Polo & Pan: sommerliche Vibes

2012 kollidierten die beiden Satelliten Polocorp und Peter Pan in der Erdumlaufbahn miteinander. Kurzerhand adaptierten zwei Pariser deren Namen und sind nun als Polo & Pan in der Welt unterwegs.

Polo & Pan sind die beiden Pariser Elektro-Musiker Paul Armand-Delille und Alexandre Grynzpan. Für den Titeltrack ihrer aktuellen EP Feel Good arbeiteten die beiden mit Antoine Bonnet und Mathilde Loubes zusammen, deren erster Kurzfilm bereits auf der Berlinale zu sehen war. Ihre Europa-Tour im Frühling 2021 bringt das Duo unter anderem auch nach Berlin und Zürich.
Polo & Pan zaubern eine geschmackvolle Mischung aus Backingsounds, Beats und Melodie. Elektro-Einflüsse fusionieren mit verschiedenen Genres und Instrumentalklängen. Ergänzt werden die Songs jeweils durch relaxed-eingängigen Gesang.

Fazit: Von Polo & Pan kommen sommerliche Vibes, eine gewisse Verspieltheit und künstlerisches Gespür.

  • Meilensteine:
    • 2013 EP Rivolta
    • 2017 Debut Caravelle
    • 2019 EP Feel Good
  • Umleitung:

Panda Lux: frischer Indie-Pop aus der Schweiz

Wie klingt eigentlich der Soundtrack für die Zeit nach einer Trennung? Die Schweizer Band Panda Lux hat es in ihrem Song „Karambolage“ auf den Punkt gebracht. 

Sänger Silvan Kuntz findet ehrliche Worte für seine verflossene Liebe: „Ich hab Gefühle für dich, aber nur noch schlechte.“ Oder: „Es war ’ne schöne Zeit mit dir, jetzt ist sie hoffentlich vorbei.“ Seine lässige Stimme zusammen mit seinen drei Bandkollegen von Panda Lux ergibt in Text und Klang einen perfekten Mix. Im dazugehörigen Musikvideo beweisen die Jungs nicht nur ihr Gespür für Ästhetik, sondern auch für Humor. Passend zu den Lyrics offenbart dort Stück für Stück auch das perfekte Set-Design seine Mängel – eine Gefühlskarambolage von Erleichterung und Herzschmerz. 
Apropos Humor: Ende September bringen Panda Lux ihr zweites Album Fun, Fun, Fun auf den Markt. Wer nicht so lange warten will, sollte sich die anderen Singles der Band anhören. Im neusten Song „Freunde Sein“ wird es recht makaber, in „Staub“ kombinieren die Künstler ruhigen Gesang mit schnellen Rhythmen. Durch beruhigende akustische und elektronische Untermalungen schaffen sie einen sanften, wenn auch tragenden Sound, der definitiv hörenswert ist. 

Fazit: Nach Bands wie Bilderbuch und Von wegen Lisbeth beweist auch Panda Lux, dass Indie wunderbar auf deutsch funktioniert.

Autorin:

Carla Blecke

Florian Paul & Die Kapelle der letzten Hoffnung: Geschichtenerzähler aus München

Ein Songwriter und seine Verbündeten: Florian Paul & Die Kapelle der letzten Hoffnung wagen sich an die großen und kleinen Geschichten des Alltags.

Für sein Filmmusikstudium zog es den Sänger und Gitarristen Florian Paul 2015 nach München. Zwei Jahre später begann sich dort seine Kapelle um ihn herum zu formieren. Namentlich sind das Giuliano Loli (Keys), Nils Wrasse (Saxophon), Flurin Mück (Drums) und Robin Jermer (Bass). Ihr Debut Dazwischen brachte die Truppe im vergangenen Jahr heraus – aber auch der Filmmusik bleibt Florian Paul treu: Aktuell ist da etwa sein Titeltrack zum Film Das Ende vom Anfang.

Die Texte von Florian Paul sind voller Geschichten und seiner reifen Stimme glaubt man die Lebenserfahrung trotz seiner jungen Jahre. Die Kapelle der letzten Hoffnung fängt die melancholische Atmosphäre der Songs spielend ein, ein Highlight sind die gefühlvollen Saxophoneinlagen.

Fazit: Gute Texte auf Deutsch zu schreiben, ist mehr als eine Herausforderung. Florian Paul aber schreibt scheinbar ohne Mühe lyrische deutsche Texte ohne dabei kitschig zu sein. Mit vier tollen Musikern als Backup gelingt eine authentische Reise durch Klänge und Erzählungen.


Wir brauchen Kohle…

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Mehr Singer-Songwriter 🍁

Kleines Licht beats große Dunkelheit

René meldet sich nach längerer Pause mit seiner Kolumne „riffs & rants“ zurück. Hier erzählt er von einer Zufallsbegegnung und den Songs von Rory Charles.

Marlene Nadina: Debüt mit melancholischer Eleganz

Die Musik von Marlene Nadina erinnert an die Atmosphäre eines kleinen Jazzclubs während einer Sommernacht. Aus ihrer eindrücklichen Stimme, den klassisch angehauchten Chanson-Vibes und ihren lyrischen deutschen Texten hört man Talent und Tiefgang heraus.

Mereba: Vielfalt hat einen Namen

Scheinbar anstrengungslos verknüpft Mereba Elemente aus Folk, R&B und Rap. Die musikalische Vielfalt, der sie zuerst in der Underground-Szene Atlantas begegnete zieht sich durch Merebas musikalisches Werk und sorgt dafür, dass ihre Songs immer wieder Überraschungen bereithalten.


Nice Musik auf Deutsch ✨

NerdbyNature: Handmade-Rap mit Indie-Energie

In ihren Songs erzählt die Duisburger Band von persönlichen Erfahrungen, von Verlust, Liebeskomplikationen und Selbstreflexion. Dabei verbinden sie eingängige Hooks mit tiefgründigen Texten.

Van Adam: Bloß kein Mainstream

Treibendes Klavier, eine markante Stimme und aufwühlende Texte charakterisieren die Songs der Münchner Band Van Adam. Ihr „Chanson-Indie-Liedermacher-Punk“ (BR-Abendschau) ist dabei definitiv keine Hintergrundmusik, sondern verdient die volle Aufmerksamkeit.

Florence Arman: Indie-Pop-Newcomer

Dass es die Britin Florence Arman zur Berufsmusik gezogen hat, kommt nicht von ungefähr: Der Vater ist Dirigent, die Mutter Gesangslehrerin, Bruder Nummer eins Jazzgitarrist und Bruder Nummer zwei Produzent und Songwriter.

Zwar hat Florence Arman erst kürzlich ihre Debut-Single veröffentlicht – eigentlich ist sie aber längst angekommen in der Musikszene. Schließlich hatte sie mit der Band The Kooks schon genau so zu tun gehabt wie mit Cro oder Lena Meyer-Landrut. Eigene Musik hat sie natürlich auch früher schon gemacht – und zwar unter dem Künstlernamen klei – jetzt packt Arman das Projekt Solokarriere unter ihrem Klarnamen an.
Florence Arman gelingt der Spagat zwischen Retro-Feeling und modernem Sound. Geschmackvoll begleitet tritt ihr Gesang ohne Mühe in den Vordergrund. Und auch wenn ihre Stimme zart klingen mag, erahnt man doch sofort, dass in Florence Arman ziemlich viel Power steckt.

Fazit: Die Indie-Musikerin hat mit „Naked“ eine erste Single veröffentlicht, die einen gespannt sein lässt auf das, was als nächstes von ihr zu hören sein wird. Klar ist: Den Namen Florence Arman kann man sich schon mal merken.

Ma Fleur: Singer/Songwriter-Pop mit Charakter

Erwachsen werden, Identität finden, mit Zweifeln umgehen: Der Musiker Ma Fleur besingt die Herausforderungen einer Generation auf dem Sprung in die Selbstbestimmtheit.

Zuhause ist Singer/Songwriter Ma Fleur in der Kasseler Musikszene. Anfang September erscheint seine EP Big Dreams, den gleichnamigen Titeltrack gibt es als Single jetzt schon zu hören. Unterstützung zur EP kam von den Kasseler Kumpanen von Mykket Morton und Fullax.
Mit seinen Songs verarbeitet Ma Fleur, was ihn bewegt. Die Stimme des Musikers ist voluminös und trotzdem bodenständig – und erinnert etwas an Indie-Star Woodkid. Seine Musik lebt von starken Rhythmen, clever eingesetzten Pausen und gleichzeitig melodiöser Begleitung mit dem Schwerpunkt auf der Gitarre.

Fazit: Ma Fleur macht Musik, die schnell im Kopf bleibt, ohne dabei allzu sehr auf ausgelatschte Pop-Strukturen zu setzen.

Wahnschaffe: Deutschpop geht auch anders

Wahnschaffe weiß, was sie will. Und das ist nicht weniger als das Genre Deutschpop einmal gehörig umzukrempeln.

Ihre erste Band hatte die Sängerin und Gitarristin Wahnschaffe aus Köln mit 14 Jahren. Statt nach dem Studium als Lehrerin zu arbeiten, entschied sie sich für den Weg in die Berufsmusik. Sowohl in verschiedenen Konstellationen als auch solo hat die Künstlerin über die Zeit einiges an Musik veröffentlicht. Mit der eigenen Band ist nun für September eine EP geplant.
Schon die bisherigen Singles faszinieren aber: Selbst in sanft gesungenen Passagen, merkt man sofort wie viel Volumen und Kraft in ihrer Stimme steckt. Auch was Melodien und Harmonien angeht, hat Wahnschaffe den ein oder anderen Twist parat. Allein deshalb schon tut man sich schwer, der Musik von Wahnschaffe das Label „Deutschpop“ aufzuerlegen. Denn in ihren Songs gibt es kaum klassische Pop-Harmonien, stattdessen wird es rockig, soulig, vielleicht sogar jazzig und etwa im Livevideo zu ihrem Song „Leuchten“ erwartet einen am Schluss eine Klangüberraschung, die an die Power von Gospel und Musical erinnert.

Fazit: Die Musik von Wahnschaffe begeistert zurecht – mehr als eine absolute Hörempfehlung kann man da nicht aussprechen.

Socha Beag: Alternative aus Frankfurt

Obwohl der Sound von Socha Beag recht eigen ist, hat man ihn schnell im Ohr. Grund dafür ist unter anderem eine ganz besondere Stimme.

Nachdem Socha (Gesang) und Wolle (Gitarre) 2014 den Grundstein für die Band legten, schlossen sich vor zwei Jahren schließlich Schlagzeuger Jens und Bassist Marc an. Frisch gibt es von den vieren gerade ein neues Album zu hören. Dessen Titel The Time of Unrest gibt auch schon einen Hinweis auf die Stimmung der Musik.
Auch wenn man Socha Beag bei ihrem eigenwilligen Sound nicht einfach als Rockband abstempeln kann, macht sich das eingespielte Team einer Band mit klassischer Rock-Instrumentation schnell bemerkbar. Gitarre, Bass und Schlagzeug wissen Spannung aufzubauen und sorgen fürs Setting, zwischendurch wird ein Solo eingestreut. Besonders charakteristisch für Socha Beag ist allerdings der ausdrucksstarke Gesang von Frontfrau Socha, die einen mit einer tiefen, rauen Stimme in ihren Bann zieht.

Fazit: Während man es bei anderen Bands vielleicht kritisch beäugen würde, ist es bei Socha Beag kein Problem, wenn ein Song mal die Sieben-Minuten-Marke knackt. Eine tolle Band, Texte mit Message und eine faszinierende Stimme machen die Musik zu einem spannenden Gesamtpaket.

B104: Jung, frech und wild

Von Lübeck bis zur polnischen Grenze verläuft die Bundesstraße 104. Dazwischen führt sie auch durch den Heimatort von fünf Jugendfreunden, die seit vier Jahren zusammen Musik machen. Den Namen der Bundesstraße haben die fünf schließlich kurzerhand als Bandnamen adaptiert.

Ihr erstes Konzert haben B104 noch im Café der Eltern ihres Bassisten gespielt. Inzwischen haben Daniel Derda (Gesang) William Kratzkie (Sprechgesang) Dennis Derda (Gitarre) Hermann Bunde (Schlagzeug) und Sven Paulsen (Bass) um die 100 Konzerte vorzuweisen und kürzlich ihr Debut-Album 2020 herausgebracht.
In ihren Texten beschäftigen sich B104 mit politisch aufgeladenen Themen wie der Flüchtlingskrise oder Polizeigewalt. Die Musik dazu ist – ganz im Protestsong-Geist – laut und voller Power. Da wird der Text auch mal mehr gegrölt als gesungen, der Drummer prescht voraus und Gitarre und Bass bringen aufgeheizte Stimmung in die Tracks.

Fazit: B104 eigenen sich absolut nicht dazu, sie leise zu hören. Ein schönes Motto geben uns die fünf in ihrem Song „Panik“ übrigens auch noch mit auf den Weg: „Und klappt’s nicht, wie du willst, geht auch die Sonne wieder auf.“

Alex St Joan: australischer Art Pop

Von der Künstlerin Alex St Joan kommt schlicht schöne Musik. Mit dabei ist immer etwas Melancholie, ihr sanft nachdrücklicher Gesang und ein fast meditativer musikalischer Unterbau.

Geboren und aufgewachsen in Australien lebt die Musikerin Alexia Peniguel seit nunmehr 16 Jahren in der deutschen Hauptstadt. Nach verschiedenen musikalischen Projekten veröffentlichte sie 2019 als Alex St Joan ihre Debut-EP beim Label der Singer-Songwriterin (und übrigens ebenfalls Australierin) Kat Frankie. Zu ihrer nächsten EP gibt es mit der Single „Born To Be Gentle“ schon einen Vorgeschmack.
Insgesamt liegt der Fokus bei Alex St Joan auf einer simplen Schönheit. Während ihre Stimme große Strahlkraft besitzt, bleibt der musikalische Background vor allem minimalistisch: stetiger Beat, schwebende Akkorde und keine überbordende Instrumentation. Besonders die neue Single ist getragen von sanfter Mehrstimmigkeit.

Fazit: Scheinbar mühelos gelingt Alex St Joan eine leichtfüßige und doch bestimmte Art von Gesang. Ihre Lieder gehen ins Ohr, obwohl sie nicht unbedingt die typischen Popsongs sind.

Mika Jones: niederländischer Straßenkünstler

Auch ohne die großen Bühnen hat sich der Straßenmusiker Mika Jones ganz der Musik verschrieben. In seinen Worten: „I can’t exist without music… Yes, I am that passionate.“

Der Sänger und Produzent Mika Jones aus Leiden in den Niederlanden hat sich seine Fanbase vor allem mit Straßenmusik erspielt – inzwischen kann man aber auch Aufnahmen lauschen: Sein Album Different mit zwölf Tracks ist im vergangenen Jahr erschienen.
Die Songs von Mika Jones werden besonders von seiner gezupften Akustikgitarre ausgemacht. Klavier, E-Gitarre oder vorsichtige Beats ergänzen die Musik, wenn ein Song mal eine Portion Rock vertragen kann und auch den ein oder anderen Electro-Einfluss gibt es zu hören. Je nach Lied und Stimmung singt der Singer-Songwriter dazu kräftig und entschlossen oder auch mal mit zarter Kopfstimme.

Fazit: Mika Jones bietet den Soundtrack zum Abschweifen und Träumen. Seine Songs haben etwas Bodenständiges, das sicher auch von den Erfahrungen als Straßenmusiker herrührt.