„Klein-Skuffy war schon immer eine Diva“ – Skuff Barby zeigte zunächst auf Retro-Hip-Hop und R&B, und jetzt auf Techno-Beats, wie viel Selbstbewusstsein in einen Menschen passt.
Skuff Barby wird Ende der 1990er als Tochter einer Familie aus Äquatorialguinea in Münster geboren. Im Grundschulalter schreibt sie ihre ersten Songs und veröffentlicht 2020 ihre erste Single „Rohdiamant“, im Jahr 2023 dann ihr Debütalbum Passiflora.
Die Beats in dieser Anfangsphase stammen vom Münsteraner Produzenten Boomboii und schweben irgendwo zwischen R&B und 90er-Hip-Hop. Eine schöne Hommage an den Sound dieser Zeit hört man zum Beispiel in dem Song „Meine Freunde, eure Feinde“, in dessen Hook das legendäre „woop woop“ aus „Sound of da Police“ von KRS-One zu hören ist.
Nach Passiflora kommt ein Orts- und Soundwechsel. Skuff Barby zieht nach Köln und arbeitet dort mit den Produzenten Rypzylon und Jaromyr zusammen, die einen elektronischeren Klangteppich für ihre Texte schaffen.
Auf Drum-&-Bass-Beats rappt und singt sie nun über sich selbst und ihre Sicht auf die Welt. Was in ihren Texten vor allem auffällt: Sie ist von sich überzeugt – und zwar so richtig. Mit Zeilen wie „Alle wissen, Skuffy ist und bleibt die Trumpfkarte“ ist ihr Selbstbewusstsein nicht zu überhören. Schon der Songtitel „Get Over It“ sagt viel über sie und ihre Musik aus: Sie ist laut, selbstbewusst – und wenn du damit ein Problem hast, tja dann get over it.
Trotzdem: Skuffy kann auch anders. Auf ihrer neuen EP Barbylon zeigt sie sich mit Zeilen wie
„Ich steh in ’ner Ruine, Splitter in der Haut / Das ist meine Season“ überraschend verletzlich.
Fazit: Von 90s-Hip-Hop und R&B zu Drum-&-Bass und immer voll mit Selbstbewusstsein – Skuff Barby bleibt sich selbst treu und ist trotzdem wandelbar.
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