GiGi Girls: Nostalgia done right


VHS-Looks, analoge Synths und Drumcomputer-Beats sind nur ein Bruchteil dessen, was die Popkultur der 80er Jahre geprägt hat. Das Jahrzehnt, in dem Italo-Disco und -Pop ihre Hochzeit hatten, könnte mit den GiGi Girls ihr Comeback feiern. Ihre Musik wirkt dabei wie eine Zeitmaschine – wobei sie sich da nicht zu sehr auf Nostalgie verlassen, sondern die Musik auch durchaus neu interpretieren.

Das Trio aus Köln besteht aus den talentierten Musiker*innen Laura Mancini, Janosch Pugnaghi und Hannah Berle. Während eines Aufenthalts bei Mancinis Familie in Italien entstanden eine Hand voll energetischer Songs ihres frisch erschienenen Debütalbums Greatest Hits. Was hier eigentlich ein Widerspruch in sich ist, gibt einen guten Hinweis darauf, was von den GiGi Girls zu erwarten ist: Catchy Hooks, stoische Drums und eine gesunde Portion Selbstironie, die für eine ordentlich Energie auf der Tanzfläche sorgen.

Genau diese Energie bekommen wir in ihren Songs zu spüren. „Amore Per Sempre“ handelt von der ewigen Liebe und lädt auch hier mit einem Four-to-the-floor-Beat wieder auf die Tanzfläche ein. Besonders hervorzuheben ist die Ästhetik ihres Musikvideos, die den Retro-Look von Italo-Pop aus den 80s perfekt einfangen. Es wird schnell klar, dass die visuelle Arbeit der GiGi Girls einen ähnlich hohen Stellenwert hat wie ihre Musik.


Das richtige Gespür für Retro haben die drei durchaus, können das aber auch beeindruckend mit moderner Produktion kombinieren. Bestes Beispiel ist ihr Song „Il Futuro“: Uns erwarten eine konstante Bassline, eine sehr coole Saxofon-Bridge und ordentlich Hall auf den Vocals. Die visuelle Ästhetik aus Raumschiffen, einem VHS-Look und dem Wasserzeichen des italienischen TV-Senders „Rai Storia“ kommt mit einem besonders retrofuturistischen Charakter um die Ecke.

Die GiGi Girls schaffen es aber nicht nur mit diesen Songs für Ohrwürmer zu sorgen, sondern verfügen über weitere „Greatest Hits“, die genauso gut ins Ohr gehen. Wer auf der Suche nach innovativen Italo-Disco jenseits bloßer Nostalgie ist, ist hier an der richtigen Stelle.

Autor:

Philipp Strauch


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