichten im September 2023 ihr drittes Album. Das vierte Album yes, please. ist ganz frisch erschienen.

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Cuthead: Groove, Grooviger, Cuthead

Keine Ahnung, was du hören sollst? Kein Problem. Der Solokünstler Cuthead liefert dir gleich mehrere elektronische Genres auf einmal. Und an einer Sache fehlt es in keinem Track des Musikers aus Dresden – jeder Menge Groove.

Begonnen hat Cutheads musikalische Reise bereits in der Schulzeit. Auf selbstorganisierten Partys, unter anderem in seinem Elternhaus, entwickelte er seinen Sound weiter. Später tourte er mit seiner Musik durch die Welt und gelangte zum von Freunden gegründeten Label Uncanny Valley, auf dem auch seine 2024 veröffentlichte Albumreihe The Detour erschien.

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