Van Adam: Bloß kein Mainstream

Die Musik von Van Adam ist definitiv keine Hintergrundmusik, sondern verdient die volle Aufmerksamkeit. Treibendes Klavier, eine markante Stimme und aufwühlende Texte charakterisieren die Songs der Münchner Band rund um Singer/Songwriter Adrian Marwitz und Pianist Murat Parlak.

Songs wie „Die Unendlichkeit“ passen mit der bewegten, fast schon hektischen Melodie perfekt in den Stil von Van Adam. Den hat die BR-Abendschau bei einem Auftritt der Band mal „Chanson-Indie-Liedermacher-Punk“ genannt, und das trifft es ziemlich gut.

Van Adam möchten kein Mainstream sein, sondern auch unangenehme Themen ansprechen. Passend dazu geht es in „Die Unendlichkeit“ schmerzhaft ehrlich um das Älterwerden.

In ihrem bisher erfolgreichsten Song „Das Leben“ kreieren Van Adam eine eigentümliche Stimmung zwischen Wut und Melancholie. „So ist das Leben, das Leben hat seinen Preis“ heißt es im Refrain. Das Musikvideo zum Song wurde an der Isar, im Münchner Glockenbachviertel und auf einem Friedhof gedreht. Der Song ist außerdem der Titeltrack von Van Adams Debüt-Album.

Ungefähr in der Mitte des Songs unterbricht ein Klaviersolo mal den Flow des Songs. Diese Bridge kommt zwar unerwartet, eigenwillige Brüche sind aber nicht ganz untypisch für Van Adam. Auch bei „Die Frau Rosalie“ ändert sich die Stimmung des Songs ab der Hälfte schlagartig und die beinahe unangenehm reibenden Harmonien werden durch eine eher heitere Klaviermelodie abgelöst. Das hektische, durchtriebene Lied schließt am Ende fast tröstlich.

Van Adam legen textlich den Finger in die Wunde und sprechen Themen wie Kindheit, Älterwerden, Drogen und innere Konflikte an. Auch musikalisch hebt sich die Band ab und erzeugt mit pulsierendem Rhythmus und dissonanten Harmonien Spannung. Die Musik von Van Adam ist keine beiläufige Unterhaltung, sondern sie bewegt einen, fordert auch mal heraus und hallt nach.

Autorin:

Mia Kehrer


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