Musik-News: Debut-Album von Youth Okay!

Die Fakten:

Band: Youth Okay
Genre: Alternative Rock
Das steht an: Album Turns (04. Oktober); Deutschlandtour (Oktober/November)

Die Analyse:

Als „Alternative BrassFX“ bezeichnen Youth Okay ihren Stil. Das heißt im Klartext: Mit Karacho nach vorn. Neben der Standardrockbesetzung sind Trompete und Posaune mit an Bord. Das Album Turns ist nun die geballte Ladung Lautstärke, Drums und Alternative Rock. Für eine besondere Stimmung sorgen vor allem die Effektverfremdung der Brass-Instrumente, aber auch andere unkonventionelle Ideen wie der unvermittelte Einsatz eines Hintergrundchors („Get Up“) oder undurchsichtige Rhythmik („Static Air“). Auch die Texte sind alles andere als oberflächlich: Youth Okay-Sänger Daniel Fahrländer verarbeitet darin unter anderem ernste Themen wie Depression und Trauer, aber auch aktuelle Politik. Turns ist insgesamt ein mutiges Debut, man hört Emotion und viel musikalischen Elan, der darauf hoffen lässt, dass man auch in Zukunft noch einiges von der Band hören wird.

Vorbestellung Turns und Tourdates: https://youthokay.com/

Musik-News: Neue Single von Robert Horace!

Die Fakten:

Künstler: Robert Horace
Genres: Singer/Songwriter, Pop
Das ist neu: Single „Why Not“

Die Analyse:

Nach seiner EP Take Off hat Robert Horace (hier geht’s zum Künstler-Portrait) mit seiner Single „Why Not“ einen neuen Song veröffentlicht. In dreieinhalb abwechslungsreichen Minuten bleibt Horace seinen poppigen Singer-Songwriter-Wurzeln treu und beweist gleichzeitig einiges an musikalischer Energie. Der charakteristische Gesang trifft auf eine energische Gitarre mit scharfen Pausen, kraftvoll baut der Musiker den Song bis zum letzten Refrain auf. Der Spagat zwischen dem Klang einer vollen Band durch die Ergänzung von Schlagzeug, Klavier und Trompete einerseits und dem Spannungsaufbau durch bewusst wenig Instrumentation und dafür starken Gesang andererseits, gelingt wunderbar.

Musik-News: Killerpilze bringen vorerst letztes Album heraus

Die Fakten:

Band: Die Killerpilze
Genres: Deutschrock, Punk
Das steht an: Vorerst letztes Album Nichts ist für immer… (VÖ 06.09.19)

Die Analyse:

Zugegeben, so ganz unter dem Radar spielen die Killerpilze nun nicht, eher im Gegenteil: Schon seit ihrer Teenagerzeit haben die drei Jungs bei den Großen mitgespielt, jetzt sind sie alle um die 30 und starten noch ein letztes großes Ding zusammen. Nichts ist für immer… kommt am Freitag auf den Markt und ist ein Album, wie man es von den Killerpilzen kennt: harte, treibende Schlagzeugrhythmen, Overdrive, spannungsgeladene Melodien, Powerchords, Refrains zum Mitgrölen. Das Trio spielt mit Stimmung – und ab und an hört man doch auch ein wenig Wehmut heraus, immerhin sind seit ihrer Gründung als Schülerband nicht weniger als 18 Jahre vergangen. Insgesamt ist Nichts ist für immer… ein abwechslungsreiches Punkrock-Album, wie gewohnt mit deutschen Texten und viel Energie. Kurz gesagt: Ein gelungener Abschluss.

In eigener Sache: Zwei Jahre Musik unterm Radar!

Es ist kaum zu glauben, dass Musik unterm Radar heute schon in die dritte Runde geht. Seit dem 22. Juli 2017 ist auf dieser Seite viel passiert: Über 100 Bands wurden vorgestellt, neue Rubriken sind entstanden und andere wurden wieder eingestampft. Die Seite wächst und wächst und wird mit viel Freude und Herzblut betrieben. Möglich ist all das nur mit den Menschen, die für einen Blog am wichtigsten sind: Den Leserinnen und Lesern.

Hiermit also endlich offiziell, und ganz wie es sich gehört: DANKE! Fürs Lesen, fürs Stöbern, für die Tipps, die nette Rückmeldung. Fürs Liken, fürs Teilen, fürs Weiterempfehlen. Und weil der Kontakt zu LeserInnen, Bands und BloggerkollegInnen so herzlich und schön ist, zu diesem Anlass noch einmal ein besonderer Aufruf: Über das Kontaktformular oder die Adresse musik-unterm-radar@gmx.de erreicht jede Nachricht die Redaktion. Jegliche Art von Feedback ist willkommen, wird gelesen und geschätzt. Von einem „Weiter so!“ über ein paar Zeilen bis zu ausführlicher Kritik wird sich über jede Nachricht aufrichtig gefreut.

Ein Jubiläum sollte immer auch ein Anlass sein, in die Zukunft zu blicken und Pläne zu schmieden. Musik unterm Radar soll Lust machen auf gute Musik, soll eine Fundgrube sein für jeden Geschmack. Dafür wäre es schön zu hören, was euch als Leserschaft interessiert und was ihr euch wünscht.

Auch Rückmeldung zum Angebot der Website ist deshalb mehr als gern gesehen. Denn an Klickzahlen lässt sich zwar ungefähr ablesen, was Menschen spannend finden und was nicht, ohne direkten Kontakt bleibt aber sehr viel offen. Deshalb teilt gern eure persönlichen Ideen mit, damit Musik unterm Radar sich weiterentwickeln kann. Welche Genres gefallen euch am besten und welche sind hier unterrepräsentiert? Wie gut ergänzen Rubriken wie Interviews, Live-Reports und Musik-News die klassischen Bandportraits? Wie seid ihr auf den Blog gestoßen? Was läuft gut an der Website und – noch wichtiger – was kann hier verbessert werden?

Vielen Dank im Voraus für den Input und für die nächsten Jahre Musik unterm Radar! Schickt die Grooves in die Welt!

Obere drei Fotos: © Katharina Köhler 2019
Alle Rechte vorbehalten

Unteres Foto: © Kaique Rocha
zur kostenlosen Verwendung

Musik-News: Neues Album von ESKALATION

Die Fakten:

Band: ESKALATION
Genre: Deutschrock
Das ist neu: Album Hunger (Release 17.5.2019)
Das steht an: Hunger Deutschland-Tour (18.5.-30.8.)

Die Analyse:

ESKALATION (hier geht’s zum Beitrag über die Band) haben mit ihrem neuen Album ein ausgereiftes Werk hingelegt. Wie man es von ESKALATION gewohnt ist, gibt es auch dieses Mal wieder deutsche Texte und ordentliche Bläser-Power. Und auch der Rest der Truppe hat bei den neuen Songs gut zu tun: Die Motive in Keyboard und Klavier haben Wiedererkennungswert, der Bass ist markant und liefert einen stabilen Unterbau, der Schlagzeuger haut ordentlich rein, zwischendurch experimentieren die Musikerinnen und Musiker mit etwas Elektronik.
Was die Themen angeht, hat die Band ebenfalls einiges im Repertoire, von Gesellschaftskritik und „Problemen für die guten Zeiten“ in ihrem Titel „Iss auf!“, über Partysongs wie „Kinder vom Zaun“ bis hin zu Katzencafés und Champagner im Whirlpool. Die sieben Mitglieder haben außerdem ein Händchen dafür, auch in schnellen Songs zwischendurch mal zu entschleunigen. Insgesamt ist Hunger eine starke Veröffentlichung und trifft sicherlich den Nerv des ein oder anderen Indie-Punk-Rock-Fans.

Vorbestellen kann man das Album hier.

Live-Report: Noa in Berlin

Es gibt Konzerte, die lassen einen staunend zurück. Nachdem Achinoam Nini, hier unter dem Künstlernamen Noa bekannt, ihre letzte Zugabe gegeben hatte und der Applaus in der Berliner Passionskirche verklungen war, blieb erst einmal eine gewisse Sprachlosigkeit.

Aus der „Badinerie“ wird „No, Baby“

Mit ihrer Tour stellt die israelisch-amerikanische Musikerin Noa ihre neue CD Letters To Bach vor, auf der sie bekannte Werke des Komponisten mit eigenen Texten versehen singt (hier geht’s zur Rezension). Begleitet wurde sie in Berlin von der Cellistin Hila Karni und dem Gitarristen Gil Dor, ihrem musikalischen Weggefährten seit bald 30 Jahren.
Im Laufe des Konzerts zeigte die Musikerin neben ihrem herausragenden Gesang auch ihre Fähigkeiten als Percussionistin unter anderem an den Congas. Das Publikum in der vollen Passionskirche jedenfalls schien ausnahmslos begeistert von dieser Mischung aus klassischer Musik, hebräischen, yemenitischen und englischen Texten, Rhythmik, orientalischen Skalen und nicht zuletzt ausgesprochen sympathischen Musikerinnen und Musikern.

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Live-Report: #zweiraumsilke & Alter Kaffee

Das war vielleicht eine Party, als die Rap-Bläser-Hiphop-Trommel-Truppe #zweiraumsilke (hier geht’s zum Beitrag) und die Studentenpop-Band Alter Kaffee ihr Doppelkonzert im Kreuzberger Auster Club ablieferten.

Wenn alles springt und singt

Obwohl der Abend das Hauptstadt-Debut für die Silkes war, kam es einem doch mehr so vor wie ein Heimspiel: springende Menge auf Kommando, singendes und tanzendes Publikum und fetter Applaus. Zugegebenermaßen war die kleine Bühne mit der elfköpfigen Band doch recht ausgelastet. Bei Albumtitelsong „Detox“ ging richtig die Post ab, stark auch der Solo-Song von Sängerin Rita und die Freestyle-Einlage von Rapper Emma. Für Atmosphäre sorgten schwebende Cello-Passagen, jazzig wurde es mit den Soli im Sax, zwischendurch mal technoartige Drums und Bass – und eigentlich bräuchte doch jede HipHop-Band auch so starke Trompeter und Posaunisten an Bord!

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Musik-News: „Letters to Bach“ von Noa!

Die Fakten:

  • Musikerin: Noa (Achinoam Nini)
    Genres: Klassik, Weltmusik
  • Das ist neu: Album Letters to Bach (Release 15.3.2019)
  • Das steht an: Deutschlandtour durch fünf große Städe vom 1.5. bis 6.5. (Musik unterm Radar-Live-Report: Noa in Berlin)

Die Analyse:

Letters to Bach ist ein moderner Liebesbrief an das Lebenswerk des großen Komponisten. Die israelisch-amerikanische Musikerin Achinoam Nini, in Europa unter dem Künstlernamen Noa bekannt, ist längst eine international gefragte Künstlerin und stand in der Vergangenheit schon mit Sting, Stevie Wonder, Sheryl Crow und einer Vielzahl anderer Musiker auf der Bühne. In ihrem neuen Album setzt sie sich mit Bachs berühmten Melodien auseinander. Mit beeindruckender Treffsicherheit singt sich Noa durch Bachs komplexe Inventionen und lässt ihre Stimme zwischen den Tonhöhen springen. Die schnellen Läufe, die selbstverständlich für Klavier statt Gesang gedacht sind, singt sie mit solch einer Leichtigkeit und gleichzeitig mit so viel Gewitztheit und Ausdruck, dass man nur staunen kann. Mit einer Mischung aus klassischer Singstimme und leicht jazzigen Einflüssen gelingt der Sprung zwischen Barockzeitalter und Moderne. Unterstützt wird sie dabei von Gitarrist Gil Dor, der Noas Singmelodie mit Bachs komponierten Gegenstimmen sehr passend instrumental erzänzt. Dazu kommen die voller Hingabe an Bach und doch mit einem Augenzwinkern formulierten Texte – von der Sängerin selbst verfasst.
Tatsächlich wünscht man sich nach dem Hören mehr denn je, man könnte in der Zeit zurückreisen und dem alten Meister diese feine CD vorspielen.

Musik unterm Radar auf Facebook

In eigener Sache: Musik unterm Radar bei Facebook!

Liebe Freundinnen und Freunde von guter Musik abseits der Charts, ihr ahnt es schon: Auch dieses hübsche, kleine Musikmagazin ist unter die Facebooker gegangen. Gerade erst online gegangen, ist die Seite noch recht bescheiden, über jedes Like wird sich also tierisch gefreut.

Geteilt werden dort von jetzt an alle neuen Rezensionen, Portraits, Interviews, Musik-News und vieles mehr. Up to date zu bleiben und neue Bands zu entdecken, wird also noch etwas unkomplizierter und noch dazu entsteht eine schöne Plattform zum Austausch zwischen musikinteressierten Menschen.
Schaut gern vorbei!

Musik-News: Go!Zilla auf Tour

Die Fakten:

  • Band: Go!Zilla
  • Das ist neu: Musikvideo zu „Hailing It’s Hailing“
  • Das steht an: ab Mitte Februar sechs Konzerte in Deutschland und der Schweiz

Die Analyse:

Die vier Italiener von Go!Zilla (hier geht’s zum Beitrag) haben die Welt der Musik schon in den letzten Jahren mit einigen Unikaten bereichert. Seit kurzem gibt es mit „Hailing It’s Hailing“ ein neues Musikvideo der Band. Der Titel findet sich auf dem im Herbst veröffentlichten Album Modern Jungle’s Prisoners und ist von der Melodie her vielleicht etwas verspielter als die meisten anderen Tracks der Gruppe. Nichtsdestotrotz ist auch „Hailing It’s Hailing“ geprägt von einer etwas bedrohlichen, düsteren Atmosphäre.
Seit dem Jahresanfang sind Go!Zilla außerdem wieder quer durch Europa unterwegs. Ihre Modern Jungle’s Prisoners Tour führt die Psych-Rocker ab dem 15. Februar auch in den deutschsprachigen Raum nach Kreutzlingen (CH), Hamburg, Köln, Dortmund, Berlin und Dresden.