Behind The Scenes | Am Set beim Musikvideodreh

Unter dem Stichwort Behind The Scenes veröffentlichen wir von jetzt an Hintergrundreportagen aus der Musikwelt. Den Start machen wir mit der Frage: Wie entsteht ein Musikvideo?
Welches Thema sollen wir im nächsten Behind The Scenes angehen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

© 2020 Katharina Köhler – alle Rechte vorbehalten

Es ist eine bitterkalte Nacht Anfang März. Mitten in einer norddeutschen Kleinstadt stehen zwei maskierte Gestalten vor einer Villa. Ein Mercedes kommt die Straße entlang gefahren, alles lässt darauf schließen, dass hier gleich eine Straftat begangen wird. Bis eine Stimme die nächtliche Stille durchbricht: “Jungs, könnt ihr ein bisschen mehr ins Licht gehen?” 
Es ist der junge Musiker Fritz Hazy, der den zwielichtig aussehenden Gestalten aus dem Auto heraus Regieanweisungen über sein Telefon gibt. Statt ein Verbrechen zu begehen, dreht er zusammen mit ein paar Kumpels ein Musikvideo zu seiner neuen Single „Black Days“. Neben ihm im Auto sitzt seine Freundin und übernimmt die Rolle der Kamerafrau. 

“Das neue Video ist düster. Hat ein bisschen was von Psycho”, erzählt Fritz einige Tage später im Gespräch in einem Café. Über sein Lied “Black Days” sagt der 23-Jährige: “Es geht um die deprimierenden Tage, in denen ich auf gar nichts Lust habe und einfach die Wand anstarren könnte – gleichzeitig aber die Gedanken rasen.”
Passend zum Titel ist das Musikvideo in schwarz-weiß gehalten. In dessen Verlauf geht Protagonist Fritz Hazy auf die Jagd nach den negativen Gedanken, die durch die maskierten Männer verkörpert werden – und wird letztlich einer von ihnen.  “Das Problem mit diesen Gedanken ist: Egal wie oft man es probiert, man wird sie nicht los. Stattdessen muss man lernen, mit ihnen umzugehen”, beschreibt Fritz. 

Beide Fotos: © 2020 Carla Blecke – alle Rechte vorbehalten

Es ist nicht das erste Musikvideo, das der junge Künstler selbst produziert. Auch für seine Tracks „Man on a Ledge“ und „Long Nights“ stand er selbst vor und hinter der Kamera. Sein Musikgeschmack sei durch Hardrock geprägt, erzählt er. Von allen aktuellen Künstlern bewundere er besonders den US-Rapper Post Malone. Auch in seiner eigenen Musik verbindet er Rap mit Gesang, spielt Gitarre und baut seine Beats am Computer.

Der Videodreh selbst erforderte durchaus etwas Planungsaufwand. Erste Ideen für das Musikvideo hatte Fritz Hazy schon beim Schreiben des Songs: “Nachdem der Track fertig war, war ich direkt in der Planung”, berichtet er. Dabei würde er der Fantasie freien Lauf lassen und später gucken, was mit seinem Budget umsetzbar sei.
Der Dreh selbst ließ sich dann auch mit wenig Equipment realisieren. Zur Ausrüstung gehörten lediglich eine gute Kamera, ausreichend Lichter für den Kontrast und ein Stabilizer. Nach intensiver Dreharbeit (gefilmt wurde bis tief in die Nacht) waren alle Aufnahmen schließlich im Kasten. Geschnitten hat Fritz Hazy das Video im Anschluss selbst am eigenen Laptop.

Das fertige Video – „Black Days“ von Fritz Hazy:

Autorin:

Carla Blecke für Musik unterm Radar

4 Gedanken zu “Behind The Scenes | Am Set beim Musikvideodreh

  1. Euer neues Format gefällt mir sehr gut. Über das Handwerk liest man nie was. Mich hätee noch, interessiert, wie der Künstler das nötige Equipment organisiert hat. Derartige Hintergrundberichte könnte ich mir über das Arbeit im Musikstudio als spannend vorstellen.👍

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