glu: Pop on fire

Bei glu: basteln vier Leipziger Musik-Fans mit Pop-Einflüssen und Sommerfeeling.

Vergangenes Jahr formierte sich die Band aus Sängerin Charlotte Vogel, Bassist Tim Schönherr, Max Schäfer an Gitarre und Synthies und Schlagzeuger Philipp Berger. Der Bandname leitet sich ab vom englischen Wort für Kleister (glue), in der Lautschrift wird das Ganze schließlich zu glu:. Die erste EP heißt Fireflies und ist Ende Juli erschienen.

In den Songs hören wir viel Klangteppich, softe Melodien und zaghafte Melancholie. Die glasklare Singstimme von Frontfrau Charlotte verträgt sich wunderbar mit der poppigen Stimmung, die ihre Bandkollegen aufsetzen. Das Quartett lässt sich unterwegs auch mal Zeit für Breaks und gibt ihrem Drummer Gelegenheit mit dezenter Begleitung oder galoppierenden Beats maßgeblich über den Sound mitzuentscheiden.

Fazit: Bei glu: wird die ein oder andere musikalische Idee zusammengeleimt, bis eine bunte Pop-Collage entsteht.


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Mehr starke Acts aus Leipzig 🫧

softboy ivo: Zwischen Trap und Tränen

softboy ivo steht für Weichheit im deutschen Rap. Der Leipziger Künstler will sich nicht entscheiden – und muss es auch nicht. Club oder Kopf? Ego oder Zweifel? Synth oder Sample? In seinen Songs verschwimmen Genregrenzen, Emotionen und Realitäten.

Interview: YETUNDEY, was macht eine Boss Bitch aus?

Sie ist Rapperin, Songwriterin, Produzentin, Musikvideoregisseurin und Tänzerin: Multitalent YETUNDEY hat uns im Interview erzählt, warum sie ihr kommendes Album nach einer psychiatrischen Diagnose benannt hat und wo sie in der Rapszene die größten Hürden für Frauen sieht.

Moe: Folk-Pop für laue Sommerabende

Der Singer-Songwriter Moe aus Bielefeld verbreitet mit seiner nachdenklichen Stimme und der verspielten Gitarre eine angenehm warme Atmosphäre.

Seit 2015 lässt sich Musiker Moritz Herrmann alias Moe bereits regelmäßig auf den Bühnen des Landes blicken. Drei Jahre später entstand sein Debüt-Album Folding Cranes, letztes Jahr kam die EP Melancholy’s Lovely hinterher. Für diesen Herbst ist außerdem ein zweites Album angekündigt.
Die Songs von Moe leben von dem ästhetischen Unterbau seiner Akustik-Gitarre. Während der Singer-Songwriter live häufig solo unterwegs ist, gibt’s auf den Aufnahmen zusätzlich auch dezente Band-Unterstützung. Die Gesangsmelodien haben Pop-Charakter, die Stimme des Musikers klingt etwas dreamy, behält aber ihre Bodenhaftung.

Fazit: So ganz kann man sich nicht entscheiden, ob die Songs eher melancholisch oder doch ausgelassen klingen. So oder so spürt man beim Hören schon die Sonne im Nacken.

purplegreen. im Interview: „Uns ist wichtig, dass der Moment echt bleibt.“

Neben Studium und FSJ schreiben und produzieren Max, Mika und Nelsa von purplegreen. leidenschaftlich gemeinsam Songs. Beim Interview mit der jungen Band aus Münster merken wir gleich: Der Rhythmus steckt den Dreien in den Knochen, denn sie summen, singen, trommeln oder beatboxen in jeder freien Minute. Nelsas soulige Stimme, Max‘ Cello- und Schlagzeugrhythmen und Mikas Gitarren- und Klaviermelodien machen die Songs von purplegreen. zu Klangerlebnissen, die sich dem Zwang eindeutiger Musikgenres entziehen.

© purplegreen.

Musik unterm Radar: purplegreen. gibt es als Band erst seit letztem Jahr. Erzählt doch mal, wie ihr als Band zusammengefunden habt.

Nelsa: Es fing damit an, dass Mika und ich uns kennengelernt haben. Ich hatte Mika damals am Rande erzählt, dass ich gern singe und irgendwann hat Mika mich angerufen und meinte „Hey du, ich habe grad ein Mikro von meinem Vater da. Lass‘ uns mal einen Song aufnehmen!“. Und dann bin ich nach Münster gefahren und wir haben „Whitewinelips“ geschrieben. Ich war spontan drei Tage bei Mika und wir haben Tag und Nacht an diesem Lied geschrieben und es aufgenommen. Das hat so viel Bock gemacht, dass wir uns vorgenommen haben, das regelmäßiger zu machen.

Mika: Ja, wir wurden direkt eine Band. Und dann kam Max dazu…

Max: Ich wurde immer mal wieder für kleine Gastauftritte mit dem Cello rekrutiert. Ich habe hier und da ein kurzes Cellosolo eingespielt – beispielsweise am Anfang und in der Mitte von „Float“ – und genauso spontan wie die Band entstanden ist, wurde ich dann aufgenommen.

Eure Musik ist vielfältig: In „Foggy Afternoon“ wird leise Cello gezupft, während im Hintergrund eine Posaune zu hören ist und tiefer, leiser Gesang einsetzt. Im Kontrast dazu hat der Song „Edibles“ Technoelemente und sogar einen (ausnahmsweise) deutschen Rap-Teil. Würdet ihr eure Musik einem klaren Stil zuordnen oder versucht ihr euch da noch zu finden?

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Eugenia Post Meridiem: Genre-Cocktail aus Italien

Durch Zufall sind vier Italienische Musikbegeisterte aus den unterschiedlichsten musikalischen Ecken aufeinandergetroffen und haben schnell gemerkt, wie gut sie trotz allem zueinander passen. Das Resultat: Eugenia Post Meridiem.

Im Urlaub in Portugal traf Sängerin Eugenia 2017 auf ihre zukünftigen Bandkollegen: einen Bassisten und Elektro-Fan, einen Gitarristen aus der psychedelischen Ecke und einen Jazz-Drummer. Direkt ging es ans Songwriting, zwischendurch Aufnahmesessions für erste Singles, Touren und Gigs in Italien und darüber hinaus – der italienische Rolling Stone hielt ihnen gleich einen Platz auf der Liste der vielversprechendsten Neuentdeckungen des Landes frei.
Durch ihren wilden Mix an Einflüssen wird es schwierig, Eugenia Post Meridiem eine Richtung, geschweige denn ein Genre zuzuschieben. Aufregend klingt ihr Sound, mutig und voller Freiheitsgefühl. Faszinierend ist vor allem auch die Stimme von Frontfrau Eugenia, schließlich sucht sich die Band auch nicht gerade die einfachsten der möglichen Melodieführungen aus.

Fazit: Eugenia Post Meridiem ist eine Band, die man auf dem Schirm behalten sollte.

Simon Jela: Hessener Pop-Newcomer

„Vaters Plattensammlung ist einfach geiler als Lego“: So beschreibt Simon Jela die Anfänge seiner Begeisterung für große Stars wie die Stones, Joe Cocker, Chicago oder Toto. Trotz der rockigen Einflüsse zieht es den jungen Musiker mit seinen Pop-Balladen nun auf einen eigenen Weg.

Dabei ist Simon Jela tatsächlich erst vor kurzem auf der Bildfläche der deutschen Musiklandschaft erschienen: Am 1. Januar kam die erste Single des Künstlers heraus, weitere Songs folgten ihr auf den Fersen und auch eine EP steht schon in den Startlöchern für ihr Releasedate Ende August. Entstehen lässt der 24-Jährige seine Musik in seiner Heimat bei Frankfurt (Main) um die Ecke.
Seinen ganz leicht rauchigen Popgesang schmeckt Simon Jela ab mit gefühlvollen Melodien und tanzbarem Gesamtsound. Begleiten lässt er sich dafür von einer klassischen Rockbesetzung. Texttechnisch geht es vor allem ums Zwischenmenschliche – etwas Dramatik darf hier natürlich auch in der Melodieführung nicht fehlen, alles in allem überwiegt aber der Optimismus.

Fazit: Dank einer einfühlsamen Stimme und dem lebendigen Sound haben Simon Jelas Songs durchdringenden Feelgood-Charakter.

Lemony Rug: head-in-the-clouds-Indie

Ob Singer/Songwriter-typisch gezupfte Gitarrenpatterns oder temporeicher, rockiger Sound: Lemony Rug aus Hamburg besticht mit einer vielseitigen Debut-EP.

Mit seiner ersten Single „I Won’t Turn Around“ legte Léon Rudolf 2019 den Grundstein für sein musikalisches Soloprojekt Lemony Rug. Gerade hat der Musiker seine Debut-EP There’s Good To Come herausgebracht.
Lemony Rugs verträumt-sympathischer Sound kommt mit wenig aus: Fokus auf der Gitarre, der Schlagzeugbeat hält sich meist zurück, über allem liegt ein beharrlicher Optimismus. Beiläufig lässt der Musiker hin und wieder eine sanfte Zweistimmigkeit einfließen oder wagt den ein oder anderen rockigeren Ausflug.

Fazit: Trotz einer gewissen melancholischen Ader klingt doch vor allem die Zuversicht durch, wenn uns Lemony Rug untermalt von Cello und Ukulele auf dem Schluss-Track seiner EP verspricht: There’s good to come!

Fewjar: grooviger Hauptstadt-Indie

An ihre Songs lassen die Mitglieder der Berliner Band Fewjar erst einmal niemanden ran. Stattdessen packt die Band von Songwriting bis Aufnehmen und Mischen alles selbst an. Und weil die drei ihr Handwerk nun mal verstehen, geht das Konzept wunderbar auf.

2013 bastelten Fewjar ihr Album noch vom WG-Zimmer aus, inzwischen entstehen die Songs im eigenen Studio in Berlin-Weißensee. Nach einer Reihe von Alben, EPs und Touren haben die Bandmitglieder Jakob Joiko, Felix Denzer und Andre Moghimi inzwischen ein neues Album und – wenn alles gut geht – für September/Oktober auch eine Deutschlandtour in Aussicht gestellt.
Die Band spielt mit Erwartungen; klassische Pop-Melodien sucht man vergeblich, dafür fühlt man sich gleich von der unverschämten Coolness der Musik angesteckt. Die Songs der drei leben von Vorwärtsdrang, eigenwilligen Ideen und der bodenständigen Art mit der die Band sich durch ihre Songs groovt.

Fazit: Grundsätzlich strahlen Fewjars Songs eine gewisse Ausgeglichenheit aus: Eingewebt werden verschiedene Einflüsse, etwas Nostalgie, dazu gibt’s markante Instrumentalmotive und clever eingesetzte Pausen – und schon brennt sich einem der klassische Fewjar-Sound ins Gehirn.

Estate im Interview: „Bei uns ist alles DIY.“

Kennengelernt haben sich Jim Kramer (Gitarre, Trompete, Bass) und Jasper Riessen (Drums, Saxophon) in der Band ihrer Musikschule in Tübingen. 2019 holten sie Janislav Brickwell aus Jaspers Parallelklasse als Sänger und Keyboarder mit ins Boot und gründeten ihre Indie-Pop-Band Estate. Zu dem Zeitpunkt waren die drei Bandmitglieder gerade 14, 15 und 17 Jahre alt. Mit ihrem ersten Song „Cigarette“ sahnten sie direkt mehr als 80.000 Streams ab und landeten in Spotifys Release-Radar. Inzwischen steuern alle drei dem Ende ihrer Schulzeit entgegen: Jim hat wenige Tage nach diesem Interview seine letzte Abiprüfung geschrieben, die anderen beiden sind in der elften Klasse. Nebenbei haben die drei kürzlich ihre neue Single „Wide Awake“ veröffentlicht.

Jim, Janislav und Jasper von Estate
© privat

Seit zwei Jahren spielt ihr neben der Schule gemeinsam in einer Band. Seit letztem Jahr kam auch noch Corona dazu. Wie funktioniert das überhaupt zeitlich?

Jasper: Vielleicht hatten wir gerade durch Corona so viel Zeit. Unseren ersten Song „Cigarette“ haben wir zum Beispiel in der Coronazeit aufgenommen. Im Lockdown haben wir erst die Zeit gefunden, das anzupacken. Eigentlich hat es uns also in die Karten gespielt – am Anfang jedenfalls. Jetzt geht’s uns langsam bisschen auf die Nerven, weil wir natürlich auch live spielen wollen.

„Cigarette“ ist ja gleich ziemlich erfolgreich geworden. Worum geht es in dem Song?

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FORWARD: funky Disco-Pop

Rein ins Leben, Neues wagen, mit Erwartungen kämpfen und Zweifel überstehen – mit ihrem Genre-Mix und einer detailverliebten Art liefern FORWARD aus Hannover einen Soundtrack für ihre Generation.

Gemeinsam Songs geschrieben haben Sänger Tim Knemeyer und Gitarrist Arne Dykierek schon, da gingen sie noch zur Grundschule. Später, mit dem Abi in der Tasche, ließen sie sich dann folgerichtig von ihren Interrail-Erlebnissen inspirieren. Mit der Zeit haben sich den beiden außerdem immer mehr Gleichgesinnte angeschlossen. Inzwischen ist FORWARD also achtköpfig und auch eine erste EP steht in den Startlöchern. Die beiden Singles „Overdrive“ und „Quarterlife Crisis“ gibt es vorab schon zu hören.

Die Band in Schubladen zu stecken, ist gar nicht einfach. FORWARD machen lieber ihr eigenes Ding. Flinke Bassläufe und ein Schlagzeug, nach dem man die Uhr stellen kann, sorgen für Drive. Dazu kommen funkig abgerissene Gitarrenchords und als Sahnehäubchen die kleine Bläsersection mit ihren fein abgestimmten Einwürfen. Trotz der vollen Besetzung erschlägt einen der Sound so nicht – jedes Instrument hat seinen Platz und der Gesamtklang ist sorgfältig austariert.

Fazit: FORWARD versprühen literweise Sommerfeeling. Ganz wie es der Bandname verspricht, zieht es die Truppe mit Präzision, einer Prise Melancholie und etwas Draufgängertum nach vorn.

Play that funky music 🕺

Bloomhaus: Nostalgischer Funk mit modernem Spin

Wer Musik sucht, die einen zurück in die Zeit nimmt und trotzdem nah am Jetzt bleibt, wird bei Bloomhaus fündig. Die Band aus Barcelona spielt mit Elementen aus Funk und Soul der 70er und fügt einen eigenen, modernen Sound hinzu.

rosmarin in Wien: Indie-Funk mit Suchtfaktor

Während das Gewürz vielleicht nicht für jeden etwas ist, ist in der Diskographie von rosmarin für jeden etwas dabei. Auf ihrer „sekt auf eis“-Tour hat die Indie-Truppe einen Stopp in Wien eingelegt.


Neuer Stuff aus unsrer Feder 💎

Marathon: Post-Punk auf mehreren Etagen

Die fünf Musiker*innen von Marathon aus Amsterdam erschaffen Räume, in denen man sich zurückziehen und mit offenen Augen träumen kann. In ihren Songs übersetzen sie modernen Post-Punk in eine dichte, echogetränkte Klangwelt mit warmem Vintage-Charakter.


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Good Morning Yesterday: Indie-Mischung aus Mainz

Das Fünfergespann Good Morning Yesterday aus Mainz steht knietief in Indie-Grooves und Klangatmosphäre.

Nach mehrjähriger Bandgeschichte und zwei frischen Neuzugängen sehen sich Good Morning Yesterday zurzeit in einer zweiten musikalischen Findungsphase. Vom klassischen Folk- und Singer/Songwriter-Stil geht es zu neuen Ufern: Mehr Elektronik und Mehrstimmigkeit haben sie sich für die Zukunft vorgenommen. Vorerst gibt’s von den fünfen aber erst einmal die neue Single „The Surf“, im Juni kommt der Folge-Track.
Musikalisch gibt’s bei Good Morning Yesterday feine Gitarrenbackings, Klavierharmonien und eine Reibeisenstimme für graue Regentage. Die Melancholie in den Songs steht den Musikern durchaus gut, schließlich lässt schon der Bandname einen gewissen nostalgischen Ansatz erahnen.

Fazit: Ganz entspannt und ohne große Aufregung grooven sich Good Morning Yesterday durch ihre Musik.