Komfortrauschen: So habt ihr Techno selten gehört

Wie macht man eigentlich Techno? Mit Gitarre, Bass und Schlagzeug? Ja! Das sagt sich zumindest eine Berliner Band und sticht damit heraus aus der gefühlt endlosen Zahl an Producer*innen aus der Hauptstadt. Komfortrauschen kreieren Techno mit echten Instrumenten und sorgt für eine ganz eigene Interpretation des Genres.

Laurenz (E-Gitarre), Phillip (E-Bass) und Tim (Drums) heißen die Musiker, die zusammen Jazz/Rock/Pop studiert haben. Vor zwölf Jahren kam die Idee, Techno auf Instrumenten zu spielen – und brachte kurz darauf die ersten Meilensteine mit sich.

Was mit Live-Jam-Sessions begann, ging mit Konzerten und ersten Festivals weiter. Es folgten Auftritte und Touren auf internationaler Ebene, unter anderem an der Seite der Vorreiter von MEUTE. Während einer pandemiebedingten Zwangspause nutzte das Trio die Zeit, sich der Weiterentwicklung ihres Sounds zu widmen. Es entstand eine neue Art Techno, die durch ihre Natürlichkeit hervorsticht. Sie ist neben der Live-Bühne und in den sozialen Netzwerken auch auf zahlreichen Singles, EPs und dem 2026 erscheinenden zweiten Album zu hören.

Auch wenn der Sound der Band sich inzwischen mit neuer Musik geupdatet haben soll, bleibt der markant-unperfekte Live-Sound. Während oft versucht wird, eine gewisse Ungeschliffenheit nachzubauen, liegt es bei dem Trio in der Natur der Sache des Instrumentenspielens.

Vielleicht sind es die mit jedem Anschlag leicht anders klingenden Gitarren und die nicht immer synchronen Drums, die dieses organische „Komfortrauschen“ in den Menschen auslöst. Effektgeräte jeglicher Couleur sorgen für noch mehr Diversität im Klangbild der Band. Durch die Distortions gejagte Vocals wie im Track „Diminisher“ zu hören, vervollständigen den unverkennbaren und immer tanzbaren Techno-Sound, von dem auch gecoverte Klassiker wie Ben Klocks „Subzero“ profitieren. Es entsteht ein außergewöhnlich organischer Klang in einem Genre mit sonst oft linearem Charakter.

Alles in allem eine Kombination, die frischen Wind in eine beliebte Musikrichtung weht. Doch auch für Liebhaber*innen anderer Genres lohnt sich ein Reinhören bei Komfortrauschen.

Autor:

Christoph Schmidt


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