The VOO: Alternatives Indie-Rock-Duo aus Hamburg

Dreamrocknroll ist nicht nur der Name des ersten Albums von The VOO, sondern beschreibt auch treffend den Musikstil der Band. 

Die Gründungsmitglieder von The VOO sind der Kontrabassist Andrew Krell und sein Ben Galliers, der für Gesang und Gitarre verantwortlich ist. Das Duo hat sich kurz vor der Pandemie in Hamburg kennengelernt und in ihrem ersten Jahr gleich ein Debüt-Album herausgebracht. Musikalisch ergänzten sich die beiden wunderbar auf spielerische Weise und der Sound ist alles andere als von der Stange. Beim Anhören taucht man ab auf eine Reise, die einen über 50er-Jahre-Surf bis Indie-Rock, von Psychedelic bis Alternative führt.
Seit dem plötzlichen Tod Andrew Krells Anfang des Jahres während der Aufnahmephase für das zweite Album führt Ben Galliers das Projekt nun allein fort und veröffentlicht im Oktober Brother VOO in Gedenken an seinen Band-Partner.

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SEDA: Diese Stimme bleibt im Kopf

somewhere in between heißt das Debüt-Album von SEDA – und der Name hält, was er verspricht: Das Album schwebt zwischen Indie, Pop und Soul und verwebt verschiedene Stimmungen und Ansätze in der Instrumentation.

Seda ist türkisch und heißt in etwa Stimme. Und auch hier ist der Name Programm, denn SEDA singt mit beeindruckender Tonspanne und Ausstrahlung. Die soulige Stimme bewegt sich in angenehmer Tiefe genauso natürlich wie in der Höhe. Unterlegt wird SEDAs Gesang von variabler Instrumentation: Bei „Home“ und „Can’t be bad“ liegt der Fokus etwa auf der Akustikgitarre, bei „Don’t Think I’m Doing Okay“ auf dem Klavier und „Loveable“ geht wieder in eine andere Richtung.

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Nordir: mystischer Indietronic-Sound

E-Drums, Looper, E-Gitarren und Synthesizer kommen zum Einsatz, wenn Viktor Nordir und Lars Maier ihr modernes Klanggeflecht ausklamüsern. Das Ergebnis ihres Duos Nordir ist ein verträumter Mix aus Indiepop, psychedelischen Retro-Einflüssen und einer hypnotischen Stimme.

Die beiden Mitte-dreißig-Jährigen engagieren sich mit ihrer Musik außerdem durch Auftritte auf Festivals gegen Fremdenfeindlichkeit – was ihnen vielleicht auch wegen ihrer eigenen Geschichte am Herzen liegt (Viktor wurde in Sibirien geboren, Lars in Malaysia). Heute werkeln die beiden in Ulm an ihrer Musik und haben dafür nicht nur den Deutschen Rock und Pop Preis abgesahnt, sondern auch schon mit Größen wie Get Well Soon auf einer Bühne gestanden.

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Jacob Fortyhands: Soundtrack für Sommernächte

Ursprünglich war Jacob Fortyhands nur als Projekt-Band geplant – das Ganze scheint dann allerdings doch mehr Spaß gemacht zu haben, sodass die Band nun schon seit mehreren Jahren feinsten Indie-Pop fabriziert.

Jacob Fortyhands besteht aus Sänger Lukas, Schlagzeuger Carsten, Gitarrist Hendrik und Bassist Jakob aus dem beschaulichen Lohne in Niedersachsen. Ihre Debüt-EP A Life On The Chase For Gold erschien 2020.
Jacob Fortyhands klingen nachdenklich und träumerisch. Dabei verlieren sie sich nicht in einer melancholischen Schwere, sondern strahlen auch eine gewisse Grundgelassenheit aus. Die einzelnen Instrumente bekommen viel Raum und die Songs wirken angenehm entschleunigt und doch tanzbar.

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Dandelion: Salzburger Indie-Pop

Ihren Stil verorten Dandelion aus Österreich irgendwo „zwischen Tatendrang und Überforderung“, was den übermütigen, jungen Sound der Truppe wunderbar einfängt.

Frontmann Benedikt Uitz, Gitarrist Vincent Ostertag, Bassist Benedikt Wolfsberger und Drummer Robert Winkler verstehen ihre Band Dandelion als kleines DIY-Kollektiv. Im eigenen Homestudio wird aufgenommen und gemischt, ihr Artwork machen sie selbst und die Musik natürlich sowieso. Die Band hat bisher zwei EPs in petto und plant, im Laufe der nächsten Monate die ein oder andere neue Single aus dem Hut zu zaubern.
Dandelion fühlen sich in ihrer Indie-Pop-Schiene pudelwohl. Sänger Benedikts hohe Stimme trifft auf markante Basslines, verspielte Gitarrenmotive und forderndes Schlagzeug. Die erste der für dieses Jahr geplanten Singles „Pompidou“ zieht nach vorn und ist ein waschechter Gute-Laune-Song.

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Aniqo: mystischer Dark Pop

Aniqo hat etwas Geheimnisvolles an sich. Ruhig und entschleunigt, aber auch ein wenig weltenentrückt klingen die Songs der Musikerin.

Aufgewachsen im beschaulichen Wismar an der Ostsee hat es Anita Goß alias Aniqo vor zweieinhalb Jahren nach Berlin verschlagen. Ihr Debüt-Album BIRTH ist im März erschienen. Als ihre Einflüsse nennt die Musikerin einige der ganz Großen – darunter etwa Nick Cave, David Bowie und PJ Harvey.
Aniqo verleiht ihren Songs eine melancholisch-düstere Grundstimmung, gleichzeitig hat ihre Stimme Strahlkraft und Tiefe. Inzwischen hat die Musikerin auch eine starke Band aus Gitarrist, Keyboarder und Schlagzeuger im Rücken, die den sphärischen Stil einzufangen wissen und weiterentwickeln.

Fazit: Aniqos Melodien setzen sich schnell im Ohr fest. Die Lyrics sind dafür nicht immer leicht zu entschlüsseln, es geht um Ängste, Gefühlswelten und das Vermächtnis früherer Generationen, lassen aber auch Spielraum für eigene Interpretation.

Porridge Radio: kantiger Alternative-Sound

Sängerin und Gitarristin Dana Margolin, Schlagzeuger Sam Yardley, Keyboarderin Georgie Stott und Bassistin Maddie Ryall haben zuhause in Großbritannien schon mächtig Eindruck hinterlassen: Mit ihrer Band Porridge Radio wurden sie in einer Top-40-Liste des Guardian aufgeführt, die BBC spielte ihre Songs im Radio und ihr zweites Album war für den Mercury Award nominiert. Nach Rice, Pasta and other Fillers (2016) und Every Bad (2020) kommt im Mai das dritte Album der Band. Heißen wird es Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky.

Neben ihrem Händchen für coole Albumtitel haben die Vier auch einen ganz charakteristischen Sound entwickelt. Porridge Radio ist dabei keine Band der schönen Melodien und zarten Klänge. Die Truppe ist direkt, selbstbewusst und voller Ecken und Kanten – und genau das macht den besonderen Stil aus. Der Gesamtsound wird getragen von einer ungeschliffenen E-Gitarre, dem verspielten Keyboard und einer Frontfrau, die es so sicher kein zweites Mal gibt.

Fazit: Porridge Radio schrauben sich in ihren Songs bis zur Ausgelassenheit nach oben. Man hört: Die Musik ist vor allem auch für die Bühne gemacht. Es wird also Zeit, dass es die Band nach der Zwangspause hoffentlich bald wieder live zu hören gibt.

August August im Interview: „Auf der Bühne quatscht uns keiner rein.“

Platte Reime und inhaltslose Songtexte sucht man bei August August vergebens. Stattdessen beobachtet und kommentiert das Duo das Zeitgeschehen und seine Widersprüche durchdacht und pointiert und lässt immer auch Raum für Interpretation. Ihren Bandnamen haben sich Kathrin Ost (Gesang, Bass) und David Hirst (Gitarre) übrigens von einer Nebenfigur aus einem Drei-???-Hörspiel ausgeliehen. Ihr neues Album gibt es seit dem 25. Februar zu hören.

Kathrin Ost und David Hirst – © August August

Musik unterm Radar: Euer neues Album heißt Liebe in Zeiten des Neoliberalismus. Was bedeutet dieser Titel für euch?

Kathrin: Das war erst nur ein Arbeitstitel. Der Kernsong ist „Man kann sich nicht lieben, wenn man kein Geld hat“, in dem ich mir einen der Glaubenssätze unserer Gesellschaft vorgenommen habe. Es geht darum, dass man in viel mehr Bereichen von dem System um einen herum beeinflusst wird, als einem vielleicht bewusst ist. Als Band schreiben wir ja nicht nur unsere eigenen Geschichten, sondern auch, was uns erzählt wird, was wir beobachten oder was zwischen den Zeilen durchscheint. Da merkt man, dass viel Schmerz dadurch ausgelöst wird, wie die Verhältnisse sind. Liebe in Zeiten des Neoliberalismus ist natürlich auch als Provokation gemeint. Eigentlich würden alle sagen: Die Liebe kann nichts zerstören, sie schwebt über allem. Dabei können einem viele Menschen bestimmt andere Geschichten erzählen, wie existenzielle Sorgen daran doch etwas verändern.

Was sind für euch die Themen unserer Zeit?

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The Ella: Pop-Punk-Duo

The Ella aus Chemnitz verarbeiten in ihren Songs Themen wie mentale Gesundheit, die Klimakrise oder toxische Beziehungen. Das Ganze verpacken sie in einer mitreißenden Indie-Britpop-Punk-Mischung.

Obwohl Gideon Liebmann und Filip Bayer schon gemeinsam im Kindergarten waren, brauchte es noch eine ganze Weile, bis die beiden so richtig einen Draht zueinander fanden. Geklappt hat es dann über die Musik. Als Jugendliche spielten sie gemeinsam in einer Band, ihr Duo The Ella gründeten die beiden 2019 während der Abizeit. Ihre erste EP steht gerade in den Startlöchern: Am 25. Februar erscheint Stereo Smoking.
Auf der EP zu hören sind fünf abwechslungsreiche Songs plus Intro. Sänger Filip singt die englischen Lyrics mit passiver Coolness. Darunter legt er mit der E-Gitarre rhythmische Akkorde, deren britischer Sound fasst ein bisschen trotzig wirkt. Drummer Gideon treibt mit seinen durchschlagenden Schlagzeugbeats die Songs voran.

Fazit: Drums, Gitarre, Vocals: Bei The Ella legt jede Komponente der Musik eine packende Rhythmik an den Tag.