Masha The Rich Man: Folk-Pop-Melancholie

Maria „Mascha“ Raykhman führt schon früh ein bewegtes Leben. Als Vierjährige kommt sie 1999 mit ihrer Familie als jüdischer Kontingentflüchtling aus der Ukraine nach Deutschland. Nach ihrer Zeit in einer Unterkunft im Schwarzwald und mehreren Umzügen geht sie in München zur Schule und singt in einer Musical-Gruppe. Es folgt ein Auftritt bei der KiKa-Sendung Dein Song, später ein Studium an der Popakademie Mannheim, der German Songwriting Award und Arbeit als Synchronsprecherin. Inzwischen singt sie als Masha The Rich Man ihre eigenen Songs.

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Sinu: akustische Traumwelten

Das deutsch-türkische Indie-Pop-Duo Sinu erschafft mit klirrenden Gitarren und modernen Beats gesellschaftskritische Poesie.

Das neueste Produkt von Sinan Köylüs und Tim Zeimets vierjähriger Evolution als Duo ist die Single „Salzwasser“. Das Musikvideo landete direkt in den deutschen Youtube-Trends, Regie führte Content-Creatorin Annikazion. Auf Salzwasser könne man leichter schwimmen, wispert Köylü zur leisen Akustikgitarre und lässt das Bild einer unbeschwerten Sommerliebe entstehen. Dieses Bild kippt, als wir im Refrain mit türkischen Lyrics überrascht werden: Plötzlich ist von Tränen im Wasser die Rede – völlig glücklich scheint die Beziehung also nicht zu sein. Dieses ambivalente Spiel ist charakteristisch für das Duo. Hatte man gerade noch das Gefühl, einen Song zu kennen, muss man sich im nächsten Moment neu fallen lassen.
Der Stil ihrer Vorbilder Bon Iver, Milky Chance und Ry X schwingt klar mit in den Songs der Band. Doch Sinu entwickeln auch ihren eigenen Sound. Sie wollen aufrütteln, singen über Konsumkritik, Rassismus und auch ein bisschen über Liebe und Herzschmerz. Eine solch sensible Stimme mit derartig liebevoller Experimentierfreude hört man nicht oft in der deutschsprachigen Musikszene.

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The VOO: Alternatives Indie-Rock-Duo aus Hamburg

Dreamrocknroll ist nicht nur der Name des ersten Albums von The VOO, sondern beschreibt auch treffend den Musikstil der Band. 

Die Gründungsmitglieder von The VOO sind der Kontrabassist Andrew Krell und sein Ben Galliers, der für Gesang und Gitarre verantwortlich ist. Das Duo hat sich kurz vor der Pandemie in Hamburg kennengelernt und in ihrem ersten Jahr gleich ein Debüt-Album herausgebracht. Musikalisch ergänzten sich die beiden wunderbar auf spielerische Weise und der Sound ist alles andere als von der Stange. Beim Anhören taucht man ab auf eine Reise, die einen über 50er-Jahre-Surf bis Indie-Rock, von Psychedelic bis Alternative führt.
Seit dem plötzlichen Tod Andrew Krells Anfang des Jahres während der Aufnahmephase für das zweite Album führt Ben Galliers das Projekt nun allein fort und veröffentlicht im Oktober Brother VOO in Gedenken an seinen Band-Partner.

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SEDA: Diese Stimme bleibt im Kopf

somewhere in between heißt das Debüt-Album von SEDA – und der Name hält, was er verspricht: Das Album schwebt zwischen Indie, Pop und Soul und verwebt verschiedene Stimmungen und Ansätze in der Instrumentation.

Seda ist türkisch und heißt in etwa Stimme. Und auch hier ist der Name Programm, denn SEDA singt mit beeindruckender Tonspanne und Ausstrahlung. Die soulige Stimme bewegt sich in angenehmer Tiefe genauso natürlich wie in der Höhe. Unterlegt wird SEDAs Gesang von variabler Instrumentation: Bei „Home“ und „Can’t be bad“ liegt der Fokus etwa auf der Akustikgitarre, bei „Don’t Think I’m Doing Okay“ auf dem Klavier und „Loveable“ geht wieder in eine andere Richtung.

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Nordir: mystischer Indietronic-Sound

E-Drums, Looper, E-Gitarren und Synthesizer kommen zum Einsatz, wenn Viktor Nordir und Lars Maier ihr modernes Klanggeflecht ausklamüsern. Das Ergebnis ihres Duos Nordir ist ein verträumter Mix aus Indiepop, psychedelischen Retro-Einflüssen und einer hypnotischen Stimme.

Die beiden Mitte-dreißig-Jährigen engagieren sich mit ihrer Musik außerdem durch Auftritte auf Festivals gegen Fremdenfeindlichkeit – was ihnen vielleicht auch wegen ihrer eigenen Geschichte am Herzen liegt (Viktor wurde in Sibirien geboren, Lars in Malaysia). Heute werkeln die beiden in Ulm an ihrer Musik und haben dafür nicht nur den Deutschen Rock und Pop Preis abgesahnt, sondern auch schon mit Größen wie Get Well Soon auf einer Bühne gestanden.

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Alva: softe Pop-Jazz-Mischung

Verträumt und halb wie in Trance spielen sich Alva an Klavier, Gitarre und Schlagzeug durch eine Welt aus Folk, Pop und Jazz.

Jannike (Gesang, Piano, Percussion) und Jan (Gesang, Gitarre, Drums, Percussion) kommen ursprünglich aus Freiburg und Kassel und haben ihr Duo Alva 2020 in Dublin gegründet, bevor es sie inzwischen wieder in den heimischen Schwarzwald zurück gezogen hat.
Mit ihrem recht minimalistischen Stil und einem jazzigen Einschlag strahlen Alva Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Jannikes voluminöse Stimme trägt die Songs. Mit den Backings ihres Bandkollegen entsteht phasenweise eine dezente Zweistimmigkeit.

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Tropica: Zwischen Pop und Psychedelic

Sie bezeichnen sich selbst als „Musiknerds“ mit einem Faible für Beatles-Songs und Vintage-Sound: Tropica nehmen uns mit in ihre bunte Retro-Welt.

Das Fünfergespann Tropica aus Köln und Wuppertal hat sich 2018 gegründet. Ein Jahr später stand mit On A Rainbow die erste Platte in den Startlöchern. Für dieses Jahr hat die Band zwei weitere EPs geplant.
Je nach Song klingen bei Tropica andere Einflüsse durch. Ganz grob bewegen wir uns auf der Indie-Pop-Schiene. Songs wie „You Can’t Escape The Future“ haben eine psychedelische Schlagseite und erinnern etwas an die frühen Songs von Pink Floyd, in anderen überwiegt melodische Mehrstimmigkeit.

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PANTHA: rebellischer Deutschpop aus Mannheim

Wer hätte gedacht, dass deutsche Popmusik so empowernd und edgy sein kann! PANTHA überzeugt mit bissigen Lyrics und energiegeladenen Beats, die tagelang im Ohr bleiben.

Die 23-jährige Musikerin PANTHA sagt in ihren Songs, was sie denkt, und streckt dabei gern mal den Mittelfinger aus. In direkten und self-empowernden Songtexten singt sie über innere und äußere Zwänge wie toxische Beziehungen, Suchtmittel oder gesellschaftliche Erwartungen.

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Jacob Fortyhands: Soundtrack für Sommernächte

Ursprünglich war Jacob Fortyhands nur als Projekt-Band geplant – das Ganze scheint dann allerdings doch mehr Spaß gemacht zu haben, sodass die Band nun schon seit mehreren Jahren feinsten Indie-Pop fabriziert.

Jacob Fortyhands besteht aus Sänger Lukas, Schlagzeuger Carsten, Gitarrist Hendrik und Bassist Jakob aus dem beschaulichen Lohne in Niedersachsen. Ihre Debüt-EP A Life On The Chase For Gold erschien 2020.
Jacob Fortyhands klingen nachdenklich und träumerisch. Dabei verlieren sie sich nicht in einer melancholischen Schwere, sondern strahlen auch eine gewisse Grundgelassenheit aus. Die einzelnen Instrumente bekommen viel Raum und die Songs wirken angenehm entschleunigt und doch tanzbar.

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Dandelion: Salzburger Indie-Pop

Ihren Stil verorten Dandelion aus Österreich irgendwo „zwischen Tatendrang und Überforderung“, was den übermütigen, jungen Sound der Truppe wunderbar einfängt.

Frontmann Benedikt Uitz, Gitarrist Vincent Ostertag, Bassist Benedikt Wolfsberger und Drummer Robert Winkler verstehen ihre Band Dandelion als kleines DIY-Kollektiv. Im eigenen Homestudio wird aufgenommen und gemischt, ihr Artwork machen sie selbst und die Musik natürlich sowieso. Die Band hat bisher zwei EPs in petto und plant, im Laufe der nächsten Monate die ein oder andere neue Single aus dem Hut zu zaubern.
Dandelion fühlen sich in ihrer Indie-Pop-Schiene pudelwohl. Sänger Benedikts hohe Stimme trifft auf markante Basslines, verspielte Gitarrenmotive und forderndes Schlagzeug. Die erste der für dieses Jahr geplanten Singles „Pompidou“ zieht nach vorn und ist ein waschechter Gute-Laune-Song.

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