The Stamps: Indie-Pop von ziemlich besten Freundinnen

Die australische Band The Stamps leben einen Traum: Als beste Freundinnen schreiben sie Musik, nehmen Songs auch, gehen auf Europa-Tour. Grund genug, euch das Trio und ihre energetischen Indie-Pop-Songs näher vorzustellen.

The Stamps bestehen aus den 22-jährigen Freundinnen Scarlett, Sofia und Rubina. Kennengelernt haben sie sich während ihrer Highschool-Zeit in der Nähe von Perth, wo sie sich schnell zu einer Band formierten. Das erste Lied, das ich von ihnen gehört habe, war ein Cover von „She Bangs The Drums“ – einem Song der britischen Band The Stone Roses, der sofort zeigt, wie ein Song voller Charme und Harmonie mit Indie-Pop neu interpretiert werden kann. Der Song ist Teil ihrer gleichnamigen EP, auf dem sich unter anderem Cover von Nirvana oder Iggy Pop ganz im Stil der Stamps finden.

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MAIIJA: Gefühlvoller Widerstand

Gefühle zeigen – geht das überhaupt noch in 2026? MAIIJA antwortet auf diese Frage mit einem ganz klaren Ja! In ihren Songs dürfen Wehmut und Schwere genauso sein wie Geborgenheit und Leichtigkeit. Und anders als andere driftet sie dabei nicht in Kitsch ab.

Marilies Jagsch ist schon seit über zehn Jahren musikalisch in Wien unterwegs; bereits in ihren ersten Songs sticht vor allem ihr gefühlvoller Gesang hervor. Wenn man ihre Stimme hört, hat man das Gefühl, etwas ganz Empfindlichem, vielleicht sogar Zerbrechlichem zuzuhören. Dabei sind ihre Songs genauso wie ihre Ausstrahlung alles andere als schwach.

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Mega City Four rettete mein Teenager-Ich

1989 steckte mein Teenager-Ich in der Klemme. Gefangen in der dörflichen Provinz, mit Erziehungsberechtigten, die sich nicht die Mühe machten, mich zu verstehen, ahnte ich bereits, dass jenseits von Schützenfest und Fußballverein mehr als das existierte. Aber wo hielt sie sich versteckt, die Subkultur?

Wirst du für das, was du bist, nicht akzeptiert, bleibt dir Resignation oder Rebellion. Ich entschied mich für Letzteres. Meine Freunde hörten Metal. Ich schaute mir gern die Plattencover an, aber die Musik?

The Cure und Bauhaus waren toll, aber von gestern. Bowie und Prince hörte jeder. Ich suchte nach meinem Soundtrack, der sich anfühlte wie ein Geheimnis. Ich suchte Musik, die nur mir gehörte – und fand sie in Mega City Four.


Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.


Im Tele-5-Musikformat Offbeat berichtete die bezaubernde Susanne Reimann von vier jungen Briten, die ihr Debüt Tranzophobia betitelten, weil sie auf unendlicher Tour in der Enge ihres Ford Transit durchgedreht waren. Ein kurzes Interview, ein Einspieler des Songs “Occupation”, schon war alles klar. Ich war nicht mehr allein.

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Neues Jahr, neuer Migräneanfall

Silvester steht vor der Tür und wie in jedem Jahr möchte der Durchschnittsbürger vor Schlag zwölf am 31. alles erledigt wissen. Das kommende Jahr als symbolischer Neubeginn – ich habe meine Zweifel. Du kannst auch am 2. Februar das Rauchen anfangen oder am 10. April zur überfälligen Vorsorgeuntersuchung gehen. 

Und was wird geseufzt: Ich bin so froh, wenn dieses Jahr vorbei ist. Nächstes Jahr wird es anders, da passe ich besser auf mich auf. Lass hinter dir, was du nicht mehr benötigst – was auch immer die Kalendersprüche sagen, du wirst am 1. Januar exakt dieselbe Pappnase im Spiegel erblicken, bis du dich veränderst.


Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.


Alle Jahre haben Licht und Schatten. Leben und Tod. Verlust und Gewinn. Freue dich, dass dir ein weiteres Jahr geschenkt wurde. Das bedeutet, du hast vieles richtig gemacht, sonst wärst du vermutlich tot.

Nonstop passiert Wundervolles. Kleine Menschen werden geboren. Ich durfte eben erst ein wenige Wochen altes Baby auf den Arm nehmen. Wie leicht die sind – trotzdem alles drin. Ein Wunder. 

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David Nevory und die Gilmore Girls im Herbst

Ach, der Herbst. Bis Halloween schaue ich gern, wie ein Eishockeymaske tragender Irrer Teenager mit seiner Machete zerhackt. Danach schalte ich auf „cozy“. 

Nichts wie raus zu goldener Sonne und Herbstlaub. 

Doch wohin ich gehe – Paare im Jack-Wolfskin-Partnerlook. Gefrorene Hundescheiße und apokalyptische Wetterkapriolen stören meinen verdienten Frieden dort draußen. Ergo: Rückwärtsgang, raus aus dem Wintermantel, rein in die Jogginghose, ab auf die Couch und auf nach Stars Hollow. Die Gilmore Girls.


Unser Autor René ist selbst Musiker und passionierter Pop-Fan. Als etwas älteres Semester musste er von Boybands in Baggy Pants über Grunge bis K-Pop schon so einiges mitmachen. In seiner Kolumne „riffs & rants“ blickt er für uns mehr oder weniger regelmäßig auf neue Musik, Trends und Pop-Phänomene.


Es ist mir ein liebgewonnenes Ritual, diese Serie in den kalten Jahreszeiten zu schauen. Ein Idyll aus Lichterketten, hochfrequentem Geplapper und Insel-Charme. Dieses Jahr jedoch schleicht sich Unbehagen ein. Etwas stimmt nicht. Es dämmerte mir kürzlich: Die romantischen Beziehungen der Gilmore Girls sind ein komplexes Netz aus Bindungsangst, Selbstsabotage und emotionaler Unentschlossenheit, das die vermeintliche Idylle der Serie bei genauem Hinsehen konterkariert. Was ist da los?

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GAVRIIL: „Blind zu sein muss kein Hindernis sein – als Musiker kann es sogar ein Vorteil sein“

Was bedeutet es für das eigene Leben, wenn man innerhalb von einem Jahr fast vollständig erblindet? Wer mit GAVRIIL spricht, hat das Gefühl: gar nicht so viel. Er macht weiter Musik, veröffentlicht eigene Songs, gibt Konzerte und studiert in Köln. In seiner Musik verschmelzen Soul, griechische Folklore und Rap zu einem selten gehörten Sound, Ende November erscheint seine neue Single “GOTT VERGIB MIR”. Wir haben ihn in seiner Wohnung zum Interview getroffen.

Musik unterm Radar: 2017 wurde bei dir die Krankheit Lebersche Hereditäre Optikus-Neuropathie, kurz LHON, festgestellt. Wie hast du die Zeit rund um die Diagnose erlebt? Welche Rolle hat die Musik gespielt?

GAVRIIL: LHON ist eine genetisch bedingte, seltene Augenerkrankung, die meine Mitochondrien in den Nervenzellen betrifft. Die Ärzte waren sich von Anfang an zu 99 Prozent sicher, dass es LHON ist. Die endgültige Diagnose kam dann nach einem neunstündigen Untersuchungsmarathon. Ich habe versucht, zu Beginn cool zu bleiben, um für meine Familie da zu sein. Natürlich waren alle im Schock und haben geweint. Ich selbst habe mir erst erlaubt zu weinen, als ich alleine war.

Ich selbst habe es erst nach Monaten und Jahren richtig verarbeitet. Innerhalb eines Jahres ist mein Sehvermögen von ehemals 180 Prozent – was also sehr überdurchschnittlich war – auf ungefähr drei Prozent gesunken. Per Gesetz bin ich heute blind.

Ich habe damals mit meiner Großtante gesprochen, die die gleiche Erkrankung hat. Sie hat gesagt: Versuch, noch so viele schöne Sachen zu sehen, wie möglich. Ich habe das Jahr dann genutzt, um Urlaub zu machen und mir einige Länder anzuschauen. Musik war zu dieser Zeit ein großer Bestandteil. Sie war für mich immer wie eine Art Therapie, egal ob man schreibt oder hört.

Hat sich dein Zugang zur Musik durch deine Sehbeeinträchtigung verändert? 

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Anna Katarina: Musik von Menschen für Menschen

Es gibt da diese neue Art von „Kunst“, an der man bald vielleicht kaum mehr vorbei kommt. Die Künstliche Intelligenz ist drauf und dran die Musikszene ganz schön umzukrempeln. Täglich werden tausende neue KI-Songs auf den Streamingplattformen hochgeladen. Auswirkungen sind bereits jetzt zu spüren und die Sorge ist: Jeder neue künstliche Song könnte die wirtschaftliche Grundlage realer Künstler bedrohen, die angesichts der Masse an generierten Tracks schlichtweg im Algorithmus untergehen.

Wem das alles gar kein gutes Gefühl bereitet und wer sich für das echte musikalische Handwerk begeistert, der ist bei Anna Katarina bestens aufgehoben, die sich mit Akustik-Indie und menschlicher Wärme dem Trend entgegenstellt.

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