The Stamps: Indie-Pop von ziemlich besten Freundinnen

Die australische Band The Stamps leben einen Traum: Als beste Freundinnen schreiben sie Musik, nehmen Songs auch, gehen auf Europa-Tour. Grund genug, euch das Trio und ihre energetischen Indie-Pop-Songs näher vorzustellen.

The Stamps bestehen aus den 22-jährigen Freundinnen Scarlett, Sofia und Rubina. Kennengelernt haben sie sich während ihrer Highschool-Zeit in der Nähe von Perth, wo sie sich schnell zu einer Band formierten. Das erste Lied, das ich von ihnen gehört habe, war ein Cover von „She Bangs The Drums“ – einem Song der britischen Band The Stone Roses, der sofort zeigt, wie ein Song voller Charme und Harmonie mit Indie-Pop neu interpretiert werden kann. Der Song ist Teil ihrer gleichnamigen EP, auf dem sich unter anderem Cover von Nirvana oder Iggy Pop ganz im Stil der Stamps finden.

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Julia Effekt: Die letzte deutsche Welle

In Zeiten von Nostalgie-Marketing und Retro-Trends ist es gar nicht einfach, sich von den musikalischen Ikonen der letzten Jahrhunderte inspirieren zu lassen, ohne dabei wie eine wenig originelle Kopie der vergangenen Zeiten zu klingen. Doch eine Band, die genau nicht in diese Falle gefallen ist, ist die Wiener Band Julia Effekt.

Obwohl die Band ihr erstes und bis jetzt einziges Album NACHTPARKETT erst 2025 veröffentlicht hat, zeigt ihr Debüt schon in den elf Songs große klangliche Diversität. Die fünf Mitglieder von Julia Effekt (Ana-Maria Herzog, Jacob Raphael Dörr, Oscar Böhm, Maximilian Eberhart und Mues-Boeuf) haben sich durch einen Zufall zusammengefunden, und in ihrer Musik verbinden sie ihre unterschiedlichen musikalischen Schwerpunkte – das spürt man beim Hören des ganzen Albums. Die Band bezeichnet sich selbst in ihrer Spotify-Bio als „Die letzte deutsche Welle“, doch ihr Debüt erinnert an viele Künstler:innen aus verschiedenen Genres und Richtungen.

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MAIIJA: Gefühlvoller Widerstand

Gefühle zeigen – geht das überhaupt noch in 2026? MAIIJA antwortet auf diese Frage mit einem ganz klaren Ja! In ihren Songs dürfen Wehmut und Schwere genauso sein wie Geborgenheit und Leichtigkeit. Und anders als andere driftet sie dabei nicht in Kitsch ab.

Marilies Jagsch ist schon seit über zehn Jahren musikalisch in Wien unterwegs; bereits in ihren ersten Songs sticht vor allem ihr gefühlvoller Gesang hervor. Wenn man ihre Stimme hört, hat man das Gefühl, etwas ganz Empfindlichem, vielleicht sogar Zerbrechlichem zuzuhören. Dabei sind ihre Songs genauso wie ihre Ausstrahlung alles andere als schwach.

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Dorfterror: Drei Akkorde gegen den Faschismus

Das Dorf Oberbillig an der deutsch-luxemburgischen Grenze, irgendwo hinter Trier, klingt auf den ersten Blick nicht nach einem Ort, an dem die subkulturelle Szene groß vertreten ist. Es klingt nach Kirchplatz, Sitzbänken unter Bäumen, älteren Herrschaften und einer günstigen Dorfkneipe. Fakt ist aber: Hier sind vier junge Musiker*innen zusammengekommen, die aus der besonnenen Stille des Ortes volle Punk-Kreativität schöpfen. Seit 2018 pflügen sie mit klarer Haltung und ihrer Drei-Akkorde-Vollgas-Punk-Musik durch die Szene. Dorfterror nennen sie sich und repräsentieren die junge Generation Z, die viel zu sagen hat.

Powerchords, punkige Melodien, schnelle Drums mit peitschendem Bass – Dorfterror spiegeln in ihrem Sound den klassischen Deutsch-Punk wider. Dazu laute, teilweise grölende und rotzige Vocals, damit auch bloß keine Missverständnisse entstehen, was die Botschaften angeht.

Ihre Texte handeln von der ignorierten jungen Generation, von den privilegierten Eliten, die die Zukunft verbrennen, und von der anhaltenden Umweltzerstörung, die kommende Generationen ungebremst treffen wird – während die heutigen Entscheidungsträger sich weigern, Verantwortung für deren Zukunft zu übernehmen. Und klar, als Punkband verstecken sich Dorfterror nicht davor, den Rechtsextremismus anzuklagen. Hier treffen sie eine Art Krankheit, die sich im Land immer weiter verbreitet und bei der Menschenhass mittlerweile in sogenannten Volksparteien salonfähig gemacht wird.

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ORA BLU: Blaue Stunde in Songform

Manche Bands klingen, als hätten sie einen ganz eigenen Ort geschaffen, irgendwo zwischen dem letzten Licht des Tages und dem ersten Dunkel der Nacht. Einen Ort, an dem man kurz innehalten kann, bevor alles weiterläuft. ORA BLU aus Berlin sind so eine Band.

Seit ihrer Gründung 2016 haben Henrik (Schlagzeug/Produktion), Marlene (Gesang/Bass) und Kai (Gesang/Gitarre) einen Sound entwickelt, der sich nur schwer in eine Schublade stecken lässt, und das ist eindeutig Absicht. Funky Basslines, sphärische Gitarren, Vocals, die sich ineinander verschlingen: Wer ORA BLU hört, denkt vielleicht an Khruangbin oder Men I Trust, spürt aber schnell, dass da noch etwas anderes mitschwingt. Etwas Eigenes. Ihr Name ist Programm: Die „blaue Stunde“ ist dieser flüchtige Moment bei Sonnenauf- oder -untergang, in dem die Welt kurz so wirkt, als würde sie den Atem anhalten.

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Marathon: Post-Punk auf mehreren Etagen

Schon mal unbekannte Wege durch einen Wald oder neue Hinterhöfe bei einem Stadtspaziergang entdeckt? Kennt ihr diese Neugier, die einen nicht loslässt und dazu antreibt, immer weiter das Gefühl der positiven Spannung aufrecht zu erhalten?

Genau dieser Effekt setzt ein, wenn man sich in die musikalische Welt der Band Marathon hineinfallen lässt. Das Post-Punk-Quintett aus Amsterdam baut mit seinen Songs Räume, die sich wie ein Gebilde zusammensetzen, in dem man hinter jeder Tür schauen möchte.

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Ho99o9: Dieses Hiphop-Punk-Gewitter lässt Trommelfell und Hirn wackeln

Punk, Metal, Hiphop und Dubstep in einem? Da klingelt doch was?! Ein amerikanisches Duo lässt an revolutionäre The-Prodigy-Zeiten erinnern: Ho99o9 ist da! Und das lauter denn je.

Seit 2012 vermischen sie alles, was ihnen an Musik in die Finger gerät: theOGM und Eaddy nennen sich die beiden, die ihre Gedanken musikalisch in die Welt schreien. Gegründet in New Jersey erobern sie die Herzen der Liebhaber*innen lauter Musik im Sturm. Mit dem Auftritt beim Afropunk-Festival 2014 bekamen Ho99o9 (gesprochen: Horror) einen Platz in der Newcomer-Liste „10 New Artists you need to know“ des Rolling Stone und sind seitdem weder in ihrer Kreativität noch auf der Bühne zu stoppen.

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