In ihrer Kolumne „Conci’s Deep Dive“ nimmt sich unsere Autorin Conci starke Alben und EPs vor und taucht richtig tief ein. Es geht um die Storys und Details hinter der Tracklist, um Klang-Basteleien und eine neue Perspektive auf elektronische Musik. Dies ist die dritte Folge.
Die Subgenres der elektronischen Musiklandschaft sind ja nahezu unzählig. Von klassischem Techno über Trance bis hin zu experimentelleren Sounds findet sich für gefühlt jede Nische zumindest ein Track, der genau den eigenen Geschmack trifft.
Ein Künstler, der das alles in nur einer Person vereint, ist LB aka LABAT. Der französische Produzent und DJ veröffentlichte 2016 sein Debütalbum und begeistert Elektronik-Fans jetzt, zehn Jahre später, mit seinem zweiten Werk Feel So Good Around U.
Gerade in meiner Kölner Student:innen-Bubble kenne ich kaum jemanden, der nicht gerne mal Techno feiern geht. Oft steht hier dann natürlich weniger die Musik selbst im Mittelpunkt, als das Erlebnis und die Club-Kultur drumherum. Einzelne Werke geraten schnell in den Hintergrund, ausgerechnet in einer Szene, die eigentlich so viel musikalische Vielfalt bietet.
Genau deshalb funktioniert Feel So Good Around U für mich so gut als Album. Statt wie eine bloße Sammlung einzelner Tracks zu wirken, fühlt sich das Projekt eher an wie das Wechseln durch verschiedene Floors in einem Club.
Schon der Opener bewegt sich mit seinen dreamy Sounds, kontrastreichen Beats und rockigen Gitarren irgendwo zwischen euphorischem Drum-and-Bass-Set und Indie-Track.
Kurz darauf kippt das Album plötzlich in härtere, schnellere Techno-Beats mit groovigen Melodien und klanghaften Vocals, bevor man sich wenige Tracks später auf einem housigen Floor wiederfindet.
Dazwischen unterteilen kurze Stücke wie „Skin On The Side“, „Pedro In Paris“ oder „Hola LB“ das Album in kleine Abschnitte. Sie sind weniger wie richtige Songs, sondern haben etwas Voice-Memos-haftes oder sind kurze Momentaufnahmen, die einen von Raum zu Raum begleiten. Mehrere Features von Künstlern wie Skin On Skin oder Sam Alfred machen das Album noch mal abwechslungsreicher.
Der Song, den du nicht skippen solltest:
Ein Track, den man nicht skippen sollte, ist „C’est la vie“ mit KURT. als Feature. Klassische House-Drums, eine melodische Synthline, die sich durch den gesamten Track zieht, und Vocals, die schön zum Mitsingen einladen, machen den Song für mich zu einem der einprägsamsten im Album. Besonders gefällt mir dabei der Bass, der erst kurz nach dem Gesang einsetzt und dem Track plötzlich eine neue Tiefe verleiht.
Gleichzeitig gehört „C’est la vie“ zu den wenigen Songs auf dem Album, die fast vollständig gesangsbegleitet sind und hebt sich mit seinen etwas poppigeren Elementen vom restlichen Sound des Albums etwas ab.
Falls du noch nie so richtig bewusst in ein Techno-Album reingehört hast, sondern nur gelegentlich im Club mit dem Genre konfrontiert bist, ist Feel So Good Around U von LB aka LABAT vielleicht der perfekte erste Einstieg.
Autorin:
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