Tropica: Zwischen Pop und Psychedelic

Sie bezeichnen sich selbst als „Musiknerds“ mit einem Faible für Beatles-Songs und Vintage-Sound: Tropica nehmen uns mit in ihre bunte Retro-Welt.

Das Fünfergespann Tropica aus Köln und Wuppertal hat sich 2018 gegründet. Ein Jahr später stand mit On A Rainbow die erste Platte in den Startlöchern. Für dieses Jahr hat die Band zwei weitere EPs geplant.
Je nach Song klingen bei Tropica andere Einflüsse durch. Ganz grob bewegen wir uns auf der Indie-Pop-Schiene. Songs wie „You Can’t Escape The Future“ haben eine psychedelische Schlagseite und erinnern etwas an die frühen Songs von Pink Floyd, in anderen überwiegt melodische Mehrstimmigkeit.

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The Districts: sphärischer Rock

In ihren Musikvideos strahlen The Districts zuweilen eine gewisse emotionale Teilnahmslosigkeit aus. Diese Art der rockstarhaften Coolness mag nicht bei jedem funktionieren, dem Trio nimmt man sie aber gerne ab – auch deshalb, weil sie bei ihrer Musik dafür ganz bei der Sache sind.

Angefangen haben The Districts in Pennsylvania als Schülerband, die sich ganz dem Classic Rock verschrieben hatte. Die Veröffentlichung ihres Debüt-Albums hat die Band 2012 noch allein gestemmt. Inzwischen sind sie bei Fat Possum Records unter Vertrag – dort erscheint im März auch ihr neues Album Great American Painting. Aktuell sind die drei auf Tour in Europa unterwegs, Mitte Februar verschlägt es sie auch für ein paar Gigs nach Deutschland und in die Schweiz.
The Districts haben über die Zeit einen charakteristischen Sound aus kaum erwartbaren Melodien, vielseitigen Gitarrenmotiven, markanter Bass Drum und in den Hintergrund eingestreuten musikalischen Details fabriziert. Insgesamt haben die Songs der Band trotz der rockigen Wurzeln etwas Sphärisches. Passend dazu sind auch die Musikvideos oft eher abgedreht und unkonventionell.

Fazit: The Districts experimentieren mit Rock-Sound in verschiedensten Facetten.

Eugenia Post Meridiem: Genre-Cocktail aus Italien

Durch Zufall sind vier Italienische Musikbegeisterte aus den unterschiedlichsten musikalischen Ecken aufeinandergetroffen und haben schnell gemerkt, wie gut sie trotz allem zueinander passen. Das Resultat: Eugenia Post Meridiem.

Im Urlaub in Portugal traf Sängerin Eugenia 2017 auf ihre zukünftigen Bandkollegen: einen Bassisten und Elektro-Fan, einen Gitarristen aus der psychedelischen Ecke und einen Jazz-Drummer. Direkt ging es ans Songwriting, zwischendurch Aufnahmesessions für erste Singles, Touren und Gigs in Italien und darüber hinaus – der italienische Rolling Stone hielt ihnen gleich einen Platz auf der Liste der vielversprechendsten Neuentdeckungen des Landes frei.
Durch ihren wilden Mix an Einflüssen wird es schwierig, Eugenia Post Meridiem eine Richtung, geschweige denn ein Genre zuzuschieben. Aufregend klingt ihr Sound, mutig und voller Freiheitsgefühl. Faszinierend ist vor allem auch die Stimme von Frontfrau Eugenia, schließlich sucht sich die Band auch nicht gerade die einfachsten der möglichen Melodieführungen aus.

Fazit: Eugenia Post Meridiem ist eine Band, die man auf dem Schirm behalten sollte.

Elephants in Silent Rooms: feiner Vintage-Rock

Elephants in Silent Rooms aus der Nähe von München verbinden klassischen Rock mit modernen Vibes und etwas Psychedelic.

Hinter Elephants in Silent Rooms stehen vier Musiker mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang und ab und an einer Prise Synthesizer. Im vergangenen Jahr haben die Newcomer ihr Debut-Album Generations veröffentlicht.
Musikalisch landen Elephants in Silent Rooms bei einer Mischung aus Old-School-Rock und sphärisch-psychedelischer Stimmung. Getragen wird das Ganze dabei je nach Song vor allem von markanten Drums, Synthies, Gitarrenmotiven oder verträumtem Gesang.

Fazit: Trotz stetigen Drums machen Elephants in Silent Rooms insgesamt angenehm entschleunigten Rock. Die Band lässt sich auch mal Zeit für Soli oder sanfte Backing Vocals und groovt sich in ihren Songs gemeinsam ein.

Wallners: Dreampop aus Wien

Geschwistern sagt man häufig nach, sie würden sich ohne Worte verstehen. Für die vier Wallners aus Wien steht fest: Ihre gemeinsame Sprache ist die Musik.

Musik gemacht haben die Zwillinge Anna und Laurenz Wallner (25) mit ihren Brüdern Nino (20) und Max (23) schon Jahre lang zusammen. Die im Wohnzimmer gebastelten Demos schickten die Geschwister irgendwann auf gut Glück zu einigen Labels. Bei keinem geringerem als Universal Music wurde man stutzig. Dort ist nun die erste Single „In My Mind“ der Geschwister erschienen.
„In My Mind“ ist ein Song voller sphärischem Dreampop. Viel Hall und ein stetiges Glockenspiel eröffnen eine bunte Traumwelt. Sängerin Anna Wallners Stimme als Konstante trägt den Song durch seine schwebende Atmosphäre. In den nächsten Veröffentlichungen der Wallners wird es aber wohl noch in eine andere Richtung gehen. Schließlich haben sich alle vier bereits auf Daft Punk als Lieblingsband geeinigt.

Fazit: Ohne viel Tamtam ist den vier Wallners ein angenehm verträumter Debut-Track gelungen. Spannend wird jetzt zu sehen, wohin die Reise geht, wenn die Geschwister in nächster Zeit neue musikalische Ideen von sich hören lassen.

Virgin Tears: Sphärischer Post Punk

Melancholisch, düster und geheimnisvoll klingen die Virgin Tears. Wenn das kein guter Start in die dunkle Jahreszeit ist…

Vor einem Jahr gründeten die Sängerin und Gitarristin Linda Lace und der Bassist und Schlagzeuger Anthony Forest in Hamburg das Duo Virgin Tears. Pünktlich zum ersten Geburtstag veröffentlichten die beiden im September ihre erste EP The Beauty Of Broken People.
Durchdringend liegt Linda Laces Gesang auf der sphärischen Gitarre und dem stabil durchlaufenden Beat. Die beiden machen Musik ohne Schnickschnack: Es gibt keine Schnörkel, keine Verzierungen, stattdessen arbeiten sie mit eindrücklichen Klängen, vielen sich wiederholenden Einzeltönen in Gitarre und Bass, passagenweise Akzenten und jeder Menge Hall. Das Duo kreiert so eine besondere Stimmung, die fasziniert.

Fazit: Trotz der Einfachheit und der gewollten Monotonie in Melodie und Begleitung klingen die Songs von Virgin Tears durchdacht und lassen es zu, schon nach wenigen Takten des Zuhörens ganz in die Musik einzutauchen.

  • Meilensteine:
    • 2019 EP The Beauty Of Broken People
  • Umleitung:

KOJ: Düsterer Indie und starke Stimme

KOJ zeigen: Wer sich privat gut versteht, macht oft auch die bessere Musik zusammen. Das Indie-Trio besteht aus zwei Brüdern, Gesang und Gitarre kommen von der Ehefrau des einen Bruders.

Schon seit 2010 machen Frontfrau Alina, Simon (Keyboard) und Nils (Schlagzeug) in dieser Konstellation zusammen Musik. Genug Zeit um einen gemeinsamen Stil auszuarbeiten und sich einzugrooven. Den ein oder anderen Record haben die drei im Laufe der Jahre schon herausgebracht, nächstes Jahr soll ein weiteres Album folgen. Gerade ist die Band außerdem als Support Act von Kochkraft durch KMA auf Tour.
Die musikalische Richtung von KOJ ist recht düster, die sich wiederholenden Klänge sind zum Teil fast tranceartig-meditativ. In diese Grundstimmung passt die in ihrer Tendenz eher tiefe Stimme der Sängerin genau hinein. Alina singt unaufgeregt, wenn auch mit Power und verleiht dem Sound der Band noch einmal ein Alleinstellungsmerkmal.

Fazit: KOJ sind ein eingespieltes Team. Ihre Songs kommen ohne übermäßig komplizierte Stilmittel aus und rufen gerade durch ihre Gelassenheit eine ausdrucksstarke Atmosphäre hervor.

Xul Zolar: Band im Schwebemodus

Auch wenn Xul Zolar nicht unbedingt die klassischen Mitsing-Hymnen schreiben, bleiben ihre Songs doch erstaunlich schnell im Kopf und entwickeln einen ganz eigenen Vibe.

Seit ihrer Gründung sind Xul Zolar alles andere als untätig gewesen. Verschiedene Veröffentlichungen sind in den vergangenen Jahren entstanden, ihren Proberaum hat die Band längst zum Studio ausgebaut. Am Freitag, 23. August erscheint die neue EP Nightfalls, als Vorgeschmack darauf ist bereits die Single „Perfume“ erschienen. Ab Ende September geht es für die Band dann wieder auf Tour durch verschiedene große deutsche Städte.
Musikalisch gehen Xul Zolar in die Richtung New Wave-Pop. Mit dynamischen Schlagzeugbeats, einem fließenden Keyboard-Unterbau und leicht psychedelischen Gitarrenchords und -riffs entstehen athmosphärische Songs. Die Stimme des Sängers klingt dazu manchmal wie aus höheren Sphären zurück auf die Erde geschickt. Insgesamt wirken die Bandmitglieder gut aufeinander eingespielt, die Songs sind weder minimalistisch, noch überladen, sondern kommen mit einem angenehm gefühlvollen Maß aus.

Fazit: Xul Zolar passen musikalisch schön zusammen und bauen gekonnt schwebende Stimmungen auf.

  • Meisterwerk: „Perfume“
  • Umleitung:

Love Machine: Psych-Rock zum Abschweifen

Etwas Hall, schwebende Gitarrenmotive und zwischendurch ein wenig abgedrehtes Flötenspiel – so funktioniert die Musik der deutschen Psychedelic-Band Love Machine.

Nach fünf Jahren Bandgeschichte, drei Alben und etwas Besetzungskarussell kommt die Düsseldorfer Band nun mit neuen Projekten zurück. Gerade stehen Love Machine am Anfang einer ausgedehnten Tour. Insgesamt bis Ende November kann man die vier hierzulande live sehen, außerdem steht wohl schon eine neue EP in den Startlöchern.
Lange Haare, Voll- und Schnurrbärte prägen die Erscheinung der Psychadelic- und Garage-Rocker. Aber nicht nur das Auftreten des Quartetts ist auf den ersten Blick etwas skurril – auch die Musik von Love Machine hat Wiedererkennungswert: Die Sounds sind experimentell und verträumt, inhaltlich geht es auch mal um die Lieblingspizza und besonders die tiefe Stimme des Sängers ist charakteristisch und raumeinnehmend.

Fazit: Gerade die Kombination aus Musik und Erscheinungsbild macht Love Machine zu einer Besonderheit.

Apewards: Rock-Überraschung aus Marburg

Von Classic Rock über bluesige Sachen bis in Richtung Psychedelic: Wer sich für guten Rock begeistern kann, ist bei Apewards genau richtig.

Ihre erste Bandergänzung in Form von Gitarrist Vincent Krause lernten die beiden Freunde Nico Gehle (Gitarre, Gesang) und Lukas Plümpe (Bass) 2012 über die „Ersti-Woche“ an der Uni kennen. Bald darauf stieß Frank Eckerle am Schlagzeug dazu – seitdem ist die Truppe vollständig. Anschließend ging es für Apewards direkt in die produktive Phase: Songwriting, Auftritte, mehrere CDs. Ihr neuestes Album We The Living ist im März 2019 auf den Markt gekommen.
Apewards basteln gekonnt musikalische Brüche in ihre Songs und geben sich nicht unbedingt mit den einfachen Rhythmen zufrieden. Überhaupt passt die Band gut zusammen: Ihre Soli sind kreativ, die Riffs in der Gitarre hart und rockig, die Basslines markant, der Drummer darf sich richtig austoben. We The Living ist außerdem eine ausgesprochen abwechslungsreiche Rock-Platte. „Isolated Ground“ baut sich von einem einzelnen rhythmisierten Ton am Anfang zu einer düsteren Epik auf, in „How Deep Is The Sea“ klingt ein bisschen mehr Blues Rock durch und Songs wie „Weightless“ legen mit einem starken Einstieg vor und sind schön klassische Rocknummern. Apewards sind außerdem sehr für den Überraschungseffekt: Immer wieder gibt es scharfe Akzente und Synkopen. Jedes Instrument tritt mal hervor und bekommt hier seine Bühne, trotzdem ist der Klang oft ziemlich mächtig.

Fazit: Apewards sind in vielen Facetten des Rock zuhause. Ihre neue CD ist vielseitig und macht Lust auf mehr.

  • Meisterwerk: „Weightless“
  • Meilensteine:
    • 2016 Debut Tales Of Cloud Forest
    • 2018 Livealbum Live In Cloud Forest
    • 2019 We The Living
  • Umleitung:
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