Frau Lehmann: leichtfüßiger Indie-Pop

Von Frau Lehmann kommen luftige deutsche Indie-Songs. Die Musik trägt etwas Umherstreifendes, Suchendes in sich und hat doch ihre Bodenhaftung nicht verloren.

Frau Lehmann nennt sich eine Leipziger Band rund um Frontfrau und Texterin Fiona Lehmann. Die Konstellation ist noch frisch – erst zwei Singles hat die Band bisher veröffentlicht. Eine erste EP lässt aktuell also noch auf sich warten, sie ist aber in der Mache.

Die etwas verträumte Lyrik der Songs von Frau Lehmann spinnt sich um Alltägliches herum und transportiert gemeinsam mit den ohrwurmtauglichen Melodien einen fast kindlich-leichtfüßigen Blick auf die Welt. Die Texte lassen sich tragen von der klaren Singstimme von Fiona Lehmann. Dazu gibt’s E-Gitarre mit Retro-Sound, minimalistisches Schlagzeug und klangliches Feingefühl.

Fazit: Mit deutschen Texten, musikalischer Zwanglosigkeit und trotzdem einer Prise unbestimmter Sehnsucht entwickeln Frau Lehmann eine besondere Mischung aus Indie-Pop und Singer-Songwriter-Stil.

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NerdbyNature: Handmade-Rap mit Indie-Energie

In ihren Songs erzählt die Duisburger Band von persönlichen Erfahrungen, von Verlust, Liebeskomplikationen und Selbstreflexion. Dabei verbinden sie eingängige Hooks mit tiefgründigen Texten.

Van Adam: Bloß kein Mainstream

Treibendes Klavier, eine markante Stimme und aufwühlende Texte charakterisieren die Songs der Münchner Band Van Adam. Ihr „Chanson-Indie-Liedermacher-Punk“ (BR-Abendschau) ist dabei definitiv keine Hintergrundmusik, sondern verdient die volle Aufmerksamkeit.

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Marla und David Celia: zwei Stimmen voller Ausdruckskraft

Die Lieder von Marla und David Celia haben etwas Geheimnisvolles. Neben der spielerischen Leichtigkeit vieler Passagen kommt immer auch eine gewisse Tiefe zum Vorschein.

Kennengelernt haben sich die deutsche Sängerin, Gitarristin und Cellistin Marla und der kanadische Sänger und Multiinstrumentalist David Celia auf einem Konzert. Damals beide noch solo unterwegs, begleitete Marla daraufhin zuerst David Celia auf dessen Deutschland-Tour und folgte danach der Einladung, ihr Album in seinem Studio aufzunehmen. Aus dem ursprünglichen Plan (Musik aufnehmen: ja – verlieben: nein) wurde allerdings nichts, sodass das Paar nun seit inzwischen fünf Jahren als Duo zu hören ist. Im Laufe der Zeit durften sie unter anderem als Vorband von Kiefer Sutherland auftreten, sind quer durch Russland getourt und haben mit Daydreamers und Indistinct Chatter zwei gemeinsame Platten veröffentlicht.
Bei Marla und David Celia treffen zwei charakterstarke Stimmen aufeinander. Trotzdem stehlen sie einander nicht die Show, sondern verschmelzen zu berührender Zweistimmigkeit und tollen Harmonien mit Tiefgang. Gefühlvoll und dezent bettet die Instrumentalbegleitung den Gesang der beiden in ein Geflecht aus melodischem Klang und behutsamer Spannung und Rhythmik ein.

Fazit: Wie in ihrer eigenen Welt klingen Marla und David Celia in ihren Sphären aus harmonierenden Stimmen und wohldurchdachten Arrangements.

Aquilo: britisches Dreampop-Duo

Nach zwei Jahren Arbeit ist es jetzt so weit: Aquilo haben ihr neues Album A Safe Place To Be veröffentlicht. Die Klänge und Texte sind geformt von den Ups & Downs, die die beiden in dieser Zeit erlebt haben, und geprägt von der Rückbesinnung zu ihrem Heimatort Silverdale, Lancashire, mit dem das Duo unzählige Erinnerungen und Geschichten verbindet. So schmückt auch das Cover des Albums eine selbstgebaute Miniatur-Version ihrer Heimatstadt.

Aquilo besteht aus Tom Higham und Ben Fletcher, die als Nachbarn aufwuchsen und zuvor schon an eigenen musikalischen Projekten arbeiteten. Bisherige Erfolge waren ihre ersten beiden Alben Silhouettes und ii sowie weitere EPs und Songs, mit denen sie sich eine feste Fanbase aufbauen konnten. Für Februar 2022 steht außerdem eine Europa-Tour an, auf der Aquilo auch einen Abstecher nach Berlin und Köln unternehmen.
A Safe Place To Be spiegelt die Emotionen und Erlebnisse aus der Zeit wider, in der Aquilo die Songs geschrieben und produziert haben. Entstanden ist daraus ein bunter Mix an ruhigen Piano-Stücken wie „I Wanna See You Smile“ oder etwas rockigeren Songs wie „You Make Me Mad“. Obwohl die Lieder verschiedene Stimmungen vermitteln, lässt sich in jedem ein einzigartiger Sound verspüren, der aus der Sicherheit hervortritt, sich als Musiker und Band gefunden zu haben und – wie der Titel des Albums verspricht – einen sicheren Ort zu haben. 

Fazit: Aquilo bezaubern mit wirklich schönen Songs voll träumerischem Sound, sanftem Gesang und Wiedererkennungswert.

Autor:

Julian Hubert

John Garner im Interview: „Die Musik hat uns wieder auf den richtigen Pfad gebracht.“

Hinter dem Namen John Garner verbirgt sich eine fünfköpfige Band, die sich mit energiegeladenen Folk-Rock-Songs und dreistimmigem Gesang eine Fanbase erspielt hat, die weit über ihre Homebase Augsburg hinausreicht. Am 8. Oktober veröffentlicht die Band ihr neues Album Heartbeat. Sängerin Lisa hat sich die Zeit genommen, einen Einblick in den John-Garner-Kosmos zu geben. Ein Gespräch über Herz und Verstand, die Schattenseiten des Bandlebens und natürlich, was uns auf dem neuen Album erwartet.

Die drei Gründungsmitglieder von John Garner: Lisa, Stefan und Chris.
© Robert Hagstotz

Musik unterm Radar: Liebe Lisa, am Freitag erscheint euer neues Album, seid ihr schon aufgeregt?

Lisa: Es ist gar nicht die Art von Aufregung, bei der man total nervös ist, sondern eher so, dass wir es nicht erwarten können. Wir mussten den Release coronabedingt verschieben und haben vorher auch schon lang an dem Album gearbeitet. So wartet das Album eigentlich seit zwei Jahren darauf, endlich fertig zu sein und deshalb freuen wir uns jetzt einfach sehr drauf. Unsere letzte EP kam an dem Tag, an dem in Bayern der erste Lockdown ausgerufen wurde. Das war ein Freitag, der 13. Das merken wir uns jetzt auch, dass das kein gutes Releasedatum ist (lacht).

Du weißt ja selber, wie unstet danach alles wurde. Wir konnten keine Releasekonzerte für Heartbeat planen, wir konnten die Platte nicht mit auf Tour nehmen und hatten Angst, dass sie total untergeht. Wir haben uns dann entschieden, noch ein bisschen zu warten, weil sie es wirklich wert ist, dass sie nicht zwischen Lockdown und Bundestagswahl in Social Media vergraben bleibt und sie keiner zu hören bekommt. Deshalb haben wir sie tatsächlich um fast ein Jahr verschoben.

Was hattet ihr euch für Heartbeat vorgenommen, wie das Album klingen sollte? Und seid ihr jetzt zufrieden mit dem Ergebnis?

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Ryan Tennis: folkige Gute-Laune-Kanone

Wenn Ryan Tennis seine warme Stimme und die stabile Rhythmik auspackt, wippt schnell unwillkürlich der ein oder andere Fuß mit.

Der Musiker lebt in Philadelphia, obwohl es ihm spätestens seit seinen zahlreichen Touren eigentlich der Süden des amerikanischen Kontinents angetan hat. Was das angeht, legt Ryan Tennis übrigens ein ordentliches Arbeitspensum vor: An die 200 Konzerte im Jahr über die ganze Welt verteilt sind keine Seltenheit für ihn. Auch mehrere Alben und EPs sind von ihm schon zu hören – dieses Jahr kommt voraussichtlich seine siebte Studioveröffentlichung.
Voller Energie grooven die Songs von Ryan Tennis irgendwo zwischen Folk, Soul und Pop umher. Seine etwas draufgängerisch klingende Stimme ist wie die ausladende Instrumentation mit Rockbesetzung plus Bläsern Markenzeichen von Ryan Tennis. Zwischendurch ist er sich auch nicht zu schade dafür, seiner Albernheit freien Lauf zu lassen und er funktioniert wahlweise Küchensiebe, Schneebesen oder Haarbürsten zu improvisierten Mikrofonen um.

Fazit: Der Musiker mit dem wehenden langen Haar versprüht gute Laune als wäre es ein Volkssport.

Musik-News: Debüt-EP von FORWARD

Die Fakten:

Das ist neu: EP Overthinking My Mind At Large

Die Analyse:

Drei Jahre Arbeit stecken in der ersten EP des Hannoveraner Achtergespanns FORWARD. In den Lyrics der sechs Songs begleiten wird die Bandmitglieder durch eine spannende Lebensphase. Es geht um Aufbruchstimmung und Heimweh, um Selbstbestimmtheit und Sorgen, um selbstgesteckte Ziele und die Erwartungen der Anderen – kurz: ums Erwachsenwerden. Dabei bringt die Band eine musikalische Reife mit, bei der man glatt schon einiges mehr an Lebenserfahrung unterstellen würde. Schon beim flotten Opener „Julia“ hat man richtig Spaß an dem präzisen und energiegeladenen Zusammenspiel der Musiker. Songs wie das Instrumentalstück „Overdrive II“, das melancholische „To Be Defined“ oder der verträumte Schlusstrack „On The Run“ bilden einen nachdenklichen Counterpart dazu. FORWARD schlagen eine Brücke zwischen Retro-Charakter und frischem Start, ihre stilprägenden Bläserfiguren setzten sie geschmackvoll ein und haben mit ihrem Studiodebüt schon gleich zu Beginn einen unverkennbaren Klang entwickelt.

Oska: Indie-Pop aus Leidenschaft

Schon mit ihrer ersten EP Anfang des Jahres hatte die Wiener Newcomer-Musikerin Oska alle auf ihrer Seite. Mit ihrer unnachahmlichen Art gewinnt sie einen schließlich schnell für sich.

Die Musik scheint Oska wie ein Wegweiser durch das Leben zu tragen. Mit 18 Jahren zog die Künstlerin aus ihrem Heimatdorf in die österreichische Hauptstadt. Studiert hat sie dort Pop- und Jazz-Gesang, nebenbei spielte sie als Straßenmusikerin. Seit vergangenem Jahr ist sie bei dem kanadischen Label Nettwerk unter Vertrag, hat im Januar ihre erste EP veröffentlicht und kürzlich für Februar 2022 ihr Debütalbum angekündigt.
Oska macht ganz wunderbar glasklaren Indie-Pop. Die Sängerin hat das besondere Talent, mit ihrer Musik hin und wieder so ein subtiles Gefühl unbestimmbarer Schwere hervorzurufen und im gleichen Moment doch irgendwie eine fast tänzelnde Unbekümmertheit zu verbreiten. Ihr weicher Gesang spielt mit feinen Pop-Melodien, begleiten lässt sie sich vorrangig von einer wohldosierten Akustikgitarre.

Fazit: Oska ist mit ihrem eingängigen, charakteristischen Klang eine ganz besondere aufstrebende Musikerin. Auf das erste Album darf man auf jeden Fall gespannt warten – den 25. Februar könnt ihr euch also schon mal in den Kalender eintragen.

Musik-News: Neues Album von Please Madam

Die Fakten:

Das ist neu: Album Angry Boys, Angry Girls (VÖ 10.9.21)
Das steht an: Tour im Oktober/November

Die Analyse

Los geht’s bei Angry Boys, Angry Girls mit dem sanften Opener „Honesty“. Nach und nach steigert sich die Platte hin zu etwas mehr Tempo und einem von Gitarre und Schlagzeug bestimmten Sound. Prägend ist außerdem die eindringliche Stimme von Sänger Dominik. Festnageln lassen sich die Vier von Please Madame auf ihrem dritten Album aber nicht, stattdessen gibt es eine bunte Palette zu hören: Bei der jüngsten Single-Auskopplung „Talk The Other Way“ kommt ein Bläsersatz zu Wort, stampfende Drums hören wir bei „Comfort“ und in dem ruhigen „So Much Better“ brechen sie ganz mit ihren rockigen Wurzeln und lassen Akustikgitarre und Mehrstimmigkeit übernehmen. Auch inhaltlich haben Please Madame etwas zu sagen und beschäftigen sich etwa mit Themen wie Emanzipation, Solidarität und Selbstbestimmung.

Kalabrese: authentischer Klang mit starken Rhythmen

Mit musikalischer Leichtfüßigkeit und einem kantigen Klang steuert Kalabrese auf sein neues Album zu.

In der Schweizer Musikszene ist Sacha Winkler längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Nach verschiedensten Projekten ist der Künstler 2007 mit seinem Soloalbum „Rumpelzirkus“ schließlich erstmals als Kalabrese in Erscheinung getreten. Das zweite Album folgte ein paar Jahre später und inzwischen steht das auch dritte an: Let Love Rumpel – Part 1 wird Anfang Oktober Release feiern. Wie der Name verspricht, ist ein zweiter Albumteil auch gleich mit eingeplant.
Feine Rhythmik, meditative Wiederholungen, stetiger Groove, etwas Mundart und markante Einwürfe verschiedener Instrumente bleiben bei den Songs von Kalabrese im Kopf. Seine Musik ist weder besonders minimalistisch noch überladen. Für den größeren Bandsound bekommt Kalabrese Rückenwind von seinen Weggefährten vom Rumpelorchester und anderen musikalischen KollegInnen.

Fazit: Auf entschleunigende Art ist Kalabrese gleichzeitig modern und retro, experimentell und bodenständig.

Bye Beneco: schillernder Dreampop aus Südafrika auf dem Weg nach Berlin

Die seit 2012 aktive Band Bye Beneco sprudelt vor ständiger, scheinbar müheloser Vielfältigkeit nur so über. Mit spielerischer Leidenschaft und innovativem Einsatz diverser Instrumente kreieren die Johannesburger Künstler*innen ihren ganz eigenen Sound.

So verwundert es nicht, dass sie bereits für die South African Music Awards in der Kategorie „Best Alternative Album“ nominiert wurden und seit 2016 drei Tourneen durch Europa hinter sich gebracht haben. Und auch in ihren einzigartigen Musikvideos lässt die Band ihrer Kreativität und Liebe zum Detail freien Lauf. So fällt es zum Beispiel bei „It‘s Not True Love“ (2019) schon schwer die eigenen Füße still zu halten und die emotionale Energie des Clips bleibt lange im Gedächtnis zurück.
Auch die zuletzt erschienene Single „Red Dress“ kann sich sehen lassen. Mit Hilfe der ausdrucksstarken Performance der französischen Choreografin Cecile Lassonde und gesanglicher Unterstützung von Gastmusikerin Lucy Kruger kommt die mystische Kraft des Songs in zum Teil psychedelisch anmutender Atmosphäre hervorragend zur Geltung.

Fazit: Mit einem Umzug nach Berlin soll es nun noch weiter hinaus gehen. Wir dürfen uns also hoffentlich bald auf farbenfrohe, faszinierenden Live-Auftritte gefasst machen und noch mehr in den glitzernden Bann des Neo-Disco-Pops ziehen lassen. Frontsängerin Lenny-Dee Doucha fasst es mit ihrer Beschreibung zu „Red Dress“ mit den Worten „this song is dedicated to dancing hard when we can do that again“ ziemlich gut zusammen – genau darauf freuen wir uns jetzt schon!

Autorin:

Luise Asmussen